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Ambulanzschiff

Электронная книга - «Ambulanzschiff». Краткое содержание книги:

ORBIT HOSPITAL ist ein Klinikum im All, das allen raumfahrenden Lebensformen der Galaxis medizinische Hilfe leistet. Es nimmt alle Geschöpfe auf, ob sie ein Dutzend Gliedmaßen haben oder gar keine, ob sie sich von Radioaktivität ernähren oder Wasser atmen — von anderen exotischen Gewohnheiten und Bedürfnissen ganz zu schweigen. Es ist ein ökologisches Tollhaus und ein organisatorischer Irrwitz, aber es ist für alle da und es funktioniert. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes — lebensnotwendig.
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„Da haben Sie wahrscheinlich recht“, pflichtete ihm Fletcher bei. „Sie haben beide gute Arbeit geleistet. Stellen Sie jetzt die transportable Schleuse über der Luke auf. Schnell.“ Er legte seine Sensorplatte auf das Metall und fuhr dann fort: „Unter der Luke befindet sich ein großer, leerer Raum, es handelt sich also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um eine Einlaßschleuse. Falls wir die nicht manuell öffnen können, schneiden wir sie eben auf.“

„Prilicla?“ fragte Conway.

„Nichts, mein Freund“, erwiderte der Empath. „Die Ausstrahlung der Überlebenden ist viel zu schwach, um sie zwischen den anderen Strahlungsquellen in dieser Gegend überhaupt entdecken zu können.“

„Unfalldeck“, sagte Conway. Als sich Murchison meldete, fragte er schnelclass="underline" „Würde es dir angesichts des Zustands der Überlebenden etwas ausmachen, mit dem transportablen Analysator herüberzukommen? Bald stehen die Atmosphäreproben zur Verfügung, und es würde einiges an Zeit sparen, wenn wir sie nicht erst zu dir zur Analyse rüberbringen müßten.

Außerdem wäre auch die Vorbereitungszeit für die Einrichtung der Trage für die Patienten kürzer.“

„Ich hab damit gerechnet, daß du so etwas vorschlägst“, antwortete Murchison knapp. „Zehn Minuten.“

Haslam und Chen brachten die Vorkammer der transportablen Luftschleuse um die Einstiegsluke herum in die richtige Position und befestigten den Plastikstoff mit einer schnell trocknenden Dichtungsmasse am Rumpf. Conway und Fletcher ließen sich dabei von den losen Falten des transparenten Gewebes und der Luke aus Leichtmetall, die ohne Gewicht gegen ihren Rücken schlugen, nicht stören. Der Captain konzentrierte sich ganz und gar auf den Mechanismus, der seiner felsenfesten Überzeugung nach zur Öffnung der Luke diente, und beschrieb dabei sämtliche Eindrücke und Handgriffe für den auf der Rhabwar mitschneidenden Dodds.

„Die zwei rauhen Bereiche im Kreisinnern scheinen keine Rostschichten zu sein“, berichtete er, „sondern sind meiner Meinung nach künstlich aufgerauhte Metallflächen, die den mit Raumhandschuhen versehenen Mundwerkzeugen oder Greiforganen der Schiffsbesatzung bei der Bedienung des Öffnungsmechanismus — das heißt: dieser Scheibe — bessere Haftung geben sollen…“

„Da bin ich mir gar nicht so sicher“, widersprach Conway. Die bei ihm schon einmal kurz aufgeflackerte Idee nahm wieder Gestalt an.

Fletcher überhörte seinen Einwand und fuhr fort: „Also, man könnte die Scheibe im oder gegen den Uhrzeigersinn drehen, in ein Links- oder Rechtsgewinde rein- oder rausschrauben, nach innen drücken oder zusätzlich bis zum Einrasten in die eine oder andere Richtung drehen…“

Während dieser Beschreibung führte der Captain die verschiedenen Druck- und Drehbewegungen durch — allerdings ohne Erfolg. Er erhöhte die Leistung der Fuß- und Handgelenkmagneten für einen festeren Halt am Rumpf, drückte den im Handschuh steckenden Daumen beziehungsweise Zeigefinger auf je einen rauhen Punkt und drehte die Scheibe noch stärker.

Seine Hand rutschte plötzlich ab, so daß sich einen Moment lang der gesamte Druck auf den Daumen und den darunterliegenden Punkt konzentrierte. Daraufhin kippte die eine Hälfte der Scheibe, in der dieser Punkt lag, nach unten, und die andere nach oben. Hinter Fletchers Visier war ein hochrotes Gesicht zu sehen.

„…es könnte sich natürlich auch als ein simpler Kippschalter herausstellen“, fügte er rasch hinzu.

