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Indiana Jones und das Schwert des Dschingis Khan

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schwert des Dschingis Khan». Краткое содержание книги:

Mit einer Cocktailparty in der russischen Botschaft fängt alles an, aber kurze Zeit später muß Indiana Jones wieder einmal feststellen, daß er mit der Peitsche doch besser umgehen kann als mit langstieligen Champagnergläsern. Die schöne Sowjet-kommissarin Tamara Jaglova lädt Indy ein, an einer archäologischen Expedition in die Äußere Mongolei teilzunehmen. Es geht um eine alte Legende. Und darum, was passieren könnte, wenn die Legende Wahrheit wird.
Wenn das Schwert des Khan gefunden wird, so die Sage, wird das Mongolenreich zu alter Größe wiederauferstehen. Die wilden Horden sind bereit. Ein aussichtsloses Unternehmen für Indy, auf den Gegner aller Nationen warten: Russen, Chinesen, Deutsche und Japaner. Eins jedoch ist klar: Einem Abenteuer weicht man nicht aus. Und so beginnt eine wilde Hetzjagd quer über die Kontinente.
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Irgend etwas stimmte hier nicht. Eine unnatürliche Stille herrschte in dem Gebäude, in dem sich angeblich Hunderte von Menschen verschanzt hatten.

Moto schien ähnliche Gedanken zu hegen, denn auch er sah eher besorgt als zufrieden aus, als er hinter Indiana durch die Tür trat und sich mit einem raschen Blick in beide Richtungen davon überzeugte, daß sie allein waren. Mit der rechten Hand machte er eine rasche, befehlende Geste. Zwei der Ninjas entfernten sich in entgegengesetzte Richtungen, und Moto gab Indiana und den anderen zu verstehen, daß sie stehenbleiben sollten.

Sie wagten es nicht zu sprechen, und Moto blickte Indiana sogar zornig an, als dieser nach einigen Augenblicken zur gegenüberliegenden Wand des Flures ging, wo er ein schmales Fenster entdeckt hatte. Aber er machte auch keinen Versuch, ihn zurückzuhalten.

Indiana beugte sich vorsichtig hinaus und spähte in die Tiefe.

Es herrschte immer noch schwärzeste Nacht, aber er konnte jetzt zumindest Schatten und Umrisse erkennen. Das Kloster lag einsam und so still unter ihnen, als wäre das Leben nicht nur daraus gewichen, sondern als hätte es hier niemals welches gegeben. Hier und da gewahrte er ein Licht, auf den Mauern gute zwanzig Meter unter sich glaubte er die Schemen von Männern zu erkennen, die dort reglos Wache standen, und trotzdem … wußte er es plötzlich.

Es war nicht nur zu still. Hier regte sich nichts! Die Posten dort unten auf den Mauern rührten sich nicht. Sie gingen nicht auf und ab, bewegten nicht die Hände oder stampften mit den Füßen auf, wie es Männer zu tun pflegten, die in einer so eisigen Nacht Wache standen. Nicht ein Schatten bewegte sich hinter Fenstern, nicht ein Licht flackerte oder erlosch.

Mit einem Ruck fuhr er zu Moto herum.»Das ist eine Falle!«sagte er.»Hier ist niemand!«

Moto starrte ihn an. Eine Sekunde lang schien er einfach nur wütend zu sein, daß Indiana so laut gesprochen hatte, dann war er mit einem einzigen Satz neben ihm, stieß ihn zur Seite und beugte sich ebenfalls aus dem Fenster.

«Verdammt!«stieß er hervor, als er sich wieder aufrichtete.

«Sie haben recht!«Er schrie Hondo etwas auf japanisch zu, wandte sich mit knappen, gebrüllten Befehlen und abgehackten Gesten an die beiden anderen Ninjas, die auf der Stelle herumfuhren und ihren Kameraden nachstürzten, und drehte sich dann wieder zu Indiana herum.

«Sie müssen gewußt haben, daß wir kommen!«sagte er haßerfüllt.»Wir sind verraten worden!«

«Das scheint mir auch so«, antwortete Indiana ernst.

Motos Blick bohrte sich in den seinen. Aber es dauerte einige Sekunden, bis Indiana überhaupt begriff, was das eisige Funkeln in den Augen des Japaners zu bedeuten hatte.

«Sie glauben doch nicht etwa, daß ich das war?«fragte er.

«Wer sonst?«gab Moto gefährlich leise zurück. Seine Hand legte sich auf den Griff des Schwertes an seinem Gürtel.»Keiner außer uns hier hat von diesem Plan gewußt. Ich selbst war es nicht. Und für Hondo und seine Männer lege ich beide Hände ins Feuer.«

«Sie sind ja verrückt!«antwortete Indiana.»Wann hätte ich das tun sollen? Ihre Soldaten haben mich keine Sekunde aus dem Auge gelassen. Und selbst wenn — was hätte ich davon gehabt?«

«Das weiß ich nicht«, antwortete Moto, ohne die Hand vom Schwertgriff zu nehmen. Indiana sah, daß er die Klinge ungefähr einen halben Zentimeter weit aus der Scheide herausgezogen hatte.»Vielleicht ein Geschäft mit Dzo-Lin, uns gegen Ihre Freundin auszutauschen?«

«Aber sicher«, antwortete Indiana sarkastisch.»Ich gebe zu, Sie haben mich ertappt. Ich habe gestern morgen eine Brieftaube losgeschickt, und gestern abend bei Sonnenuntergang kam sie mit Dzo-Lins Antwort zurück.«

«Ihr Humor ist unangebracht, Dr. Jones«, sagte Moto kalt, und Indiana spürte, daß Motos Zorn echt war. Es sah so aus, als ob ihn nur noch wenige Sekunden von einem jähen Ende trennten.

