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Kater Brown und die Klostermorde

Электронная книга - «Kater Brown und die Klostermorde». Краткое содержание книги:

In der idyllischen Eifel ist die Hölle los - und das ausgerechnet dort, wo man es am wenigsten erwartet hätte: im Klosterhotel Zur inneren Einkehr. Hier stößt die Klosterkatze Kater Brown während eines nächtlichen Streifzugs auf eine grausam zugerichtete Leiche. Wer hat den Hotelgast ermordet und in den Brunnen geworfen? Zusammen mit der Reisejournalistin Alexandra begibt sich Kater Brown auf Spurensuche.
Ralph Sander arbeitet seit vielen Jahren als Übersetzer und Autor. Unter diversen Pseudonymen sind von ihm etliche Krimis erschienen. Nachdem er bereits eine Reihe von fiktiven samtpfotigen Helden für seine Krimis geschaffen hat, entstand mit Kater Brown zum ersten Mal eine Figur nach einem realen Vorbild: dem Sander’schen Familienkater Paulchen Panther.
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Sie stand auf, zog ihr Handy aus der Tasche und verließ das Refektorium. Nach ungefähr zehn Minuten kehrte sie mit hängenden Schultern zurück. »Fehlanzeige«, sagte sie und schlug mit der Hand zornig auf den Tisch. »Pallenbergs direkter Vorgesetzter war nicht mehr im Hause, und der diensthabende Beamte, den ich an der Strippe hatte, will ›dem Kollegen in Lengenich nicht vorgreifen‹, wie er mir erklärte. Offenbar hat der Mann das, was ich ihm zu sagen hatte, als das Gerede einer übereifrigen Journalistin abgetan.«

Ein leises Klingeln unterbrach ihre Unterhaltung. Tobias drückte tröstend Alexandras Arm und sah auf sein Handy. »Eine SMS von einem der Redakteure. Gut … aha … Gib mir doch mal Wildens Handynummer!«

Alexandra klickte die Anrufliste ihres Telefons an und hielt ihm das Display hin. Er tippte die Nummer ein und schickte sie dann als SMS an den Absender zurück. »Endlich eine Spur?«, fragte sie und hielt gespannt den Atem an.

»Noch nicht, aber der Redakteur scheint etwas erreichen zu können, wenn er die Nummer kennt. Mal abwarten.« Tobias sah wieder auf die Notizen, die während der Unterhaltungen mit Wildens Mitarbeitern entstanden waren. »Wir bleiben also vorerst auf uns gestellt. Na ja, unser Hauptproblem ist natürlich die Frage, ob die anderen die Wahrheit sagen.«

Alexandra seufzte. »Wir kommen irgendwie nicht richtig weiter.«

Tobias kniff die Augen zu und rieb sich über das Gesicht. »Hätten wir bloß nie angefangen, uns in diese Sache einzumischen!«, murmelte er niedergeschlagen.

»Ach, fang jetzt nicht so an! Unser Problem ist nur, dass uns nicht viel Zeit bleibt. Am Montagmorgen reist Wildens Team wieder ab, und wir bleiben mit einem dummen Gesicht zurück.«

»Wenn wir wenigstens Pallenberg von unserer Sicht der Dinge überzeugen könnten!« Tobias schüttelte den Kopf. »Auf den Mann könnte eine Beförderung warten.«

»Weißt du was? Wir sprechen jetzt erst mal mit Bruder Johannes«, schlug sie vor. »Vielleicht hat der inzwischen irgendetwas herausgefunden, das uns weiterhilft. Und wir können bestimmt einen ersten Blick auf die Daten werfen, die Bruder Andreas inzwischen verarbeitet hat. Könnte ja sein, dass wir da auf Widersprüche zu den Aussagen der Mitarbeiter stoßen.«

Kater Brown lag nach wie vor ausgestreckt auf dem Tisch und genoss die Wärme der Schreibtischlampen. Er hob träge den Kopf, blinzelte und miaute leise. Alexandra ging zu ihm und streichelte ihn ausgiebig, was ihn dazu veranlasste, sich auf den Rücken zu drehen. Sie verstand den kleinen Wink und kraulte ihm den Bauch.

»So, mein Junge, das muss für den Moment genügen«, erklärte sie. »Wir haben nämlich jetzt noch etwas zu erledigen. Am besten, du wartest nachher in meinem Zimmer auf mich. Ich habe dir das Fenster offen gelassen.«

»Ich würde mir das an seiner Stelle nicht zweimal sagen lassen«, meinte Tobias und lachte, als ein leichter Hieb mit dem Notizblock seinen Hinterkopf traf.

Kater Brown setzte sich auf und lauschte dem Geräusch der sich entfernenden Schritte. Mit verschlafenem Blick sah er sich im menschenleeren Saal um und kam zu dem Schluss, dass er Hunger hatte. Höchste Zeit, eine Kleinigkeit zu essen aufzutreiben. Zu schade, dass es für die Menschen nur so fade Wurst und so trockenen Käse gegeben hatte, sonst hätte er sich etwas erbetteln können. Alexandra hätte ihm bestimmt etwas abgegeben. Wie lange sie wohl noch hierbleiben würde? Normalerweise reisten die Gäste nach einigen Tagen wieder ab und wurden durch andere ersetzt.

