Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #5
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Oh«, sagte er zutiefst befriedigt und ein wenig atemlos. »Aye, du hast Recht. Das ist … oh, das sieht wunderschön aus, Sassenach, zumindest von hier.«
»Von hier aus sieht es auch sehr interessant aus«, sagte ich und versuchte, dabei weder zu lachen noch zu schielen. »Wer von uns bewegt sich, was meinst du?«
»Vorerst ich. Bin ich dir auch nicht zu rau, Sassenach?«, erkundigte er sich.
»Oh, kaum. Aber warte –« Ich streckte die Hand aus und tastete mich blind auf dem Nachttisch vor. Ich stieß auf das Töpfchen mit der Mandelcreme, die ich als Handlotion benutzte, entfernte den Deckel und tauchte meinen Finger hinein.
»Ja, das ist viel besser«, sagte ich. »Nicht wahr?«
»Oh. Oh. Aye.«
»Und dann war da noch diese andere Strophe, nicht wahr?«, sagte ich nachdenklich und ließ ihn kurz los, um dann mit meinem schlüpfrigen Finger über die Kurve seiner Pobacke zu fahren. »Die davon handelte, was die Prostituierte mit dem Chorknaben gemacht hat?«
»Oh, Himmel!«
»Ja, genau das hat er gesagt. Sagt zumindest das Lied.«
Sehr viel später erwachte ich in der Dunkelheit aus dem Schlaf, weil ich seine Hände erneut auf mir spürte. Angenehm traumverloren, regte ich mich nicht, sondern lag träge da und ließ ihn tun, was er wollte.
Mein Verstand hatte nur eine sehr lose Verbindung zur Realität, und es dauerte einige Zeit, bis ich langsam realisierte, dass irgendetwas nicht stimmte. Noch länger brauchte ich, um meine Gedanken zusammenzunehmen und mich wach zu kämpfen, doch schließlich gelang es mir, die Augen zu öffnen und die Schlafwolken blinzelnd zu vertreiben.
Er hockte halb über mir, das Gesicht vom dumpfen Glühen des abgedeckten Herdfeuers halb erleuchtet. Seine Augen waren geschlossen, er hatte die Stirn leicht gerunzelt, und ich fragte mich verwirrt und erstaunt, ob es möglich war, dass er es im Schlaf machte?
Ein dünner Schweißfilm lag glänzend auf seinen hohen Wangenknochen, seinem langen, geraden Nasenrücken, auf den Schrägen und Rundungen seines nackten Körpers.
Er streichelte mich auf eine merkwürdige, monotone Art, wie ein Mann, der eine ewig gleich bleibende Aufgabe erledigt. Seine Berührung war zwar mehr als intim, zugleich jedoch seltsam unpersönlich; ich hätte irgendjemand – oder irgendetwas – sein können, dachte ich.
Dann bewegte er sich, die Augen immer noch geschlossen, schlug die Bettdecke über mir zurück und schob sich zwischen meine Beine, indem er sie auf eine brüske Art spreizte, die ihm ganz und gar nicht ähnlich war. Er hatte die Augenbrauen zusammengezogen, und seine Stirn war konzentriert gerunzelt. Ich versuchte instinktiv, meine Beine zu schließen und mich unter ihm fortzuwinden. Da senkten sich seine klammernden Hände auf meine Schultern, seine Knie stießen meine Oberschenkel auseinander, und er drang grob in mich ein.
Ich gab einen schrillen Protestlaut von mir, und er riss die Augen auf. Er starrte mich an, seine Augen nur Zentimeter von den meinen entfernt, ohne mich zu sehen, dann schärfte sich sein Blick abrupt, und er begriff. Er erstarrte.
»Was zum Teufel glaubst du, wer ich bin?«, sagte ich leise und wütend.
Er riss sich los und warf sich aus dem Bett. Dabei zog er die Bettwäsche hinter sich her, so dass sie unordentlich auf dem Boden liegen blieb. Er nahm seine Kleider vom Kleiderhaken, war mit zwei Schritten an der Tür, öffnete sie und verschwand. Die Tür knallte er hinter sich zu.
Ich setzte mich auf und fühlte mich gründlich durcheinander. Ich klaubte die Bettdecke wieder auf und legte sie um mich. Ich fühlte mich benommen, wütend – und halb ungläubig. Ich rieb mir mit den Händen durch das Gesicht und versuchte, ganz aufzuwachen. Ich hatte doch wohl nicht geträumt?
Nein. Er war es gewesen. Er hatte halb – oder ganz – geschlafen und hatte verflucht noch einmal gedacht, ich sei die verfluchte Laoghaire! Das war die einzige Erklärung für die Art, wie er mich berührt hatte, mit einer schmerzhaften, mit Wut versetzten Ungeduld. Er hatte mich im Leben noch nie so berührt.
