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Электронная книга - «Der Fänger im Roggen». Краткое содержание книги:

Holden ist ein ganz normaler amerikanischer Jugendlicher, der Schulstreß hat und schließlich vom Internat fliegt. Nebenbei liest er gerne Bücher und macht die ersten Erfahrungen mit der Liebe.
Ein amüsant zu lesender Roman über das Erwachsenwerden.

Originaltitel «The Catcher in The Rye» Rowohlt Erscheinungsdatum: 1966
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«Du lieber Himmel, gar nichts würde er mit dir machen. Er würde einfach mit dir sprechen, und du würdest mit ihm sprechen. Aber erst einmal würde er dir dazu verhelfen, daß du deine eigene Gefühlswelt erkennst.»

«Meine Gefühlswelt?»

«Ja. Dein Gefühlsleben spielt sich in... Aber ich gebe keinen Klementarkurs für Psychoanalyse.

Wenn es dich interessiert, dann ruf ihn an und mach eine Konsultation mit ihm ab. Wenn nicht, dann laß es bleiben. Es könnte mir nicht gleichgültiger sein als es ist, ehrlich gesagt.»

Ich legte ihm die Hand auf die Schulter. Er amüsierte mich, Herr im Himmel. «Du bist ein freundlicher Hund», sagte ich. < Weißt du das?»

Er schaute auf seine Armbanduhr. «Ich muß eiligst weg», sagte er und stand auf. «War nett, dich zu sehen.» Er rief den Mixer und ließ sich die Rechnungen geben.

«Du», sagte ich, als er gerade gehen wollte. «Hat dein Vater dich auch einmal analysiert?»

«Mich? Warum fragst du das?»

«Ohne Grund. Aber hat er das getan?»

«Nicht eigentlich. Er hat mir dabei geholfen, mich bis zu einem gewissen Grad auszubalancieren, aber eine eingehendere Analyse war nicht nötig. Warum fragst du?»

«Aus keinem besonderen Grund. Ich wollte es nur wissen.»

«Schön. Nimm's nicht zu schwer», sagte er. Er legte das Trinkgeld hin und wollte gehen.

«Trink noch eins», sagte ich. «Bitte. Ich bin wahnsinnig allein. Im Ernst.»

Er sagte aber, er könne leider nicht bleiben. Er habe sich schon verspätet. Dann ging er hinaus.

Dieser Luce. Von ihm konnte man wirklich Bauchkrämpfe bekommen, aber zweifellos hatte er einen reichen Wortschatz. Er hatte den größten Wortschatz von allen in Whooton, als ich dort war. Wir waren einmal getestet worden.

20

Ich blieb sitzen und betrank mich und wartete auf Tinas und Janines Auftreten, aber sie waren offenbar nicht mehr da. Ein zweifelhaft aussehender Knabe mit gewellten Haaren erschien und spielte Klavier, und dann kam eine Sängerin namens Valencia. Gut war sie nicht, aber doch besser als Janine, und wenigstens sang sie gute Lieder. Der Flügel befand sich nah am Bartisch, wo ich saß, und Valencia stand ganz dicht bei mir. Ich warf ihr Blicke zu, aber sie tat so, als ob sie mich überhaupt nicht sähe. Wahrscheinlich hätte ich es gar nicht versucht, wenn ich nicht schon sehr betrunken gewesen wäre. Als sie ihre Lieder gesungen hatte, rannte sie so schnell hinaus, daß ich sie nicht einmal auffordern konnte, ein Glas mit mir zu trinken. Ich rief also den Oberkellner und sagte, er solle Valencia fragen, ob ich sie einladen dürfe. Er antwortete, er wolle ihr das ausrichten, aber vermutlich tat er nichts dergleichen. Die Leute richten nie eine Botschaft aus.

Ich saß bis gegen ein Uhr in der verfluchten Bar und trank wie ein Loch. Ich konnte schon kaum mehr deutlich sehen. Immerhin gab ich mir große Mühe, nicht geräuschvoll zu werden. Ich wollte kein Aufsehen erregen und mir damit Fragen über mein Alter zuziehen. Aber ich sah schon kaum mehr deutlich, Herr im Himmel. Als ich endgültig betrunken war, fing ich wieder die Geschichte mit der Kugel im Leib an. Ich war der einzige in der Bar, der eine Kugel im Leib hatte. Ich steckte die Hand in meine Jacke und drückte sie fest auf den Magen, damit das Blut nicht überall herumtropfte.