Kater Brown wusste schon jetzt, dass er Alexandra sehr vermissen würde. Er musste sich unbedingt etwas überlegen, wie er sie noch eine Weile hierbehalten konnte. Ganz sicher würde ihm da etwas einfallen.

Aber jetzt wollte er sich erst mal etwas zu essen suchen.

13. Kapitel

Bruder Johannes hatte Alexandra und Tobias ins Verwaltungsbüro gebeten. »Ah, da sind Sie ja«, begrüßte er sie freudestrahlend, als sie das modern eingerichtete Büro betraten. An einem der Schreibtische saß Bruder Andreas und war damit beschäftigt, etwas in den Computer einzugeben. Als er die Besucher sah, nickte er ihnen kurz zu, dann vertiefte er sich wieder in seine Arbeit. »Kommen Sie herein und nehmen Sie Platz!« Der ältere Mönch winkte sie zu sich und führte sie zu einer Sitzgruppe am linken Ende des lang gestreckten Raumes. Auf einem Sideboard stand ein großer Flachbildfernseher.

»Für Videokonferenzen«, erklärte Bruder Johannes und verzog entschuldigend die Mundwinkel. »Das war auch so eine Idee unserer Bank. Diese Videokonferenzen dienen als Ersatz für den persönlichen Kontakt, weil der für unser Hotel zuständige Kundenbetreuer keine Lust hat, regelmäßig von der Zentrale in Frankfurt hier in die ›Pampa‹ zu fahren, wie er sich gern ausdrückt.«

»Apropos Hotel«, warf Tobias ein. »Sie werden doch einen festgelegten Tagesablauf gehabt haben, bevor sich diese … Sache mit Abt Bruno ereignet hat. Also zum Beispiel bestimmte feste Zeiten, um zu beten, zu meditieren oder zu singen? Wie sieht es denn jetzt damit aus?«

»Derzeit stehen unsere Gäste im Vordergrund, und auch wenn ich das nicht zu dramatisch darstellen möchte, leidet unsere Gemeinschaft schon ein wenig darunter. Wir arbeiten im Hotel in einer Art Rotationsverfahren, sodass wir mit regelmäßigen Unterbrechungen immer noch – in eingeschränkter Weise – ein monastisches Leben führen können, das von Gebet, Meditation und Gemeinschaft geprägt ist. Wir können uns jedoch nicht mehr einfach zurückziehen, um das Gespräch mit Gott zu suchen, wann uns der Sinn danach steht. Ein Teil von uns hat sich immer und zuerst um die Bedürfnisse der Gäste zu kümmern. Aber verstehen Sie mich bitte nicht falsch! Wir sind dankbar für jeden Gast, der zu uns kommt. Unsere eigenen Glaubensbedürfnisse müssen eben vorerst ein wenig zurückgestellt werden.«

»Vorerst?«

»Ja, wir hoffen, dass sich das Hotel langfristig so gut etablieren wird, dass wir nicht nur für die Rückzahlung des Kredits arbeiten müssen, sondern vielleicht auch Mitarbeiter einstellen können. Dann ließe sich das gute alte Klosterleben für uns alle wieder ausbauen.« Bruder Johannes lächelte milde. »Doch das ist augenblicklich noch Zukunftsmusik. Jetzt geht es erst einmal darum, dieses Hotel zum Erfolg zu führen, und das ist eine Aufgabe, bei der wir uns von nichts und niemandem Steine in den Weg legen lassen. Abt Bruno hätte uns fast um unser Zuhause gebracht, und wir haben viel bewegen müssen, um es zu retten.«

»Bislang ist Ihnen das doch auch ganz gut gelungen. Ist nur die Frage, wie die Öffentlichkeit auf den Todesfall reagiert«, sagte Alexandra.

Bruder Johannes nickte bedächtig. »Ich weiß, das klingt ganz und gar unchristlich, aber insgeheim hoffe ich, dass Herr Wilden nicht durch einen Unfall umgekommen ist, denn ein Unfall … das wäre für uns viel unerfreulicher. Dann würde es eine Untersuchung geben, man würde unsere Sicherheitsstandards überprüfen, und wir könnten verklagt werden.«

Alexandra wiegte den Kopf hin und her. »Derzeit deutet immer mehr darauf hin, dass es kein Unfall war, und es gibt einen bunten Kreis von Verdächtigen.«

»Tatsächlich?«, fragte Bruder Johannes, und in seine Augen trat ein neugieriges Glitzern.

»Na ja, wir nehmen an, dass der Täter im Kreise der Mitarbeiter zu suchen ist. Einige von ihnen hätten durchaus ein Motiv gehabt, Wilden aus dem Weg zu räumen.«

»Aber sicher nicht dieser Herr Assmann, der heute Nachmittag hier eingetroffen ist, oder?« Bruder Johannes sah gespannt von einem zum anderen.

»Apropos eingetroffen«, sagte Tobias, der seltsam abgelenkt wirkte. »Wussten Sie eigentlich, dass Bernd Wilden bereits am Donnerstag in Lengenich gesehen wurde?«

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