Plötzlich schwang die große, runde Luke nach innen, und die Schiffsatmosphäre zischte durch die Öffnung heraus. Das am Rumpf befestigte Gewebe der Schleusenvorkammer blähte sich auf, und der Metallzylinder mit den beiden Luken wurde durch die einströmende Atmosphäre nach oben gedrückt. Dadurch konnten sich Fletcher und Conway nun in einer großen, aufgeblasenen Hemisphäre aus durchsichtigem Kunststoff aufrichten. Während sie zusahen, wie die Einstiegsluke nach innen und schließlich an die Decke der Schleusenkammer des Schiffs klappte, wurde langsam eine kurze Laderampe ausgefahren. Die Rampe wölbte sich nach unten und stoppte an der Position, die nach einer Landung des Schiffs dem Boden entsprochen hätte.

Inzwischen war auch Murchison eingetroffen und beobachtete sie durch den Stoff der transportablen Luftschleuse. „Die aus der Einstiegsluke entwichene Atmosphäre muß ausschließlich aus der Schleusenkammer des Schiffs stammen, da jetzt keine mehr ausströmt“, stellte sie fest. „Wenn ich das Volumen der Schleusenkammer und das unserer eigenen transportablen Schleuse messe, könnte ich den von den Aliens benötigten atmosphärischen Druck berechnen und außerdem die in der Atmosphäre enthaltenen Gase analysieren… ich komme rein.“

„Offensichtlich eine Verpflegungsluke“, folgerte Fletcher. „Eigentlich müßten die noch eine kleinere, weniger komplizierte Luke für Außeneinsätze im All haben und…“

„Nein“, widersprach ihm Conway in ruhigem, aber sehr bestimmtem Ton. „Diese Wesen würden ihr Schiff auf keinen Fall zu Außeneinsätzen verlassen. Die hätten viel zuviel Angst, vom Schiff abzutreiben und verlorenzugehen.“

Murchison blickte ihn sprachlos an, und Fletcher entgegnete ungeduldig: „Ich verstehe kein Wort, Doktor. Prilicla, hat es von den Überlebenden irgendeine emotionale Reaktion gegeben, als wir die Schleuse geöffnet haben?“

„Nein, Freund Fletcher“, antwortete der Empath. „Freund Conway strahlt so starke Emotionen aus, daß ich nicht mehr in der Lage bin, irgendwelche Gefühle der Überlebenden festzustellen.“

Der Captain starrte Conway einen Moment lang an und sagte dann verlegen: „Doktor, mein Spezialgebiet ist das Studium extraterrestrischer Mechanismen, Steuerungssysteme und Kommunikationsgeräte gewesen, und meine große Erfahrung auf diesem Gebiet hat zu meiner Berufung zum Captain dieses Ambulanzschiffs geführt. Der Grund, warum ich diesen Verschlußmechanismus so schnell bedienen konnte, ist zum Teil meiner Sachkenntnis und zum Teil purem Glück zuzuschreiben. Für Sie, Doktor, dessen Sachkenntnis auf einem vollkommen anderen Gebiet liegt, besteht also überhaupt kein Anlaß zur Verärgerung, nur weil ich…“

„Entschuldigen Sie die Unterbrechung, mein Freund“, warf Prilicla schüchtern ein, „aber er ist ja gar nicht verärgert. Freund Conway ist vielmehr erstaunt, und zwar aufs äußerste erstaunt…“

Sowohl Murchison als auch Fletcher starrten Conway an. Zwar stellte keiner der beiden die naheliegende Frage, aber er beantwortete sie trotzdem und sagte sehr ernst: „Warum greift wohl eine blinde Spezies nach den Sternen?“

Es dauerte mehrere Minuten, dem Captain begreiflich zu machen, daß Conways Theorie mit allen bekannten Fakten zusammenpaßte. Doch selbst dann war Fletcher von der Blindheit der Besatzung immer noch nicht vollkommen überzeugt. Ohne Zweifel stellten die rauhen Bereiche an der Schiffsunterseite, besonders die in der Nähe der Düsen, für ein nur über den Tastsinn verfügendes Lebewesen eine deutliche, sozusagen spürbare Warnung vor Gefahr dar. Und bei den in regelmäßigen Abständen am Rand verteilten kleineren Stellen handelte es sich wahrscheinlich um Abdeckhauben der weniger gefährlichen Lagesteuerungsdüsen. Die zahlreicheren und kleinsten Flecken aus der Substanz, die vom Untersuchungsteam zunächst für Rost gehalten worden waren, konnten durchaus in einer Art extraterrestrischer Blindenschrift geschriebene Öffnungs- oder Wartungshinweise für Einstiegsluken sein.

Conways Theorie wurde außerdem durch das völlige Fehlen durchsichtiger Materialien und besonders von Sichtfenstern gestützt, obwohl nicht auszuschließen war, daß Fenster vorhanden und nur mit abnehmbaren Metallplatten abgedeckt worden waren. Es war eine ausgezeichnete Theorie, das mußte Fletcher zugeben, aber er selbst wollte lieber an eine Schiffsbesatzung glauben, die in einem anderen Bereich des Wellenspektrums ›sehen‹ konnte, als an vollkommen blinde Wesen glauben.

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