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Электронная книга - «Cäsar Cascabel». Краткое содержание книги:

Dieser Roman ist den meisten Jules-VerneFreunden unbekannt, weil er in allen alten Gesamtausgaben fehlt. Der Artistenfamilie Cascabel wird nach einer Tournee durch die Vereinigten Satten das gesamte Vermögen gestohlen. Trotzdem wollen sie nach Frankreich zurückkehren und beschließen, den Weg über Alaska und das Packeis der Beringstraße zu nehmen. Unendlich viele Abenteuer müssen mit Indianern und Verbrechern bestanden werden, ehe es ein glückliches Ende gibt.
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Es war offenbar, daß die Belle-Roulotte und ihr Personal auf dieser Eisfläche, die widerstandsfähig genug wäre, um den Übergang eines Artillerie-Trains auszuhalten, keinerlei Gefahr laufen würde. Überdies betrug die Entfernung am schmalsten Punkte der Meerenge zwischen dem ein wenig oberhalb von Port-Clarence befindlichen Prince-of-Wales-Kap und dem an der sibirischen Küste gelegenen kleinen Hafen von Numana höchstens zwanzig Meilen.

»Teufel!« sagte Herr Cascabel eines Tages, »es ist wirklich ärgerlich, daß die Amerikaner keine Brücke gebaut haben!«

»Eine Brücke von zwanzig Meilen!« rief Xander.

»Warum nicht?« meinte Jean. »Die kleine Insel Diomedes inmitten der Meerenge könnte ihr als Stützpunkt dienen.«

»Es wäre nicht unmöglich,« bemerkte Herr Sergius, »und wir dürfen immerhin glauben, daß es eines Tages dazu kommen wird, wie zu allem, was von der Intelligenz der Menschen abhängt.«

»Man denkt ja doch daran, eine Brücke über den Pas-deCalais zu bauen,« sagte Jean.

»Allerdings, mein Freund,« antwortete Herr Sergius. »Aber wir müssen doch zugeben, daß die Brücke über die Beringstraße weniger nützlich als die Brücke von Calais nach Dover sein würde. Sie würde sich entschieden nicht bezahlt machen!«

»Wenn sie den Reisenden im allgemeinen wenig Nutzen brächte,« versetzte Cornelia, »so wäre sie doch wenigstens für uns sehr bequem.«

»Das sollt' ich meinen!« erwiderte Herr Cascabel. »Aber während zwei Dritteilen des Jahres existiert unsere Brücke ja, eine Eisbrücke, die ebenso solid, wie irgend eine beliebige Brücke von Stein oder Eisen ist. Nach ihrem Zusammensturze baut Frau Natur sie alljährlich von neuem auf; und sie verlangt keinen Brückenzoll!«

Mit seiner Gewohnheit, die Dinge von der guten Seite zu betrachten, sprach Herr Cascabel die Wahrheit. Wozu eine Brücke, die Millionen kosten würde, wenn man nur den günstigen Augenblick abzuwarten brauchte, um zu Fuß wie zu Wagen sicher hinüberzukommen.

Es konnte ja nicht mehr lange anstehen. Man mußte nur ein wenig Geduld haben.

Zu Anfang Oktober war der Winter in diesen hohen Breiten endgiltig eingezogen. Es schneite häufig. Jede Spur von Vegetation war verschwunden. Die wenigen Bäume des Küstengebietes verloren ihre letzten Blätter und bedeckten sich mit Reis. Man sah nichts mehr von den verkümmerten der Polargegenden, deren Gattungen so nahe verwandt mit denen Skandinaviens sind, und auch keine jener Linaria, welche fast ausschließlich den Kräuterschatz der Polarflora bilden. Und wenn die Eisschollen auch, von der schnellen Strömung getragen, noch immer durch die Meerenge trieben, so nahmen sie doch an Größe und Dicke zu. Wie es nur einer kurzen Erhitzung bedarf, um Metalle anzuschweißen, so würde es auch hier nur einer kurzen Erkaltung bedürfen, um die Eisstücke zu verbinden. Es konnte jeden Tag dazu kommen.

Aber wenn die Familie Cascabel auch Eile hatte Port-Clarence zu verlassen, und wenn es ihr auch große Freude machen würde, endlich das alte Festland zu betreten, so hatte diese Freude trotz alledem eine Beimischung von Trauer. Handelte es sich doch um die Trennungsstunde. Gewiß würde man Alaska verlassen; aber Herr Sergius würde dort zurückbleiben, da er nicht weiter nach Westen vorzudringen gedachte. Sobald der Winter vorüber war, würde er seine Ausflüge in jenem Teil von Amerika, dessen Erforschungen er zu vollenden wünschte, wieder aufnehmen, indem er die nördlich vom Youkon und jenseits der Berge gelegenen Gebiete besuchte.

