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Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]

Электронная книга - «Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]». Краткое содержание книги:

Menschlicher Forschergeist sind keine Grenzen gesetzt. Kurz vor dem Jahre 2000 sind Mond und Mars bereits bezwungen.
Die Venus dagegen, der Schwesterplanet der Erde, hütet hinter einer dichten Wolkenhülle auch vor den stärksten irdischen Teleskopen ihre Geheimnisse.
Deshalb startet die SSSR-KS 3“, ein sowjetisches Raumschiff, mit zwölf Wissenschaftlern an Bord in Richtung Venus. Die Landung gelingt, doch heftige Gewitter und sintflutartige Regen erschweren die Erkundung des Planeten.
Alle bewegt die Frage: Gibt es hier vernunftbegabte Wesen? Sollen es die aufrecht gehenden schildkrötenartigen Geschöpfe sein, die dreien der Kosmonauten zum Verhängnis werden?
Phantasiereich und glaubhaft gestaltet der Autor die Begegnung des Erdenmenschen mit Bewohnern einer anderen Welt und mit der ans Wunderbare grenzende Technik eines fremden Raumschiffs, das vor Jahrtausenden auf der Venus niedergegangen ist.
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Sie sind zufällig auf die Venus gestoßen, haben die Erde nicht bemerkt und dann den Rückflug in ihre Heimat angetreten.“ Alle diese Auseinandersetzungen waren im Grunde völlig zwecklos. Beide Seiten konnten mit gleichviel Grund annehmen, sie hätten recht. Das Rätsel des Lineals ließ sich nicht lösen, bevor der Planet nicht eingehend erforscht war.

Ähnlich wie Belopolski zog auch Paitschadse es vor, zu schweigen. Wenn er geradezu gefragt wurde, gab er ausweichende Antworten wie: „Das mag schon sein“ oder „Das ist kaum anzunehmen.“ Am Sechzehnten sollte der erste Probeflug über der Insel unternommen werden. Die Männer warteten, bis es für Venusverhältnisse etwas aufklarte, dann schoben sie das Flugzeug ins Wasser.

Melnikow saß am Steuerknüppel, Wtorow hatte sich in einen Passagiersessel gesetzt. Die Triebwerke heulten auf, und der silbergleißende Vogel glitt, einen Schaumstreif hinter sich herziehend, über die spiegelglatten Wasser und erhob sich in die Lüfte.

Auf Wtorows Bitte hin kreiste Melnikow einmal über dem Fjord. Gennadi Andrejewitsch wollte das Schiff fotografieren, wie es unten am Ufer lag. Die lange stählerne Zigarre mit der komplizierten Richtantenne, die das Vorschiff überragte, war deutlich zu erkennen. Toporkow sandte jeden Tag Funksprüche an die Erde, und die Antenne wurde gar nicht mehr eingefahren.

Nebel behinderte die Sicht. Trotzdem konnte man noch viele Einzelheiten der Landschaft erkennen. Melnikow dachte daran, daß sie in ein paar Tagen die Insel nicht mehr von oben würden betrachten können. Der Dunst, der von der Wasseroberfläche aufstieg, verdichtete sich von Stunde zu Stunde.

Um die Genossen unten auf dem Schiff zu grüßen, schaukelte das Flugzeug mit den Tragflächen, dann stieg es auf dreihundert Meter. Von dieser Höhe aus konnte man die ganze Insel gut überblicken. Sie hatte die Form eines fast rechtwinkligen Dreiecks.

Der Wind trieb nach wie vor düstere Wolken vor sich her, überall wälzten sich schwarze Regenwände und zuckten Blitze.

Vom Schiff aus wurde gefunkt, daß Gewitterfronten noch nicht in bedrohlicher Nähe seien, sich aber von allen Seiten der Insel zu nähern schienen.

Das Flugzeug flog an der Küste entlang. Zur Linken breitete sich der mit weißen Wellenkämmen bedeckte unendliche Ozean, zur Rechten der orangerote vermeintliche Wald, hinter dem wiederum die Wasserebene schimmerte.

Das Ufer sah die ganze Zeit gleich aus. Hoch, abschüssig, von Korallenbäumen gekrönt. Viele Buchten schnitten ins Land. Sie waren gewöhnlich sehr schmal und erinnerten an Erdspalten.

Die Geschwindigkeit war zu groß, als daß die beiden Männer im Flugzeug Einzelheiten hätten ausmachen können. Ein Hubschrauber wäre für ihre Zwecke nützlicher gewesen, aber mit solchen speziell zur Geländeerkundung geeigneten Maschinen war die Expedition nicht ausgerüstet; es wäre für einen Hubschrauber auch allzu gefährlich gewesen, mit einer Gewitterfront zusammenzutreffen. Seine relativ geringe Wendigkeit und Geschwindigkeit sowie die langen Blätter seiner Luftschrauben konnten ihm leicht zum Verhängnis werden. Ein schnelles, manövrierfähiges Düsenflugzeug ohne Luftschraube war unter den Bedingungen der Venus am sichersten.

