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Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]

Электронная книга - «Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]». Краткое содержание книги:

Menschlicher Forschergeist sind keine Grenzen gesetzt. Kurz vor dem Jahre 2000 sind Mond und Mars bereits bezwungen.
Die Venus dagegen, der Schwesterplanet der Erde, hütet hinter einer dichten Wolkenhülle auch vor den stärksten irdischen Teleskopen ihre Geheimnisse.
Deshalb startet die SSSR-KS 3“, ein sowjetisches Raumschiff, mit zwölf Wissenschaftlern an Bord in Richtung Venus. Die Landung gelingt, doch heftige Gewitter und sintflutartige Regen erschweren die Erkundung des Planeten.
Alle bewegt die Frage: Gibt es hier vernunftbegabte Wesen? Sollen es die aufrecht gehenden schildkrötenartigen Geschöpfe sein, die dreien der Kosmonauten zum Verhängnis werden?
Phantasiereich und glaubhaft gestaltet der Autor die Begegnung des Erdenmenschen mit Bewohnern einer anderen Welt und mit der ans Wunderbare grenzende Technik eines fremden Raumschiffs, das vor Jahrtausenden auf der Venus niedergegangen ist.
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Im Lautsprecher meldete sich eine Stimme. Ruckartig richtete Belopolski sich auf.

Eine Anfrage von Toporkow? … Nein, es war nicht Toporkows Stimme …

„Raumschiff! Raumschiff! Hier spricht Melnikow! Hier spricht Melnikow! Antwortet!“ Fassungslos ob des überraschenden Glücks schaltete Belopolski den Sender ein.

„Ich höre, Boris, ich höre! Wo bist du?“ „Unsere Maschine liegt vor einer unbekannten Küste, westlich von euch. Eine Blitzeinwirkung hat die Triebwerke zerstört.

Bei der Landung sind wir auf eine Sandbank aufgelaufen, wobei die Schwimmer abbrachen. Wtorow und ich haben keine Verletzungen. Durch den Aufprall war der Generator unserer Funkanlage unbrauchbar geworden, wir haben ihn soeben repariert. Mit eigener Kraft können wir die Maschine nicht bewegen.“ „Toporkow ist mit dem zweiten Flugzeug gestartet, um euch zu suchen. Nehmt mit ihm Verbindung auf, und zwar auf eurer Welle. Reichen Luft und Lebensmittel?“ „Ich habe mitgehört“, schaltete sich Toporkow selber ein.

„Boris Nikolajewitsch! Geben Sie mir Funkorientierungssignal!“ „Es hat keinen Zweck, mit dem Flugzeug zu kommen“, antwortete Melnikow.„Kehren Sie um! Konstantin Jewgenjewitsch, lassen Sie Igor Dmitrijewitsch sofort umkehren. Wenn Sie es für möglich halten, schicken Sie uns das Unterseeboot.“ „Was heißt,Wenn Sie es für möglich halten‘?“ Belopolski war entrüstet. „Wir sind bereit, alles zu tun, um euch zu retten.

Aber habt ihr genug Sauerstoff?“ „Er reicht noch für vierzehn Stunden. Und ungefähr zwei Stunden können wir noch länger aushalten, wenn wir den Sauerstoff aus den Behältern der Gasmasken benutzen. Ich bin der Meinung, daß nur mit dem Unterseeboot…“ Jäh brach Melnikows Rede ab. Aufgeregt rief Belopolski ihn, aber vergebens. Die Verunglückten antworteten nicht mehr.

„Am westlichen Horizont steht wieder eine mächtige Gewitterfront“, meldete Toporkow.

„Kehren Sie sofort zurück! Brauchen Sie Funkorientierung?“ „Nein, ich sehe die Insel noch.“ Balandin trat ein. Der Professor sah erschöpft aus. Als er hereinkam, hörte er, wie der Kommandant Romanow und Knjasew die Weisung gab, sie sollten am Hangar Toporkow erwarten.