Ich legte mich wieder hin, doch es war mir absolut unmöglich, wieder einzuschlafen. Ich starrte ein paar Minuten an die dunkle Decke hinauf, dann erhob ich mich entschlossen und zog mich an.
Der Hof lag trostlos und kalt unter einem hohen, hellen Mond. Ich trat ins Freie, schloss leise die Küchentür hinter mir, zog meinen Umhang fest um mich und lauschte. Nichts regte sich in der Kälte, und der Wind war nicht mehr als ein Seufzen in den Kiefern. Doch in einiger Entfernung hörte ich ein schwaches, regelmäßiges Geräusch. Ich wandte mich in diese Richtung und bahnte mir vorsichtig meinen Weg durch die Dunkelheit.
Die Tür des Heuschobers stand offen.
Ich lehnte mich an den Torpfosten und beobachtete mit verschränkten Armen, wie er hin und her stampfte und im Mondschein Heu gabelte, um sich abzureagieren. Auch mir pulsierte immer noch das Blut in den Schläfen, doch es begann zu verebben, während ich ihm zusah.
Das Problem war, dass ich ihn verstand, und zwar nur zu gut. Ich war zwar nicht vielen von Franks Frauen begegnet – er war diskret. Doch dann und wann fing ich bei einer Fakultätsparty oder im Supermarkt einen Blickwechsel auf – und ein Gefühl finsterer Wut stieg in mir auf, nur um von der verblüfften Frage gefolgt zu werden, was genau mich das eigentlich anging.
Eifersucht hatte nicht das Geringste mit Logik zu tun.
Laoghaire MacKenzie war viertausend Meilen weit fort; wahrscheinlich würde keiner von uns beiden sie je wieder sehen. Frank war noch weiter fort, und es stand fest, dass keiner von uns ihn diesseits des Grabes wieder sehen würde.
Nein, Eifersucht hatte wirklich nichts mit Logik zu tun.
Mir wurde allmählich kalt, doch ich blieb weiter stehen. Er wusste, dass ich da war; ich konnte es an der Art sehen, wie er den Kopf über seine Arbeit gebeugt hielt. Trotz der Kälte schwitzte er; der dünne Stoff seines Hemdes klebte an ihm fest und bildete einen dunklen Fleck auf seinem Rücken. Schließlich stieß er die Mistgabel in den Heuhaufen, ließ sie stecken und setzte sich auf eine Bank, die aus einem halbierten Baumstamm bestand. Er nahm den Kopf in die Hände und raufte sich mit den Fingern heftig die Haare.
Schließlich sah er zu mir auf, und sein Gesicht trug einen Ausdruck irgendwo zwischen Bestürzung und widerstrebender Belustigung.
»Ich verstehe das nicht.«
»Was denn?« Ich trat zu ihm und setzte mich neben ihn, die Füße unter mich geklemmt. Ich konnte den Schweiß auf seiner Haut riechen, dazu Mandelcreme und einen Hauch seiner verflogenen Lust.
Er warf mir einen Seitenblick zu und antwortete trocken: »Alles, Sassenach.«
»So schlimm kann es doch nicht sein, oder?« Ich streckte zögernd die Hand nach ihm aus und ließ sie sacht über seinen Rücken gleiten.
Er seufzte tief auf und atmete durch gespitzte Lippen aus.
»Als ich dreiundzwanzig war, habe ich nicht verstanden, wie es sein konnte, dass ein einziger Blick auf eine Frau meine Knochen in Wasser verwandeln und mir doch gleichzeitig das Gefühl geben konnte, als könnte ich mit bloßen Händen Stahl verbiegen. Als ich fünfundzwanzig war, konnte ich nicht verstehen, wie es sein konnte, dass ich den Wunsch verspürte, eine Frau zärtlich zu lieben und zugleich über sie herzufallen.«
»Eine Frau?«, fragte ich und bekam, was ich wollte – sein Mund verzog sich, und sein Blick fuhr mir mitten durchs Herz.
»Eine einzige Frau«, sagte er. Er ergriff die Hand, die ich auf sein Knie gelegt hatte, und hielt sie fest, als hätte er Angst, ich könnte sie ihm wieder entreißen. »Nur die eine«, wiederholte er, und seine Stimme war heiser.
Es war still in der Scheune, doch die Wandbretter knarrten und setzten sich in der Kälte. Ich rutschte auf der Bank näher an ihn heran. Nur ein wenig. Das Mondlicht strömte durch das weit geöffnete Tor und überzog das aufgestapelte Heu mit einem dumpfen Schimmer.
»Und das«, sagte er und drückte meine Finger fester, »ist es, was ich jetzt weiß. Ich liebe dich, a nighean donn. Ich habe dich von der ersten Sekunde an geliebt, ich werde dich lieben, bis die Zeit selbst zu Ende geht, und solange du an meiner Seite bist, bin ich mit der Welt zufrieden.«