Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Das Olschieferskelett. Eine Zeitreise
Das Olschieferskelett. Eine Zeitreise - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das Olschieferskelett. Eine Zeitreise

Электронная книга - «Das Olschieferskelett. Eine Zeitreise». Краткое содержание книги:

Die Grube Messel bei Darmstadt ist eine der bedeutendsten Fossilienfundstätten. Jedes Jahr reisen Paläontologen aus allen Teilen der Erde hierher, um im Ölschiefer nach Spuren der untergegangenen Welt des Eozäns zu forschen.
Dr. Helmut Axt ist als Leiter dieser Grube durchaus an Überraschungen gewöhnt, doch als ein menschliches Skelett - ein menschliches Skelett mit Zahnkronen und Armbanduhr - aus dem 50 Millionen Jahre alten Ölschiefer geborgen wird, steht Axt am Rande eines Zusammenbruchs. Er versteht seine Wissenschaft nicht mehr, als zwischen tertiären Krokodilen, Fledermäusen und Käfern das Fossil eines Menschen auftaucht. Axt macht sich - gemeinsam mit uns Lesern - auf ins vorgeschichtliche Erdzeitalter, um am Ende an Leib und Seele unbeschadet wieder in die Gegenwart zurückzufinden, im Gegensatz zu jenem Unglücklichen, den man fossiliert im Ölschiefergestein von Messel gefunden hat.
Wer glaubt, Evolution sei mit Darwin erledigt und als Thema ein alter Hut, täuscht sich ganz gewaltig. Immer wieder sorgen neue Entdeckungen für Aufsehen und Spannung. Bernhard Kegel erzählt in seinem Roman die phantastische Geschichte eines unmöglichen Skeletts und bringt seinen Leser dabei elegant auf den neuesten Stand evolutionärer Erkenntnissse.
BERNHARD KEGEL, Jahrgang 1953, ist promovierter Biologe und lebt in Berlin. Als Käferspezialist führt er für den Senat für die Stadtentwicklung und Umweltschutz Feldforschungen durch. 1993 erschien sein erster Roman Wenzels Pilz. Darüber hinaus ist Bernhard Kegel auch Musiker und veröffentlichte mehrere CDs.
1 ... 33 34 35 36 37 38 39 40 41 ... 104
Перейти на страницу:

»Au, Mann, mir ist zum Kotzen«, stöhnte Claudia. »Was, in Gottes Namen, geht hier vor?« Pencils Jaulen wurde noch lauter.

Tobias’ hageres Gesicht war eine verzerrte Maske. Er sah grauenerregend aus in dem schummerigen Licht. »Könnt ihr nicht mal die Klappe halten?« zischte er mit zusammengepreßten Zähnen.

Micha hatte das Gefühl, als ob ihm eine Schraubzwinge den Kopf zerquetschte, ganz langsam, Umdrehung für Umdrehung. Gleichzeitig streikte sein Magen.

Dann ging plötzlich alles ganz schnell. Claudia schrie: »Da vorne! Ich sehe Licht!« Tobias ließ eine Art Triumphschrei los, Micha konnte sich nicht mehr beherrschen und spuckte sein spärliches Frühstück über die Bordwand, und kurz danach verlor er wohl das Bewußtsein, denn in seinem Gedächtnis fehlten später ein paar Minuten.

Man spule das Band des Lebens bis in die Frühzeit zurück und lasse es noch einmal vom gleichen Ausgangspunkt ablaufen: Die meisten Möglichkeiten werden nie realisiert, und wer kann schon sagen, was dadurch verlorenging? Stephen Jay Gould, Zufall Mensch

4

Erdrutsch

Der Mann stand am Rande des Moores und blickte betroffen auf die graubraune tote Masse, die dort jetzt alles bedeckte. Nachdenklich kraulte er seinen wilden Bart, der schon seit Monaten keine Schere mehr gesehen hatte, und betrachtete die Gegend ringsum, überprüfte die anderen Landmarken, an denen er sich orientiert hatte. Noch einmal kniff er ungläubig die Augen zusammen. Aber es half nichts, er hatte sich nicht geirrt. Er kannte diese Stelle doch genau. Da drüben am Berg hatte sich noch bei seinem letzten Abstecher in diese Gegend eine haushohe, überhängende Wand aus Geröll und fester Erde befunden. Oft hatte er hier gesessen und in der heraufziehenden Dämmerung dem Ausflug der Fledermäuse zugesehen, einem phantastischen Schauspiel, das alleine den strapaziösen Anmarsch hierher wert war. Zu Tausenden verbrachten sie in einer Höhle nahe der Mooroberfläche den Tag.

Aber statt der Wand und der Höhle sah er nun nur ein verheerendes Bild der Verwüstung. Der ganze Hang mußte ins Rutschen gekommen sein und war in das Moor gestürzt. Es hatte stark geregnet in letzter Zeit. Möglicherweise hatte sich eine Schlammlawine gelöst und schließlich den halben Berg mit ins Moor gerissen.

Es war zum Heulen. Die Fauna und Flora dieses relativ isoliert liegenden verlandenden Sees war einmalig gewesen. Natürlich waren der Wald und die darin liegenden Feuchtgebiete unermeßlich groß, und er hatte bisher nur einen Bruchteil davon erkunden können, aber dieser Moorsee schien ihm doch etwas ganz Besonderes gewesen zu sein. Viele Endemiten, Pflanzen und Tiere hatte er nirgendwo sonst gesehen, sie schienen nur hier vorzukommen. Alles hin, unter meterdickem Schlamm und Geröll erstickt, wirklich ein Jammer. Sogar die Vögel waren verschwunden, die hier sonst so zahlreich nach Nahrung gesucht hatten.

