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Indiana Jones und der Stein der Weisen

Электронная книга - «Indiana Jones und der Stein der Weisen». Краткое содержание книги:

Seit Jahrhunderten gehört die Lösung des Rätsels um den Stein der Weisen zu den ältesten Sehnsüchten der Menschen. Denn hier liegt der Schlüssel zum ewigen Leben und zu der geheimnisvollen Formel, die Blei in Gold verwandeln soll. Das uralte Voynich-Manuskript verspricht eine Antwort! Doch nun ist es verschwunden, und Indiana Jones bricht auf, um das unschätzbar wertvolle Dokument wiederzubeschaffen. Er setzt sich auf die Fährte des fanatischen Wissenschaftlers Leonardo Sarducci, der das Manuskript gestohlen hat. Die Spuren führen in die Wüste -und in die älteste Krypta der Welt. Eine tödliche Falle für Indiana Jones?
Autor - Max McCoy, preisgekrönter Journalist und Autor mehrerer Romane, lebt in Pittsburg, Kansas
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»Seien Sie nicht dumm«, sagte Alistair.

Indy studierte seinen Nacken.

»Was suchen Sie?«

»Nichts«, antwortete Indy. »Los.«

Gerade als ein Soldat die Hand nach dem Türgriff ausstreckte, machte Alistair die Latrinentür auf. Geistesgegenwärtig zog Indy sich in eine dunkle Ecke zurück.

»Grazie«, bedankte der Soldat sich abwesend. Als er sich über das Waschbecken beugte, schlichen Alistair und Indy nach draußen. Die Sonne war noch nicht am Horizont aufgestiegen, aber es war schon so hell, daß sich die Umrisse der Gebäude deutlich abzeichneten.

»So werden wir niemals rauskommen«, flüsterte Alistair. »Ist schon zu hell. Die Wachposten in den Türmen werden uns bemerken und uns erschießen.«

»Gehen Sie weiter«, sagte Indy und lächelte, als wäre das die normalste Sache der Welt. »Vielleicht haben sie bis in die Nacht rein gefeiert und müssen nun ihren Kater ausschlafen.«

»Die atlanticil« staunte Alistair.

Sie kamen zur Rückseite der Latrine. Indy drängte Alistair durch den Zaundraht. Erst dann legte Indy sich auf den Bauch und folgte ihm.

Auf dem Hundepfad, vor dem zweiten Zaun, machte Alistair eine Pause.

»Sie gehen lieber voran«, sagte er. »Ich nehme an, Sie haben eine Art Pfad durch die Minen ausgeheckt.«

»Minen?«

»Der ganze Bereich zwischen den beiden Zäunen ist ein Minenfeld«, verriet Alistair. »Wußten Sie das denn nicht?«

Indy zuckte mit den Achseln.

»Nun denn ... können Sie die Strecke erkennen, die Sie auf dem Weg nach drinnen genommen haben - vielleicht Vertiefungen im Sand, wo Ihre Knie und Ellbogen Mulden hinterlassen haben?«

»Nein«, sagte Indy. »Sieht für mich alles gleich aus.«

»Prima, wirklich prima«, meinte Alistair. »Haben Sie ein Messer bei sich?«

Indy nahm das Messer vom Gürtel und reichte es, mit dem Griff nach vorn, weiter.

»Na, dann müssen wir eben das Beste aus der Situation machen. Ich wußte immer, daß ich irgendwann in die Luft fliege, aber ich dachte eigentlich, daß sich das in meinem Labor ereignen würde.«

»Ihr Hemd«, sagte Indy. »Ziehen Sie es aus und stecken Sie es in Ihre Hosentasche. Es ist zu weiß.«

Alistair bewegte sich vorsichtig, bohrte alle paar Zentimeter die Klinge in den Sand. Mit an den Körper gepreßten Armen und kleinen Schritten folgte Indy seiner Spur.

Nach fünf Metern traf die Messerspitze auf etwas Hartes. Alistair malte mit dem Messer einen weiten Kreis, gab Indy ein Zeichen und ging weiter.

»Minen«, murrte Indy.

Auf den nächsten zwanzig Metern wiederholte sich dieser Prozeß mehrmals. Alistair schien völlig ruhig. Er arbeitete sich methodisch voran und ließ sich dabei Zeit. Schweiß tropfte von Indys Gesicht auf den Sand, und als er es nicht mehr aushaken konnte, sagte er: »Ich werde Sie ablösen.«

»Nein«, erwiderte Alistair. »Wir haben nicht mehr weit zugehen.«

Die scharlachrote Sonne kroch über den Dünenkamm, hinter dem Indy Alecia zurückgelassen hatte. Er hoffte inständig, daß sie mittlerweile längst fort war. Das Schicksal würde ihnen ziemlich hart mitspielen, wenn es zuließe, daß sie so weit kamen, nur um dann noch auf den letzten paar Metern erwischt zu werden. Er mußte daran denken, wie Alecia über Dinge, die man sich zu fest wünschte, gesprochen hatte.

