Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
Das flammende Kreuz: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
1 ... 349 350 351 352 353 354 355 356 357 ... 424
Перейти на страницу:

Ein Loch, das ein herabfallender Ast in das Dach des Räucherschuppens gerissen hatte. Das Dach musste geflickt und mit neuen Schindeln versehen, der Ast zu Brennholz zerhackt werden. Es musste ein Loch für einen neuen Abort gegraben werden, bevor der Boden gefror oder sich in Schlamm verwandelte. Flachs musste gehäckselt werden. Zaunbretter abgespalten werden. Lizzies Spinnrad repariert werden …

Er fühlte sich zerschlagen und dumpf, zu keiner einzigen Entscheidung fähig, von komplexen Gedankengängen ganz zu schweigen. Er hatte genug geschlafen – mehr als genug –, um sich körperlich von der Erschöpfung der letzten paar Tage zu erholen, doch die Ankunft von Thomas Christie und seiner Familie so unmittelbar nach Jamies dramatischem Heimtransport hatte ihm jede geistige Energie geraubt.

Er warf einen Blick zum Himmel; eine Reihe von Federwolken breitete sich tief über den Horizont. Es würde vorerst nicht regnen, das Dach konnte warten. Er zuckte mit den Achseln und kratzte sich am Kopf. Also Heu und Bäume ringeln. Er packte eine Steingutflasche mit Ale und das Sandwichpaket, das Brianna ihm gemacht hatte, in seine Tasche und holte die Handsichel und das Beil.

Beim Gehen wurde er langsam wach. Im Schatten unter den Kiefern war es kalt, doch die Sonne stand jetzt so hoch, dass er sie spüren konnte, wenn er über eine helle Stelle schritt. Durch die Bewegung erwärmten und lockerten sich seine Muskeln, und als er die erste Hochwiese erreichte, fühlte er sich allmählich wieder wie er selbst, fest in der physischen Welt von Berg und Wald verankert. Die Zukunft hatte sich in die Welt der Träume und Erinnerungen zurückgezogen, und er befand sich wieder ganz im Hier und Jetzt.

»Und das ist auch gut so«, murmelte er vor sich hin. »Du willst dir ja schließlich nicht den Fuß abschneiden.« Er ließ die Axt am Fuß eines Baumes fallen und bückte sich, um Heu zu schneiden.

Es war nicht die beruhigend monotone Arbeit des normalen Heumachens, bei der die große, zweihändige Sichel das trockene, fette Gras in ästhetischen Reihen auf das Feld legte. Dies war eine grobere, zugleich aber einfachere Arbeit, bei der er mit einer Hand ein Büschel Timotheus- oder Präriegras ergriff, die Halme dicht über der Wurzel abschnitt und das wilde Heu in den Jutesack stopfte, den er mitgebracht hatte.

Es erforderte im Gegensatz zur hirnlosen Kraftanstrengung des Heumachens auf dem Feld keine große Stärke, dafür aber Konzentration. Überall auf dieser kleinen Lichtung wuchsen zwischen den Bäumen verstreute Grasbüschel, die jedoch mit Granitbrocken, kleinen Büschen, zerfallenden Baumstümpfen und Brombeeren durchsetzt waren.

Es war eine beruhigende Arbeit, und obwohl sie ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit in Anspruch nahm, begannen seine Gedanken bald in andere Richtungen zu wandern. In Richtung der Dinge, die Jamie dort draußen unter den Sternen auf dem finsteren Berg zu ihm gesagt hatte.

Manches davon hatte er schon gewusst; dass es Spannungen zwischen Alex MacNeill und Nelson McIver gab und warum; dass einer von Patrick Nearys Söhnen höchstwahrscheinlich ein Dieb war und was diesbezüglich zu unternehmen war. Welches Land wann und an wen zu verkaufen war. Von anderen Dingen hatte er nicht die geringste Ahnung gehabt. Er presste die Lippen fest aufeinander, als er an Stephen Bonnet dachte.

Und was mit Claire geschehen sollte.

»Wenn ich tot bin, muss sie gehen«, hatte Jamie gesagt, als er einmal abrupt aus seinem fiebrigen Dämmerzustand erwachte. Er hatte Roger überraschend kraftvoll am Arm gepackt, ein dunkles Feuer in den Augen. »Schick sie heim. Zwing sie dazu. Ihr solltet alle gehen, wenn das Kind die Steine passieren kann. Aber sie muss gehen. Sorge dafür, dass sie zu den Steinen geht.«

»Warum?«, hatte Roger leise gefragt. »Warum soll sie gehen?« Es war möglich, dass Fraser durch das Fieber von Sinnen war und nicht mehr klar dachte. »Es ist ein gefährliches Unterfangen, durch die Steine zu gehen.«

»Ohne mich ist es hier zu gefährlich für sie.« Frasers Blick war auf einmal unscharf geworden; seine Gesichtszüge hatten sich vor lauter Erschöpfung entspannt. Er hatte die Augen halb geschlossen und war zurückgesunken. Dann hatte er die Augen plötzlich wieder geöffnet.

