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Indiana Jones und das Schwert des Dschingis Khan

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schwert des Dschingis Khan». Краткое содержание книги:

Mit einer Cocktailparty in der russischen Botschaft fängt alles an, aber kurze Zeit später muß Indiana Jones wieder einmal feststellen, daß er mit der Peitsche doch besser umgehen kann als mit langstieligen Champagnergläsern. Die schöne Sowjet-kommissarin Tamara Jaglova lädt Indy ein, an einer archäologischen Expedition in die Äußere Mongolei teilzunehmen. Es geht um eine alte Legende. Und darum, was passieren könnte, wenn die Legende Wahrheit wird.
Wenn das Schwert des Khan gefunden wird, so die Sage, wird das Mongolenreich zu alter Größe wiederauferstehen. Die wilden Horden sind bereit. Ein aussichtsloses Unternehmen für Indy, auf den Gegner aller Nationen warten: Russen, Chinesen, Deutsche und Japaner. Eins jedoch ist klar: Einem Abenteuer weicht man nicht aus. Und so beginnt eine wilde Hetzjagd quer über die Kontinente.
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Indiana glaubte ihm. Rücksicht hatte noch nie zu den hervorstechenden Charakterzügen japanischer Soldaten gehört.

Aber darüber machte er sich im Augenblick eigentlich gar keine Sorgen. Viel bekümmerter stimmte ihn der Anblick der Landschaft, über die sie flogen. Soweit er etwas davon sehen konnte, hieß das.

Die Maschine hatte während der letzten halben Stunde beständig an Höhe verloren, das Brummen der Motoren war leiser geworden. Unter ihnen war die meiste Zeit nichts als Schwärze, aber manchmal erblickte Indiana doch die scharfkantigen Umrisse und Schatten der Berge, über die sie hinwegflogen; unangenehm niedrig hinwegflogen, wie er fand. Und abgesehen davon, daß er nicht einmal sicher war, ob ihre Flughöhe für einen Absprung mit dem Fallschirm überhaupt ausreichte, war es der schiere Wahnsinn, über diesen Bergen abspringen zu wollen. Zwischen den rasiermesserscharfen Graten klafften bodenlose Schluchten und Felsspalten, so daß er den Eindruck hatte, über ein Gewirr aus steinernen Speeren und Pfeilspitzen und bodenlosen Fallgruben dahinzugleiten.

«Sind Sie soweit, Dr. Jones?«

Indiana wandte sich von der offenstehenden Tür der Transportmaschine ab und sah in Motos Gesicht. Wie sie alle hatte der Samurai bereits seinen Fallschirm angelegt und eine lederne Fliegerkappe über sein schwarzes Ninja-Kopftuch gezogen. Auch Indiana hatte seinen geliebten Filzhut sicher unter der Jacke verstaut und gegen eine solche Kappe getauscht, und von seinem Rücken hing ebenfalls ein FallschirmRucksack. Er antwortete nicht, und Moto schien sein Zögern als Zeichen von Angst auszulegen — womit er nicht einmal so unrecht hatte.

«Sie können noch zurück, Jones«, sagte er.»Das wird eine verdammt haarige Sache. Selbst wenn wir alle in einem Stück und heil herunterkommen, haben wir noch eine gute Stunde Fußmarsch vor uns.«

Indiana wußte das. Moto hatte ihm überflüssigerweise erklärt, daß sie natürlich nicht unmittelbar über dem Kloster abspringen konnten, sondern einen gewissen Sicherheitsabstand wahren mußten. Wenn Dzo-Lins Männer das Flugzeug hörten oder gar ihre Fallschirme sahen, dann waren sie wahrscheinlich tot, noch bevor sie den Boden erreichten.

Moto seufzte.»Sie trauen mir immer noch nicht, Jones«, sagte er, als Indiana ihm auch jetzt eine Antwort schuldig blieb.

Er zuckte mit den Schultern und versuchte zu lächeln.»Ich nehme Ihnen das nicht übel. Wäre es umgekehrt, würde ich wahrscheinlich genauso empfinden. Trotzdem sollten Sie überlegen, ob Sie wirklich Ihr Leben aufs Spiel setzen wollen — und vor allem das Ihrer beiden neuen Freunde. «Er deutete mit einer Kopfbewegung auf die beiden Tibeter, die in ein Gebet versunken auf der anderen Seite der Transportmaschine hockten. Zwischen den waffenstarrenden Gestalten der schwarzgekleideten Ninjas wirkten sie unendlich klein und verloren.

Und in diesem Punkt gab Indiana Moto sogar recht. Selbst ohne Tsangpos Entfesselungskunststück vom Nachmittag hätte er seine Zweifel gehabt, daß den beiden Tibetern ein solches Unternehmen glückte.

Aber er sprach seine Zweifel nicht aus.»Ich war noch nie für halbe Sachen«, sagte er.

Moto runzelte ärgerlich die Stirn, gab es aber auf, Indiana von der Teilnahme an dem Angriff abhalten zu wollen. Mit einem plötzlichen Ruck wandte er den Kopf, rief einen knappen Befehl, und mit Ausnahme Lobsangs und Tsangpos erhoben sich sämtliche Passagiere des Flugzeugs von ihren Sitzen. Das Geräusch der beiden Propeller wurde noch leiser, und Indiana konnte spüren, wie die Maschine weiter an Höhe verlor.