»Wir müssen jetzt losrennen«, sagte Indy. »Uns bleibt keine Zeit mehr. Wir haben nur eine Chance, wenn wir das Risiko der Minen auf uns nehmen. Ist immer noch besser, als von einem Scharfschützen niedergestreckt zu werden.«

»Haben Sie mal gesehen, was von einem Mann übrigbleibt, der auf eine Mine getreten ist?« fragte Alistair ihn. »Dann werde ich lieber erschossen. Außerdem ... es sind nur noch ein paar Meter -«

Sand spritzte in Indys Gesicht. Einen Sekunde^r-uchteH später hörten sie deutlich den Schuß in der stillen Morgenluft, dessen Echo von den umliegenden Dünenkämmen widerhallte.

Hinter ihnen ertönte ein Horn.

Indy riß Alistair hoch und trieb ihn vor sich her. Sie rannten auf die nächste Düne zu.

In diesem Moment flog das Haupttor des Lagers auf. Schlingernd setzte ein großes Panzerfahrzeug zu einer Drehung an und nahm ihre Verfolgung auf. Ein Soldat bediente ein Gewehr Kaliber .30, das oben auf dem gepanzerten Fahrzeug installiert war.

Indy und Alistair steigerten ihr Tempo.

Sie hatten fast die schützenden Felsen erreicht, als das Panzerfahrzeug ihnen den Weg abschnitt. Der Lärm von drei Motorrädern verriet ihnen, daß die Flucht nach hinten unmöglich war. Die Soldaten in den Beiwagen zielten mit ihren auf Drehgelenken montierten Gewehren auf Indys Rücken.

Indy fiel auf die Knie. Sein Brustkorb hob und senkte sich in schnellen Abständen. Um nicht umzufallen, stützte Alistair sich auf seine Schulter. »Tut mir leid, alter Mann«, brachte Alistair zwischen zwei Atemzügen heraus. »Aber wir haben uns nicht schlecht gehalten.«

Die Soldaten schrien Befehle auf italienisch.

»Ich vermute, sie möchten, daß wir die Hände hochnehmen«, sagte Alistair.

Er hob vorsichtig die rechte Hand, während er die linke ausstreckte, um Indy beim Aufstehen zu helfen. Mit einem Grinsen auf den Lippen hielt Indy ihm ebenfalls die linke Hand hin und schlug ihm, als er stand, mit voller Wucht die rechte Faust aufs Kinn.

Wie ein nasser Sack ging Alistair zu Boden.

»Da war kein Minenfeld«, sagte Indy, der sich mit gegrätschten Beinen über Alistair aufbaute. »Der Panzerwagen fuhr unbehelligt durch. Während wir die letzten dreißig Minuten damit vergeudet haben, uns auf Händen und Knien fortzubewegen. Kein Wunder, daß Sie mich nicht vorgehen lassen wollten. Sie haben nur im Sand liegende Steine markiert.«

Der Schütze an der Kaliber .30-Waffe feuerte eine Salve ab, die dicht neben Indys Füßen landete.

»Ist mir doch egal, nur zu, erschießen Sie mich«, sagte Indy und zeigte mit dem Daumen auf sich. »Ich verdiene diese Strafe. Obwohl ich ihm nicht über den Weg getraut habe, habe ich ihm die Geschichte mit dem Minenfeld abgekauft.«

Alistair setzte sich auf und lachte. Blut rann aus seinem Mund.

Ein Wagen mit italienischen Flaggen auf den Kotflügeln näherte sich. Balbo und Sarducci saßen auf der Rückbank. Sarducci stand auf, als der Wagen hielt.

»Bravo«, rief der Italiener begeistert und klatschte in die behandschuhten Hände. »Eine herausragende Vorstellung haben Sie gegeben.«

»Die Latrine«, platzte Alistair kichernd heraus. »Dort hat er sich versteckt.« »Das war wirklich ziemlich gut«, lobte Sarducci. »Der un-überhörbare Ruf der Natur und all das. Einfach, aber wirkungsvoll. Ich hätte allerdings eine etwas ... elegantere Strategie gewählt.«

Balbos Kinn ruhte in gefalteten Händen. Er sprach kein Wort und wirkte gereizt und leicht beschämt.

»Hat mich fast rausgebracht«, sagte Alistair. »Der Yankee kann ziemlich überzeugend sein. Hat gedroht, mir das Genick zu brechen, falls ich ihn verrate. Und das habe ich ihm auch abgenommen. Darum mußte ich mir was einfallen lassen, bis die Sonne aufging.«

»Sagt man Ihnen nicht nach, daß Sie bei Sonnenlicht zu Staub zerfallen?« fragte Indy ihn.

Balbo verkniff sich ein Lächeln.

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