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Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]

Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:

An seinem 75. Geburtstag erledigt John Perry zwei Dinge: Er besucht das Grab seiner Frau. Und er mustert bei der Armee an. Denn in ferner Zukunft werden für jene Einsatztruppen, die weit draußen im All die Kolonien gegen Alien-Überfälle verteidigen, nur Alte, Betagte rekrutiert. Und schnell findet Perry auch heraus, warum das so ist: Die Rekruten erhalten allesamt neue Körper, jüngere Ausgaben ihrer selbst, die mit biotechnischen und elektronischen Mitteln »aufgerüstet« und wie beliebig verfügbares Kanonenfutter in den Kampf geschickt werden. Doch die Armeeführung hat nicht mit einem wie John Perry gerechnet◦– der trotz seines hohen Alters kein Problem damit hat, sich Befehlen zu widersetzen…
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
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Harry, Jesse und ich aßen zu Mittag in einer der Kantinen der Phoenix-Station. Für meinen ersten Ausflug hatte ich vorgeschlagen, dass wir uns so weit wie möglich von Brenneman entfernten. Diese spezielle Kantine befand sich auf der anderen Seite der Raumstation. Die Aussicht war nichts Besonderes◦– man konnte auf ein kleines Reparaturdock blicken -, aber die Küche wurde in der ganzen Station für ihre Burger gerühmt, und diese Reputation war gerechtfertigt. Der Koch hatte in seinem vergangenen Leben eine Kette von Gourmethamburgerrestaurants eröffnet. Obwohl es kaum größer als eine Besenkammer war, herrschte hier ständig Hochbetrieb. Die Burger, die Harry und ich bestellt hatten, wurden trotzdem kalt, während wir uns über die Geisterbrigade unterhielten.

»Ich habe Javna und Newman gefragt, ob ich eine Nachricht an die Sparrowhawk schicken könnte, und bin gegen eine unnachgiebige Wand gelaufen«, sagte ich.

»Das überrascht mich nicht«, sagte Harry. »Offiziell existiert die Sparrowhawk, aber das ist auch schon alles, was man über das Schiff herausfinden kann. Man erfährt nichts über die Besatzung, die Größe, die Bewaffnung oder den Standort. Solche Informationen sind einfach nicht vorhanden. Wenn man einen allgemeineren Suchauftrag nach der Spezialeinheit oder der Geisterbrigade in die KVA-Datenbank eingibt, zieht man ebenfalls eine Niete.«

»Also habt ihr nichts herausgefunden«, sagte Jesse.

»Das würde ich nicht behaupten«, sagte Harry und grinste. »Offiziell kann man nichts herausfinden, aber inoffiziell sieht die Sache etwas anders aus.«

»Und wie schafft man es, an inoffizielle Informationen zu gelangen?«, wollte Jesse wissen.

»Mit einer charmanten Persönlichkeit wie meiner kann man wahre Wunder bewirken«, sagte Harry.

»Sag so etwas bitte nicht, während ich esse«, erwiderte Jesse. »Was man von euch beiden nicht behaupten kann.«

»Was hast du also herausgefunden?«, fragte ich und nahm einen Bissen von meinem Burger. Er war köstlich.

»Ich muss dich darauf aufmerksam machen, dass alles nur auf Gerüchten und versteckten Andeutungen basiert«, erklärte Harry.

»Was vermutlich bedeutet, dass es wesentlich zutreffender ist als alles, was wir offiziell erfahren«, sagte ich.

»Möglicherweise«, räumte Harry ein. »Die größte Neuigkeit ist jedoch, dass es in der Tat einen Grund gibt, warum sie als ›Geisterbrigade‹ bezeichnet wird. Das ist keine offizielle Bezeichnung, müsst ihr wissen, sondern nur ein Spitzname. Nach den Gerüchten, die ich aus mehr als nur einer Richtung gehört habe, sind die Mitglieder der Spezialeinheit Tote.«

»Wie bitte?«, sagte ich. Jesse blickte ebenfalls verdutzt von ihrem Essen auf.

»Keine Toten im strengen Sinne«, sagte Harry. »Es sind keine Zombies. Aber es gibt sehr viele Menschen, die sich von der KVA rekrutieren lassen und vor ihrem fünfundsiebzigsten Geburtstag sterben. Wenn das geschieht, scheint die KVA die DNS nicht einfach wegzuschmeißen. Sie wird benutzt, um daraus Mitglieder der Spezialeinheit zu züchten.«

Mir fiel etwas ein. »Jesse, erinnerst du dich, als Leon Deak starb? Was der Mediziner sagte? ›Wieder einer, der sich in letzter Minute freiwillig für die Geisterbrigade gemeldet hat.‹ Damals hatte ich es für einen makabren Scherz gehalten.«

»Wie kann man so etwas tun?«, sagte Jesse. »Das lässt sich ethisch nicht rechtfertigen.«

»Meinst du?«, sagte Harry. »Wenn du deine Absicht erklärst, dich einziehen zu lassen, gibst du der KVA das Recht, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um deine Kampffähigkeit zu verbessern, und wenn du tot bist, steht es ziemlich schlecht um deine Kampffähigkeit. Wir haben den Vertrag unterschrieben. Es mag ethisch nicht korrekt sein, aber es ist auf jeden Fall rechtlich einwandfrei.«

»Gut, aber es ist ein Unterschied, ob man meine DNS benutzt, um einen neuen Körper für mich zu züchten, oder ob man ohne mich einen neuen Körper züchtet«, sagte Jesse.