«Wir sind da, Dr. Jones«, sagte Moto spöttisch.»Folgen Sie mir. «Damit machte er fast gemächlich einen Schritt an Indiana vorbei aus der Tür — und war verschwunden.

Indiana zögerte noch eine letzte Sekunde, dann warf er alle seine Bedenken über Bord und sprang mit einem Satz hinter dem Samurai her.

Der Wind traf ihn wie ein Faustschlag, als er aus der Maschine sprang. Indiana schrie erschrocken auf, überschlug sich vier, fünfmal hintereinander in der Luft und fand mehr durch Zufall als Können in eine einigermaßen stabile Lage zurück.

Über sich sah er den Schatten des Flugzeuges, der sich erschreckend schnell entfernte, dann die winzigen Umrisse der anderen, die seinem Absprung folgten. Im selben Augenblick griff er nach der metallenen Öse an seiner Brust und riß daran.

Der Schirm entfaltete sich mit einem Ruck, der Indy wieder zwanzig oder dreißig Meter in die Höhe zu reißen schien. Für einen Moment drohte er in Panik zu geraten. Er strampelte wild mit den Beinen, begann sich am Ende des Fallschirmes im Kreis zu drehen. Verzweifelt versuchte er sich in Erinnerung zu rufen, was er tun mußte, um den Fallschirm auf seinem Weg zur Erde zu steuern. Es war zwar tatsächlich nicht sein erster Absprung, aber es war doch ein Unterschied, so etwas zum reinen Vergnügen und an einem sonnigen Sommertag über ebenem Gelände zu tun oder sich in einer Situation wie jetzt zu befinden.

Irgendwie gelang es ihm, so an den Leinen und Stricken über sich zu ziehen, daß er zumindest nicht noch weiter von den anderen weggetrieben wurde. Unter sich konnte er Motos Schirm erkennen, neben und über sich die der anderen.

Einer fehlte.

Über ihm waren nur sechs Schirme.

Beunruhigt zerrte Indiana an seinen Leinen, so daß er sich am Ende des Fallschirmes einmal um seine Achse drehte, und zählte die Fallschirme noch einmal. Vier, sechs, sieben … Seinen eigenen mitgezählt — acht. Aber es hätten neun sein müssen. Einer der Männer mußte soweit abgetrieben worden sein, daß er in der Nacht verschwunden war- oder sein Schirm hatte sich nicht geöffnet.

Indiana wußte nicht, welche Möglichkeit die schlimmere war; aber wenn er an gute oder schlechte Omen geglaubt hätte, dann hätte er wohl spätestens in diesem Moment damit begonnen, ernsthaft darüber nachzudenken, ob es nicht besser gewesen wäre, auf Motos Rat zu hören.

Der weiße Ball von Motos Schirm unter ihm bekam plötzlich Beulen und wurde zu einem formlosen Etwas, und Indiana hatte gerade noch Zeit, die Beine an den Körper zu ziehen, als der felsige Boden auch schon aus der Nacht hinaus auf ihn zusprang.

Der Aufprall war fürchterlich. Er versuchte sich abzurollen, wie er es gelernt hatte, verlor aber fast sofort die Balance und schlug der Länge nach hin. Ein scharfkantiges Stück Fels traf ihn wie eine Faust in die Rippen und ließ ihn hilflos nach Luft schnappen, dann senkte sich sein eigener Fallschirm wie eine Decke über ihn und nahm ihm die Sicht.

Indiana brauchte fast fünf Minuten, um sich aus dem Gewirr von Seide und Schnüren zu befreien. Und am Schluß gelang es ihm nur, weil er etwas tat, das bei einem normalen Fallschirmspringer vermutlich direkt hinter Gotteslästerung rangierte: Er zog sein Messer und schnitt die zähen Nylonschnüre einfach durch. Auf die gleiche Weise arbeitete er sich unter dem Schirm heraus.

Der erste, auf den er traf, war Moto. Auch der Japaner hatte sich nicht die Mühe gemacht, seinen Fallschirm zusammenzufalten, sondern ihn nur nachlässig in eine Felsspalte geschoben.

Er stand auf einem meterhohen Felsbrocken, sah sich konzentriert um — und fuhr leicht zusammen, als er Indiana erblickte.

«Dr. Jones!«

Indiana blieb stehen, nahm die Fliegerkappe ab und ersetzte sie durch seinen Hut, den er unter der Jacke hervorklaubte. Erst dann antwortete er.»Heil und unverletzt, Moto. Sie sehen, Ihre Sorge war überflüssig.«

Moto sprang von seinem Felsen herunter, und als er näher kam, konnte Indiana sein Gesicht erkennen. Er sah nicht so aus, als wäre er besonders glücklich darüber, Indiana zu erblicken.

«Wo sind die anderen?«fragte Indiana.»Sind alle heil heruntergekommen?«

«Ich bin nicht sicher«, antwortete Moto. Dann deutete er auf einen Punkt hinter Indiana.»Da ist Hondo.«

Sie gingen zu dem Major hinüber, zu dem sich mittlerweile zwei der Ninja-Soldaten gesellt hatten.

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