Erdrutsche kamen vor, natürlich, noch dazu in einer Gegend wie dieser, wo sintflutartige Regenfälle niedergingen und sich innerhalb von Minuten reißende Sturzbäche bildeten.

Aber da waren diese Explosionen gewesen, fünf, sechs kurz hintereinander. Sie waren hier aus dieser Gegend gekommen. Er hätte jedenfalls schwören können, daß es so war. Zuerst hatte er gedacht, es seien die Vulkane, ein Ausbruch oder mehrere, aber die großen Bergkegel in der Ferne stießen weiter ihre Rauchwölkchen aus und vermittelten ansonsten den Eindruck stoischer Ruhe.

Außerdem hatten die Explosionen anders geklungen, schärfer, kürzer, fast wie Gewehrschüsse, ohne das tiefe Grollen und Rumpeln, ohne das Beben der Erde, das er beim letzten Ausbruch der Vulkane trotz der großen Entfernung zu seiner Behausung verspürt hatte. Diese Explosionen hatten etwas Fremdes, Künstliches an sich gehabt.

Seit er die erste Falle gefunden hatte, war er unruhig und nervös. Außerdem war es nicht bei der einen Falle geblieben. Er hatte schon ein ganzes Arsenal davon aus dem Verkehr gezogen und war auch auf weitere Spuren gestoßen, die auf die Anwesenheit eines Menschen hindeuteten, abgeschlagene Bäume und Sträucher, ein Stück ausgefranstes Seil.

Irgendwie wurde er das Gefühl nicht los, daß auch dieser Erdrutsch auf das Konto des Unbekannten ging. Es wollte ihm jedoch absolut nicht einleuchten, was jemand damit bezweckte, einen Berghang loszusprengen und in ein Moor stürzen zu lassen. Das war blinde Zerstörungswut. Hier war ja wohl kein Ferienhotel, keine Dschungellodge oder so etwas geplant, für das Platz geschaffen werden mußte. Er lachte bitter.

Auf jeden Fall bedeutete es, daß er sich in Zukunft vorsehen mußte. Er konnte sich hier nicht mehr so ungezwungen bewegen wie bisher. Er war nicht mehr allein. Es gab in diesem Wald noch jemanden, und wenn dieser Jemand hier wirklich seine Finger mit im Spiel gehabt hatte, dann mußte er die Sache im Auge behalten.

Der Zusammenbruch

»Sag mal, was hast du denn mit Niedner angestellt?« fragte Schmäler am Telefon. »Der war ja völlig außer sich.«

»Ach, hat er gleich bei dir angerufen und gepetzt, ja?«

»Helmut!«

»Jaahh ...«, sagte Axt, »tut mir leid. Ich bin vielleicht etwas heftig geworden.«

»Ich kann mich nur wundern. Das ist doch sonst nicht deine Art. Was war denn los?«

»Hast du seinen Artikel nicht gelesen? Die Geschichte mit dem Halswirbel?«

»Ja, unerfreuliche Sache, aber, hör mal ...«, Schmäler räusperte sich, »so kannst du mit Niedner nicht umspringen. Das geht einfach nicht. Der Mann ist wichtig für uns.«

»Ich war einfach . ja, total sauer. Ist das so schwer zu verstehen? Als ob wir nicht schon genug Probleme am Hals hätten. Er hätte sich doch wenigstens vorher mit uns in Verbindung setzen können.«

»Natürlich, das habe ich ihm auch gesagt. Aber was beunruhigt dich eigentlich so? Die Sache mit den Grabungsräubern? Mit denen hatten wir doch schon seit Jahren keine Probleme mehr.«

»Das heißt ja nicht, daß sie einer so freundlichen Einladung widerstehen können«, sagte Axt. Vielleicht war er in der Hitze des Gefechts ein wenig über das Ziel hinausgeschossen.

»Na ja, ich glaube, ich habe ihn wieder etwas besänftigen können. Hab ihm erzählt, daß es dir nicht so gutgeht in letzter Zeit, und er zeigte sich sehr verständnisvoll. Ich muß dir ja nicht erklären, wie wichtig sein Labor für uns ist. Ohne ihn müßten wir unsere Proben zur Altersbestimmung um die halbe Welt schicken.«

So kannte er Schmäler, immer auf Schönwetter aus, immer ausgleichend, immer darauf bedacht, seine zahlreichen Kontakte und Beziehungen zu pflegen. Wahrscheinlich mußte man in seiner Position so sein, aber Axt fand es widerwärtig.

»Apropos Altersbestimmung. Da wäre übrigens noch etwas ...«

Axt hielt den Atem an. »Ja?«

»Ich habe kürzlich das Ergebnis der Kontrolluntersuchung aus München bekommen .«

»Welcher Kontrolluntersuchung?« Axt stellte sich dumm, obwohl er genau wußte, was Schmäler meinte. Er wollte ihn ein bißchen zappeln lassen, wollte die beiden Worte, die ihn so quälten, aus seinem Munde hören.

»Na, du weißt schon. Es geht um dieses .«

Ja, und wie schwer es Schmäler fiel, es auszusprechen. Er wand sich wie ein Wurm am Haken. Sollte er ruhig ein bißchen leiden. Es war zwar nur ein schwacher Trost, aber immerhin.

»... diesen Homo sapiens.« Schmäler hüstelte wie eine alte Oma, die gezwungen war, das Wort Scheiße auszusprechen.

»Und?«

»Leider nichts Neues.«

1 ... 33 34 35 36 37 38 39 40 41 ... 104
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)