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Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]

Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:

An seinem 75. Geburtstag erledigt John Perry zwei Dinge: Er besucht das Grab seiner Frau. Und er mustert bei der Armee an. Denn in ferner Zukunft werden für jene Einsatztruppen, die weit draußen im All die Kolonien gegen Alien-Überfälle verteidigen, nur Alte, Betagte rekrutiert. Und schnell findet Perry auch heraus, warum das so ist: Die Rekruten erhalten allesamt neue Körper, jüngere Ausgaben ihrer selbst, die mit biotechnischen und elektronischen Mitteln »aufgerüstet« und wie beliebig verfügbares Kanonenfutter in den Kampf geschickt werden. Doch die Armeeführung hat nicht mit einem wie John Perry gerechnet◦– der trotz seines hohen Alters kein Problem damit hat, sich Befehlen zu widersetzen…
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
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»Mein Gott, Harry«, sagte ich. »Wir sind hier nicht auf dem Schulhof. Das ist meine Frau.«

»Nein, sie ist es nicht, John«, sagte Harry. »Sie ist jemand ganz anderer. Du weißt nicht einmal, ob sie überhaupt mit dir reden will.«

»John«, sagte Jesse, »selbst wenn sie mit dir reden will, musst du dir klar machen, dass sie eine Fremde ist. Was immer du dir von dieser Begegnung erwartest, du wirst es nicht bekommen.«

»Ich erwarte nichts«, sagte ich.

»Wir möchten dich nur vor Schmerzen bewahren«, sagte Jesse.

»Ich komme schon damit klar«, sagte ich und sah die beiden an. »Bitte. Lass mich gehen, Harry. Kein Problem.«

Harry und Jesse sahen sich an. Dann ließ Harry meine Hand los.

»Danke«, sagte ich.

»Was willst du zu ihr sagen?«, erkundigte sich Harry.

»Ich werde ihr danken, dass sie mir das Leben gerettet hat«, sagte ich und stand auf.

In der Zwischenzeit waren sie und ihre zwei Begleiter mit dem Essen in den hinteren Bereich der Kantine gegangen. Sie unterhielten sich, doch als ich mich ihrem Tisch näherte, verstummten sie. Die Frau saß mit dem Rücken zu mir und drehte sich um, als ihre Bekannten zu mir aufschauten. Ich blieb stehen, als ich ihr Gesicht sehen konnte.

Es war natürlich anders. Abgesehen von der grünen Haut und den Augen war sie wesentlich jünger als Kathy◦– wie Kathy vor einem halben Jahrhundert gewesen. Aber auch nicht ganz. Kathy war nie so schlank wie diese Frau gewesen, was natürlich an der genetisch implantierten Optimierung durch die KVA lag. Kathys Haar war fast immer eine fast nicht zu bändigende Mähne gewesen, selbst als sie in einem Alter war, in dem die meisten anderen Frauen eine etwas matronenhaftere Frisur vorzogen. Die Frau, die am Tisch saß, hatte so kurzes Haar, dass es weder die Ohren noch den Kragen berührte.

Es war das Haar, das mir am unpassendsten vorkam. Es war schon so lange her, dass ich jemanden ohne grüne Haut gesehen hatte, dass ich es gar nicht mehr bewusst registrierte. Aber an dieses Haar konnte ich mich nicht erinnern.

»Es ist nicht nett, andere Menschen anzustarren«, sagte die Frau mit Kathys Stimme. »Und um diese Frage gleich zu klären: Nein, Sie sind nicht mein Typ.«

Oh doch, sagte ein Teil meines Gehirns.

»Tut mir leid, ich wollte Sie nicht stören«, sagte ich. »Aber ich habe mich gefragt, ob Sie mich vielleicht wiedererkennen.«

Ihr Blick musterte mich von oben bis unten. »Nein, bestimmt nicht«, sagte sie. »Und wir waren auch nicht in der gleichen Ausbildungskompanie.«

»Sie haben mich gerettet«, sagte ich. »Auf Coral.«

Jetzt spitzte sie die Ohren. »Ach du Scheiße! Kein Wunder, dass ich Sie nicht wiederkannt habe. Als ich Sie das letzte Mal gesehen habe, fehlte Ihnen die untere Hälfte des Kopfes. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, aber es erstaunt mich, dass Sie noch am Leben sind. Ich hätte nicht darauf gewettet, dass Sie durchkommen würden.«

»Ich hatte etwas, wofür es sich weiterzuleben lohnt.«

»Offensichtlich.«

»Ich bin John Perry«, sagte ich und reichte ihr meine Hand. »Ich fürchte, Ihr Name ist mir nicht bekannt.«

»Jane Sagan«, sagte sie und nahm meine Hand. Ich hielt sie etwas länger, als es angemessen gewesen wäre. Ihre Miene war leicht verdutzt, als ich sie schließlich losließ.

»Corporal Perry«, sprach mich einer ihrer Begleiter an. Er hatte zwischenzeitlich mit seinem BrainPal Informationen über mich abgerufen. »Wir dürfen uns mit dieser Mahlzeit nicht allzu viel Zeit lassen. Wir müssen in einer halben Stunde wieder in unserem Schiff sein. Wir möchten Sie also bitten …«

Ich schnitt ihm das Wort ab. »Ansonsten komme ich Ihnen nicht bekannt vor?«, fragte ich Jane.

