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Shades of Grey - Geheimes Verlangen

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Shades of Grey - Geheimes Verlangen
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»Willst du mit reinkommen?«, frage ich, um unsere gemeinsame Zeit zu verlängern.

»Nein, ich muss arbeiten.«

Plötzlich bin ich den Tränen nahe. Christian nimmt meine Hand, hält sie an seinen Mund und küsst sanft ihren Rücken. Was für eine altmodische, aber liebevolle Geste. Mein Herz macht einen Sprung.

»Danke für dieses Wochenende, Anastasia. Das war das schönste seit Langem. Bis Mittwoch? Ich hole dich von der Arbeit ab«, verspricht er.

»Mittwoch«, flüstere ich.

Er küsst meine Hand noch einmal und legt sie zurück in meinen Schoß. Dann steigt er aus, geht um den Wagen herum und öffnet mir die Tür. Warum fühle ich mich plötzlich einsam? Ein Kloß bildet sich in meinem Hals. Er darf mich nicht so sehen. Lächelnd klettere ich aus dem Auto und gehe zum Haus. Auf halbem Weg drehe ich mich zu ihm um. Kinn hoch, Steele, ermahne ich mich.

»Übrigens trage ich deine Unterwäsche«, teile ich ihm mit einem kleinen Lächeln mit und ziehe den Bund der Boxershorts ein wenig hoch, so dass er ihn sehen kann. Christian fällt die Kinnlade herunter. Was für eine Reaktion! Sofort bessert sich meine Laune. Ich stolziere ins Haus. Am liebsten würde ich vor Freude einen Luftsprung machen. Meine winzig kleine innere Göttin ist begeistert.

Kate packt im Wohnzimmer ihre Bücher in Kisten.

»Du bist wieder da. Wo ist Christian? Wie geht’s dir?«, fragt sie besorgt, kommt auf mich zu und betrachtet mich eingehend, bevor ich sie überhaupt begrüßt habe.

Scheiße … Jetzt muss ich mich mit Kates Inquisition auseinandersetzen, obwohl ich eine juristische Vereinbarung unterzeichnet habe, die mich zum Schweigen verpflichtet. Keine gute Mischung.

»Und, wie war’s? Sobald Elliot weg war, hab ich die ganze Zeit an dich gedacht.« Sie grinst spitzbübisch.

Ich schmunzle angesichts ihrer Sorge und ihrer brennenden Neugierde, werde aber verlegen. Die Sache mit Christian war sehr intim. Ich muss sie mit Informationen füttern, weil sie mir sonst keine Ruhe lässt.

»Es war gut, Kate, sogar sehr gut, glaube ich«, antworte ich mit leiser Stimme.

»Du glaubst?«

»Ich habe schließlich keine Vergleichsmöglichkeiten, oder?« Ich zucke entschuldigend mit den Achseln.

»Hat er dich zum Orgasmus gebracht?«

Gott, sie nimmt wirklich kein Blatt vor den Mund.

Ich werde tiefrot. »Ja«, murmle ich.

Kate zieht mich auf die Couch und nimmt meine Hände. »Das ist doch super, immerhin war es das erste Mal für dich. Christian scheint echt sein Handwerk zu verstehen.«

Kate, wenn du wüsstest …

»Für mich war das erste Mal schrecklich«, gesteht sie mir mit traurigem Gesicht.

»Ach.« Das hat sie mir noch nie erzählt.

»Ja, mit Steve Patrone, an der Highschool. Sportskanone, aber keine Eier. Er war grob und ich nicht bereit. Wir waren beide betrunken. Typisches Desaster nach dem Schülerball. Hab Monate gebraucht, bis ich wieder einen Versuch gewagt habe. Natürlich nicht mit ihm. Ich war einfach zu jung. Du hast schon Recht gehabt, so lange zu warten.«

»Kate, das klingt furchtbar.«

»Ja, es hat fast ein Jahr gedauert, bis ich durch Penetration zum ersten Mal einen Orgasmus hatte, und du kriegst schon beim ersten Mal einen.«

Ich nicke verlegen. Meine innere Göttin sitzt mit einem verschmitzten, selbstgefälligen Lächeln im Lotossitz da und scheint mit einem Mal gewachsen zu sein.

»Gott sei Dank hast du deine Unschuld an jemanden verloren, der wusste, was er tut.« Sie zwinkert mir zu. »Wann siehst du ihn wieder?«

»Am Mittwoch. Zum Abendessen.«

»Dann liegt dir was an ihm?«

»Ja. Aber ich weiß nicht … wie sich die Zukunft gestalten wird.«

»Warum?«

»Er ist kompliziert und lebt in einer vollkommen anderen Welt als ich.« Prima Erklärung. Und plausibel. Viel besser als: Er hat eine Kammer der Qualen und möchte mich zu seiner Sexsklavin machen.

