Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник]
Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник]

Электронная книга - «Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник]». Краткое содержание книги:

Lange bevor Cyberspace und virtuelle Welten zu einem festen Bestandteil der allgemeinen Diskussion wurden, hat sich Herbert W. Franke (geb. 1927), theoretischer Physiker, Kybernetikfachmann, Pionier der Computerkunst und Science-fiction-Autor, in seinen wissenschaftlichen und belletristischen Arbeiten mit diesen Themen auseinandergesetzt. Mit Einsteins Erben liegen drei der erfolgreichsten Bücher von H. W. Franke wieder vor: In seinem Roman Zone Null entwirft er in Form eines spannenden Expeditionsberichts das Bild einer computerisierten Zivilisation, deren Angehörige, aller materiellen Sorgen enthoben, sich ganz dem widmen können, was sie interessiert: der Forschung, der Kunst, dem Spiel. Aber ist solch ein technisches Paradies ein erstrebenswertes menschliches Ziel? In Ypsilon minus zeigt Franke eine totalitäre Technokratie, in der elektronische Überwachungsanlagen die absolute Kontrolle aller Menschen ermöglichen. Beides, totale Freiheit und totale Kontrolle, sind Extremfälle der technischen Entwicklung. Sind warnende Beispiele für falsche zivilisatorische Entwicklungen. Probleme und ihre Lösung bilden auch den Kern des Erzählbandes Einsteins Erben: Informationsexplosion, Überbevölkerung, Umweltverschmutzung, die Anwendung von Kybernetik und Biotechnik sind die Themen dieser Erzählungen, die »an wissenschaftlicher Phantastik und spannendem Aufbau nicht zu wünschen übriglassen« (Neue Zürcher Zeitung).
1 ... 63 64 65 66 67 68 69 70 71 ... 129
Перейти на страницу:

»Zur Freiheit gehört auch die Möglichkeit des Eingriffs«, sagte Daniel.

»… soweit nicht die Freiheit anderer beeinträchtigt wird. Diese Möglichkeit besteht. Wollen Sie die Welt verändern – Sie brauchen nur die Befehle zu geben. Direkte oder indirekte, bedingte oder unbedingte, einfache oder komplizierte. Sie können die Aktionen vorschreiben oder Freiheiten offenlassen.«

»Diese Eingriffe betreffen aber keine wirklich entscheidenden Punkte. So ist es beispielsweise nicht möglich, an die Versorgungseinheiten heranzukommen, den medizinischen Dienst zu beeinflussen, das Nachrichtennetz zu verändern.«

»Das sind keine Punkte, in denen sinnvolle Veränderungen möglich wären. Diese Systeme vollziehen Routineaufgaben, um die man sich glücklicherweise nicht zu kümmern braucht. Es wäre unvorstellbar, müßte man für Atemluft sorgen, für Trinkwasser, für Nahrung, müßte man darüber nachdenken, wie die Heizung funktioniert oder die Ventilation, hätte man damit zu tun, die Appartements zu säubern oder das Mobiliar herbeizuschaffen. Diese Vorgänge sind längst optimiert und somit nicht mehr veränderlich. Darüber können wir glücklich sein! Ein schrecklicher Gedanke, jemand würde mit der Versorgung experimentieren! Eine Welt, in der Dinge, die man braucht und wünscht, sich nicht abrufen lassen – einfach absurd!«

Beide lachten und griffen wieder zu ihren Gläsern. Stillschweigend waren sie übereingekommen, weiterzutrinken – so lange, bis das im Getränk enthaltene Anästhetikum zur süßen Ohnmacht führen würde, genau dann, wenn die Stimmung den Höhepunkt erreichte und weiterer Genuß zu Schäden führen könnte.

»Wäre es nicht denkbar, daß durch irgendeine Katastrophe das System zusammenbricht? Was würde mit den Menschen geschehen? Würden sie weiterleben?«

»Vielleicht würden sie kleinere Störungen überleben – kleine Störungen beheben sich selbst. Das System ist homöostatisch. Ein richtiger Zusammenbruch? Keine Versorgung mehr? Dann wären wir verloren – die Existenz kohlenstofforganischer Wesen ist an tausend Voraussetzungen geknüpft, unsere Struktur ist labil. Aber Sie wissen ja, wir befinden uns in einem Übergangsstadium – nach und nach wird unsere jetzige, überholte Erscheinungsform verschwinden. Sie hat nur soviel Wert, als sie die initiale Phase der Evolution ermöglicht, den Übergang von einfachen zu hochkomplexen Ordnungen. Das sind die Probleme, an denen wir jetzt arbeiten.«

»Haben wir wirklich eine konkrete Aufgabe? Benedikt meinte, wir befänden uns in einem Irrenhaus.«

Sie lachten wieder und erhoben die Gläser. Es war ein herrliches Spiel, Fragen aufzuwerfen, einen Punkt im glasklaren Schema der Zusammenhänge aufzugreifen und schon zu wissen, daß es qualvoll andauernde Ungewißheit nie geben würde, daß man nur der souverän beherrschten Logik folgen, das umfassende Wissen einsetzen mußte, um die Lösung zwingend abzuleiten.

