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Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]

Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:

Der große Kritiker- und Publikumserfolg aus den USA! Connie Willis, preisgekrönt als beste SF-Autorin der 90er Jahre, schickt in diesem Buch Zeitreisende aus der Zukunft in das viktorianische England — ein unvergessliches Abenteuer …
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»›Schönes ist wahr, und Wahres schön‹«, sagte Terence, »›das ist, was ihr auf Erden wißt, mehr…‹«

»Ob’s hier spukt?« fragte Tossie.

Terence hielt mit dem Zitieren inne. »Spukt?«

»Spukt!« wiederholte Tossie glückstrahlend und stieß die Miniversion eines Schreies aus, eine Art Schreichen. »Natürlich tut es das. Madame Iritosky sagt, daß es bestimmte Orte gibt, die als Portale zwischen den Welten dienen.«

Ich schaute Verity an, aber ihre Haltung blieb gelassen, ungerührt davon, daß Tossie gerade das Netz beschrieben hatte.

»Madame Iritosky sagt, daß Geister sich oft neben diesen Portalen aufhalten, durch die ihre Seelen auf die Andere Seite wandern«, erklärte Tossie Terence. »Viele Seancen schlagen deshalb fehl, weil sie nicht nahe genug an einem Portal abgehalten werden. Deshalb hält Madame Iritosky ihre Seancen immer zu Hause ab, anstatt ihre Klienten zu besuchen. Und ein Kirchhof würde eigentlich ein logisches Portal sein.« Sie schaute zu dem Rippengewölbe hoch und stieß ein weiteres Schreichen aus. »Sie könnten eben gerade bei uns sein!«

»Der Kirchenvorsteher wird sicher wissen, ob es hier Geister gibt«, schlug Verity hilfreich vor.

Ja. Und dann ein Schild aufstellen: »Keine Erscheinungen!«. Oder »Kein Ektoplasma bitte!«

»Ja, natürlich!« Tossie gab ein weiteres Schreichen zum Besten. »Mr. St. Trewes, wir müssen den Kirchenvorsteher fragen!« Sie verließen die Kirche, studierten das Schild und gingen dann in Richtung Harwood House, wo der Kirchenvorsteher ohne Zweifel erfreut sein würde, sie zu sehen.

»Dunworthy sagte mir nur, daß er mich zwei Stunden, bevor ich die Katze gerettet hatte, zurückschicken würde«, nahm Verity den Faden wieder auf. »Dann sollte ich Bericht erstatten, ob es irgendwelche Zwischenfälle oder außergewöhnliche Schlupfverluste gegeben habe. Ich nahm an, Prinzessin Arjumand sei bereits wieder in Muchings End eingetroffen. Aber als ich ankam, war sie nicht da. Tossie hatte ihr Verschwinden bemerkt und den ganzen Haushalt alarmiert, nach ihr zu suchen, und ich machte mir langsam Sorgen, daß etwas schiefgegangen sein könnte. Und bevor ich Dunworthy Bericht erstatten und herausfinden konnte, was geschehen war, verfrachtete uns Mrs. Mering schwuppdiwupps nach Oxford, und Tossie lernte Count de Vecchio kennen.«

»Count de Vecchio?«

»Einen jungen Mann. Auf einer der Seancen. Reich, gutaussehend, charmant. In jeder Hinsicht vollkommen, außer daß sein Name mit einem V beginnt und nicht mit einem C. Er interessiert sich für Theosophie«, erklärte sie. »Er interessiert sich aber auch für Tossie. Er bestand darauf, bei der nächsten Seance neben ihr zu sitzen, damit er ihre Hand halten konnte, und er sagte ihr, sie solle sich nicht fürchten, wenn sie etwas ihre Füße berühren fühle, das seien nur die Geister. Deshalb schlug ich einen Spaziergang zur Themse vor, um ihn von ihr fernzuhalten, und da kam Terence herbeigerudert, doch sein Name beginnt auch nicht mit einem C. Und er ist von ihr hingerissen. Nicht, daß das etwas Ungewöhnliches wäre. Jeder junge Mann, der Tossie trifft, ist von ihr hingerissen.« Sie warf mir unter ihrem Schleier einen Blick zu. »Weil wir gerade davon sprechen — warum Sie eigentlich nicht?«

»Sie glaubt, Heinrich der Achte hätte acht Frauen gehabt«, erwiderte ich.

»Ich weiß, aber ich dachte, Ihre Zeitkrankheit hätte Sie in die gleiche Verfassung wie die arme Titania versetzt, dazu verurteilt, herumzuwandern und sich in das erstbeste Mädchen zu verlieben, das Ihnen über den Weg läuft.«

»Welches Sie waren«, sagte ich.