Niemand brauchte zu wissen, daß ich verwundet war. Ich verbarg die Tatsache, daß ich ein angeschossener Hund war. Schließlich hatte ich Lust, die gute Jane anzurufen und zu fragen, ob sie schon zu Hause sei. Ich zahlte also und ging zu den Telefonkabinen hinaus. Dabei hielt ich immer die Hand auf

den Magen, damit das Blut nicht weitertropfte. Ich war schön betrunken.

Aber in der Telefonkabine hatte ich plötzlich keine Lust mehr, die gute Jane anzurufen.

Wahrscheinlich war ich zu betrunken. Statt dessen rief ich Sally Hayes an.

Ich mußte ungefähr zwanzig verschiedene Nummern wählen, bis ich die richtige erwischte. Ich war halb blind.

«Hallo», sagte ich, als jemand an den verdammten Apparat kam. Ich war so betrunken, daß ich eigentlich brüllte.

«Wer ist da?» fragte eine eiskalte weibliche Stimme.

«Ich, Holden Caulfield. Möchte mit Sally sprechen, bitte.»

«Sally schläft. Hier ist Sallys Großmutter. Warum rufen Sie um diese Zeit an, Holden? Wissen Sie, wie spät es ist?»

«Ja. Will aber Sally sprechen. Sehr wichtig. Soll kommen.»

«Sally schläft schon, junger Mann. Rufen Sie morgen an. Gute Nacht.»

«Wecken Sie sie! He, aufwecken! Nur vorwärts!»

Dann kam eine andere Stimme. «Holden, da bin ich.» Es war Sally. «Was soll denn das bedeuten?»

«Sally? Bist du's?»

«Ja - schrei nicht so. Bist du betrunken?»

«Ja. Hör. He, hör zu. Ich komme am Heiligen Abend. O. K.? Den verdammten Baum für dich zu schmücken. O. K.? O. K.? He, Sally?»

«Ja. Du bist ja betrunken. Geh jetzt ins Bett. Wo bist du? Wer ist bei dir?»

«Sally? Soll ich kommen und deinen Baum schmücken? O. K.? O. K.? He?»

«Ja - ja! Geh jetzt ins Bett. Wo bist du denn? Wer ist bei dir?»

«Niemand. Nur ich und Holden und Caulfield.» Großer Gott, war ich betrunken! Dabei preßte ich sogar immer noch die Hand auf meine Wunde. «Sie haben mich erwischt. Rockys Bande hat mich erwischt. Weißt du das? Weißt du, was das heißt, Sally?»

«Ich kann dich nicht mehr verstehen. Geh jetzt ins Bett. Ich muß gehn. Ruf mich morgen an.»

«He, Sally! Soll ich dir den Baum schmücken? Willst du das? He?»

«Ja. Gut Nacht. Geh heim und geh ins Bett.»

Sie hängte ein.

«Gut Nacht. Gut Nacht. Sally-Baby. Liebster süßer Sally-Liebling», sagte ich. Kann sich jemand vorstellen, wie betrunken ich war? Dann hängte ich auch ein. Vermutlich war sie gerade erst von einer Verabredung heimgekommen. Ich stellte mir vor, wie sie mit den Lunts und allen und diesem Andover-Affen irgendwo ausgewesen war, wie sie alle zusammen in einer verdammten Teekanne herumgepaddelt waren. Wie sie alle geistreiches Geschwätz von sich gaben und höchst charmant und affektiert waren. Hätte ich mit ihr nur nicht telefoniert, Herr im Himmel! Wenn ich betrunken bin, benehme ich mich wie ein Verrückter.

Ich blieb ziemlich lang in der elenden Telefonkabine. Ich hielt mich sozusagen am Telefon fest, um nicht ohnmächtig zu werden. Es ging mir nicht gerade glänzend, ehrlich gesagt. Schließlich ging ich hinaus und stolperte wie ein Idiot in die Herrentoilette. Dort füllte ich ein Waschbassin mit kaltem Wasser und tauchte meinen Kopf bis zu den Ohren hinein. Ich machte mir nicht einmal die Mühe, mich abzutrocknen. Ich ließ den blöden Hund einfach tropfen. Dann ging ich zum Heizkörper am Fenster und setzte mich darauf. Er fühlte sich schön warm an. Das tat mir gut, weil ich wahnsinnig schlotterte. Komisch, ich schlottere immer wie toll, wenn ich betrunken bin.

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