Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
Madame Bonacieux schaute den jungen Mann mit einem letzten Zögern an. Aber es lag ein solcher Eifer in seinen Augen, eine solche Überzeugungskraft in seiner Stimme, daß sie sich hingezogen fühlte, d'Artagnan sich anzuvertrauen. Ueberdieß befand sie sich in einem jener Verhältnisse, wo man Alles für Alles wagen muß. Die Königin war eben so wohl durch eine zu große Zurückhaltung, als durch ein zu großes Vertrauen verloren. Dann müssen wir gestehen, daß das Gefühl, welches sich unwillkürlich für diesen jungen Beschützer in ihr regte, ihr vollends den Mund verschloß.
«Hört, «sprach sie, ich füge mich Eueren Betheuerungen, ich gebe Eueren Versicherungen nach; aber ich schwöre Euch vor Gott, der uns hört, daß ich, wenn Ihr mich verrathet und meine Feinde mich tödten, Euch meines Todes anklage.«
«Und ich schwöre Euch vor Gott, Madame, «sagte d'Artagnan,»daß ich, wenn ich bei der Vollziehung Euerer Befehle ergriffen werde, sterbe, ehe ich irgend etwas thue oder sage, was einen Menschen gefährden könnte.«
Hierauf vertraute ihm die junge Frau das furchtbare Geheimniß an, das ihm der Zufall theilweise vor der Samaritaine geoffenbart hatte.
Das war ihre gegenseitige Liebeserklärung.
D'Artagnan strahlte vor Stolz und Freude. Das Geheimniß, welches er nun besaß, die Frau, die er liebte, das Vertrauen und die Liebe machten ihn zum Riesen.
«Ich reise, «sagte er,»ich reise auf der Stelle.«—»Wie! Ihr reist!«rief Madame Bonacieux,»und Euer Kapitän, Euer Regiment? — »Bei meiner Seele! Ihr habt mich das ganz und gar vergessen gemacht, liebe Constanze. Ja, Ihr habt Recht, ich bedarf eines Urlaubs.«—»Abermals ein Hinderniß!«murmelte Madame Bonacieux schmerzlich. — »Oh! was dieses betrifft, «rief d'Artagnan nach kurzem Bedenken,»seid ruhig, ich werde es zu beseitigen wissen.«—»Wie dies?«—»Ich suche noch diesen Abend Herrn von Treville auf und veranlasse ihn, seinen Schwager, Herrn des Essarts, um diese Gunst für mich zu bitten.«—»Nun, noch etwas Anderes.«—»Was?«fragte d'Artagnan, als er sah, daß Madame Bonacieux fortzufahren zögerte. — »Habt Ihr vielleicht kein Geld?«—»Vielleicht ist zu viel, «erwiederte d'Artagnan lächelnd. — »Gut, «versetzte Madame Bonacieux, öffnete einen Schrank und zog daraus den Sack, den ihr Gatte vor einer halben Stunde so verliebt gestreichelt hatte;»gut, so nehmt diesen Sack.«—»Den Sack des Kardinals!«rief d'Artagnan mit lautem Lachen, denn er hatte, wie man sich erinnert, durch Wegnahme seiner Fließen keine Silbe von der Unterredung des Krämers und seiner Frau verloren. — »Ja freilich, «antwortete Madame Bonacieux;»Ihr seht, daß er sich unter einer sehr ehrwürdigen Gestalt präsentirt.«—»Bei Gott!«rief d'Artagnan, es wird doppelt belustigend sein, die Königin mit dem Gelde Seiner Eminenz zu retten!«—»Ihr seid ein liebenswürdiger und artiger junger Mann, «sagte Madame Bonacieux.»Glaubt mir, Ihre Majestät wird nicht undankbar sein.«
«Oh! ich bin bereits großartig belohnt, «rief d'Artagnan.»Ich liebe Euch. Ihr erlaubt mir, es Euch zu sagen, das ist bereits mehr Glück, als ich zu hoffen wagte.«—»Stille, «sprach Madame Bonacieux zitternd. — »Was?«
«Man spricht auf der Straße.«–
«Es ist die Stimme…«–
«Meines Mannes, ja ich erkenne sie.«–
D'Artagnan lief an die Thüre, und stieß den Riegel vor.
