Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #5
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Und wenn er Bonnet findet –«
»Dann werde ich hingehen und mich mit ihm treffen.« Er brach den Ring aus dem gehärteten Wachs und hinterließ einen glatten Abdruck, der von den winzigen Erdbeerblättern des Fraserwappens umringt war. Beständigkeit, das war es, wofür sie standen. Manchmal war ich allerdings fest überzeugt, dass dies nur ein anderer Ausdruck für Sturheit war.
Der Brief an Lyon wurde mit Fergus auf den Weg geschickt, und ich versuchte, nicht weiter daran zu denken. Es war immer noch Winter; mit etwas Glück lief Bonnets Schiff ja in einen Sturm und sank, womit uns allen eine Menge Kummer erspart bleiben würde.
Dennoch lauerte die Angelegenheit in meinem Hinterkopf, und als ich eines Tages bei meiner Rückkehr von einer Geburt einen Stapel Briefe auf dem Schreibtisch in Jamies Studierzimmer fand, hüpfte mir das Herz in die Kehle.
Es war – Gott sei Dank! – keine Antwort von Milford Lyon darunter. Doch selbst wenn eine solche Antwort gekommen wäre, wäre sie prompt unter ›ferner liefen‹ gelandet und dem Vergessen anheimgefallen – denn inmitten der Korrespondenz befand sich ein Brief, der Jamies Namen trug, niedergeschrieben in der kräftigen, schwarzen Handschrift seiner Schwester.
Ich konnte mich nur knapp bremsen, ihn auf der Stelle aufzureißen – um ihn, falls er voll beißender Zurückweisung war, direkt ins Feuer zu werfen, bevor Jamie ihn sehen konnte. Doch mein Ehrgefühl siegte, und ich brachte es fertig, mich zusammenzureißen, bis Jamie, mit dem Schlamm der unpassierbaren Wege bedeckt, aus Salem zurückkehrte, wo er etwas zu erledigen gehabt hatte. Als ich ihn von dem wartenden Brief in Kenntnis setzte, bespritzte er sich hastig Gesicht und Hände mit Wasser und kam dann ins Studierzimmer, wo er sorgsam die Tür schloss, bevor er das Siegel des Briefes erbrach.
Seinem Gesicht war nicht das Geringste anzusehen, doch ich sah, wie er tief Luft holte, bevor er ihn öffnete, so als mache er sich auf das Schlimmste gefasst. Ich trat schweigend hinter ihn und legte ihm ermutigend die Hand auf die Schulter.
Jenny Fraser Murray schrieb mit wohlgeschulter Hand. Ihre Buchstaben waren rund und elegant, die Zeilen auf der Seite gerade und gut lesbar.
16. September 1771
Bruder,
nun ja. Nachdem ich zum Stift gegriffen und das eine Wort dort oben geschrieben hatte, sitze ich nun schon so lange hier und starre es an, dass die Kerze fast einen Zoll heruntergebrannt ist, ohne dass mir auch nur ein Gedanke käme, was ich sagen soll. Es wäre eine schändliche Verschwendung guten Bienenwachses, damit fortzufahren, doch wenn ich die Kerze auslöschte und zu Bett ginge, hätte ich ein Blatt Papier sinnlos verschwendet – ich sehe also, dass ich im Namen der Sparsamkeit weiterschreiben muss.
Ich könnte dir eine Strafpredigt halten. Das würde einigen Platz auf der Seite einnehmen und schwarz auf weiß bewahren, was mein Gatte stolz als die schmutzigsten, grauenvollsten Flüche bezeichnet, die er in seinem ganzen Leben zu hören privilegiert gewesen ist. Das erscheint mir sparsam, weil ich mir seinerzeit große Mühe gegeben habe, sie mir auszudenken, und ich es nicht gern sähe, wenn diese Mühe umsonst gewesen wäre. Allerdings glaube ich nicht, dass ich genug Papier habe, um sie alle niederzuschreiben.
Außerdem glaube ich, dass ich dich letztendlich doch nicht tadeln oder verdammen möchte, denn es könnte ja sein, dass du dies als gerechte Bestrafung betrachtest und dein Gewissen mit eingebildeter Sühne erleichterst, um daraufhin deiner Selbstkasteiung ein Ende zu setzen. Das ist eine viel zu leichte Strafe; hast du dir ein härenes Hemd gewoben, so wünsche ich, dass du es weiter trägst, auf dass es deine Seele wund scheuert, so wie es der Verlust meines Sohnes mit der meinen tut.
