Der Borowski-Betrug
- Автор: Ладлэм Роберт
- Язык: немецкий
- Переводчик: Heinz Nagel
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:
Bergeron löste die Hände voneinander.»Warten Sie einen Augenblick. Sie verwendeten die Formulierung: >einen
Einsatz, den er befehligte<. Sind Sie wirklich sicher, daß er kein amerikanischer Offizier war?«
«Sicher Amerikaner, aber kein Berufssoldat.«
«Warum?«
«Er haßte alles Militärische. Der Abscheu, den er für das Kommando in Saigon empfand, war aus jeder Entscheidung zu entnehmen, die er traf; er hielt die Militärs für Narren und für unfähig. Einmal erhielten wir über Funk in Tam Quan Befehle. Er unterbrach die Leitung und erklärte einem Brigadegeneral, er könne ihn mal — er würde den Anweisungen nicht folgen. Ein Offizier hätte so etwas nie getan.«
«Es sei denn, er war im Begriff, seinen Beruf aufzugeben«, sagte Bergeron.»So wie Paris Sie im Stich gelassen hat, und Sie haben sich größte Mühe gegeben, so viel Geld wie möglich von Medusa zu stehlen und ihre eigenen, nicht gerade patriotischen Aktivitäten vorzubereiten — wo immer Sie das konnten.«
«Mein Land hat mich verraten, ehe ich es verraten habe, Rene.«
«Zurück zu Cain. Sie sagen, Borowski sei nicht der Name gewesen, den er benutzte. Welchen dann?«
«Ich erinnere mich nicht. Wie gesagt, für viele waren Familiennamen nicht wesentlich. Für mich war er einfach >Delta<.«
«Abgeleitet vom Mekongdelta?«
«Nein, aus dem Alphabet, denke ich.«
«Alpha, Bravo, Charlie… Delta«, sagte Bergeron nachdenklich in englischer Sprache.»Aber in vielen Operationen wurde das Codewort >Charlie< durch >Cain< ersetzt, weil >Charlie< ein Synonym für die Vietcong geworden war. Aus >Charlie< wurde >Cain<.«
«Ganz richtig. Ebensogut hätte er >Echo< oder >Foxtrott< oder >Zulu< auswählen können. Worauf wollen Sie hinaus?«
«Er hat Cain ganz bewußt gewählt. Es war symbolisch. Er wollte es von Anfang an klarstellen.«
«Was klarstellen?«
«Daß Cain Carlos ersetzen würde. Überlegen Sie doch: >Carlos< ist das spanische Wort für Charles oder Charlie. Das Codewort >Cain< wurde für >Charlie< — Carlos eingesetzt. Das war von Anfang an seine Absicht. Cain würde Carlos verdrängen, und er wollte, daß Carlos es wußte.«
«Und weiß es Carlos?«
«Natürlich. In allen westeuropäischen Hauptstädten ist das bekannt. Cain bietet seine Dienste an. Sein Preis ist niedriger als das Honorar, das Carlos verlangt. Damit zerstört er konstant Carlos' Prestige.«
«Zwei Matadore im selben Ring. Einer muß weichen.«
«Das wird Cain sein. Wir haben diesem aufgeblasenen Spatzen eine Falle gestellt. Er befindet sich irgendwo in Paris.«
«Aber wo?«
«Schwer zu sagen. Wir werden ihn schon finden. Schließlich hat er uns gefunden. Er wird zurückkommen und dann wird der Adler herunterstoßen und den Sperling greifen. Carlos wird ihn töten.«
Der alte Mann schob sich die Krücke unter dem linken Arm zurecht, zog den schwarzen Vorhang zur Seite und trat in den Beichtstuhl. Er fühlte sich nicht wohl; die Blässe des Todes stand ihm ins Gesicht geschrieben, und er war froh, daß die Gestalt im Priestertalar jenseits der Gitterwand ihn nicht klar sehen konnte. Der Mörder würde ihm vielleicht keine weitere Arbeit geben, wenn er zu erschöpft wirkte, um sie durchzuführen; aber er brauchte jetzt Arbeit. Es blieben ihm nur noch Wochen, und er trug Verantwortung.
«Angelus Domini«, sagte er.
