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Электронная книга - «Oblomow». Краткое содержание книги:

Oblomow
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Es kam ein Diener von Marja Michailowna, Oljgas Tante, ihn zum Mittagessen zu bitten.

»Ich komme, ich komme!« sagte Oblomow.

Der Diener wollte gehen.

»Wart! Da hast du!«

Er gab ihm Geld.

Ihm ist fröhlich und leicht ums Herz. In der Natur ist alles so heiter. Die Menschen sind so gut; alle freuen sich; bei allen drückt sich das Glück auf dem Gesichte aus. Nur Sachar ist finster und blickt den Herrn immer von der Seite an; aber Anissja lächelt so gutmütig. - Ich schaffe mir einen Hund an, beschloß Oblomow, oder einen Kater ... lieber einen Kater; die Kater sind zutraulich und schnurren.

Er lief zu Oljga hin.

Aber ... Oljga liebt mich doch! dachte er unterwegs, dieses junge, frische Geschöpf! Ihrer Phantasie steht jetzt die poetische Sphäre des Lebens offen; sie muß von großen, schlanken Jünglingen mit schwarzen Locken träumen, mit einer sinnenden, verborgenen Kraft, mit Kühnheit im Gesicht, mit einem stolzen Lächeln, mit jenem Funken in den Augen, der im Blick untergeht und bebt und so leicht ans Herz dringt, mit einer weichen und frischen Stimme, die wie eine metallene Saite klingt. Aber man liebt ja nicht nur Jünglinge, nicht nur die Kühnheit im Gesicht, die Gewandtheit in der Mazurka und das Galoppieren auf dem Pferd ... Oljga ist ja kein Dutzendmädchen, dessen Herz man mit einem Schnurrbart kitzeln kann und dessen Ohr man mit dem Säbelklirren rührt; aber dann braucht man wohl etwas anderes ... die Macht des Geistes zum Beispiel, die das Weib demütigt und vor der sie das Haupt beugt, und die ganze Welt müßte sich vor dieser Macht beugen ... Oder ein gefeierter Künstler ... Und was bin ich denn? Oblomow und nichts mehr. Stolz ist etwas anderes; Stolz besitzt Verstand, Macht und die Kunst, sich selbst, andere und das Schicksal zu lenken. Wo er sich auch befindet, mit wem er zusammenkommt, beherrscht er gleich alles und spielt darauf wie auf einem Musikinstrument ... Und ich? ... Ich werde nicht einmal mit Sachar fertig ... und auch mit mir selbst nicht ... ich bin Oblomow! Stolz! O Gott! ... sie liebt ihn ja, dachte er entsetzt, sie hat es selbst gesagt; wie einen Freund, sagt sie; das ist aber eine Lüge, vielleicht eine unbewußte. Zwischen Mann und Weib gibt es keine Freundschaft ... Er ging immer langsamer, von Zweifeln überwältigt. Und was, wenn sie mit mir kokettiert? ... Wenn es nur ... Er blieb endgültig stehen und erstarrte für einen Augenblick. Und was, wenn das Tücke und Verschwörung ist ... Und wie komme ich darauf, daß sie mich liebt? Sie hat es mir nicht gesagt; das ist das teuflische Flüstern der Eitelkeit! Andrej, ist's möglich? ... Das kann nicht sein ... sie ist so, so ... »So ist sie!« sagte er plötzlich freudig, Oljga, die ihm entgegenkam, erblickend.

Oljga streckte ihm mit einem fröhlichen Lächeln die Hand hin. Nein, sie ist nicht so, sie ist keine Betrügerin, beschloß er, die Betrügerinnen haben keinen solchen freundlichen Blick; sie lachen nicht so von Herzen ... sie kichern nur ... aber ... sie hat mir doch nicht gesagt, daß sie mich liebt! dachte er plötzlich wieder erschrocken; er hatte sich das nur so gedeutet ... Woher kam aber der Ärger? ... O Gott! In welchen Sumpf bin ich hineingeraten!

»Was haben Sie?« fragte sie.

