Indiana Jones und das Schwert des Dschingis Khan
- Автор: Хольбайн Вольфганг
- Язык: немецкий
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Indiana Jones und das Schwert des Dschingis Khan». Краткое содержание книги:
Wenn das Schwert des Khan gefunden wird, so die Sage, wird das Mongolenreich zu alter Größe wiederauferstehen. Die wilden Horden sind bereit. Ein aussichtsloses Unternehmen für Indy, auf den Gegner aller Nationen warten: Russen, Chinesen, Deutsche und Japaner. Eins jedoch ist klar: Einem Abenteuer weicht man nicht aus. Und so beginnt eine wilde Hetzjagd quer über die Kontinente.
«Probleme?«flüsterte er; wie gewohnt sehr leise und ohne die Lippen zu bewegen.
«Ich fürchte«, antwortete Moto. Auch er sprach so leise, daß Indiana Mühe hatte, seine Worte überhaupt zu verstehen, obwohl er unmittelbar vor ihm stand. Er begriff, daß mindestens einer der Anwesenden der englischen Sprache mächtig sein mußte und sich Moto — anders als in Hondos Gesellschaft — plötzlich ebenfalls jedes Wort, das er sagte, gründlich zu überlegen hatte.
«Ich habe es mir nicht so schwierig vorgestellt«, gestand Moto nach einem neuerlichen, unangenehmen Zögern.
«Was?«
«Dzo-Lins Festung«, antwortete Moto.»Ich wußte, daß sie in einem schwer zugänglichen Teil der Berge liegt — aber so wie es aussieht, ist es beinahe unmöglich, dorthin zu kommen. Zumindest nicht in der knappen Zeit, die uns zur Verfügung steht. «Er seufzte tief. Für einen Moment wandte er seine Aufmerksamkeit den beiden Tibetern zu, dann sah er wieder Indiana an.
«Ihre beiden neuen Freunde werden uns nicht begleiten können, fürchte ich.«
«Wieso?«Das alte Mißtrauen stieg wieder in Indiana hoch.
«Hondo hat sich bereiterklärt, den Angriff um vier Stunden zu verschieben«, antwortete Moto.»Leider nutzt uns das nicht viel, Dr. Jones. Zu Fuß würden wir zwei Tage brauchen, um das Kloster zu erreichen — die Tatsache außer acht gelassen, daß uns Dzo-Lins Heckenschützen dabei mindestens ein Dutzend Mal über den Haufen schießen würden. Ich sehe nur einen einzigen Weg, Ihren Plan zu verwirklichen: Wir müssen mit einem Fallschirm abspringen. Haben Sie so etwas schon einmal gemacht?«
«Ich bin lernfähig«, antwortete Indiana ausweichend.
Moto sah ihn durchdringend an, gab sich mit dieser Antwort aber überraschenderweise zufrieden.»Ein Fallschirmabsprung im Gebirge, und noch dazu bei Nacht«, sagte er.»Das ist eine gefährliche Angelegenheit. Selbst wenn Sie es schaffen, Dr. Jones — «Er deutete auf die Tibeter und schenkte ihnen ein ganz kurzes, aber auch fast triumphierendes Lächeln.»— wäre es für diese beiden heiligen Männer zu gefährlich.«
Indiana überlegte angestrengt. Ob sich Moto nun über diesen Umstand freute oder nicht, änderte wenig daran, daß er recht hatte. Auch er selbst hatte das ungute Gefühl, den Mund vielleicht ein bißchen zu voll genommen zu haben. Für Lobsang und Tsangpo mußte ein solches Vorhaben der glatte Selbstmord sein.
Aber bevor er Moto widerwillig recht geben konnte, ergriff Lobsang das Wort.»Eure Sorge um unser Wohlergehen ehrt uns, göttlicher Sohn«, sagte er.»Gleichwohl ist sie unberechtigt. «Er deutete mit einem Lächeln, das Moto die Zornesröte ins Gesicht trieb, auf Tsangpo und fuhr fort:»Mein Bruder und ich hatten die große Ehre, für einige Jahre einen Fremden aus dem großen Land hinter dem Meer beherbergen zu dürfen, der uns in der Kunst des Fliegens ohne Flügel unterwiesen hat. Uns wird nichts geschehen, was nicht im Buch des Schicksals vorgezeichnet wäre.«
Moto sah plötzlich aus wie ein Dampfkessel, der ungefähr eine halbe Sekunde vor der Explosion stand. Seine Augen schossen kleine feurige Blitze in Lobsangs Richtung, und seine Finger spielten nervös am Griff seines Schwertes. Seinem Blick nach zu schließen, dachte Indiana, schien er der Meinung zu sein, daß es sehr wohl eine ganze Menge unvorhergesehener Dinge gab, die den beiden Tibetern zustoßen konnten — allen voran die Spitze seines Samurai-Schwertes. Aber er beherrschte sich auch jetzt noch.
«Was für ein Zufall«, knurrte er nur.»Aber bitte — es ist euer Leben. «Mit einer herrischen Geste zitierte er einen der Wachsoldaten herbei, fuhr ihn in seiner Muttersprache an und deutete dann der Reihe nach auf Tsangpo, Lobsang und Indiana.