Trotz alledem vermute ich, dass ich dir schreibe, um dir zu vergeben – ich wusste doch, dass ich den Stift in einer bestimmten Absicht ergriffen habe, und wenn die Vergebung mir auch gegenwärtig noch ein zweifelhaftes Unterfangen zu sein scheint, so gehe ich doch davon aus, dass ich mich mit etwas Übung noch an diese Vorstellung gewöhnen werde.
Jamies Augenbrauen fuhren bei diesen Worten fast bis zu seinem Haaransatz hoch, doch er fuhr fasziniert fort, den Brief laut vorzulesen.
Ich nehme an, dass du neugierig bist, was mich zu dieser Handlung bewogen hat, also will ich es dir erzählen.
Letzten Montag bin ich in der Frühe zu Maggie geritten; sie hat ein neues Baby, du bist also wieder Onkel geworden; ein hübsches, kleines Mädchen namens Angelica, was, wie ich finde, ein närrischer Name ist, aber sie ist sehr hellhäutig und blond und hatte bei der Geburt ein rotes Muttermal auf der Brust, was ein Glückszeichen ist. Gegen Abend bin ich bei ihnen aufgebrochen und hatte schon ein gutes Stück des Heimwegs zurückgelegt, als mein Maultier das Pech hatte, in ein Maulwurfsloch zu treten. Sowohl das Maultier als auch ich erhoben uns einigermaßen lahm von diesem Unfall, und es war klar, dass ich das Tier nicht reiten konnte und auch selbst zu Fuß nicht weit kommen würde.
Ich befand mich auf der Straße nach Auldearn, ganz knapp vor Balriggan. Normalerweise würde ich Laoghaire MacKenzies Gesellschaft niemals freiwillig suchen – denn diesen Namen hat sie wieder angenommen, nachdem ich im Distrikt habe verlauten lassen, dass ich ihren Gebrauch des Namens »Fraser« missbillige, da sie keinen rechtmäßigen Anspruch darauf hat – doch es war der einzige Ort, wo ich möglicherweise etwas zu essen und einen Unterschlupf finden konnte, denn die Nacht war im Anmarsch und es drohte zu regnen.
Also habe ich das Maultier abgesattelt, damit es sich am Straßenrand sein Abendessen suchen konnte, während ich davonhumpelte, um mir das meine zu suchen.
Ich kam hinter dem Haus den Hügel hinunter, am Gemüsegarten vorbei bis zu der Laube, die du gebaut hast. Die Weinranken haben sie inzwischen gut zugewuchert, so dass ich nichts sehen konnte, aber ich konnte hören, dass jemand im Haus war, denn ich habe Stimmen gehört.
Inzwischen hatte es zu regnen begonnen. Es war kaum mehr als Nieselregen, aber sein Prasseln auf den Blättern muss meine Stimme übertönt haben, denn auf mein Rufen hat niemand geantwortet. Ich bin näher herangegangen – im Schneckentempo, denn ich war noch benommen von meinem Sturz, und mein rechter Knöchel schmerzte – und war gerade im Begriff, noch einmal zu rufen, als ich aus der Laube ein rechtes Seufzen und Stöhnen gehört habe.
»Oh«, sagte ich und spähte über seine Schulter hinweg auf den Brief.
Ich bin natürlich still stehen geblieben und habe mir überlegt, was ich am besten tue. Ich konnte hören, dass es Laoghaire war, die da die Beine breit machte, aber ich hatte keine Ahnung, wer ihr Partner sein könnte. Mein Knöchel war angeschwollen wie eine Blase, so dass ich nicht viel weiter gehen konnte, deshalb war ich gezwungen, im Nassen herumzustehen und mir die ganze inhonesté anzuhören.
Wenn ihr ein Mann aus dem Distrikt den Hof gemacht hätte, hätte ich davon gewusst, und mir war nichts davon zu Ohren gekommen, dass sie einem von ihnen Gehör geschenkt hatte – obwohl es schon mehrere versucht haben; schließlich hat sie Balriggan und lebt wie eine Fürstin von dem Geld, das du ihr zahlst.
Was ich dort hörte, erfüllte mich mit Entrüstung, allerdings war ich mindestens genauso erstaunt, als ich den Grund dafür erkannte. Dieser bestand nämlich in einem Gefühl der Wut um deinetwillen – so irrational eine solche Wut auch unter den gegebenen Umständen sein mochte. Ich sah mich widerstrebend zu der Erkenntnis gezwungen, dass meine Gefühle für dich wohl doch nicht ganz erstorben sind.
Hier brach der Text ab, da Jenny anscheinend zu einer häuslichen Aufgabe gerufen worden war. Frisch datiert, fuhr er auf der nächsten Seite fort.