Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Schadrach im Feuerofen [Shadrach in the Furnace - de]
Schadrach im Feuerofen [Shadrach in the Furnace - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Schadrach im Feuerofen [Shadrach in the Furnace - de]

Электронная книга - «Schadrach im Feuerofen [Shadrach in the Furnace - de]». Краткое содержание книги:

Der 3. Weltkrieg wurde mit biologischen Waffen ausgetragen. Die Fäulnis, die Menschen bei lebendigem Leib verrotten lässt, grassiert auch noch Jahrzehnte nach Kriegsende. Es gibt ein Serum, doch das ist teuer und nur den Privilegierten vorbehalten.
Die heutigen Machtblöcke der Erde sind zerstoben. Ein greiser Mongole regiert den Weltstaat, ein Tyrann, der sich für die Inkarnation Dschingis Khans und Maos zugleich hält. Sein erdumspannender Geheimdienstapparat ist allgegenwärtig; die Überwachung der Untertanen lückenlos. Er bestimmt, wer der Gnade teilhaftig wird, das Serum zu erhalten. Ein Entzug kommt dem Todesurteil gleich.
Schadrach Mordecai, ein junger Neger aus den ehemaligen USA, ist der Leibarzt des Tyrannen. Er ist persönlich für den Gesundheitszustand des Herrschers verantwortlich, dessen Körper zum größten Teil bereits aus Ersatzorganen besteht. Und Schadrach Mordecai weiß, daß bei den perfekten Sicherheitsmaßnahmen er der einzige Mensch auf der Welt ist, der Hand an das greise Monstrum legen könnte. Doch er ist auf besondere Weise mit dem Tyrannen verbunden: Die Schmerzen des Herrschers sind auch die seinen.
1 ... 46 47 48 49 50 51 52 53 54 ... 77
Перейти на страницу:

Eis scheint über Schadrachs Wahl Genugtuung zu empfinden. Anscheinend findet er es nicht mehr als recht und billig, daß Schadrach seinen Geist aufgeben soll. Das muß es sein. Vielleicht war Eis überhaupt derjenige, der den alten Mann auf die Idee brachte, Schadrach auszuwählen. Nein, das ist wenig wahrscheinlich; da nicht einmal die Projektleiterinnen beim Vorsitzenden freien Zutritt haben, würde ein Untergebener wie Eis nur in Ausnahmefällen vorgelassen. Trotzdem wird Schadrach das Gefühl nicht los, daß Eis sich an seinem Schicksal weidet. Und weil er sich nicht gern als Gegenstand heimlicher Schadenfreude sieht, überlegt er, ob es nicht möglich ist, für Eis’ feinen nordischen Körper eine passende experimentelle Verwendung zu finden.

Wie auch immer, Schadrach hat hier nominell die Oberleitung, und Eis muß nachgeben. Trotz aller Geschäftigkeit kann er Schadrach den Inspektionsrundgang nicht verwehren. Übrigens hat er den Mund nicht zu voll genommen, im Laboratorium herrscht tatsächlich eine an Hektik grenzende Geschäftigkeit, alle möglichen Experimente mit den verschiedensten Tieren sind im Gange, während schwitzende, fluchende Techniker elektronische Ausrüstungen von Raum zu Raum schleppen und Männer und Frauen in weißen Mänteln wildblikkend umhereilen und Bündel von Computerausdrucken schwenken — ein richtiger Zirkus, ebenso manisch wie komisch, verrückte Wissenschaftler am Werk, verzweifelt bemüht, die Quadratur des Kreises zu finden, ehe der rasch näherrückende Endtermin da ist.

Die Erkenntnis, daß er selbst der Kreis ist, dessen Quadratur sie finden müssen, verursacht Schadrach Unbehagen. Er ist der arme Schlucker, das Opfer, dessen Leben eines Tages von diesen Geräten geschluckt werden soll, und die Hektik der gegenwärtigen Aktivitäten ist ausschließlich die Folge der Notwendigkeit, die gesamte Elektronik schnellstens von Mangu-Parametern auf Schadrach-Parameter umzustellen. Wahrscheinlich gibt es hier ein Dutzend Menschen, die mindestens genauso viel über seinen Körper, seine enzephalographischen Muster, seine neuralen Verbindungen und seinen Serotoninspiegel wissen, wie er selbst. Sehr wahrscheinlich steht er seit Tagen unter heimlicher Beobachtung und Kontrolle. (Dringen sie während seiner Abwesenheit in seine Wohnung ein, um Fingernägelabschnitte und Haare zu stehlen?) Schadrach fragt sich, wie viele von diesen Technikern und Laboranten über die Identität des neuen Körperspenders Bescheid wissen. Er stellt sich vor, daß sie alle unterrichtet sind und ihn mit heimlicher Faszination beobachten, während sie hin und her eilen — daß sie ihn verstohlen mustern und den authentischen Schadrach Mordechai mit den abstrakten und synthetischen Mordechai-Simulationsimpulsen vergleichen, mit denen sie gearbeitet haben. Aber vielleicht nicht. Offenbar wußten nur wenige von den Avatara-Leuten, daß Mangu der Körperspender sein sollte, und vieles spricht dafür, daß die Zahl derer, die von der Identität des Ersatzmannes erfahren durften, noch darunter liegt.