«Ich war es wirklich nicht«, sagte er noch einmal. Diesmal verbannte er sorgsam jeden Unterton von Sarkasmus oder Spott aus seiner Stimme.»Überlegen Sie doch selbst! Wie hätte ich das bewerkstelligen sollen? Ich habe das Lager nicht verlassen, und Ihre Soldaten haben dafür gesorgt, daß ich nicht einmal in die Nähe eines Funkgerätes gelangen konnte. Mal ganz davon abgesehen, daß ich nicht einmal gewußt hätte, wie ich mich mit diesem Dzo-Lin in Verbindung setzen sollte.«

Moto starrte ihn weiter wortlos an; und auf eine Art, die Indiana Angst machte. Er konnte direkt sehen, wie es hinter seiner Stirn arbeitete.

Und dann drehte sich Moto plötzlich mit einem Ruck herum und funkelte Lobsang an.

«Machen Sie sich nicht lächerlich, Moto!«sagte Indiana.»Für ihn und Tsangpo gilt dasselbe. Außerdem hätten die beiden ja völlig verrückt sein müssen, wenn sie trotzdem mitgekommen wären. Für sie war es am gefährlichsten.

Denken Sie daran, was Tsangpo passiert ist.«

Moto wirkte immer noch nicht überzeugt. Aber in das mörderische Glitzern in seinen Augen hatte sich eine winzige Spur von Unsicherheit gemischt.

«Vielleicht ist es nur ein Zufall, daß sie den Tempel ausgerechnet heute Nacht verlassen haben!«fuhr Indiana fort.»Oder sie haben von Hondos geplantem Angriff erfahren und sind auf und davon!«

«Wir sind verraten worden!«beharrte Moto.

«Selbst wenn, dann von keinem von uns!«sagte Indiana.»Bitte, Moto — wer wäre so verrückt, in eine Falle zu gehen, die er selbst gestellt hat?«

Der Japaner war immer noch unentschlossen. Und was schließlich — wenigstens für den Moment — die Entscheidung brachte, das waren sehr viel weniger Indianas Worte, als schlicht und einfach die Tatsache, daß die Ninja-Soldaten zurückkamen und Motos Aufmerksamkeit beanspruchten.

«Sie hatten recht, Jones!«sagte er düster, nachdem er mit ihnen geredet hatte.»Das Kloster ist verlassen. Sie haben ein paar Vogelscheuchen in Uniformen gesteckt und auf den Mauern aufgestellt, damit es von weitem so aussieht, als wäre die Festung noch bemannt. «Er ballte zornig die Faust.»Wahrscheinlich ist hier alles vermint. Hondos Soldaten werden in eine Falle tappen, wenn sie kommen!«

«Nicht, wenn wir sie irgendwie warnen können«, sagte Indiana.»Wir haben genug Zeit.«

Motos Ausdruck nach zu urteilen, schien er nicht unbedingt der gleichen Meinung zu sein. Und auch Indiana war nicht sicher, ob sie wirklich früh genug hier herauskamen, um den Angriff zu stoppen. Der Weg zum Fuß des Berges hinab war lang — und mit Sicherheit kein Spaziergang.

«Außerdem sollten wir sowieso sehen, daß wir hier wegkommen«, fuhr er fort, als Moto nicht antwortete.»In zwei Stunden sind Hondos Flugzeuge hier.«

Das gab den Ausschlag. Angeführt von zwei der schwarzgekleideten Soldaten machten sie sich auf den Weg nach unten, während die beiden anderen die Nachhut bildeten und ihren Rücken deckten.

Trotz allem waren sie sehr vorsichtig. Das Kloster machte einen durch und durch verlassenen Eindruck, wenngleich es erst vor kurzer Zeit, noch dazu in großer Eile verlassen worden zu sein schien. Auf Tischen standen Teller mit nur halb gegessenen Mahlzeiten, sie fanden liegengelassene Kleider, Waffen und andere Dinge, die bei einem geordneten Rückzug aus der Felsenfestung wahrscheinlich nie zurückgelassen worden wären.

Als sie auf den Hof hinaustraten, blieb Indiana so abrupt stehen, daß der hinter ihm folgende Hondo gegen ihn prallte und einen Fluch ausstieß. Das Gefühl, in eine Falle zu tappen, wurde plötzlich so intensiv, daß er fast meinte, es anfassen zu können.

Mit klopfendem Herzen sah er sich um. Auch die beiden Ninjas waren stehengeblieben; ihre Haltung verriet Anspannung.

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