Nachtasyl
- Автор: Горький Максим
- Язык: немецкий
- Переводчик: August Scholz
- Жанр: Прочая поэзия
Электронная книга - «Nachtasyl». Краткое содержание книги:
Bubnow: Die hat 'ne Portion Bosheit in sich!
Luka: Ein böses Frauchen!
Nastja: Bei dem Leben muß ja eins verrohen! An solch einen Mann gebunden zu sein - das soll ein Mensch aushalten!
Bubnow: Na, gar so fest fühlt sie sich nicht gebunden …
Luka: Ist sie immer so … bissig?
Bubnow: Immer … Sie wollte hier ihren Liebsten besuchen, verstehst du, und der ist nicht da …
Luka: So, drum der Ärger … Ach ja! Was doch für Volk auf Erden rumkommandiert! … Auf jede Art suchen sie die Menschen einzuschüchtern - und doch schaffen sie keine Ordnung im Leben … keine Sauberkeit …
Bubnow: Ordnung möchten sie wohl schaffen, doch die nötige Vernunft fehlt! … Das heißt … ausfegen müssen wir schließlich … Nastja! Willst du's nicht tun?
Nastja: Das fehlte mir gerade! Ich bin doch nicht euer Stubenmädel … Schweigt ein Weilchen. Betrinken will ich mich heut … tüchtig betrinken!
Bubnow: Das ist mal was Gescheites!
Luka: Warum willst du dich denn betrinken, meine Tochter? Vorhin hast du geweint, und jetzt sagst du, du willst dich betrinken …
Nastja herausfordernd: Und wenn ich mich betrunken habe, werde ich wieder weinen … nun weißt du's!
Bubnow: Viel Sinn hat's nicht …
Luka: Aber was für 'ne Ursache hast du denn, sag mal? Alles hat doch eine Ursache, selbst der kleinste Pickel im Gesicht! Nastja schweigt und schüttelt den Kopf.
Luka: Ei, ei! Seid ihr Menschen … Was soll aus euch werden? Na, ich will mal ausfegen … Wo habt ihr 'nen Besen?
Bubnow: Im Hausflur, hinter der Tür … Luka ab in den Hausflur.
Bubnow:: Sag mal, Nastenjka …
Nastja: Hm?
Bubnow: Warum ist denn Wassilissa über den Aljoschka so hergefallen?
Nastja: Er hat erzählt, daß Wasjka sie nicht mehr mag … daß er auf Natascha ein Auge geworfen hat … Ich zieh hier fort, such mir ein andres Quartier …
Bubnow: Warum denn?
Nastja: Es paßt mir nicht mehr …Ich bin hier überflüssig …
Bubnow gelassen: Wo wärst du nicht überflüssig?! Schließlich sind wir alle hier auf Erden überflüssig … Nastja schüttelt den Kopf. Sie erhebt sich und geht still in den Hausflur. Medwedew tritt ein, hinter ihm Luka mit dem Besen.
Medwedew zu Luka: Sag mal - wer bist du? Ich kenne dich nicht.
Luka: Kennst du denn sonst alle Leute?
Medwedew: In meinem Revier muß ich jeden kennen - und dich kenn ich nicht …
Luka: Das kommt wohl daher, Onkelchen, daß dein Revier nicht die ganze Erde umfaßt… 's ist da noch ein Endchen draußen geblieben … Ab in die Küche.
Medwedew tritt auf Bubnow zu: Das stimmt, mein Revier ist nicht groß … und der Dienst ist schlimmer, als in manchem großen … Eben, wie ich abgelöst werden sollte, hab ich den Schuster Aljoschka eingelocht … Legt sich der Kerl, verstehst du, quer über die Straße, spielt auf seiner Harmonika und brüllt: »Nichts will ich haben, nichts wünsch ich!« Und von beiden Seiten kommen Wagen, und überhaupt … ein Trubel … wie leicht kann der Mensch überfahren werden, oder sonst was … Ein toller Bengel … Na, ich hab ihn natürlich gleich vorgeführt … er treibt's zu bunt …
Bubnow: Kommst du abends heran … auf 'ne Partie Dame?
Medwedew: Ich komme. Hm - ja … und was macht denn … Wasjka?
Bubnow: Was soll er machen? Was er immer macht …
Medwedew: Er lebt wohl … seinen guten Tag?
Bubnow: Warum soll er nicht? Wenn er's dazu hat …
Medwedew zweifelnd: So, so … er hat's dazu? Luka geht in den Hausflur, mit dem Eimer in der Hand. Hm - ja … es geht hier so das Gerücht … von wegen Wasjka … hast du nichts gehört?