„Kommt das Flugzeug schon zurück? … So schnell?“ Nach Balandin traten Korzewski, Paitschadse, Andrejew und Saizew ein.

Belopolski schilderte den Genossen sein überraschendes Gespräch mit Melnikow. Dabei schaltete er die Sprechanlage ein, damit Romanow und Knjasew mithören konnten.

Die freudige Botschaft machte allen neuen Mut.

„Wird das Boot aus der Bucht auslaufen können?“ fragte Balandin besorgt.

„Das werden wir sofort feststellen“, antwortete Belopolski.

„Sascha!“ rief er. Den jungen Mechaniker nannten alle beim Vornamen.

„Ich höre“, antwortete Knjasew.

„Sobald die Maschine wieder im Hangar steht, fahren Sie zum Ausgang der Bucht und stellen fest, ob das Unterseeboot von hier aus in See stechen kann. Messen Sie die Tiefe.“ „Zu Befehl!“ „Wenn es aber nicht geht?“ fragte Korzewski.

„Dann sprengen wir die Felsen, die die Ausfahrt versperren“, antwortete Belopolski energisch, so wie ihn alle kannten. Von der Schwäche, die ihn soeben noch übermannt hatte, war nichts mehr zu spüren. „Mit dem Boot werden Sinowi Serapionowitsch und Konstantin Wassiljewitsch fahren.“ „Dann bitte ich die beiden Genossen mitzukommen“, sagte Andrejew. „Wie lange wird es dauern, bis das Boot seeklar ist?“ „Wenn wir keine Felsen sprengen müssen, anderthalb Stunden.“ „Das genügt, um sich etwas zu erholen. Kommen Sie, Stanislaw Kasimirowitsch! Wir werden uns bemühen, die U-BootFahrer wieder in einen normalen Zustand zu versetzen.“ Korzewski, Balandin und Saizew gingen mit Andrejew hinaus.

Toporkow landete glatt, und kaum stand das Flugzeug im Hangar, da fuhr das Motorboot schon zum Ausgang der Bucht.

Eine Fahrrinne für das Unterseeboot wurde gefunden und vermessen.

Kaum war das Boot zum Schiff zurückgekehrt, da regnete es wieder in Strömen. Dieselbe Gewitterfront, die Toporkow per Sprechfunk angekündigt hatte, belagerte die Insel. Aber keiner stellte die Arbeit ein. Das Unterseeboot wurde im Innern des Raumschiffes mit allem Notwendigen ausgerüstet. Durch bittere Erfahrung belehrt, richteten sich die Sternfahrer auf die ärgsten Unglücksfälle ein. Es wurde ein doppelter Lebensmittelvorrat für fünf Personen, berechnet auf eine Woche, verladen, desgleichen ein dreifacher Satz Sauerstoffbehälter und zusätzliche Akkumulatoren; sorgfältig wurden die Mechanismen und die Funkanlage geprüft. Auch Taucher- und Kühlanzüge wurden nicht vergessen. Toporkow stellte sein Ionometer auf das Zentrale Steuerpult.

Die Männer beeilten sich, aber jede Anlage, jedes Teil wurde dreifach geprüft.

Das Unterseeboot, das man eigens für die Fahrt auf der Venus gebaut hatte, war nicht groß — acht Meter lang und zweieinhalb Meter im Durchmesser. Der Rumpf bestand aus Plasteguß, der hart wie Stahl und durchsichtig wie Glas war. Mit vier mächtigen Scheinwerfern konnte die ganze Umgebung des Bootes beleuchtet werden. Zwei Schrauben, die von Elektromotoren getrieben wurden, konnten ihm eine Geschwindigkeit von fünfzig Stundenkilometern verleihen. Fast alle Teile der Ausrüstung waren aus Plaste gefertigt, was das Fahrzeug leicht und wendig machte. Die Errungenschaften der Plaste-Industrie, die sich in den letzten Jahren stürmisch entwickelt hatte, waren die Voraussetzung dafür, daß dieses Wunderwerk der Technik entstehen konnte.