Als die Maschine die Südspitze der Insel erreicht hatte, drehte Melnikow auf Kurs Nordwest und folgte weiter den Windungen der Inselküste.

Das durchsichtige Plastedach bot für das Fotografieren kein Hindernis, und Wtorow machte eine Aufnahme nach der anderen. Der Wind kam nun von vorn. Seine Stärke ließ sich am Sinken der Fluggeschwindigkeit ablesen.

Als weißer Streifen war in der Tiefe die Brandung zu erkennen. Die vom Wind gepeitschten Wellen stürmten grimmig gegen das Steilufer und zerschellten zu diamantenem Staub.

Das gewiß sehr laute Tosen der Brandung war durch das Dröhnen der Triebwerke natürlich nicht zu hören.

Bald mußte der Kurs abermals geändert werden. Diesmal nach Nordosten. Die Landschaft änderte sich nicht, und nirgends entdeckten die beiden Männer etwas Neues. Überall bot sich ihnen ein und dasselbe Bild.

Nach fünfzehn Minuten hatte das Flugzeug die Insel umflogen. Dann überquerte es sie mehrmals von Norden nach Süden, von Osten nach Westen und in umgekehrter Richtung.

Aber nichts war zu erspähen, was auch nur im entferntesten an eine künstliche Anlage erinnert hätte.

Die Korallensiedlung inmitten des Ozeans lag völlig vereinsamt und war offenbar unbewohnt. Wenn es auf der Venus bewußtes Leben gab, dann mußte es anderenorts gesucht werden.

Melnikow wollte schon zum Schiff zurückfliegen, da meldete Toporkow, das Ionometer steige steil an, und anscheinend ziehe ein mächtiges Gewitter herauf.

„Die Ionisierung nimmt schnellstens zu“, wurde vom Schiff übermittelt, „sie ist bedeutend stärker als gewöhnlich. Ihr müßt äußerst vorsichtig sein.“ Melnikow musterte den Horizont. Tatsächlich schob sich von Nordwesten her eine breite schwarze Bank heran. Schnell wachsend und voll zuckender Blitze, schien sie die Insel stürmen zu wollen.

Es durfte nicht gezögert werden. Noch fünf, sechs Minuten, und das Gewitter würde die Insel zudecken. An eine Landung war nicht zu denken. Das hieße das Flugzeug der Vernichtung preisgeben. Der Regen wurde herniederprasseln, bevor sie im Hangar Schutz gefunden hätten.

Melnikow gab Vollgas. Mit Überschallgeschwindigkeit raste die Maschine nach Süden und stieg zugleich zu den Wolken empor. Sollte es nicht gelingen, dem Gewitter zu entfliehen, so blieb noch der Ausweg, größere Höhen zu erreichen.

Rasch näherte sich der schwarze Streifen dem Flugzeug, aber Melnikow erspähte weit voraus schon das Ende der Wand. Sich im Blindflug in die Wolken schlagen wollte er nicht. Er drehte etwas nach Osten ab, wich so vor dem Gewitter aus und gewann Zeit.

Buchstäblich in letzter Sekunde gelang es ihm, der Front zu entrinnen.

Die tückische Wasserwand schoß dicht hinter dem Schwanz des Flugzeuges vorüber. Wie immer auf der Venus hatte auch diese Gewitterfront scharfe, gleichsam geschnittene Grenzen.

Wäre der Wind nicht gewesen, so hätte man wohl wenige Schritte neben einem Wolkenbruch stehen und trotzdem trocken bleiben können.

Nachdem Melnikow sich überzeugt hatte, daß die Gefahr an ihnen vorübergegangen war, drosselte er die Geschwindigkeit und drehte nach Westen ab.

Die Insel hatte sich ihren Blicken längst entzogen. Sie waren allein inmitten der unendlichen Räume des fremden Planeten.

Allein in einem kleinen zerbrechlichen Apparat, den die entfesselten Naturgewalten in wenigen Augenblicken zerschmettern konnten. Die Funkverbindung mit dem Raumschiff war mit Einsetzen des Gewitters abgebrochen.

Wtorow fühlte sich schrecklich einsam.

Nun war alles aus!

Nie würden sie die Insel und das Schiff wiedersehen. Eine der Gewitterfronten, die überall, wohin sie auch blickten, sichtbar waren, würde über sie herfallen, und die Wellen des Ozeans wurden über dem zerschellten Flugzeug zusammenschlagen — kein Mensch erfuhr je, wo sie beide ihr Grab gefunden hatten.

Er beugte sich instinktiv zu Melnikow vor, dem einzigen unter Millionen Erdenmenschen, der sein Los teilte.

Sie waren allein! … Niemand würde ihnen zu Hilfe kommen!

Der breite Rücken des Piloten bewegte sich nicht. Melnikows behandschuhte Hände hielten sicher das Steuer. Er wandte den Kopf, spähte zum Horizont, und durch das Schauglas seines Helmes sah Wtorow die ruhigen Züge des Gefährten, die auch nicht den Schatten einer inneren Unruhe verrieten.

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