«Er wird nicht eher eintreten, als bis ich weggegangen bin, «sprach er,»und dann öffnet Ihr ihm.«
«Aber ich sollte ebenfalls weggegangen sein. Wie ließe sich das Verschwinden des Geldes rechtfertigen, wenn ich hier wäre?«—»Ihr habt Recht, wir müssen fortgehen.«—»Wie dies? Er wird uns gehen sehen.«—»Dann müssen wir in meine Wohnung hinauf.«—»Ach! rief Madame Bonacieux,»Ihr sagt mir dies in einem Tone, der mich bange macht.«
Madame Bonacieux sprach diese Worte mit einer Thräne in den Augen. D'Artagnan gewahrte diese Thräne und warf sich beunruhigt, gerührt vor ihr auf die Kniee.
«Bei mir, «sagte er,»seid Ihr so sicher, wie in der Kirche, darauf gebe ich Euch mein Edelmannswort.«
«So laßt uns gehen, «erwiederte sie;»ich traue Euch, mein Freund.«
D'Artagnan öffnete vorsichtig den Riegel wieder. Beide schlüpften leicht wie Schatten durch die innere Thüre des Ganges, stiegen geräuschlos die Treppe hinauf und traten in das Zimmer d'Artagnans.
Sobald sich der junge Mann hier befand, verbarrikadierte er zu größerer Sicherheit die Thüre; dann näherten sich beide dem Fenster und sahen durch einen Spalt des Ladens Herrn Bonacieux, der mit einem in einen Mantel gehüllten Mann sprach.
Beim Anblick dieses Mannes im Mantel sprang d'Artagnan auf und stürzte mit halbgezogenem Degen nach der Thüre. Es war der Mann von Meung.
«Was wollt Ihr thun?«rief Madame Bonacieux,»Ihr richtet uns zu Grunde.«—»Aber ich habe geschworen, diesen Menschen zu tödten!«sagte d'Artagnan. — »Euer Leben ist in diesem Augenblick Andern geweiht und gehört nicht Euch. Ich verbiete Euch im Namen der Königin, Euch in irgend eine Gefahr zu begeben, außer in die der Reise.«—»Und in Eurem Namen befehlt Ihr mir nichts?«—»In meinem Namen, «sagte Madame Bonacieux äußerst bewegt,»in meinem Namen bitte ich Euch. Aber horchen wir! Es scheint mir, sie sprechen von mir. «D'Artagnan näherte sich dem Fenster und lauschte.
Herr Bonacieux hatte die Thüre wieder geöffnet und kehrte, als er die Wohnung leer fand, zu dem Manne im Mantel zurück, den er einen Augenblick allein gelassen hatte.
«Sie ist fort, «sprach er,»sie wird in den Louvre zurückgekehrt sein.«—»Ihr wißt gewiß, «erwiederte der Fremde,»daß sie nicht vermuthet, in welcher Absicht Ihr weggegangen seid?«
«Allerdings, «antwortete Bonacieux mit anmaßendem Tone.»Es ist eine zu gedankenlose Frau.«—»Ist der Gardecadet zu Hause?«—»Ich glaube nicht. Sein Laden ist, wie Ihr seht, geschlossen, und man sieht kein Licht durch die Spalten glänzen.«—»Gleich viel, man sollte sich vergewissern.«—»Wie dies?«—»Indem man an die Thüre klopfen würde.«—»Ich werde nach seinem Bedienten fragen.«—»Geht!«
Bonacieux kehrte in sein Haus zurück, ging durch dieselbe Thüre, durch welche die zwei Flüchtlinge geschlüpft waren, stieg bis zu dem Vorplatze d'Artagnan's hinauf und klopfte.
Niemand antwortete. Um eine größere Figur zu spielen, hatte Porthos diesen Abend Planchet entlehnt. D'Artagnan hütete sich wohl, ein Lebenszeichen von sich zu geben.
Im Augenblick, wo der Finger von Bonacieux an der Thüre ertönte, schlugen die Herzen der jungen Leutchen gewaltig.
«Es ist Niemand zu Hause, «sagte Bonacieux. — »Gut, doch gehen wir immerhin zu Euch hinein. Wir sind sicherer als auf einer Thürschwelle.«—»Ach, mein Gott, «murmelte Madame Bonacieux,»wir werden nichts mehr hören.«—»Im Gegentheil, «sprach d'Artagnan,»wir hören nur besser.«
D'Artagnan hob die drei bis vier Fließen auf, welche aus seinem Zimmer ein zweites Dionysiusrohr machten, breitete einen Teppich auf dem Boden aus, legte sich auf die Kniee und gab Madame Bonacieux durch ein Zeichen zu verstehen, sie möge sich, wie er, gegen die Oeffnung neigen.