«Angelus Domini, Kind Gottes«, flüsterte die Stimme.»Sind deine Tage angenehm?«
«Sie neigen dem Ende zu, aber sie werden mir angenehm gemacht.«
«Ja? Ich glaube, daß das Ihre letzte Aufgabe für mich sein wird. Sie ist jedoch von solcher Wichtigkeit, daß Ihr Lohn das fünffache des Normalen betragen wird. Ich hoffe, das hilft Ihnen.«
«Danke, Carlos. Sie wissen es also.«
«Ja. Sie müssen folgendes dafür tun und die Information muß diese Welt mit Ihnen verlassen. Für Irrtum ist jetzt kein Platz.«
«Ich bin immer genau gewesen. Ich werde auch jetzt sorgfältig ausführen, was Sie verlangen.«
«Sterben Sie in Frieden, alter Freund. So ist es leichter… Sie werden zur vietnamesischen Botschaft gehen und sich nach einem Attache namens Phan Loc erkundigen. Wenn Sie alleine mit ihm sind, sprechen Sie die folgenden Worte zu ihm: Ende März 1968; Medusa; der Tam-Quan-Sektor. Cain war dort. Und noch ein anderer. Wiederholen Sie.«
«Ende März 1968; Medusa; der Tam-Quan-Sektor. Cain war dort. Und noch jemand.«
«Er wird Ihnen sagen, wann Sie zurückkehren sollen. Es kann sich nur um Stunden handeln.«
Kapitel 17
«Ich denke, jetzt ist die Zeit gekommen, daß wir uns über einen Fiche confidentielle aus Zürich unterhalten.«
«Mein Gott!«
«Ich bin nicht der Mann, den Sie suchen.«
Borowski packte die Hand der Frau und hielt sie fest, um sie zu hindern, aus dem eleganten Restaurant in Argenteuil, ein paar Meilen außerhalb von Paris, zu rennen. Sie waren alleine in der Nische.
«Wer sind Sie?«Jacqueline Lavier versuchte ihre Hand wegzuziehen. Die Adern an ihrem gepflegten Hals traten hervor.
«Ein reicher Amerikaner, der auf den Bahamas lebt. Glauben Sie das nicht?«
«Ich hätte es wissen müssen«, sagte sie.»Keine Kreditkarten, kein Scheck — nur Bargeld. Sie haben sich die Rechnung nicht einmal angesehen.«
«Die Preisschilder auch nicht. Das war es ja, was Sie zu mir geführt hat.«
«Ich war eine Närrin. Die Reichen sehen sich die Preise immer an, und sei es nur, weil sie es genießen, eigentlich nicht auf sie achten zu müssen. «Während die Frau redete, sah sie sich um. Sie suchte nach einem Fluchtweg, nach einem Kellner, den sie herbeirufen konnte.
«Nicht!«sagte Jason, der ihre Augen beobachtete.»Das wäre unsinnig. Es ist besser für uns beide, wenn wir uns unterhalten.«
Die Frau starrte ihn an. Das Summen in dem großen, von Kandelabern dezent erleuchteten Raum und das gelegentliche Aufflackern von leisem Gelächter an den umliegenden Tischen betonte das feindselige Schweigen noch, das sich zwischen ihnen ausgebreitet hatte.
«Ich frage Sie noch einmal«, sagte sie.»Wer sind Sie?«
«Mein Name ist nicht wichtig. Belassen wir es bei dem, den ich Ihnen genannt habe.«
«Briggs? Der ist falsch.«
«Das ist Larousse auch, der auf dem Mietvertrag des
Wagens steht, mit dem drei Killer von der Valois-Bank weggefahren sind. Dort haben sie mich verpaßt. Und heute nachmittag am Pont Neuf auch.«
«O Gott!«rief sie und versuchte, sich aus seinem Griff zu lösen.
«Nicht, habe ich gesagt!«Borowski hielt sie fest, zog sie zurück.
«Und wenn ich schreie, Monsieur?«In der gepuderten Maske waren jetzt Risse sichtbar, und ihr böser, giftiger Blick, dazu die grellroten Lippen, verstärkten den Eindruck eines in die Enge getriebenen Tieres.
«Dann schrei ich noch lauter«, erwiderte Jason.»Man würde uns beide hinauswerfen, und sobald wir einmal draußen sind, bin ich sicher, daß ich mit Ihnen fertig werden würde. Warum wollen Sie denn nicht reden? Wir könnten etwas voneinander erfahren. Schließlich sind wir Angestellte, keine Arbeitgeber.«
«Ich habe Ihnen nichts zu sagen.«
«Dann will ich anfangen. Vielleicht ändern Sie noch Ihre Meinung. «Er lockerte vorsichtig seinen Griff. Die Spannung blieb in ihrem weißen gepuderten Gesicht.»Sie haben in Zürich einen Preis bezahlt. Wir auch. Offensichtlich mehr als Sie. Wir sind hinter demselben Mann her; wir wissen, warum wir ihn haben wollen. «Er ließ sie los.»Und warum wollen Sie ihn?«