Bubnow: Ich hab allerhand gehört …
Medwedew: Von wegen Wassilissa, daß er … hast du nichts bemerkt?
Bubnow: Was?
Medwedew: So … im allgemeinen … du weißt es schon, willst es bloß nicht sagen. Es ist doch schon bekannt … Streng. Nur nicht flunkern, mein Lieber!
Bubnow: Warum sollt ich flunkern?
Bubnow: Na, ich dächte auch … Ach, die Hunde … Sie erzählen nämlich, daß Wasjka mit der Wassilissa … sozusagen … Na, was geht's mich an? Ich bin ja nicht ihr Vater, sondern nur … ihr Onkel … mich kann's also nicht treffen, wenn sie drüber lachen … Kwaschnja tritt ein. Ein freches Pack. … Ah! Du bist gekommen …
Kwaschnja: Mein lieber Stadtsoldat! Denk dir, Bubnow: er hat mir eben auf dem Markte wieder 'nen Antrag gemacht …
Bubnow: Los doch … was zauderst du noch? Er hat Geld, ist noch 'n recht schneidiger Kerl …
Medwedew: Ich? Na und ob!
Kwaschnja: Ach, du alter Grauschimmel! Nein, damit komm mir ja nicht! Die Dummheit begeht man nur einmal im Leben. Heiraten heißt für 'ne Frau so viel, wie im Winter ins Wasser springen: hat sie's einmal getan - dann denkt sie ihr Lebtag dran.
Medwedew: Erlaube mal … die Männer sind doch nicht alle gleich …
Kwaschnja: Ich bleibe mir aber immer gleich! Wie mein lieber Gatte - der Teufel mag ihn holen - damals verreckte, bin ich vor lauter Freude den ganzen Tag nicht aus dem Hause gegangen: ganz allein saß ich da und konnte an soviel Glück gar nicht glauben …
Medwedew: Warum hast du'
s gelitten, daß dein Mann dich prügelte? Hättest dich auf der Polizei beschweren sollen …
Kwaschnja: Beim Herrgott hab ich mich beschwert, acht Jahre lang - aber 's half nichts!
Medwedew: Jetzt ist's verboten, die Weiber zu prügeln … Jetzt geht's in allem streng nach Gesetz und Ordnung … Niemanden darf man so ohne weiters prügeln … Geprügelt wird nur, wo's die Ordnung verlangt…
Luka führt Anna herein: Na, siehst du - da wären wir ja … Ach, du Ärmste! Wie kannst du nur so allein herumgehen, in dem Zustand? Wo ist denn dein Platz?
Anna zeigt nach ihrem Platz: Danke, Großväterchen …
Kwaschnja: Da habt ihr 'ne verheiratete Frau … seht sie euch an!
Luka: So 'n armes, schwaches Ding … kriecht ganz allein im Hausflur rum, stützt sich gegen die Wand - und stöhnt in einem fort … Warum laßt ihr sie denn allein heraus?
Kwaschnja: Wir haben's nicht bemerkt - verzeih nur, Großväterchen! Ihre Kammerzofe ist wahrscheinlich spazierengegangen …
Luka: Da lachst du nun … Darf man denn gegen einen Menschen so rücksichtslos sein? Wie er auch sein mag - er behält doch immer als Mensch seinen Wert …
Medwedew: Aufsicht ist nötig! Wenn sie nun plötzlich stirbt? Dann gibt's nur Scherereien … Habt acht auf sie!
Luka: Ganz recht, Herr Wachtmeister …
Medwedew: Hm - ja … das heißt … Wachtmeister bin ich noch nicht …
Luka: Ist's möglich?! Aber nach dem aussehen zu schließen - der richtige Held! Aus dem Hausflur ertönt Lärm, das Stampfen von Füßen und gedämpftes Geschrei.
Medwedew: Doch nicht etwa - 'n Skandal?
Bubnow: Es hört sich so an …
Kwaschnja: Man müßte mal nachsehen …
Medwedew: Gleich … ich muß ohnedies gehen … Ach ja, der Dienst! Warum man eigentlich die Leute auseinander bringt, wenn sie sich prügeln? Sie hören doch schließlich von selbst auf … werden müde vom Zuschlagen … Man sollte sie ruhig auf'nander losschlagen lassen, soviel sie Lust haben … Sie würden sich dann immer seltener prügeln, weil sie sich die Hiebe besser merken …
Bubnow erhebt sich von der Pritsche: Das mußt du mal deiner Behörde vortragen …
Kostylew reißt die Tür auf, schreit: Abram! Komm rasch … Wassilissa … schlägt die Nataschka tot … So komm doch! Kwaschnja, Medwedew, Bubnow stürzen nach dem Hausflur. Luka sieht ihnen kopfschüttelnd nach.