Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник]
- Автор: Франке Герберт Ф.
- Год: 1976
- Язык: немецкий
- Год: Suhrkamp Verlag
- ISBN: 3-518-39087-2
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник]». Краткое содержание книги:
»Laß uns doch noch ein wenig Musik hören, Josef!«
Die weichen, dahinspielenden Klänge waren seltsam unwirklich. Sie kamen aus dem Unbestimmten, und sie hörten sich auch so an. Aber sie wirkten beruhigend. Sie erzeugten einen Dämmerzustand, eine entspannte Ruhe.
Und dann wurde die Musik leiser, und eine sanfte Stimme fing zu sprechen an.
… lösen Sie sich von den Dingen
die Signale sind leer
die Zeichen bedeuten nichts
alle Zweifel sind vorbei
es war ein schöner Tag
kommen Sie mit uns
die Erde ist fern
wir sind außerhalb des Raums
wir sind außerhalb der Zeit
Gedanken sind grenzenlos
wir fühlen nichts
wir denken nichts
wir wünschen nichts
löschen Sie Ihr Gedächtnis
machen Sie sich schwerelos
das Sternenlicht verblasst
es ist Zeit, um auszuruhen
es ist alles getan, was zu tun war
wer hofft, fürchtet auch
wer sich freut, leidet auch
der Morgen dämmert
es ist alles geschehen, was geschehen konnte
es ist alles gedacht, was Sinn hatte
es ist alles entstanden, was sich fügen läßt
es gibt keine Tatsachen mehr
die Wirklichkeit liegt jenseits eines Abgrunds
nur ein Schritt führt zum Sirius
nur ein Hauch löscht die Sonne
kommen Sie mit uns
lassen Sie Ihre Augen zurück
Sie werden das Unsichtbare sehen
Sie werden die Unendlichkeit fühlen
Sie werden keine Stunden mehr zählen
keine Maße mehr messen
es gibt nichts zu erwägen
es gibt nichts zu entscheiden
es gibt nichts mehr zu tun
es war ein schöner Tag heute
es war ein Leben voller Wunder
werden Sie wie wir
bleiben Sie bei uns
Sie gehören zu uns
Sie gehören zu uns …
Sie wurden schläfrig und zufrieden und schlummerten lächelnd ein.
Als am frühen Morgen Alarm gegeben wurde, lag ein Ausdruck des Glücks auf ihren Gesichtern, als hätten sie einen wunderbaren Traum gehabt.
Der Sender schwieg, leise summte das Mikrophon. Josef schaltete es ab.
Strategie der Integration
Integration (lat.)
a) allg.: Zusammenschluß, Bildung übergeordneter Ganzheiten
b) math.: Aufsummierung differentieller Elemente
c) soz.: funktionale Eingliederung eines soziologischen Teilsystems in das Gesamtsystem
Phasen der Integration (soz.)
0. propagandistische Präparation
0.1 Funk
0.2 Agenten
0.21 materielle Störaktionen, Sabotage
0.22 psychologische Verunsicherung
1. militärische Aktion, Brechung des Widerstandes
1.0 Psychopharmaka (per Trinkwasser, Nahrungsmittelversorgung. Klimaanlagen)
1.1 Bakterien, Viren
1.2 chemische Kampfstoffe
1.3 konventionelle Waffen
1.4 A-Waffen (nur im Falle eines Rückzugs)
2. Invasion
2.1 Kommunikationssystem
2.2 medizinisch-psychologische Zentren
2.3 Trinkwasserspeicher
2.4 Nahrungsmittelversorgung
2.5 Verkehrswesen
2.6 Wissenschaft, Forschung
2.7 Regierungsstellen
2.8 Wohnbezirke
3. Abschluß
3.1 Analyse der praktizierten Steuerungsmechanismen. Übernahme
3.11 Aufrechterhaltung des Gleichgewichts
3.12 Transposition – Umstellung auf erweiterte Arbeitsebene
3.13 Angleichung an die vorgegebene Zielvorstellung
3.2 Analyse der soz. Modalitäten und Werteskalen
3.21 Transformation der Soziostruktur
3.22 Abbau traditioneller Widerstände
3.23 Umschulung – verbindliche politische Leitideen
3.24 Heranziehung einer linientreuen Elite
3.25 Besetzung von Schlüsselstellungen durch Einheimische (siehe 3.24) …
Ihre Aufgabe erschien leicht, wie alles leicht erscheint, wenn es erst einmal objektiviert worden ist.
