Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
1 ... 55 56 57 58 59 60 61 62 63 ... 137
Перейти на страницу:

Der Doctor wartete jetzt nur noch den Augenblick zum Handeln ab. Sein Plan bestand aus Folgendem.

Er war entschlossen, Peter Bathory zu entführen. Diese Aufhebung wäre au Bord der Yacht, während sie in Gravosa ankerte, schwer zu bewerkstelligen gewesen. Der junge Ingenieur war dort bekannt und da sich die öffentliche Aufmerksamkeit bereits auf die »Savarena« und ihren Besitzer gelenkt hatte, würde das Unternehmen, vorausgesetzt, daß es geglückt wäre, schnell Lärm gemacht haben. Die Yacht war ferner nur ein Segelschiff; wenn also ein Hafendampfer sich an die Verfolgung gemacht hätte, so würde er sie in Folge seiner größeren Schnelligkeit jedenfalls eingeholt haben.

In Cattaro dagegen war eine Entführung unter unendlich besseren Verhältnissen ausführbar. Peter Bathory war mit Leichtigkeit dorthin zu locken. Er würde ganz gewiß auf ein Wort des Doctors hin abreisen. In Cattaro war er ebenso unbekannt, wie dieser selbst; sobald er sich an Bord des »Electric« befinden würde, sollte dieser die offene See gewinnen und Peter Bathory Alles erfahren, was er von der Vergangenheit Silas Toronthal’s noch nicht kannte. Das Bild Sarah’s mußte dann vor der Erinnerung an seinen Vater erblassen.

Die Ausführung des Planes bot also keine Schwierigkeiten. In zwei oder drei Tagen – der späteste Termin, den sich der Doctor gestellt hatte – konnte das Werk gethan, Peter auf immer von Sarah getrennt sein.

Am folgenden Tage, dem 9. Juni, kam ein Brief von Pointe Pescade. Dieser berichtete, daß es im Hotel des Stradone nichts Neues gab. Peter Bathory wollte Pointe Pescade seit jenem Tage nicht wiedergesehen haben, an dem er sich nach Gravosa begeben hatte, zwölf Stunden nach dem Auflaufen der Yacht.

Peter könne indessen Ragusa nicht verlassen haben. Er hätte sich ganz gewiß in dem Hause seiner Mutter eingeschlossen. Pointe Pescade vermuthete – und er irrte darin nicht – daß die Abfahrt der »Savarena« diese Aenderung in den Gewohnheiten des jungen Ingenieurs herbeigeführt hatte, umsomehr, als derselbe nach der Abfahrt verzweifelt nach Hause zurückgekehrt war.

Der Doctor entschloß sich, schon am nächsten Tage seine Operationen damit zu beginnen, daß er einen Brief an Peter Bathory schrieb, einen Brief, der ihn aufforderte, unverzüglich zu ihm nach Cattaro zu kommen.

Ein völlig unerwartetes Ereigniß sollte diese Vorsätze ändern und es dem Zufalle überlassen, die Betheiligten an dasselbe Ziel zu führen.

Am Abende desselben Tages gegen acht Uhr befand sich der Doctor auf dem Quai von Cattaro, als das Einlaufen des Packetbootes »Saxonia« signalisirt wurde.

Die »Saxonia« kam von Brindisi, welche Stadt sie angelaufen hatte, um Passagiere aufzunehmen. Von dort begab sie sich nach Triest, wobei sie Cattaro, Ragusa, und Zara und andere Häfen an der österreichischen Küste des Adriatischen Meeres anlief.

Der Doctor stand gerade dicht bei der Anlegebrücke, mittelst derer das Ein-und Ausschiffen der Reisenden bewerkstelligt wurde, als sein Blick im letzten Tagesschimmer sich starr auf einen Reisenden richtete, dessen Gepäck man soeben auf den Quai hinübertrug.

Dieser, ungefähr vierzig Jahre alte Mann von hochmüthigem, fast unverschämtem Aussehen, gab seine Befehle mit lauter Stimme. Es war eine jener Persönlichkeiten, deren schlechte Erziehung man empfindet, selbst wenn sie höflich sind.

»Er!… Hier, in Cattaro!…«

Diese Worte wären den Lippen des Doctors entschlüpft, wenn er sie nicht mit Gewalt unterdrückt hätte, ebenso wie eine Bewegung des Zornes, der aus seinen Blicken drang.

Der Passagier war Sarcany. Fünfzehn Jahre waren seit jener Zeit verflossen, in der er die Obliegenheiten eines Buchhalters im Hause des Grafen Zathmar erfüllt hatte. Er war nicht mehr, am wenigsten in seiner Kleidung, der Abenteurer, den man durch die Straßen Triests zu Beginn dieser Erzählung hat irren sehen. Er trug ein elegantes Reisecostüm unter einem Staubmantel nach der neuesten Mode und seine Gepäckstücke mit ihrem vielseitigen Messingbeschlag, bewiesen, daß der einstige tripolitanische Makler jetzt comfortabel zu leben verstand.

