Indiana Jones und der Stein der Weisen
- Автор: МакКой Макс
- Язык: немецкий
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Indiana Jones und der Stein der Weisen». Краткое содержание книги:
Autor - Max McCoy, preisgekrönter Journalist und Autor mehrerer Romane, lebt in Pittsburg, Kansas
»Auf Wiedersehen«, rief er. »Passen Sie auf den Rotschopf auf. Und zähmen Sie sie, bevor sie Sie zähmt.«
Alecia verschränkte die Arme vor der Brust.
»Für wen hält sich dieser Pirat?« Sie rümpfte die Nase. »Mich zähmen, hah.«
Indy schulterte seinen Seesack und drückte Alecia die Wasserflasche in die Hand.
»Keine Chance«, sagte er und marschierte in Richtung Osten.
»Ich meine immer noch, daß wir auch ein paar Waffen gebraucht hätten«, sagte sie, hinter ihm herstapfend.
»Ich meinte von dir gehört zu haben, daß du Waffen nicht ausstehen kannst.«
»Tu' ich auch nicht. Nur entwickle ich langsam so etwas wie eine gesunde Ehrfurcht vor diesen Dingern, weißt du? Die Faschisten werden Waffen haben, große Waffen, und Gott weiß, was noch.«
»Vielleicht solltest du dich mit dem Prinzen zusammentun«, schlug Indy vor. »Ihr könntet Kaliber vergleichen, über all diese Dinge reden. Und von Kanonen träumen, die groß genug sind, um damit ein Loch in den Mond zu schießen.«
»Jones, du bist unerträglich«, sagte Alecia. » Ich habe ja nur darüber nachgedacht, die Chancen ein wenig zu unseren Gunsten zu verändern, das ist alles. Falls wir dort kämpfen müssen, um Alistair zu befreien, bin ich mehr als gewillt, das zu tun.«
»Wir werden ihn nicht rausholen, es sei denn, wir gehen ganz vorsichtig vor. Und das auch nur, falls er überhaupt Lust hat, mit uns zu kommen«, sagte Indy. »Mussolini hat alles in seiner Macht Stehende unternommen, um Libyen zu erobern. Falls wir unser Ziel erreichen möchten, müssen wir unsere Köpfe anstrengen und nicht den Abzugshahn drücken.«
Indy lag auf dem Bauch am Fuß einer kleinen Düne und beobachtete das Lager der Faschisten durch ein Fernglas. Sie hatten ihren Standort am Strand einer geschützten Bucht aufgeschlagen. Zwei Flugboote lagen im Wasser vor Anker.
»Genauso wie Marlow es gesagt hat.«
»Was meinst du, woher wußte er Bescheid?« fragte Alecia.
Indy grinste.
»Oh, natürlich«, sagte sie. »Er ist ein Pirat. Er verkauft an beide Seiten. Aber wozu brauchen die Italiener amerikanische Waffen? Haben die denn nicht genug eigene?«
»Das hier ist ein Elitecamp«, sagte er. »Balbo nutzt es als Trainingsstützpunkt für seine atlantici. Die Offiziere dürfen ihre Waffen selbst wählen, und ich könnte wetten, daß sie nur mit den besten Materialien ausgestattet sind.«
»Wieviel Uhr ist es?«
Indy gab Alecia das Fernglas und sah auf den Sternenhimmel.
»Drei Uhr, würde ich sagen. Vielleicht halb vier.«
»Sieht dort unten ziemlich ruhig aus«, fand Alecia.
»Eigentlich ist es zu dunkel, um etwas erkennen zu können«, wandte Indy ein. Der Mond näherte sich dem westlichen Horizont. »Aber das Lager ist durch Stacheldraht geschützt. An jeder Ecke steht ein Wachtum. Das große Zelt dient wahrscheinlich als Messe, und in dem halben
Dutzend kleineren könnten die Offiziere untergebracht sein. Die einfachen Soldaten schlafen in den kleineren Zelten im südlichen Abschnitt.«
»Und was ist mit Sarducci und Balbo?«
»Ich würde mal davon ausgehen, daß sie in den Gebäuden neben dem Fahnenmast stecken. Sieht mir ganz danach aus, als wäre das vor dem Krieg ein Fischerdorf gewesen.«
»Nun, aber es sieht nicht so aus, als ob es dort jetzt noch Fischer gibt«, sagte Alecia. Sie legte das Fernglas weg und stützte das Kinn in die gefalteten Hände.