»Einen Zweig.«

»Was für einen Zweig?«

»Sie sehen: einen Fliederzweig.«

»Wo haben Sie ihn her? Dort, wo Sie gegangen sind, gibt es keinen Flieder.«

»Sie haben ihn vorhin gepflückt und dann hingeworfen.«

»Warum haben Sie ihn aufgehoben?«

»So, mir gefällt es, daß Sie ihn ... so ärgerlich hingeworfen haben.«

»Ihnen gefällt der Ärger? Das ist etwas ganz Neues! Warum denn?«

»Das sage ich nicht.«

»Sagen Sie's doch, ich bitte ...«

»Um nichts in der Welt, um keinerlei Schätze!«

»Ich flehe Sie an!«

Er schüttelte verneinend den Kopf.

»Und wenn ich singe?«

»Dann ... vielleicht ...«

»Also nur Musik wirkt auf Sie!« sagte sie mit gerunzelter Stirn. »Das ist also doch so?«

»Ja, Musik, die durch Sie wiedergegeben wird.«

»Nun gut, ich werde singen ... Casta diva, Casta di ...« begann sie Normas Arie und schwieg.

»Also sprechen Sie jetzt!« sagte sie.

Er kämpfte eine Zeitlang mit sich.

»Nein, nein!« beschloß er noch entschiedener als vorher, »um nichts in der Welt ... niemals! Und wenn das nicht wahr ist, wenn es mir nur so geschienen hat? ... Niemals, niemals!«

»Was ist das? Etwas Furchtbares«, sagte sie, ihre Gedanken auf diese Frage und einen forschenden Blick auf ihn richtend.

Dann verbreitete sich allmählich die Erkenntnis über ihre Züge; in jede Linie drang der Strahl des Denkens ein, und plötzlich erhellte sich ihr ganzes Gesicht durch eine Vermutung ... So beleuchtete die Sonne, aus einer Wolke hervortretend, allmählich einen Strauch, dann einen zweiten, das Dach und überströmte plötzlich die ganze Landschaft mit ihrem Licht. Sie wußte schon, woran Oblomow dachte.

»Nein, nein, meine Zunge würde sich nicht bewegen ...« beteuerte Oblomow. »Fragen Sie lieber nicht.«

»Ich frage Sie nicht«, antwortete sie gleichgültig.

»Wieso? Sie haben doch soeben ...«

»Kommen Sie«, sagte sie ernst, ohne ihm zuzuhören, »meine Tante wartet.«

Sie schritt voraus, ließ ihn bei der Tante zurück und ging geradeaus in ihr Zimmer.

Achtes Kapitel

Dieser ganze Tag war ein Tag der Enttäuschungen für Oblomow. Er verbrachte ihn in der Gesellschaft von Oljgas Tante, einer sehr klugen, anständigen Frau, die stets sehr gut gekleidet war, stets ein neues Seidenkleid trug, das ausgezeichnet saß und einen sehr eleganten Spitzenkragen hatte; ihre Haube war auch geschmackvoll gemacht, und das Band war kokett ihrem fast fünfzigjährigen, aber noch frischen Gesicht angepaßt. An einer Kette hing ein goldenes Lorgnon. Ihre Bewegungen waren voller Würde; sie drapierte sich sehr geschickt in einen kostbaren Schal, stützte sich in einem passenden Moment auf das gestickte Kissen und streckte sich so majestätisch auf dem Sofa aus. Man sah sie niemals bei einer Arbeit; sich bücken, nähen, sich mit einer Nichtigkeit abgeben, paßte nicht zu ihrem Gesicht, zu ihrer würdevollen Gestalt. Sie erteilte den Dienstboten die Befehle in einem nachlässigen Tone, kurz und trocken. Sie las manchmal, schrieb niemals, sprach aber gut, übrigens meistens französisch. Doch hatte sie sofort bemerkt, daß Oblomow der französischen Sprache nicht ganz mächtig war, und ging gleich am nächsten Tage zum Russischen über. Im Gespräche gab sie sich keinen Träumereien hin und räsonnierte nicht; sie schien im Geiste einen genauen Strich gezogen zu haben, den ihr Verstand nie überschritt. Man sah aus allem, daß das Gefühl, jede Sympathie und auch die Liebe zugleich mit allen anderen Elementen in ihr Leben eingriffen oder eingegriffen hatten, während man bei anderen Frauen auf den ersten Blick sieht, daß die Liebe, wenn nicht tatsächlich, so doch in ihren Gesprächen, an allen Lebensfragen teilnimmt und daß alles andere nur nebenbei in Betracht gezogen wird, wenn die Liebe noch Raum übrigläßt. Bei dieser Frage ging die Kunst zu leben, sich zu beherrschen, den Gedanken, den Vorsatz und die Ausübung ins Gleichgewicht zu bringen, allem voran.