»Sie ist eine von den Alten«, sagte er. »Wenn sie das herausbekommen, werden sie sie umbringen.« Dann hatte er die Augen erneut geschlossen und nichts mehr gesagt, bis die anderen sie bei Tagesanbruch fanden.

Im klaren Licht des Herbstmorgens betrachtet, in sicherem Abstand vom heulenden Wind und den tanzenden Flammen jener vergangenen Nacht auf dem Berg, war sich Roger einigermaßen sicher, dass Jamie nur im Nebel seines Fiebers umhergewandert war und die Sorge um seine Frau sich mit den Phantomen vermischt hatte, die dem Gift in seinem Blut entsprangen. Dennoch ließ ihn der Gedanke nicht los.

»Sie ist eine von den Alten.« Fraser hatte leider Englisch gesprochen. Wäre es Gälisch gewesen, wäre klarer gewesen, was er meinte. Hätte er »Ban-sidhe« gesagt, hätte Roger gewusst, ob Jamie wirklich glaubte, dass sie dem Elfenvolk entstammte, oder ob er sie nur für eine durch und durch menschliche Weise Frau hielt.

Er konnte doch nicht etwa … vielleicht ja doch. Selbst in Rogers eigener Zeit hatten die Menschen in den Highlands einen starken, wenn auch weniger offen zugegebenen Glauben an »die anderen« im Blut. Jetzt? Fraser glaubte unverhohlen an Geister – von Heiligen und Engeln ganz zu schweigen. In Rogers zynischer Betrachtungsweise gab es keinen großen Unterschied dazwischen, ob man der Heiligen Genoveva eine Kerze anzündete oder den Elfen ein Schüsselchen Milch hinstellte.

Andererseits war ihm unangenehm bewusst, dass auch er sich nie an einer solchen Milchgabe vergriffen hätte, die für die anderen gedacht war, oder einen Glücksbringer angerührt hätte, der über einem Scheunentor oder einem Türbalken hing – und das nicht nur aus Respekt gegenüber der Person, die ihn dort angebracht hatte.

Von der Arbeit war ihm jetzt durch und durch warm geworden; sein Hemd begann, ihm an den Schultern zu kleben, und der Schweiß rann ihm über den Hals. Er machte kurz Pause, um aus seiner Wasserflasche zu trinken und sich ein Tuch als Schweißband um die Stirn zu wickeln.

Möglich, dass Fraser nicht ganz Unrecht hatte. Wenn ihm auch die Vorstellung, er selbst oder Brianna, ja, selbst Claire könnten sidheanach sein, auf den ersten Blick lächerlich erschien … gab es schließlich noch andere Blickwinkel, nicht wahr? Sie waren anders; nicht jeder konnte durch die Steine reisen, ganz zu schweigen davon, es wirklich zu tun.

Und es gab noch andere. Geillis Duncan. Den unbekannten Reisenden, den sie Claire gegenüber erwähnt hatte. Den Mann, dessen abgetrennten Kopf Claire mit intakten Silberplomben in der Wildnis gefunden hatte. Bei dem Gedanken an ihn sträubten sich trotz des Schweißes die Haare auf seinen Unterarmen.

Jamie hatte den Kopf mit allem gebührenden Respekt und einem kurzen Gebet auf einem Hügel in der Nähe des Hauses beerdigt – der erste Insasse der kleinen, sonnenerfüllten Lichtung, die als zukünftiger Friedhof von Fraser’s Ridge gedacht war. Auf Claires Beharren hin hatte er das kleine Grab mit einem groben Granitbrocken markiert, der keine Inschrift trug – was gab es da auch zu sagen? –, aber von grünen Serpentinen durchzogen war.

Hatte Fraser Recht? Ihr solltet alle gehen, wenn das Kind die Steine passieren kann.

Und wenn sie nicht zurückgingen … würden sie eines Tages vielleicht alle zusammen dort auf der sonnigen Lichtung liegen: er selbst, Brianna, Jemmy, jeder unter einem Granitblock. Der einzige Unterschied war, dass jeder dieser Steine einen Namen tragen würde. Was in aller Welt würden sie für Daten nehmen?, fragte er sich plötzlich und wischte sich den Schweiß vom Kinn. Jemmys Geburtsdatum würde kein Problem darstellen, aber der Rest …

Das war natürlich der Haken – zumindest einer davon. Wenn das Kind die Steine passieren kann. Wenn Claires Theorie stimmte und die Fähigkeit, die Steine zu passieren, genetisch bedingt war wie die Augenfarbe oder die Blutgruppe – dann standen die Chancen fünfzig zu fünfzig, wenn Jemmy Bonnets Kind war, und drei zu eins, vielleicht sogar hundertprozentig, wenn er von Roger abstammte.

1 ... 349 350 351 352 353 354 355 356 357 ... 424
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)