Sobald das Gewitter abgezogen war, wurde die Funkverbindung mit dem gestrandeten Flugzeug wiederaufgenommen. Melnikow präzisierte die Angaben über die Lage des neuentdeckten Festlandes. Es befand sich seiner Berechnung nach hundertfünfzig Kilometer südwestlich der Insel. Sein Ufer erstreckte sich von Horizont zu Horizont, so daß das Unterseeboot es gewiß nicht verfehlen konnte. ‘ „Meiner Meinung nach ist es ein Festland“, erklärte Boris Nikolajewitsch. „Es könnte nichts schaden, wenn Sinowi Serapionowitsch auf dem Wege hierher das Ufer nördlich und südlich von uns näher untersuchte. Wir müssen genau feststellen, ob dies ein Festland oder eine Insel ist. Wir können mit bloßem Auge Wald sehen, und er besteht nicht aus Korallen.“ „In welchem Zustand befindet sich das Flugzeug?“ fragte Belopolski.

„Die Schwimmer sind abgebrochen, die Flügel weg. Ich fürchte, es ist völlig fluguntüchtig geworden.“ „Danach frage ich nicht. In welchem Zustand ist der Rumpf, in dem Sie sich aufhalten?“ „Er sackt allmählich ab. Wird anscheinend von dem sandigen Grund aufgesogen, und die Regengüsse tun das Ihrige.“ „Und da empfehlen Sie Balandin, er soll sich das Ufer ansehen!“ Melnikows Kaltblütigkeit begeisterte alle Besatzungsmitglieder.

Zwei Stunden später lag das Unterseeboot seeklar vor der hinteren Luftschleuse.

Balandin und Saizew kamen. Ein belebendes Sauerstoffbad, eine Stunde künstlicher Schlaf und Massage hatten sie erstaunlich verändert. Dank der helfenden Hand der Schiffsärzte war ihnen keine Spur von Müdigkeit anzumerken. Sie fühlten sich gekräftigt und energiegeladen.

„Sie fahren ohne Umwege zu Melnikow und Wtorow“, befahl ihnen Belopolski. „Halten Sie sich nirgends auf — was Ihnen unterwegs auch begegnen mag. Falls Boris Nikolajewitsch Ihnen nahelegt, Sie sollten sich mit irgendwelchen Untersuchungen abgeben, so verbiete ich, auf ihn zu hören.“ „Wer wird denn jetzt an Forschungsarbeit denken?“ staunte Balandin.

Die anderen schilderten ihm Melnikows Unterhaltung mit Belopolski. Der Professor schüttelte nur mit dem Kopf.

Die Befürchtung, es könne bald ein längeres Gewitter aufziehen, trieb die U-Boot-Fahrer zur Eile. Sie mußten wenigstens das Riff, das die Ausfahrt aus der Bucht verengte, bei klarem Wetter umschiffen. Wenn sie erst auf hoher See waren, konnten sie tauchen und brauchten die Unwetter nicht mehr zu fürchten.

Eine sorgfältig gezeichnete Karte von der Fahrrinne des Fjordes wurde Saizew übergeben.

Die Kosmonauten waren nun beinahe völlig beruhigt. An der Stabilität des Unterseebootes war nicht zu zweifeln. Es würde die hundertfünfzig Kilometer lange Strecke innerhalb von drei Stunden zurücklegen und sich unterwegs nach den Funksignalen des Flugzeuges orientieren. Selbst wenn man auf unvorhergesehene Hindernisse stoßen sollte, deren Überwindung drei Stunden zusätzlich kostete, würden Melnikow und Wtorow rechtzeitig aus dem Flugzeugwrack gerettet werden.

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