Sarcany hatte seit fünfzehn Jahren, Dank dem riesigen Antheile an dem Vermögen des Grafen Sandorf, ein Leben voll Luxus und Freude geführt. Was war ihm davon übrig geblieben? Seine besten Freunde, wenn er solche gehabt hätte, würden es nicht haben sagen können. Jedenfalls trug sein Antlitz Spuren der Befangenheit, ja selbst der Besorgniß, deren Ursache diese in sich verschlossene Natur schwerlich errathen ließ.

»Woher kommt er?… Wohin geht er?« fragte sich der Doctor, der ihn nicht aus den Augen verlor.

Woher Sarcany kam, konnte man leicht durch den Commissär der »Saxonia« erfahren. Dieser Passagier hatte in Brindisi das Dampfboot bestiegen. Doch ob er aus Ober-oder Unter-Italien kam, wußte man nicht. Er kam aus Syrakus. Auf die Depesche der Marokkanerin hin hatte er sofort Sicilien verlassen und war nach Cattaro abgereist.

Cattaro war nämlich schon früher als Rendezvousort verabredet worden. Jene Frau, deren Mission in Ragusa nun zu Ende zu sein schien, erwartete ihn hier.

Die Fremde stand ebenfalls auf dem Quai und harrte auf das Schiff. Der Doctor bemerkte sie, er sah Sarcany auf sie zueilen und hörte noch, was sie zu ihm in arabischer Sprache sagte:

»Es war die höchste Zeit.«

Sarcany antwortete nur durch ein Nicken mit dem Kopfe. Nachdem er das Ueberführen seines Gepäckes in das Zollhaus überwacht hatte, zog er die Marokkanerin nach der rechten Seite hin, um an der Umwallung der Stadt entlang zu gehen und nicht durch das Meerthor dieselbe zu betreten.

Der Doctor zögerte einen Augenblick. Sollte er Sarcany entschlüpfen lassen? Sollte er ihm folgen?

Er bemerkte, während er sich umsah, Kap Matifu, der wie ein harmloser Maulaffe das Ein-und Ausschiffen der Passagiere der »Saxonia« beobachtete. Er brauchte nur ein Zeichen zu geben, der Hercules war sofort an seiner Seite.

»Siehst Du diesen Mann, Kap Matifu? sagte der Doctor, auf den sich entfernenden Sarcany zeigend.

– Ja!

– Wenn ich Dir befehle, Dich seiner zu bemächtigen, wirst Du es thun?

– Ja!

– Und Du wirst ihn wehrlos machen, wenn er Widerstand leistet?

– Ja!

– Denke daran, daß ich ihn lebendig haben muß.

– Ja!«

Kap Matifu machte keine Redensarten, konnte aber dafür das Verdienst beanspruchen, um so klarere Antworten zu geben. Der Doctor wußte, daß er auf ihn zählen durfte. Wenn Jener einen Befehl auszuführen hatte, so führte er ihn auch aus.

Die Marokkanerin konnte gebunden und geknebelt in irgend einen Winkel geworfen werden. Ehe sie im Stande war, Lärm zu schlagen, konnte Sarcany schon an Bord des »Electric« sein.

Die Dunkelheit, obgleich sie noch nicht dicht genannt werden konnte, mußte die Ausführung des Planes erleichtern.

Sarcany und die Fremde setzten inzwischen ihren Weg längs der Umwallung der Stadt fort, ohne zu bemerken, daß sie gesehen und verfolgt wurden. Sie sprachen nicht miteinander. Sie wollten augenscheinlich so lange schweigen, bis sie an einen Ort gelangt waren, an dem sie sich im sicheren Versteck wähnen konnten. So kamen sie bis fast an das Südthor, das auf die Straße hinausführt, welche in die Gebirge zur österreichischen Grenze läuft.

Dort befindet sich ein bedeutender Marktplatz, ein den Montenegrinern wohl bekannter Bazar. Hier treiben diese ihren Handel, weil man sie nur in beschränkter Anzahl in die Stadt hineinläßt und erst, nachdem sie ihre Waffen abgelegt haben. Am Dienstag, Donnerstag, Sonnabend jeder Woche kommen diese Bergbewohner von Njegus oder Cettinje herbei. Sie müssen fünf bis sechs Stunden unterwegs bleiben, um hier Eier, Kartoffeln, Geflügel und Reis, dessen Absatz bedeutend ist, an den Mann bringen zu können

1 ... 55 56 57 58 59 60 61 62 63 ... 137
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)