Die zwölf Gebote
- Автор: Шелдон Сидни
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Die zwölf Gebote». Краткое содержание книги:
„Natürlich ist sie das, Vater. Aber ich könnte niemals Polizist werden."
„Und warum nicht?"
Aber er wußte die Antwort ohnehin schon im voraus.
„Weil ich da Menschen etwas antun müßte" Jetzt hatte sein Vater endgültig genug. „Du bist eine Schande, ich schäme mich für dich schrie er ihn an. „Solange ich denken kann, warst du, ein Feigling, schon als kleines Kind. Ewig mußte ich zusehen, wie die anderen dich verprügelt haben und du nicht einmal versucht hast, dich zu wehren. In der Football-Mannschaft, in der High School hast du dich geweigert, ordentlich zu spielen. Du bist und bleibst einfach nur ein Feigling. Und ein Lügner bist du obendrein. Dauernd sagst du, es ist, weil du keinen verletzen willst. Aber die Wahrheit ist doch, daß du Angst hast, selbst verletzt zu werden." „Glaube mir, Vater, so ist das nicht..."
„Ach was, ich habe genug. Geh mir aus den Augen und aus dem Haus. Ich will dich nicht mehr sehen, verstanden? Ich schäme mich für dich."
Robert war über das alles sehr gebrochen. Er sagte die Wahrheit, aber niemand wollte ihm glauben. Haben sie denn alle, fragte er sich, noch nie etwas vom Zwölften Gebot gehört, Du sollst deinen Mitmenschen kein Leid zufügen?
Am nächsten Morgen verließ er sein Elternhaus.
Aber vor dem Abschied hatte er noch ein Gespräch mit seiner Mutter.
„Ich sehe es gar nicht gern, daß du fortgehst, mein Sohn", sagte sie. „Aber dein Vater will dich nicht mehr im Haus haben."
Sie umarmte ihn und versicherte: „Ich halte dich nicht für einen Feigling, mein Junge." „Danke, Mutter."
Robert zog in ein kleines Apartment und sah sich nach einer Stellung um. Er fand eine in einem Supermarkt. Viel verdiente er dort nicht, aber zumindest war er sicher, daß er dort nie in Gefahr käme, jemandem ein Leid anzutun.
Im selben Supermarkt arbeitete auch ein sehr hübsches Mädchen namens Jenny.
Robert und Jenny begannen miteinander auszugehen, und nach einiger Zeit machte Robert Jenny einen Antrag. Sie nahm an, und sie heirateten.
Jenny hielt ihren Mann für den wundervollsten der Welt. Er sah gut aus und war intelligent und gutmütig. Sie führten eine sehr glückliche Ehe. Sie bekamen einen Sohn.
Und damit fingen die ganzen Schwierigkeiten an.
Ihr kleiner Junge, er hieß Louis, kam eines Tages mit einem blauen Auge und einer blutigen Nase aus der Schule. Jenny war entsetzt.
„Wer war das?" fragte sie.
„Einer der Jungs in der Schule."
Der Junge, der Louis verprügelt hatte, war viel älter.
Als Robert nach Hause kam, erzählte ihm Jenny, was passiert war.
„Du mußt mit dem Vater dieses Jungen reden!" sagte sie. „Na gut."
Robert suchte den Mann auf. Dieser war klein und schmächtig, viel kleiner als Robert.
„Tut mir leid, Sie zu belästigen", sagte Robert höflich, „aber unsere bei den Jungs haben sich anscheinend in die Wolle gekriegt."
„Na und? Alle Jungs prügeln sich."
„Ich weiß, aber das war nicht fair", sagte Robert. „Ihr Sohn ist viel älter als mein Louis. Er sollte das nicht tun: und ihn in Ruhe lassen."
„Wer sagt, er hat angefangen? Ihr Louis hat angefangen." „Das glaube ich nicht", sagte Robert.
„Was, nennen Sie meinen Sohn einen Lügner?" ereiferte sich der Mann.
Und er versetzte Robert einen Schlag ins Gesicht.
Aber Robert schlug nicht zurück. Er sagte nur: „Das hätten Sie nicht tun sollen."
Doch der Mann schlug ihn noch einmal.
„Also, wirklich", sagte Robert, „das ist nun echt nicht nötig." Da hatte er schon wieder eine.
Als er nach Hause kam, hatte er zwei blaue Augen und eine blutige Nase.
Jenny war wieder entsetzt. „Was ist passiert?"
„Ich hatte eine kleine Auseinandersetzung mit dem Vater dieses Jungen", sagte Robert.
„Na, hoffentlich hast du ihn nicht zu sehr verletzt."
„Nein", beruhigte Robert sie, „habe ich nicht."
Doch als Jenny dann erfuhr, was wirklich vorgefallen war, war sie erst recht außer sich.
„Willst du sagen, du bist einfach dagestanden und hast dich schlagen lassen?"
„Ja", sagte Robert, „ich hatte nichts gegen ihn." „Du hattest nichts gegen ihn? Was bist du eigentlich für ein Mann? Erst läßt du zu, daß der Sohn von diesem Menschen unseren Louis verprügelt, und dann läßt du dich auch noch selbst verhauen!"
Robert versuchte zu erklären: „Das Zwölfte Gebot -" „Dein blödes zwölftes Gebot ist mir völlig schnurz!" sagte seine Frau.
Und sie stürmte aus dem Zimmer.
In der Schule verspotteten alle Kinder Louis, weil sein Vater so ein Feigling war.
Der Junge, der ihn vermöbelt hatte, sagte: „Mein Vater hat deinen Vater verdroschen, und der hat sich nicht einmal gewehrt."
„Mein Vater ist ein tapferer Mann", sagte Louis. Als Robert an diesem Abend heimkam, sagte Louis zu ihm: „Dad, du hast doch keine Angst zu kämpfen, oder?" „Natürlich nicht", sagte Robert. „Ich halte es nur für falsch." Louis besah sich die beiden blauen Augen und die blutige Nase seines Vaters.
Und er dachte: Mein Vater ist tatsächlich ein Feigling.
Robert war sehr verunsichert. Er dachte: Mache ich etwas falsch? In meinem Leben bin ich immer nur in Schwierigkeiten gekommen, weil ich Gottes Gebote einhalte. Am nächsten Sonntag ging er zur Beichte. „Pater, ich habe gesündigt."
Der Priester sagte: „Was für eine Sünde hast du begangen, mein Sohn?"
„Ich habe das Zwölfte Gebot gehalten." Ein langes Schweigen folgte.
Dann sagte der Priester: „Ich verstehe nicht. Du hast gesündigt, weil du das Zwölfte Gebot gehalten hast?" „Ja, das glaube ich", sagte Robert. „Ich bin ziemlich verwirrt. Die Bibel sagt, ich soll keine Gewalt anwenden, und doch hassen mich alle, weil ich mich daran halte. Irgend etwas muß falsch daran sein. Schon in der Schule mochten mich alle nicht. Dann habe ich meine Freundin deshalb verloren. Und mein Vater warf mich aus dem Haus. Jetzt halten meine Frau und mein Sohn mich für einen Feigling. Ich weiß nicht mehr, wie ich mich verhalten soll."