Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
Bonacieux war feig und geizig, aber er liebte seine Frau; er ließ sich erweichen. Ein Mann von fünfzig Jahren grollt einer Frau von dreiundzwanzig nicht lange. Madame Bonacieux sah, daß er schwankte, und sagte:
«Nun, seid Ihr entschlossen?«—»Aber, meine liebe Freundin, bedenkt doch einen Augenblick, was Ihr von mir fordert; London ist weit von Paris, sehr weit, und es ist vielleicht mit dem Auftrag, den Ihr mir gebt, Gefahr verbunden.«—»Was ist daran gelegen, wenn Ihr sie vermeidet?«—»Hört, Madame Bonacieux, hört, «sagte der Krämer,»ich widersetze mich entschieden Euerem Ansinnen: die Intriguen machen mir bange. Ich habe die Bastille gesehen. Brrrr! Die Bastille ist furchtbar. Wenn ich nur daran denke, überläuft mich eine Schauer. Man hat mich mit der Folter bedroht. Wißt Ihr, was die Folter ist? steile, die man einem zwischen die Beine treibt, bis die Knochen krachen! Nein, ich bin entschlossen, ich gehe nicht. Ei, der Teufel! warum geht Ihr nicht selbst? Denn in der That, ich glaube, daß ich mich jetzt in Beziehung auf Euere Person nicht getäuscht habe: Ihr seid ein Mann und noch dazu einer der wüthendsten.«—»Und Ihr, Ihr seid ein Weib, ein elendes, albernes, dummes Weib. Ah! Ihr habt Furcht! Nun wohl! wenn Ihr nicht in diesem Augenblick reist, lasse ich Euch auf Befehl der Königin verhaften und in die Bastille setzen, die Ihr so sehr fürchtet.«
Bonacieux versank in tiefes Nachdenken; er erwog reiflich in seinem Gehirne die zwei Grimme, den des Kardinals und den der Königin: der des Kardinals gewann in einem ungeheuer Grade die Oberhand.
«Laßt mich im Namen der Königin verhaften, «sprach er;»ich fordere meine Freilassung von Seiner Eminenz.«
Madame Bonacieux sah ein, daß sie zu weit gegangen war, und erschrack darüber, daß sie sich hatte so fortreißen lassen. Sie betrachtete einen Augenblick nicht ohne Bangigkeit dieses alberne Gesicht, auf dem eine unüberwindliche Entschlossenheit zu lesen war, wie gewöhnlich bei Albernen, welche Furcht haben.
«Nun gut, es sei so!«sagte sie,»Ihr habt vielleicht am Ende Recht; ein Mann sieht in der Politik weiter, als ein Weib, und Ihr besonders, Herr Bonacieux, der Ihr mit dem Kardinal gesprochen habt; aber dennoch ist es sehr hart, «fügte sie bei,»daß mein Gatte, daß ein Mann, aus dessen Liebe ich rechnen zu dürfen glaubte, mich so unfreundlich behandelt und meine Launen nicht befriedigt.«
«Weil Euere Launen zu weit führen könnten, «entgegnete Bonacieux triumphirend,»und weil ich nicht traue.«
«Ich werde also Verzicht leisten, «sprach die junge Frau seufzend,»gut, reden wir nicht mehr davon.«
«Wenn Ihr nur wenigstens sagen wolltet, was ich in London zu thun hätte, «fragte Bonacieux, dem es etwas spät einfiel, daß ihm Rochefort aufgetragen hatte, er solle die Geheimnisse seiner Frau zu erforschen suchen.
«Ihr braucht es nicht zu wissen, «antwortete die junge Frau, welche ein instinktmäßiges Mißtrauen nun wieder zurücktrieb,»es handelte sich um eine Bagatelle, wie sie die Frauen oft zu bekommen wünschen, um einen Einkauf, wobei viel zu gewinnen gewesen wäre.«
Aber je mehr sich die junge Frau vertheidigte, desto mehr kam Bonacieux auf die Meinung, das Geheimniß, welches sie ihm anzuvertrauen sich weigerte, müsse von großem Belang sein. Er beschloß deßhalb, sogleich zu dem Grafen von Rochefort zu laufen und ihm mitzutheilen, die Königin suche einen Boten, um ihn nach England zu schicken.
«Verzeiht, wenn ich Euch verlasse, meine liebe Madame Bonacieux, «sagte er,»aber da ich nicht wußte, daß Ihr kommen würdet, so hatte ich mich mit einem von meinen Freunden zusammenbestellt, ich komme sogleich wieder, und wenn Ihr eine halbe Minute auf mich warten wollt, so hole ich Euch ab, sobald ich meinen Freund abgefertigt habe, und führe Euch, da es bereits spät zu werden anfängt, in den Louvre zurück.«
«Ich danke, mein Herr, «erwiederte Madame Bonacieux.»Ihr seid nicht muthig genug, um mir von irgend einem Nutzen zu sein, und ich werde allein in den Louvre zurückkehren.«
«Wie es Euch gefällig ist, Madame Bonacieux, «versetzte der Exkrämer.»Werde ich Euch bald wieder sehen?«
«Ohne Zweifel; in der nächsten Woche wird mir mein Dienst hoffentlich einige Freiheit gönnen, und ich gedenke diese zu benützen, um die Ordnung in unsern Sachen wieder herzustellen, welche ein wenig durcheinander gebracht worden sein müssen.«
«Gut, ich erwarte Euch; Ihr seid mir nicht böse?«
«Ich! nicht im mindesten.«
«Also, auf baldiges Wiedersehen?«
«Gewiß. «Bonacieux küßte seiner Frau die Hand und entfernte sich rasch.