Man konnte sie nie unvorbereitet antreffen, sie überrumpeln, sie war wie ein wachsamer Feind, dessen erwartungsvollen Blick man trotz jeden Auflauerns stets auf sich gerichtet fühlt. Ihr Element war die große Welt, und darum gingen bei ihr der Takt und die Vorsicht jedem Gedanken, jedem Worte und jeder Bewegung voran. Sie eröffnete nie jemand die verborgenen Regungen ihres Herzens, vertraute niemand irgendwelche Geheimnisse an, man traf sie niemals mit einer guten Freundin an, mit irgendeiner Alten, mit der sie bei einer Tasse Kaffee flüsterte. Sie blieb nur mit dem Baron von Langwangen oft unter vier Augen; abends saß sie manchmal bis Mitternacht mit ihm, aber fast immer in Oljgas Anwesenheit; und dabei schwiegen sie meistens, aber dieses Schweigen war so klug und bedeutsam, als wüßten sie etwas, was anderen unbekannt war, und das war alles. Sie liebten es wohl, beisammen zu sein, das war der einzige Schluß, den man ziehen konnte, wenn man ihnen zusah; sie behandelte ihn ebenso wie die anderen: wohlwollend gütig, aber ebenso gleichmäßig und ruhig. Böse Zungen nahmen die Gelegenheit wahr und deuteten auf eine sehr alte Freundschaft und eine gemeinsame Reise ins Ausland hin; doch in ihren Beziehungen zu ihm brach niemals auch nur der Schatten irgendeiner verborgenen Sympathie durch, und das hätte sich doch äußern müssen. Er war unter anderem Oljgas Vormund und verwaltete ihr kleines Gut, das bei irgendeinem Unternehmen verpfändet worden und nicht wieder frei zu bekommen war. Der Baron führte den Prozeß, das heißt, er beauftragte einen Beamten, die Papiere zu schreiben, die er durch sein Lorgnon las, unterschrieb und schickte dann denselben Beamten zu den Behörden und gab dem Prozesse durch seine Beziehungen in höheren Kreisen eine befriedigende Wendung. Er machte Hoffnungen, daß ein baldiges glückliches Ende bevorstehe. Dieser Umstand bereitete den boshaften Gerüchten ein Ende, und man gewöhnte sich daran, den Baron im Hause als einen Verwandten zu betrachten. Er war ein Fünfziger, hatte sich aber sehr gut konserviert, färbte sich nur den Schnurrbart und hinkte ein wenig auf einem Fuße. Er war äußerst höflich, rauchte nicht und verschränkte nicht die Füße in Damengesellschaft und tadelte strenge die jungen Leute, die so unerzogen waren, sich in Gesellschaft zurückzulehnen und die Knie und Stiefel ebenso hoch wie die Nase zu heben. Er saß auch im Zimmer in Handschuhen, die er nur beim Mittagessen auszog. Er war nach der letzten Mode gekleidet und trug im Knopfloch seines Fracks viele Orden. Er fuhr stets in einer Kutsche und schonte die Pferde sehr; bevor er in den Wagen stieg, sah er sich das Geschirr und sogar die Hufe der Pferde an, zog manchmal sein weißes Taschentuch hervor und rieb damit über die Schulter oder den Rücken der Pferde, um zu sehen, ob sie gut gereinigt waren. Er begrüßte die Bekannten mit einem wohlwollenden, höflichen Lächeln, die Unbekannten zuerst kühl; wenn man ihm aber jemand vorstellte, ging die Kälte in ein Lächeln über, und der Vorgestellte konnte schon immer darauf rechnen. Er sprach über alles: über die Tugend, die Teuerung, die Wissenschaften und die Gesellschaft gleich präzise; er äußerte seine Meinung in klaren, abgerundeten Sätzen, als spräche er schon in fertigen und in irgendeinen Kursus eingetragenen Sentenzen, die als ein allgemeiner Leitfaden herausgegeben werden konnten.

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Главный герой
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