Congo. Romanvorlage zum Film.
- Автор: Крайтон Майкл
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Congo. Romanvorlage zum Film.». Краткое содержание книги:
Das Nebeneinander von technischen Superwundern und ungebändigter Natur erzeugt eine grandiose Wirkung. Dieses Buch ist Seite für Seite eine Klasse für sich... New York Times
Über den Autor
Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard Medizin. Alle seine Romane Andromeda, Der große Eisenbahnraub, Jurassic Park, Enthüllung, Die Wiege der Sonne und viele mehr wurden auch als Filme weltweite Erfolge. Crichton ist Autor der weltweit erfolgreichen Fernsehserie ER Emergency Room.
»Richtig«, sagte Karen Ross gelassen. »Von jetzt an sind wir vollständig von der Außenwelt abgeschnitten.«
5. Abgeschnitten
Die stärkste Sonneneruption des Jahres 1979 wurde am 24. Juni vom Kitt Peak-Observatorium in der Nähe von Tucson, Arizona, aufgezeichnet und ordnungsgemäß dem Space Environment Services Center in Boulder, Colorado, gemeldet, einer Stelle für die Auswertung von Daten aus dem Weltraum. Zuerst schenkte man beim SESC, den einlaufenden Daten keinen Glauben: selbst nach den ungeheuren Maßstäben der Sonnenastronomie war dieser Ausbruch mit der Bezeichnung 79/06/414aa geradezu monströs. Die Ursache solcher, auch Flares genannter Ausbrüche, die mit dem Auftreten von Sonnenwind einhergehen, war unbekannt, doch wurden sie im allgemeinen mit der Sonnenfleckentätigkeit in Verbindung gebracht. In diesem Fall erschien der Ausbruch als riesiger, heller Fleck mit einem Durchmesser von sechzehntau-send Kilometern, der nicht nur die Alpha-Spektrallinien des Wasserstoffs und ionisierten Kalziums beeinflußte, sondern auch das Spektrum des weißen Sonnenlichts. Ein solcher Ausbruch mit einem »kontinuierlichen Spektrum« war überaus selten. Auch konnte man beim SESC die Vorausberechnung der Folgeerscheinungen nicht glauben. Bei Sonnenausbrüchen werden ungeheure Energiemassen freigesetzt. Schon ein nicht besonders starker Ausbruch kann das Maß der Ultraviolettstrahlung, das von der Sonnenoberfläche ausgestrahlt wird, verdoppeln. Aber beim Ausbruch 79/06/414aa betrug sie nahezu das Dreifache des gewöhnlichen Wertes. Innerhalb von gut acht Minuten nach dem ersten Auftreten am Sonnenrand - das ist die Zeit, die das Licht von der Sonne bis zur Erde braucht - begann diese plötzliche Zunahme an Ultraviolettstrahlung, die Ionosphäre der Erde zu stören.
Die Folge war, daß Funkverbindungen auf einem Planeten, der rund hundertfünfzig Millionen Kilometer von der Sonne entfernt war, deutlich beeinträchtigt wurden. Das galt insbesondere für Sender, die mit geringen Signalstärken auskommen mußten. Rundfunksender, im Kilowattbereich waren kaum betroffen. Aber die Kongo-Expedition, die weit schwächere Signale abstrahlte, vermochte keine Satellitenverbindung mehr herzustellen. Da bei diesem Ausbruch außerdem Röntgenstrahlen und atomare Partikel freigesetzt wurden, die die Erde erst einen ganzen Tag später erreichten, war vorauszusehen, daß die Störung des Funkverkehrs mindestens einen Tag, wahrscheinlich aber länger dauern würde. Bei der ERTS in Houston berichteten Techniker Travis, das SESC sage eine Störung der Ionosphäre von vier "bis acht Tagen Dauer voraus.
»Soll das heißen«, wir werden vier bis acht Tage keine Verbindung mit ihnen haben?« fragte Travis.
»So sieht es aus. Karen Ross wird es sich schon denken«, sagten die Techniker, »wenn sie heute keine Verbindung mehr kriegt.« »Die brauchen aber die Computer-Leitung«, sagte Travis. Die Belegschaft der ERTS hatte fünf ComputerPlanspiele durchlaufen lassen, und jedes war zu dem gleichen Ergebnis gekommen: Wenn man nicht eine kleine Armee einflog, war die Expedition in ernsthaften Schwierigkeiten. Die Hochrechnungen für das Überleben lagen bei »null Komma zwoviervier, mit geringen Abweichungen« - das heißt, es stand eins zu drei, daß die Mitglieder der Expedition wieder lebend aus dem Kongo kamen. Und dazu brauchten sie die Hilfe der ComputerVerbindung, die jetzt unterbrochen war.
Travis fragte sich, ob Karen Ross und den anderen der Ernst der Lage klar war.