Halblaut und auf englisch erklärte er:»Der Mann wird Ihnen passende Kleidung, Waffen und Fallschirme aushändigen. Machen Sie sich damit vertraut. Und versuchen Sie, ein wenig zu schlafen. In der folgenden Nacht werden wir kaum dazu kommen.«
Dzo-Lins Festung. Hundertfünfzig Meilen nördlich von Paiyünopa, spät in der gleichen Nacht
Hinterher war es ihm selbst wie ein Wunder vorgekommen — aber Indiana hatte es tatsächlich fertiggebracht, fast den ganzen Tag zu schlafen; was zum einen sicherlich daran lag, daß sein Körper nach dem Vier-Tage-Marsch quer durch halb China nachhaltig auf sein Recht auf Ruhe pochte.
Nur ein einziges Mal war er geweckt worden; am späten Nachmittag, als Lobsang ihn behutsam an der Schulter rüttelte und dann in leicht verlegenem Tonfall um seine Hilfe bat.
Nach allem, was er bereits erlebt hatte, fragte sich Indiana nur, wobei um alles in der Welt er dem kleinwüchsigen Tibeter wohl helfen konnte.
Die Antwort war einfach. Es war nicht Lobsang, sondern Tsangpo, der seine Hilfe dringend brauchte. Der Tibeter hatte sich nämlich derartig in die Schnüre seines Fallschirmes verstrickt, daß sein Anblick Indiana an den einer Fliege erinnerte, die im Netz einer Spinne zappelte. Selbst zusammen mit Lobsang brauchte Indiana eine halbe Stunde, um den Lama-Priester aus seiner unglücklichen Lage zu befreien. Lobsang war deutlich verlegen, aber Indiana verzichtete darauf, irgendeinen Kommentar abzugeben. Allerdings dachte er sich seinen Teil — entweder hatten die beiden Tibeter Moto gegenüber den Mund zu voll genommen, oder Tsangpo war der ungeschickteste Mensch, dem er jemals begegnet war.
Als sie den Tibeter endlich befreit hatten, stellte er sich derart ungeschickt dabei an, seinen Fallschirm wieder zusammenzulegen, daß Indiana es schließlich aufgab und Tsangpo seinen eigenen Rucksack überließ. Er selbst trug das Chaos aus Seide und hoffnungslos verknoteten Stricken zu Hondo zurück und ließ sich unter dem schallenden Gelächter der Japaner einen neuen Fallschirm aushändigen.
Zwei Stunden nach Mitternacht hatte Moto Indiana geweckt, um ihn mit den restlichen Mitgliedern des Überfallkommandos bekanntzumachen. Abgesehen von Moto selbst sowie Major Hondo, der sich durch nichts auf der Welt davon hatte abbringen lassen, an dem Kommandoeinsatz gegen Dzo-Lin persönlich teilzunehmen, bestand ihr Trupp aus sechs weiteren Männern.
Sie trugen keine Uniformen, sondern waren in der Art der berüchtigten japanischen Ninjas gekleidet: in eng anliegende schwarze Anzüge, zu denen gleichfarbige Masken und Handschuhe gehörten. Sie waren mit meterlangen Schwertern und Maschinenpistolen bewaffnet, die sie auf den Rücken trugen, und an ihren Gürteln hing ein Sammelsurium zusätzlicher Waffen und Ausrüstungsgegenstände. Auch Moto und Hondo waren auf ähnliche Art gekleidet, und Indiana befürchtete schon, daß Moto von ihm verlangen würde, sich ebenfalls in den schwarzen Anzug zu hüllen. Zu seiner Erleichterung verlangte er jedoch nichts derartiges, sondern händigte ihm wortlos eine Reisetasche aus, in der sich Indianas eigene Kleider befanden — seine vertraute Lederjacke, der Filzhut, der zusammen mit ihm schon um die ganze Welt gereist und zu einer Art Markenzeichen geworden war, und sogar seine Peitsche. Ohne eine entsprechende Aufforderung abzuwarten, zog er sich um.
Nicht nur in Motos Augen erschien ein verblüffter Ausdruck, als Indiana wenige Augenblicke später zurückkehrte. Es war nicht nur seine Kleidung, die sich geändert hatte. Zu seiner Erleichterung ging keiner der Anwesenden auf den sonderbaren Wandel ein, der sich mit dem schweigsamen Ordensbruder vollzogen hatte. Sie besprachen noch einmal ihr Vorgehen und ihren Plan, dann betraten sie das wartende Flugzeug und hoben in westlicher Richtung ab.
Das war vor drei Stunden gewesen. Jetzt näherten sie sich ihrem Ziel. In einer weiteren Stunde würde die Sonne aufgehen, und wiederum zwei Stunden später, so hatte ihm Moto erklärt, würde ein halbes Dutzend von Hondos Jagdbombern das Felsenkloster bis auf die andere Seite des Himalaja sprengen, wenn es ihnen bis dahin nicht gelang, die Truppen des Rebellengenerals zur Aufgabe zu überreden; ganz egal, ob Indiana und die anderen sich dann noch darin befanden oder nicht.