»Wo halten sie deiner Meinung nach Alistair fest? Vielleicht in einem der Wachhäuschen? Oder in einem der Backsteinhäuser?«
»Bei einer solchen Anlage«, meinte Indy, »müssen sie ihn gar nicht einsperren, selbst wenn er gegen seinen Willen hier ist. Auch wenn ihm die Flucht gelänge, wohin sollte er denn gehen? Weit und breit nichts als das Meer, kilometerweit zerklüftete Küste und Sand, Sand und noch mal Sand im Landesinneren.«
»Und wie sollen wir dann wieder wegkommen?«
»Darauf habe ich im Moment noch keine Antwort parat«, sagte er. »Aber dieser Punkt steht auf meiner Liste. Wenn ich erst mal drinnen bin, werde ich mir sofort darüber den Kopf zerbrechen.«
»Das ist beruhigend«, spottete Alecia.
Indy drehte sich auf den Rücken und zog den Hutrand über die Augen. »In einer halben Stunde geht der Mond unter. Dann müßten wir doch eigentlich den Weg durch den Stacheldrahtzaun finden.«
»Und dann?«
»Keinen Schimmer«, murmelte Indy unter dem Hut hervor. »Eventuell ist mir bis dann was eingefallen.«
»Wann immer du anfängst, dir was einfallen zu lassen, mache ich mir Sorgen«, sagte Alecia. »Du denkst zuviel nach. Es ist in gewisser Hinsicht gerade so, als fordere man das Schicksal heraus. Genau wie beim Wünschen. Als kleines Mädchen wünschte ich mir niemals etwas zu sehr, weil ich Angst hatte, daß es dann nicht in Erfüllung geht. Solange ich nicht darüber nachdachte, konnte ich nicht allzu sehr enttäuscht werden. Mit dieser Einstellung verläuft das Leben in geordneten Bahnen. Keine Höhen und Tiefen.« Sie blickte zu Indy hinüber. »Jones?« fragte sie.
Dann nahm sie das Fernglas in die Hand und beobachtete wieder das Lager. Nichts rührte sich. Selbst die Hunde, die vorhin auf der anderen Seite des Zaunes Wache gehalten hatten, schliefen mittlerweile.
»Wie kannst du in solch einem Augenblick schlafen?« fragte sie. »Du hast Nerven, mein Lieber. Ich bin ganz aufgeregt, komme mir wie eine Feder vor, die jeden Moment hochschnellt.« Sie legte das Fernglas wieder weg.
»Alistair ist genau das Gegenteil«, fuhr sie fort. »Er wünschte sich andauernd etwas. Und schrie und zog eine Schnute und hielt den Atem an, wenn er es nicht kriegte. Es war gerade so, als würde er das Wünschen für uns beide übernehmen. Manchmal funktionierte es sogar. Und nun habe ich das Gefühl, meine andere Hälfte verloren zu haben.« Alecia bettete den Kopf auf die Arme.
»Diese Stunde der Nacht, irgendwann vor dem Morgengrauen, mochte ich schon immer ganz besonders«, sprach sie weiter. »Als kleines Mädchen blieb ich die ganze Nacht lang wach, nur weil ich wußte, daß alle anderen schliefen und mich nicht stören würden. Mit Ausnahme von Alistair, natürlich. Er wachte immer so um die se Uhrzeit in der Nacht auf und stolperte auf die Toilette und ließ die blö-de Tür offen, weil er nicht wußte, daß ich wach war. Das konnte ich auf den Tod nicht ausstehen. Ich legte die Hände auf die Ohren, bis er fertig war, zählte die Sekunden, bis er das Licht ausschaltete und ins Bett zurückkehrte.«
Alecia drehte sich auf die Seite und sah Indy beim Schlafen zu.
»So gefällst du mir irgendwie«, sagte sie. »Du siehst ganz gut aus, weißt du das, Jones? Bist im Moment ein bißchen wortkarg, aber wenigstens widersprichst du mir dann nicht.«
»Was hältst du für die am wenigsten bewachte Stelle im Lager«, fragte er sie.
»Du bist wach!«
»Ist schwer zu schlafen, wenn jemand die ganze Zeit über neben dir brabbelt. Aber nun mal zur Sache: Wenn du Wache wärst, welche Stelle würdest du auslassen? Welche Stelle wäre dir unangenehm? Du weißt schon, ein Fleckchen, wo du so schnell wie möglich vorbeigehst, ein Ort, von dem du nicht glaubst, daß er den Feind interessiert. Vielleicht eine Stelle, die selbst die Hunde vernachlässigen.«
»Die Latrine«, sagte sie.
»Ja. Steht Alistair immer noch um diese Uhrzeit auf, um aufs Klo zu gehen?« wollte er von ihr erfahren.
»Gut möglich«, sagte sie. »Ich weiß es wirklich nicht. Ist lange her, seit ich die ganze Nacht aufblieb. Das habe ich nicht mehr getan, seit wir uns kennengelernt haben. Und außerdem haben wir jetzt andere Zimmer als früher, als wir Kinder waren. Ich denke nicht, daß es mir auffallen würde, falls er diese Gewohnheit beibehalten hat.«