»Etwas Neues auf Bandbreite fünf über Muhavura?« fragte er. Auf Bandbreite fünf zeichnete der Erdvermessungs-Satellit Land-sat Infrarotwerte auf. Beim letzten Überfliegen des Kongo-Gebiets hatte er wichtige neue Erkenntnisse über den Muhavura gewonnen. Die Temperatur im Vulkan war seit der letzten Auswertung durch Landsat deutlich angestiegen, und zwar um acht Grad. »Nichts Neues«, sagte der Techniker. »Der Computer sagt auch keinen Ausbruch voraus. Vier Grad Abweichung liegen bei diesem System innerhalb der Fehlertoleranz der Aufnahmeeinrichtung, und aus den übrigen vier'Grad kann man auf nichts schließen.« »Na, immerhin etwas«, sagte Travis. »Bloß, was machen die mit den Affen, wenn sie jetzt vom Computer abgeschnitten sind?«
Genau über diese Frage dachten die Mitglieder der Expedition bereits seit einer Stunde nach. Seit die Nachrichtenübermittlung abgerissen war, waren die einzigen ihnen zugänglichen Rechner die, die sie im Kopf hatten - und die genügten nicht.
Elliot fand die Vorstellung seltsam, daß sein eigenes Gehirn unzulänglich sein sollte. »Wir hatten uns alle so daran'gewöhnt, daß stets Rechnerkapazität zur Verfügung stand«, sagte er später. »In jedem anständigen Labor hat man soviel Speicher- und Rechnerkapazität zur Verfügung, wie man braucht, Tag und Nacht. Wir hatten uns daran so gewöhnt, daß wir es bereits als selbstverständlich ansahen.«
Natürlich hätten sie die Sprache der Affen schließlich entschlüsseln können, aber es war ein Wettrennen gegen die Zeit: ihnen standen dafür nicht Monate zur Verfügung, sondern nur Stunden. Ohne das APE-Programm war ihre Lage höchst bedrohlich. Munro sagte, sie könnten keinen weiteren direkten nächtlichen Angriff überleben, und sie hatten guten Grund, für die Nacht einen Angriff zu erwarten.
Die Art, wie Amy Elliot gerettet hatte, verhalf ihnen zu einem Plan. Amy hatte eine gewisse Fähigkeit gezeigt, sich mit den Affen zu verständigen. Vielleicht konnte sie als Dolmetscherin dienen. »Es ist einen Versuch wert«, beharrte Elliot. Unglücklicherweise bestritt Amy diese Möglichkeit. Als Antwort auf die Frage: Amy reden Ding reden? bedeutete sie ihm: Nicht reden.
Überhaupt nicht? fragte Elliot, weil er sich daran erinnerte, wie sie geseufzt hatte. Peter Amy sehen reden Ding reden. Nicht reden, Geräusch machen.
Er schloß daraus, daß sie zwar die Ausdrucksweise der Gorillas nachahmen konnte, deren Bedeutung aber nicht kannte. Es war inzwischen zwei Uhr nachmittags - bis zum Einbruch der Dunkelheit blieben ihnen nur noch vier, fünf Stunden. Munro sagte: »Geben Sie's auf, es ist klar, daß sie uns nicht helfen kann.« Ihm schien es aussichtsreicher, solange es hell war, das Lager abzubrechen und sich durchzukämpfen. Er war davon überzeugt, daß sie keine weitere Nacht unter den Gorillas überleben könnten.
Aber etwas ging Elliot nicht aus dem Kopf. Nach Jahren der Arbeit mit Amy wußte er, daß sie wie ein Kind alles wörtlich nahm. Amy gegenüber, vor allem, wenn sie nicht recht wollte, mußte man genau sein, wollte man die richtige Antwort haben. Er sah jetzt Amy an und bedeutete ihr: Amy reden Ding reden? Nicht reden.
Amy verstehen Ding reden?
Amy antwortete nicht. Sie kaute nachdenklich an einer Ranke. Amy Peter zuhören. Sie sah zu ihm hin. Amy verstehen Ding reden?
Amy Ding verstehen, antwortete sie so beiläufig, daß er sich zunächst fragte, ob sie sich über die Tragweite dessen, was er sie gefragt hatte, im klaren war. Amy Ding sehen reden, Amy reden verstehen? Amy verstehen. Amy sicher? Amy sicher.
»Der Teufel soll mich holen«, sagte Elliot. Aber Munro schüttelte den Kopf. »Uns bleiben nur noch ein paar Stunden Tageslicht«, sagte er. »Und selbst, wenn Sie jetzt die Sprache der Gorillas lernen - wie wollen Sie mit ihnen reden?«
6. Amy reden Ding reden
Um drei Uhr nachmittags waren Elliot und Amy vollständig im Blattwerk am Hang verborgen. Das,einzige Zeichen ihrer Anwesenheit war der Kegel des Mikrofons, der über die Blätter hinausragte. Es war mit dem Videorecorder zu Elliots Füßen verbunden, mit dem er die Laute der Gorillas auf den ferneren Hügeln aufnahm.
Die einzige Schwierigkeit bestand darin zu entscheiden, auf welchen Gorilla das Richtmikrofon eingestellt war und welchen Amy im Auge hatte -und ob es jeweils derselbe war. Elliot durfte nie ganz sicher sein, daß Amy die Äußerungen des Tiers wiedergab, die er gerade aufzeichnete. Zu der in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Gruppe gehörten acht Tiere, und Amy ließ sich immer wieder ablenken. Ein Weibchen hatte ein Jungtier von wenigen Monaten dabei, und als es zufällig von einem Insekt gestochen wurde, machte Amy: Baby böse. Dabei nahm Elliot in dem Augenblick ein Männchen auf. Amy. bedeutete er ihr, aufpassen. Amy aufpassen, Amy lieber Gorilla.