»Nein«, sagte sie, nun mit etwas eisigem Unterton. »Danke, dass Sie vorbeigekommen sind, aber jetzt würde ich wirklich gerne weiteressen.«

»Ich möchte Ihnen etwas schicken«, sagte ich. »Ein Bild. Per BrainPal.«

»Das ist wirklich nicht nötig.«

»Nur ein Bild«, sagte ich. »Dann gehe ich. Tun Sie mir den Gefallen.«

»Also gut. Aber beeilen Sie sich.«

Zu den wenigen Dingen, die ich von der Erde mitgenommen hatte, gehörte ein digitales Fotoalbum mit Aufnahmen von Verwandten, Freunden und Gegenden, die mir etwas bedeuteten. Nach der Aktivierung meines BrainPals hatte ich die Fotos in den Speicher hochgeladen, was sich nun als kluge Entscheidung erwies, da das Fotoalbum selbst sowie all meine irdischen Besitztümer mit der Modesto vernichtet worden waren. Ich rief ein bestimmtes Foto ab und schickte es Jane. Ich beobachtete, wie sie auf ihren BrainPal zugriff und sich dann wieder mir zuwandte.

»Erkennen Sie mich jetzt?«, fragte ich.

Sie bewegte sich sehr schnell, noch viel schneller als ein normaler KVA-Soldat. Sie packte mich am Kragen und drückte mich gegen die nächste Wand. Ich war mir fast sicher, dass eine meiner eben erst reparierten Rippen erneut brach. Auf der anderen Seite der Kantine sprangen Harry und Jesse auf. Janes Begleiter griffen ebenfalls ein. Ich versuchte zu atmen.

»Wer, zum Henker, sind Sie?«, zischte Jane mich an, »und was für ein Spiel wollen Sie hier durchziehen?«

»Ich bin John Perry«, keuchte ich. »Ich ziehe gar nichts durch.«

»Blödsinn. Woher haben Sie dieses Foto?«, sagte sie mit sehr tiefer Stimme aus sehr großer Nähe. »Wer hat es für Sie getürkt?«

»Niemand hat es getürkt«, antwortete ich genauso leise. »Das Bild wurde bei meiner Hochzeit gemacht. Es ist … mein Hochzeitsfoto.« Ich hätte fast unser Hochzeitsfoto gesagt, konnte mich aber im letzten Moment korrigieren. »Die Frau auf diesem Bild ist meine Ehefrau Kathy. Sie starb, bevor sie zum Militärdienst eingezogen werden konnte. Die KVA hat ihre DNS benutzt, um den Körper zu züchten, den Sie tragen. Sie ist ein Teil von Ihnen. Ein Teil von Ihnen ist auf diesem Bild. Ein Teil von Ihnen hat mir das hier gegeben.« Ich hob die linke Hand und zeigte ihr meinen Ehering◦– der einzige materielle irdische Besitz, der mir noch geblieben war.

Jane knurrte, packte mich und warf mich brutal quer durch den Raum. Ich flog über mehrere Tische und nahm Hamburger, Salz- und Pfefferstreuer und Serviettenhalter mit, bevor ich auf dem Boden landete. Unterwegs schlug mein Kopf gegen eine harte Kante; kurz sickerte etwas Feuchtes aus meiner Schläfe. Harry und Jesse, die sich vorsichtig Janes Begleitern genähert hatten, ließen von ihnen ab und kamen zu mir. Jane setzte sich ebenfalls in meine Richtung in Bewegung, wurde jedoch auf halbem Wege von ihren Freunden aufgehalten.

»Hören Sie mir gut zu, Perry«, sagte sie. »Sie werden mich von nun an in Ruhe lassen. Wenn ich Sie noch einmal wiedersehe, werden Sie sich wünschen, ich hätte Sie auf Coral sterben lassen.« Sie stapfte davon. Einer ihrer Begleiter folgte ihr, der andere, der mich schon einmal angesprochen hatte, kam zu uns. Jesse und Harry stellten sich ihm entgegen, doch er hob die Hände, um anzuzeigen, dass er keinen Kampf wollte.

»Perry«, sagte er. »Was hatte das zu bedeuten? Was haben Sie ihr geschickt?«

»Fragen Sie sie selber, Kumpel«, sagte ich.

»Für Sie bin ich Lieutenant Tagore, Corporal.« Er sah Harry und Jesse an. »Ich kenne Sie beide. Sie waren an Bord der Hampton Roads

»Ja, Lieutenant«, sagte Harry.

»Hören Sie mir zu, alle beide«, sagte er. »Ich weiß nicht, was hier gespielt wird, aber ich möchte eins klarstellen. Was immer es ist, wir haben nichts damit zu tun. Sie dürfen rumerzählen, was Sie wollen, aber wenn dabei das Wort ›Spezialeinheit‹ fallen sollte, werde ich persönlich dafür sorgen, dass der Rest Ihrer militärischen Laufbahn kurz und schmerzhaft sein wird. Das ist kein Scherz. Ich werde Sie fertigmachen. Haben wir uns verstanden?«

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