Die Analyse.
Kommunikationsnetze. Vermaschte Systeme. Rückkopplungsmechanismen. Negativer feedback.
einfach zu entschlüsseln
Störgrößen
Regelgrößen
Stellgrößen
Führungsgrößen
Staaten sind adaptive Systeme. Zur Analyse ihres Verhaltens stellt die Regelungstheorie ein Instrumentarium mathematisch-formaler quantitativer Verfahren zur Verfügung, die besonders die Übergangsfunktionen, charakterisiert durch die Beziehungen zwischen der Eingangsgröße und der Ausgangsgröße eines Regelkreisgliedes, im Zeitablauf zu erfassen gestatten. Sind diese Relationen bekannt, so läßt sich das Stabilitätsverhalten eines Systems durch ein System von Differentialgleichungen beschreiben.
Die Unabhängigkeit des Reglers von der Ursache der Störung ermöglicht es in vielen Fällen, mit einem relativ einfachen Regelsystem von geringer Varietät eine große Vielfalt von Störungen zu bewältigen. Diese Tatsache beruht darauf, daß die Ursache-Wirkungsrelationen in einem System oft nicht ein-eindeutig, sondern mehr-eindeutig sind: Eine große Anzahl von Störungen bewirkt vielfach die gleiche Abweichung von einem bestimmten Sollwert. Der Regler, dessen Aufgabe es ist, diese Abweichungen zu kompensieren, erhält nur auf dem Umweg über den Ausgang des Systems Informationen darüber, daß irgendeine Störung eingewirkt hat, die eine Veränderung des Ausganges zur Folge hatte. Seine Varietät braucht daher nicht größer zu sein als die der Abweichung des Ergebnisses vom Sollwert.
Ein rückkopplungsgesteuerter Regler wirkt darüber hinaus auch Störungen entgegen, deren Ursache unbekannt ist. Dadurch wird es einer Organisation möglich, mit Problemen fertig zu werden, die sie selbst nicht kennt. Aufgrund dieser Eigenschaft können auch äußerst komplexe Systeme durch rückkopplungsgesteuerte Regler beherrscht werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist ein Staat: Ein Staat besteht aus Menschen und Sachmitteln. Er verfolgt sein Ziel in einer Umgebung, deren Veränderungen durch andere Staaten oder sonstige menschliche Aktivitäten weitgehend bestimmt werden. Der Mensch selbst ist ein äußerst komplexes probabilistisches System: Seine Handlungen sind nicht determiniert, seine Motive nicht durchschaubar. Weiterhin verfügen Menschen über unterschiedliche Eigenschaften, die keine einheitliche Beschreibung zulassen. Staat und Mensch funktionieren als gegengekoppelte Systeme. Weder die Transformationen der Umwelt noch die der Staaten selbst sind mit Sicherheit vorauszusehen. Dennoch ist es möglich, eine solche Organisation mit Hilfe eines komplizierten Systems von Rückkopplungskreisen zu kontrollieren.
Kein System entzieht sich der schematisierten Erfassung.
Kein System kann sich der Quantifizierung widersetzen.
Kein System bricht aus dem generellen Schema aus.
Signifikante Fragen zur Intendierung von Lösungen.
Kriterien für die funktionalen Typstrukturen.
Welche kommunikativ gekennzeichneten Gruppierungen sind abhebbar?
Wieviel Freiheit ist an Teilorganisationen delegiert?
Welche relevanten Handlungsalternativen sind eingeräumt?
Welche positiven Anreize für eine Identifizierung der individuellen Ziele mit den Organisationszielen sind vorgesehen?
Wurde eine konfliktfreie Zielhierarchie entwickelt?
simple Ja-Nein-Antworten
statistische Gewichtungen
funktionale Relationen
algorithmische Formulierung
Plangleichungen
Flußdiagramme
Vektorfelder
Graphennetze