»Ich kenne die Zweifel Benedikts. Er glaubt noch an die Eindeutigkeit unserer Existenz, verlangt absolute Beweise. Daher fällt er von einem Extrem ins andere. Natürlich hat er nicht unrecht, aber er urteilt einseitig. Gewiß sind wir alle abnormal, aber jeder, der sich anschickt, eine weitere Stufe in der Evolution zu überwinden, ist abnormal. Nun ist uns aber kein Weg vorgezeichnet, sondern wir sind noch dabei, ihn zu suchen. Somit läßt sich nichts darüber aussagen, welche Abweichung die Ausgangsbasis für höhere Stufen sein wird. Natürlich ist hier ein Sammelbecken von Monstren, aber gerade darin liegt unsere Potenz. Ich bin überzeugt, daß das der einzige Gesichtspunkt ist, nach dem wir ausgewählt wurden.«

»Seit wann sind Sie hier? Sind Sie tatsächlich schon mit Problemen unserer weiteren Entwicklung beschäftigt? Ich wollte, ich wäre auch schon so weit!«

Wieder lachten sie, tranken. Über die Transparenz ihrer Gedanken legte sich ein leichter Nebel. Die Assoziationen gelangen noch leichter, die Erkenntnisse rasteten schneller ein, das Wirkungsgefüge war diffus, aber weithin erhellt.

»Das wünsche ich mir auch«, sagte Larry. »Dazu reicht aber unsere gegenwärtige Existenzform noch nicht aus. Die indirekte Art, auf die wir uns mit dem logischen System verständigen, bildet ein zu großes Hindernis.«

»Die Integration – das ist die Lösung.«

»Ja. Wir müssen uns mit der Maschine verschwistern, anders geht es nicht, anders kommen wir nicht weiter. Es ist, als wolle man fliegen, einfach so, ohne Flügel, sich in die Lüfte erheben. Ohne Hilfsmittel ist uns das verwehrt, aber heute genießen wir diese Hilfe. Es gab einmal eine Zeit, da stand dem Menschen die Natur gegenüber, mit der er sich auseinanderzusetzen hatte. Später stand ihm der Mensch gegenüber, und sonst nichts. Heute ist es das logische System, mit dem wir in Wechselwirkung stehen. Doch diese Wechselwirkung hat den Aspekt des Konflikts verloren. Es ist die Wechselwirkung der Symbiose.«

*

Es waren nur geringfügige Veränderungen – eine hinuntergedrückte Taste, eine verstellte Ziffer im Zählwerk des Satellitenrechners, gekippte Armstützen des Stuhls –, die Daniel stutzig machten. Als er die Hand auf die Sitzfläche legte, fühlte er noch die Wärme: Es konnte erst Sekunden her sein, daß sich jemand an seinem Arbeitsplatz zu schaffen gemacht hatte.

Daniel setzte sich an den Bildschirm und ließ sich rasch hintereinander die Sicht der umliegenden Gänge geben. Schon beim vierten Versuch bemerkte er eine verdächtige Bewegung, einen Mann, dem Fernsehauge abgewandt, der hastig das Weite suchte. Daniel beherrschte die Steuerung bereits so gut, daß es ihm leicht fiel, die Gegensicht zu bekommen: Jetzt eilte der Verdächtige auf ihn zu, und er sah, daß es der schwarzhaarige Unbekannte war, der ihm die Tasche entrissen hatte. Daniel ließ ihn automatisch weiterverfolgen, was früher oder später zur Identifizierung führen mußte, konnte aber dennoch den Wunsch nicht unterdrücken, ihn persönlich zu stellen. Er schätzte die Wegrichtung des Verdächtigen ab und lief hinterher. Da es ihm gleichgültig war, ob er auffiel oder nicht, und er nicht auf die Menschen achtete, die ihm erstaunt nachblickten, kam er rasch voran – schon nach einer knappen Minute erblickte er den Gesuchten. Aber auch dieser bemerkte seinen Verfolger und schlug ein rascheres Tempo ein. Zunächst hatte es den Anschein, als liefe er auf eine Liftstation zu, doch fürchtete er offenbar, nicht schnell genug in der Kabine verschwinden zu können, bog in einen Nebengang ab und beschleunigte seine Schritte.

Sie rannten an mehreren Leuten vorbei, die an Theken saßen, Bier tranken oder Lachgas inhalierten, aber niemand beteiligte sich an der Jagd. Während der Schwarzhaarige zuerst unsicher gewirkt und seine Richtung mehrmals gewechselt hatte, lief er nun zielstrebig geradeaus, erreichte eine der Spiralterrassen und rannte bergauf, was zwar langsamer ging und seinen Verfolger etwas näher kommen ließ, aber beide Kraft kostete, so daß der Abstand bald gleichblieb und sogar wieder größer wurde, als sich die Verfolgung in einem waagrechten Korridor fortsetzte.

Diese Gegend war Daniel bekannt: Sie mochten sich nicht weit von jenem Trakt befinden, in dem er seine Begegnung mit den Mutanten gehabt hatte. Der Unbekannte lief nun in einen langgestreckten Saal hinein, in dem ganze Reihen von Gleittischen standen, darauf Wannen, durchsichtig, und mit trüber Flüssigkeit gefüllt. Nährlösungen mit Zellkulturen, manche formlos, schleimig, Gallerten, in anderen: Organe, noch halb entwickelt, aber schon erkennbar, Herzen, Lungen, Nieren, undefinierbare Drüsensysteme, Adern, Darmschlingen, wieder in anderen Embryos von Menschen oder Tieren, blaß und durchsichtig, mit großen Fischaugen, Stummeln von Gliedmaßen, Saugnäpfen, Tentakeln …

1 ... 63 64 65 66 67 68 69 70 71 ... 129
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)