»Bitte sag jetzt nicht, dass es am Geld scheitert, Ana. Elliot behauptet, es ist ausgesprochen ungewöhnlich, dass Christian mit jemandem ausgeht.«

»Tatsächlich?«, frage ich mit viel zu hoher Stimme.

Reiß dich zusammen, Steele! Mein Unterbewusstsein bedenkt mich mit einem wütenden Blick, droht mir mit einem dürren Finger und verwandelt sich unvermittelt in Justitia, um mich daran zu erinnern, dass er mich verklagen kann, wenn ich zu viel verrate. Ha … was will er denn machen? Mir mein ganzes Geld wegnehmen? Ich darf nicht vergessen zu googeln, welche Strafen zu erwarten sind, wenn man sich nicht an eine Verschwiegenheitsvereinbarung hält. Klingt ein bisschen wie Hausaufgaben für die Schule. Vielleicht bekomme ich sogar eine Note. Ich werde rot, als mir meine Eins in der mündlichen Prüfung heute Morgen im Bad einfällt.

»Ana, was ist los?«

»Mir ist gerade was eingefallen, das Christian gesagt hat.«

»Du siehst verändert aus«, erklärt Kate.

»Ich fühle mich auch anders. Wund«, gestehe ich.

»Wund?«

»Ja, ein bisschen.« Wieder werde ich rot.

»Ich auch. Männer«, meint sie mit gespieltem Ekel. »Tiere.«

Wir müssen beide lachen.

»Du bist wund?«, wiederhole ich erstaunt.

»Ja, vom vielen Vögeln.«

Ich pruste los. »Erzähl mir von Elliot, dem wilden Vögler«, bitte ich sie, nachdem ich mich halbwegs gefangen habe. Zum ersten Mal seit Tagen entspanne ich mich. Was für glückliche, unkomplizierte Zeiten waren das noch vor ein paar Tagen!

Kate wird rot. Na so was … Katherine Agnes Kavanagh macht einen auf Anastasia Rose Steele. So habe ich sie noch nie auf einen Mann reagieren sehen. Ich bin verblüfft. Wo ist Kate? Elliot, was hast du mit ihr angestellt?

»Ach, Ana. Er ist einfach … unglaublich. Und wenn wir … Mann, er ist echt gut.« Sie bringt kaum einen zusammenhängenden Satz heraus, so hin und weg ist sie von Elliot.

»Soll das heißen, dass du ihn magst?«

Sie nickt dümmlich grinsend. »Ich sehe ihn am Samstag wieder. Er hilft uns beim Umzug.« Sie klatscht in die Hände, springt vom Sofa auf und dreht Pirouetten zum Fenster.

Der Umzug. Den hatte ich glatt vergessen, trotz der Kisten überall.

»Das ist aber nett von ihm«, bemerke ich. Bei der Gelegenheit werde ich ihn besser kennen lernen. Vielleicht erhalte ich durch ihn neue Einblicke in das Wesen seines merkwürdigen Bruders.

»Was habt ihr gestern Abend gemacht?«, erkundige ich mich.

»So ziemlich das Gleiche wie ihr. Allerdings haben wir uns zuvor ein Abendessen gegönnt.« Sie grinst mich an. »Ist wirklich alles in Ordnung? Du wirkst irgendwie überfordert.«

»So fühle ich mich auch. Christian ist ziemlich anstrengend.«

»Das habe ich gemerkt. Aber er hat dich anständig behandelt?«

»Ja«, versichere ich ihr. »Ich habe einen Mordshunger. Soll ich uns was kochen?«

Sie nickt und wendet sich wieder den Büchern und Kisten zu.

»Was willst du mit den Erstausgaben machen?«, fragt sie.

»Die gebe ich ihm zurück.«

»Echt?«

»Ein viel zu teures Geschenk. Ich kann es nicht annehmen.«

»Verstehe. Es sind ein paar Briefe für dich gekommen, und José ruft stündlich an. Er klingt verzweifelt.«

»Ich rufe ihn zurück«, verspreche ich. Wenn ich Kate die Sache mit José erzähle, reißt sie ihm den Kopf ab. Ich nehme die Briefe vom Esstisch und öffne sie.

»Hey, ich bin zu Vorstellungsgesprächen eingeladen! Übernächste Woche, in Seattle.«

»Bei welchem Verlag?«

»Bei beiden.«

»Ich hab dir doch gesagt, dass dein Abschluss dir Tür und Tor öffnet, Ana.«

Kate hat natürlich bereits eine Praktikantenstelle bei der Seattle Times. Ihr Vater kennt jemanden, der wiederum jemanden kennt …

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