Eine grausame Trennung für die einen, wie für die andern, denn sie waren alle nicht allein durch gegenseitige Sympathie, sondern auch durch eine innige Freundschaft verbunden.

Man wird unschwer erraten, daß Jean am allerbetrübtesten war. Konnte er doch nicht vergessen, daß Herr Sergius Kayette mit sich fortnehmen werde! Aber lag es nicht im Interesse der jungen Indianerin, daß ihre Zukunft der Sorge ihres neuen

Vaters anheimgestellt blieb? Bei wem konnte sie besser aufgehoben sein, als bei Herrn Sergius? Er hatte sie an Kindesstatt angenommen; er würde sie nach Europa bringen, sie unterrichten lassen, ihr eine Stellung sichern, wie sie ihr eine arme Gauklerfamilie niemals bieten könnte. Hätte man angesichts solcher Vorteile zögern dürfen? Nein, gewiß nicht! und Jean war der Erste, es einzusehen. Aber er empfand trotzdem einen Kummer darüber, der sich in seiner wachsenden Traurigkeit verriet. Wie hätte er sich auch zu beherrschen vermocht? Sich von Kayette trennen - sie nicht mehr sehen - nicht einmal auf ein Wiedersehen mit ihr hoffen dürfen, wenn sie ihm physisch und moralisch so weit entrückt sein, wenn sie ihren Platz in der eigenen Familie des Herrn Sergius eingenommen haben würde - die süße Gewohnheit, mit einander zu plaudern, zu arbeiten, stets beisammen zu sein, aufgeben müssen - es war zum Verzweifeln!

Wenn Jean sehr unglücklich war, so konnten seine Eltern und Geschwister sich auch ihrerseits nicht in den Gedanken finden, ihre innig geliebte Kayette und Herrn Sergius verlieren zu sollen. Sie hätten, wie Herr Cascabel sagte, viel darum gegeben, Herrn Sergius bis ans Ziel ihrer Reise zum Gefährten zu haben. Da könnte man noch einige Monate mit ihm verbringen und dann. hernach. würde man ja sehen.

Wie bereits erwähnt, hatten die Einwohner von Port-Clarence die Familie sehr liebgewonnen. Sie sahen nicht ohne Besorgnis den Augenblick herannahen, wo sie sich wirklich ernsten Gefahren in den Steppen aussetzen würden. Aber wenn die Eingebornen diesen in so große Ferne ziehenden Franzosen Sympathie bezeigten, so waren dagegen einige der vor kurzem an der Meerenge eingetroffenen Russen geneigt, dem Personal der Truppe und insbesondere Herrn Sergius aus ganz anderen Gründen Aufmerksamkeit zu schenken.

Man wird sich erinnern, daß eben damals eine gewisse Anzahl jener Beamten in Port-Clarence weilte, welche die Annexion von Alaska nötigte, sich nach Sibirien zurückzubegeben.

Unter diesen Beamten waren zwei mit einer ganz speziellen Mission auf den der moskowitischen Verwaltung unterstehenden amerikanischen Gebieten betraut gewesen. Dieselbe bestand in der Überwachung der politischen Flüchtlinge, welchen Neu-England ein Asyl gewährte, und die versucht sein könnten, die alaskische Grenze zu überschreiten. Nun erschien ihnen dieser Russe, welcher der Gefährte und Gast einer Gauklerfamilie geworden war, dieser Herr Sergius, der knapp an der Grenze des Zarenreichs Halt gemacht hatte, ein wenig verdächtig. Sie verloren ihn denn auch nicht aus den Augen, vermieden aber sorgfältig, sich etwas anmerken zu lassen.

Herr Sergius ahnte demzufolge nicht, daß er der Gegenstand eines gewissen Mißtrauens sei. Er fürchtete ebenfals nichts, als die nahe Trennung. War er unschlüssig, ob er seine Forschungsreise durch Westamerika wieder aufnehmen, oder aber seine neuen Freunde nach Europa begleiten solle? Es wäre schwer gewesen, das zu entscheiden. Indessen beschloß Herr Cascabel, da er ihn ziemlich nachdenklich sah, eine Auseinandersetzung über diesen Gegenstand herbeizuführen.

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