Wäre sie die unberührte englische Rose gewesen, nach der sie aussah, würde sie jetzt unter ihrem Schleier sanft errötet sein, aber sie kam aus dem einundzwanzigsten Jahrhundert.

»Das geht vorüber«, sagte sie und hörte sich an wie die Krankenschwester. »Wenn Sie sich erst einmal richtig ausgeschlafen haben… Ich wollte, ich könnte dasselbe von Tossies Verehrern sagen. Besonders von Terence. Er scheint Tossie zu gefallen. Sie bestand darauf, heute nachmittag nach Iffley zu fahren, obwohl Madame Iritosky eine spezielle Seance vorbereitet hatte, um Prinzessin Arjumand zu finden. Und auf dem Weg hierher fragte sie mich in der Kutsche, was ich von Pflaumentorte als Hochzeitstorte hielte. Da bekam ich dann richtig Angst, daß die Entwendung der Katze wirklich eine Inkonsequenz geschaffen haben könnte und daß Count de Vecchio und Terence Tossie sonst nie getroffen hätten, wenn sie nicht nach Oxford gekommen wäre. Und ihre Namen beginnen beide nicht mit C.«

Wieder tappte ich im Dunkeln. »Warum müssen ihre Namen mit einem C beginnen?«

»Weil sie in jenem Sommer — diesem Sommer — jemanden heiratete, dessen Name mit C begann.«

»Woher wissen Sie das? Ich dachte, das Tagebuch sei unleserlich.«

»Ist es auch.« Sie ging zu einer Kirchenbank und setzte sich neben ein Schild, das sagte: »Das Sitzen auf den Bänken ist nur während des Gottesdienstes gestattet!«

»Könnte sich das C nicht auf diesen Ausflug nach Coventry beziehen, der ihr Leben so nachhaltig veränderte?« fragte ich. »Coventry beginnt mit C.«

Sie schüttelte den Kopf. »Ihr Tagebucheintrag vom sechsten Mai 1938 sagt: ›Diesen Sommer werden wir fünfzig Jahre verheiratet sein, und ich bin glücklicher als ich mir je vorgestellt habe, Mr. C-was-auch-immer-’s Ehefrau zu sein‹, doch der mittlere Teil des Namens ist verschmiert, ebenso wie das E von Ehefrau.«

»Verschmiert?«

»Ein Tintenklecks. Federhalter klecksten nämlich in jenen Tagen.«

»Sind Sie ganz sicher, daß es C und nicht ein G ist?«

»Ja.«

Es schloß also nicht nur Count de Vecchio und Terence, sondern auch Professor Peddick und Jabez aus. Und, glücklicherweise, mich selbst.

»Wer ist dieser Mr. Chips oder Chesterton oder Coleridge, den sie heiraten soll?«

»Das weiß ich nicht. Es ist niemand, den sie je erwähnte und keiner, der je in Muchings End war. Ich fragte Colleen, das Stubenmädchen. Sie hatte nie von so jemandem gehört.«

Stimmen näherten sich von draußen. Verity erhob sich. »Gehen Sie mit mir auf und ab«, sagte sie. »Tun Sie so, als bewunderten wir die Architektur.« Sie schlenderte zu dem Taufstein und betrachtete ihn interessiert.

»Sie wissen also nicht, wer dieser Mr. C ist, aber Sie wissen, daß es jemand ist, den Tossie noch nicht getroffen hat und daß sie ihn in diesem Sommer heiraten wird«, sagte ich und betrachtete ein Schild mit der Aufschrift: »Keine Einrichtungsgegenstände aus der Kirche entfernen!«.»Ich dachte, Victorianer wären immer ziemlich lange verlobt gewesen.«

»Stimmt auch.« Verity schaute grimmig. »Und nach der Verlobungszeit wurde das Aufgebot an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen von der Kanzel herab verlesen, gar nicht zu reden von den Antrittsbesuchen bei den Eltern und dem Nähen der Aussteuer. Und jetzt ist bereits Mitte Juni.«

»Wann heirateten sie?«

»Das wissen wir auch nicht. Die Kirche von Muchings wurde während der letzten großen Epidemie niedergebrannt, und die späteren Tagebücher erwähnen das Heiratsdatum nicht.«

Mir fiel etwas ein. »Aber sie erwähnte doch sicher seinen Namen? Dieser Eintrag vom sechsten Mai kann doch nicht der einzige in fünfzig Jahren gewesen sein, in dem sie ihren Ehemann erwähnte.«

Sie schaute unglücklich. »Sie nannte ihn immer nur ›meinen lieben Schatz‹ oder ›meinen geliebten Gatten‹. Geliebt und Schatz jeweils unterstrichen.«

Ich nickte. »Und mit Ausrufungszeichen.« Ich hatte einige der Tagebücher wegen eventueller Hinweise auf des Bischofs Vogeltränke lesen müssen.

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