«Schön, «sagte Madame Bonacieux, als ihr Mann die Hausthüre geschlossen hatte und sie sich allein befand,»diesem Schwachkopf fehlte nichts mehr, als daß er ein Kardinalist wurde. Und ich, die ich der Königin dafür stand, ich, die ich meiner armen Gebieterin versprochen habe… Ah! mein Gott! mein Gott! sie wird mich für eine von den Elenden halten, von denen der Palast wimmelt und die man in ihre Nähe gebracht hat, um sie auszuspioniren. Ah! Herr Bonacieux, ich habe Euch nie sehr geliebt, aber jetzt steht es noch schlimmer! Ich hasse Euch und gebe Euch mein Wort, Ihr sollt es mir bezahlen.«
In dem Augenblicke, wo sie diese Worte sprach, vernahm sie einen Schlag an den Plafond, sie hob den Kopf in die Höhe und eine Stimme, welche durch die Decke kam, rief ihr zu:»Liebe Madame Bonacieux, öffnet mir die kleine Thüre und ich komme zu Euch hinab.«
XVIII. Der Liebhaber und der Gatte
«Aber, Madame Bonacieux, «sagte d'Artagnan, durch die Thüre eintretend, welche ihm die junge Frau öffnete,»erlaubt mir. Euch zu bemerken. Ihr habt da einen traurigen Mann.«
«Hörtet Ihr denn unser Gespräch?«fragte Madame Bonacieux lebhaft und schaute dabei d'Artagnan unruhig an.
«Vollkommen.«
«Aber, mein Gott, wie dies?«
«Durch ein mir bekanntes Verfahren, durch welches ich auch Euer etwas belebteres Gespräch mit der Polizei vernahm.«
«Und was habt Ihr von dem, was wir sagten, verstanden.«
«Tausenderlei Dinge. Vor allem, daß Euer Gatte ein armseliger Tropf ist; ferner daß Ihr glücklicher Weise in Verlegenheit seid, denn dies ist mir sehr angenehm, weil es mir Gelegenheit bietet. Euch zu Diensten zu sein, und Gott weiß, daß ich bereit bin, mich für Euch in die Flammen zu stürzen; endlich, daß die Königin eines braven, gescheiten und ergebenen Mannes zu einer Reise nach London bedarf. Ich besitze wenigstens zwei von diesen Eigenschaften, und hier bin ich.«
Madame Bonacieux antwortete nicht; aber ihr Herz schlug gewaltig vor Freude, und eine geheime Hoffnung erglänzte in ihren Augen.
«Und welche Bürgschaft könnt Ihr mir geben, «fragte sie,»wenn ich mich entschließe, Euch diese Sendung anzuvertrauen?«—»Meine Liebe für Euch. Sprecht, befehlt, was soll ich thun?«—»Mein Gott, mein Gott, «murmelte die junge Frau,»darf ich Euch ein solches Geheimnis anvertrauen, Herr? Ihr seid beinahe noch ein Kind.«—»Ich sehe schon, daß irgend Jemand für mich gut stehen müßte.«—»Ich kann nicht leugnen, daß mich dies ungemein beruhigen würde.«—»Kennt Ihr Athos?«—»Nein!«—»Porthos?«—»Nein!«—»Aramis?«— Nein. Wer sind diese Herren?«—»Musketiere des Königs. Kennt Ihr Herrn von Treville, ihren Kapitän?«—»O ja, diesen kenne ich; nicht persönlich, aber ich habe oft von ihm als einem braven und rechtschaffenen Edelmann sprechen hören.«—»Ihr fürchtet nicht, von ihm an den Kardinal verrathen zu werden, nicht wahr?«—»O nein, gewiß nicht.«—»Nun, so enthüllt diesem Euer Geheimniß, und fragt ihn, ob Ihr es mir, so wichtig, so kostbar, so furchtbar es auch sein mag, anvertrauen könnt?«—»Aber das Geheimniß gehört nicht mir und ich kann es nicht auf diese Art enthüllen.«—»Ihr wolltet es Herrn Bonacieux anvertrauen, «sprach d'Artagnan etwas ärgerlich. — »Wie man einen Brief einem hohlen Baume, dem Flügel einer Taube, dem Halsbande eines Hundes anvertraut.«—»Und doch seht Ihr wohl, daß ich Euch liebe.«—»Ihr sagt es.«—»Ich bin ein gefälliger Mann!«—»Ich glaube es.«—»Ich habe Muth.«—»Oh! davon bin ich überzeugt.«—»Dann stellt mich auf die Probe.«