Nicki läßt sich von der allgemeinen Geschäftigkeit jedenfalls nicht anstecken. Von Eis herbeigerufen, begrüßt sie Schadrach ganz ruhig. Das Projekt, so berichtet sie, mache stetige Fortschritte. Ihr Blick ist fest, ihre Stimme sachlich und gelassen. ›Fortschritt‹ kann in diesem Laboratorium nur den täglichen Prozeß bedeuten, der Schadrach der Auslöschung näher bringt, und ihr ist zweifellos bewußt, daß er ihn so interpretieren wird; doch scheint es, daß sie beschlossen hat, sich weder von Schuldgefühlen plagen zu lassen, noch ein ausweichendes Verhalten zu zeigen. Sie haben ihren Zusammenstoß bereits hinter sich; sie hat zugegeben, daß sie bereit war, ihren Liebhaber um des Vorsitzenden und ihrer eigenen Karriere willen zu verraten; nun geht das Leben weiter — für wie lange auch immer —, und sie hat ihre Arbeit zu tun. Alles das geht innerhalb weniger Sekunden zwischen ihnen hin und her, und nichts davon ist in Worte gefaßt: nur im Tonfall und im Ausdruck der Augen wird es deutlich. Schadrach ist enttäuscht und erleichtert zugleich. Einerseits hätte er es gern zugleich. Einerseits hätte er es gern gesehen, wenn sie Reue und Zerknirschung zeigen würde, andererseits erfreut es ihn nicht, andere Menschen schuldbewußt zu machen.

»Ich sollte mich ein wenig umsehen«, sagt Schadrach.

»Komm.«

Sie führt ihn auf einen Rundgang durch das Laboratorium. Es scheint ihr nichts auszumachen. Sie zeigt ihm den Zoo der metem-psychotisierten Tiere, wo es die neuesten Triumphe elektronischer Seelenwanderung zu besichtigen gibt: da ist ein Hund mit dem Verhalten eines Waschbären, der sein Futter ungeschickt zwischen den Vorderpfoten hält und immer wieder in eine Schüssel mit Wasser taucht. Dort ein Mäusebussard, dessen Raubvogelpersönlichkeit derjenigen eines Hahns weichen mußte und der nun in seinem Käfig umherstolziert, zu krähen versucht und im Sand nach Eßbarem scharrt. Dort haben sie die friedlich-dümmliche Lebensart eines Schafs auf eine junge Löwin übertragen, die nun friedlich an einer Futterraufe steht und Heu in sich hineinstopft, wahrscheinlich zum Schaden ihres Verdauungssystems. All diese wiedergeborenen Tiere haben einen gefangenen, verschreckten Blick, als nagte tief in ihrem Inneren ein unersättlicher Parasit, und Schadrach fragt Nicki, ob dies auch für menschliche Persönlichkeitsempfänger charakteristisch sein werde, ob nicht die ausgetriebene Seele des Körperspenders wie ein drückender Alp zurückbleibe, um seinem Nachfolger das Leben schwer zu machen.

»Das glauben wir nicht«, sagt Nicki. »Diese Tiere hier sind über ihre artenspezifischen Grenzen hinweg umprogrammiert worden. Ein Pfau wird sich im Körper eines Raubvogels niemals wohlfühlen, genauso wenig wie ein Schaf in dem eines Löwen. Mit der Zeit lernt das Tier mit dem neuen Körper umzugehen, aber es wird immer dazu neigen, den alten Verhaltensmustern zu folgen.«

»Warum dann überhaupt Persönlichkeitsverpflanzungen über die artenspezifischen Grenzen hinweg? Worin liegt der Sinn, abgesehen von der Möglichkeit, den Leuten zu zeigen, wie schlau ihr seid?«

»Weil die Disparitäten zwischen dem verpflanzten Wesen und dem Wirtskörper so schreiend sind, können wir Erfolg oder Mißerfolg der Verpflanzung sofort feststellen. Das ist der Zweck dieser Experimente. Wenn wir die Persönlichkeit eines Spaniels auf den Körper eines anderen Spaniels übertragen, wenn wir einen Schimpansen auf einen Schimpansenkörper übertragen und so fort, ist es schwierig festzustellen, ob eine Verpflanzung überhaupt stattgefunden hat, nicht wahr? Der Spaniel kann es uns nicht sagen. Auch nicht der Schimpanse.«

Schadrach runzelt die Stirn. »Sicherlich unterscheidet sich die elektrische Struktur eines Spanielgehirns von der eines anderen Spanielgehirns, und sicherlich kann dieser Unterschied leicht festgestellt werden. Wenn die Muster von Gehirnwellen nicht bei jedem Individuum einzigartig sind, wozu soll dann das ganze Projekt gut sein?«

»Natürlich sind diese Muster individuell verschieden«, sagt Crowfoot. »Aber wir brauchen die Bestätigung auf einer offensichtlichen Ebene des Verhaltens. Wir haben eine ganze Menge Umprogrammierungen und Persönlichkeitsübertragungen innerhalb einer Spezies ausgeführt, aber die Verhaltensunterschiede sind zu gering, um große Beweiskraft zu besitzen. Angenommen, wir verpflanzten die Persönlichkeit eines Schimpansen in den Körper eines anderen, und die Veränderungen im Enzephalogramm zeigen an, daß etwas geschehen ist. Wie sollen wir wissen, ob die Veränderung Ergebnis unserer geglückten Persönlichkeitsübertragung ist, oder ob es sich bloß um eine Reaktion auf unseren Eingriff handelt? Wenn wir aber die Persönlichkeit eines Schafs auf einen Löwenkörper übertragen, und der Löwe zeigt daraufhin die Verhaltensweise eines Pflanzenfressers, dann haben wir eine sehr dramatische Bestätigung dafür, daß die Persönlichkeitsübertragung gelungen ist.«

1 ... 46 47 48 49 50 51 52 53 54 ... 77
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)