»Unbedeutende Details«, sagte Harry.

»Die Vorstellung, dass mein Körper ganz allein herumläuft, gefällt mit überhaupt nicht«, sagte Jesse. »Ich finde, dass es nicht richtig ist, wenn die KVA so etwas tut.«

»Das ist noch gar nicht alles, was sie tut«, sagte Harry. »Du weißt, dass diese neuen Körper, an denen wir uns erfreuen, genetisch modifiziert sind. Anscheinend sind die Körper der Spezialeinheit noch viel weiter entwickelt. Diese Soldaten sind Versuchstiere für neue Verbesserungen und Fähigkeiten, bevor sie für die Allgemeinheit eingeführt werden. Und es gibt Gerüchte, dass einige dieser Modifikationen ziemlich radikal sind◦– bis zu einem Punkt, an dem sie gar nicht mehr menschlich aussehen.«

»Mein Arzt ließ die Bemerkung fallen, dass die Soldaten der Spezialeinheit besondere Anforderungen stellen«, sagte ich. »Auch wenn ich möglicherweise halluziniert habe, sahen sie für mich noch recht menschlich aus.«

»Und wir haben auch keine Mutanten oder Monster in der Sparrowhawk gesehen«, sagte Jesse.

»Allerdings durften wir uns auch nicht überall im Schiff umsehen«, warf Harry ein. »Sie haben uns in eine Sektion gesperrt und uns von allem abgeschottet. Wir haben die Krankenstation und den Aufenthaltsraum gesehen, und das war auch schon alles.«

»Menschen sehen ständig Soldaten der Spezialeinheit herumlaufen oder kämpfen«, sagte Jesse.

»Sicher«, sagte Harry. »Aber das heißt nicht, dass sie alle Mitglieder zu Gesicht bekommen.«

»Deine Paranoia kocht wieder hoch, Schätzchen«, sagte Jesse und fütterte Harry mit einer Pommes.

»Danke, meine Liebste«, erwiderte Harry. »Aber selbst wenn wir die Gerüchte über ultrahochgezüchtete Supersoldaten beiseite lassen, bleiben genügend Hinweise übrig, die erklären, dass John tatsächlich seine verstorbene Frau gesehen hat. Allerdings ist es nicht die echte Kathy. Sondern nur jemand, der ihren Körper benutzt.«

»Wer?«, sagte ich.

»Das ist die große Frage, nicht wahr?«, sagte Harry. »Deine Frau lebt nicht mehr, also kann in diesem Körper nicht mehr ihre Persönlichkeit existieren. Entweder haben sie so etwas wie eine vorformatierte Persönlichkeit, die sie den Soldaten der Spezialeinheit einpflanzen …«

»… oder jemand anderer hat ihren Körper übernommen«, sagte ich.

Jesse erschauderte. »Tut mir leid, John, das ist unheimlich.«

»John? Alles in Ordnung mit dir?«, fragte Harry.

»Was? Ja, alles klar«, sagte ich. »Es ist nur etwas viel, um es auf einmal zu verarbeiten. Die Vorstellung, dass meine Frau am Leben sein könnte◦– auch wenn sie es in Wirklichkeit gar nicht ist◦– und dass jemand, der nicht sie ist, darin herumspaziert … Ich glaube, es hat mir besser gefallen, als ich fast davon überzeugt war, dass ich es nur halluziniert habe.«

Ich sah zu Harry und Jesse. Beide waren erstarrt und blickten an mir vorbei.

»Was ist?«, fragte ich.

»Wenn man vom Teufel spricht …«, sagte Harry.

»Was?«, sagte ich.

»John«, flüsterte Jesse. »Sie steht in der Schlange für die Hamburger.«

Ich fuhr herum und warf dabei meinen Teller um. Dann hatte ich das Gefühl, als würde ich in einen Eisbottich getaucht.

»Heilige Scheiße«, sagte ich.

Sie war es. Daran bestand kein Zweifel.

14

Ich erhob mich. Harry hielt meine Hand fest.

»Was hast du vor?«, fragte er.

»Zu ihr gehen und mit ihr reden«, sagte ich.

»Bist du dir sicher, dass du das tun willst?«, fragte er.

»Was soll die Frage? Natürlich bin ich mir sicher!«

»Ich will damit nur sagen, dass es vielleicht besser wäre, wenn Jesse oder ich vorher mit ihr reden würden«, sagte Harry. »Um zu erfahren, ob sie mit dir sprechen will.«

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