Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #4
- Год: 2017
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
Jamie kniff bei seinem Anblick kurz die Augen zusammen, erwiderte dann aber kameradschaftlich den festen Händedruck des Waldläufers.
»Aye John. Esst Ihr etwas mit?«
»Äh … ja«, fiel ich ein und warf einen verstohlenen Blick in den Vorratskorb. »Bitte doch.«
John Quincy verbeugte sich feierlich vor mir und zog dabei den Hut.
»Zu Diensten, Ma’am, und ich danke Euch sehr. Vielleicht später. Erst einmal bin ich allerdings hier, um Mr. Fraser zu entführen. Er wird dringend gebraucht.«
»Von wem?«, fragte Jamie argwöhnisch.
»Robbie McGillivray – zumindest sagt er, dass er so heißt. Kennt Ihr den Mann?«
»Aye, das tue ich.« Was auch immer Jamie über McGillivray wusste, bewog ihn, hastig in die kleine Truhe zu greifen, in der er seine Pistolen aufbewahrte. »Was gibt es denn?«
»Nun ja.« John Quincy kratzte sich nachdenklich den buschigen, schwarzen Bart. »Seine Frau hat mich gebeten, Euch zu suchen, und sie spricht nicht gerade das, was man gutes Englisch nennt, also kann es sein, dass ich alles ein wenig durcheinander bringe. Aber ich glaube, sie hat gesagt, ein Diebesfänger hätte ihren Sohn festgenommen und behauptet, der Junge wäre einer von den Rabauken aus Hillsborough, und er würde ihn in New Bern hinter Gitter bringen. Daraufhin hat Robbie gesagt, sein Sohn würde von niemandem irgendwohin gebracht, und – nun ja, danach ist die arme Frau ganz aufgeregt geworden, und ich konnte nur noch jedes zehnte Wort verstehen. Aber ich glaube, es wäre Robbie sehr lieb, wenn Ihr vorbeikommen und Euch der Dinge annehmen würdet.«
Jamie griff nach Rogers blutbeflecktem, grünem Rock, der an einem Busch hing und der Reinigung harrte. Er schlüpfte hinein und schob sich die frisch geladene Pistole in den Gürtel.
»Wo denn?«
Myers machte eine sparsame Geste mit einem Daumen und schob sich durch das Stechpalmengebüsch davon, dicht gefolgt von Jamie.
Fergus, der das Gespräch mit angehört hatte und Germain immer noch im Arm hielt, setzte den Jungen zu Marsalis Füßen ab.
»Ich muss grand-père helfen«, sagte er zu Germain. Er hob ein Stück Brennholz auf und drückte es dem kleinen Jungen in die Hand. »Du bleibst hier und beschützt maman und die kleine Jeanne vor den bösen Männern.«
»Oui, papa.« Germain machte unter seinem blonden Pony ein finsteres Gesicht, nahm seinen Stock fest in die Hand und nahm Haltung an, um das Lager zu verteidigen.
Marsali, MacLennan, Lizzie und der Privatgefreite Ogilvie hatten das Zwischenspiel mit ziemlich glasigen Augen verfolgt. Als Fergus jetzt ebenfalls einen Stock ergriff und zielgerichtet im Gebüsch verschwand, erwachte der Privatgefreite beklommen aus seiner Trance.
»Äh …«, sagte er. »Vielleicht sollte ich meinen Sergeanten suchen, meint Ihr nicht, Ma’am? Wenn es nach Schwierigkeiten aussieht …«
»Nein, nein«, sagte ich hastig. Das Letzte, was wir jetzt brauchten, war, dass Archie Hayes und sein Regiment en masse hier aufmarschierten. Ich hatte sehr das Gefühl, dass alle nur davon profitieren würden, wenn diese Situation inoffiziell blieb.
»Es kommt bestimmt alles in Ordnung. Es ist sicher nur ein Missverständnis. Mr. Fraser wird es sofort aufklären, keine Angst.« Noch während ich das sagte, umkreiste ich verstohlen das Feuer und näherte mich der Stelle, an der meine medizinische Ausrüstung vor dem Regen geschützt unter einem Stück Segelleinen lag. Ich griff unter die Kante und langte nach meiner Erste-Hilfe-Kiste.
»Lizzie, wie wär’s, wenn du Mr. Ogilvie etwas Erdbeermarmelade für seinen Toast gibst? Und Mr. MacLennan hätte bestimmt gern etwas Honig für seinen Kaffee. Entschuldigt mich bitte, Mr. MacLennan, ich muss nur kurz … äh …« Mit einem idiotischen Lächeln stahl ich mich zwischen den Stechpalmenzweigen davon. Während das Geäst raschelnd hinter mir zurückschwang, blieb ich stehen, um mich zu orientieren. Der regnerische Wind trug mir schwaches Glöckchengeklingel entgegen; ich wandte mich dem Geräusch zu und rannte los.
Es war ein ganzes Stück; als ich sie in der Nähe des Wettkampffeldes einholte, war ich vor Anstrengung außer Atem und schwitzte. Die Wettkämpfe begannen gerade erst; ich konnte das Summen einer Menge von Männern hören, die sich unterhielten, aber noch keine Anfeuerungsrufe oder Enttäuschungsbekundungen. Einige muskulöse Exemplare stapften mit nacktem Oberkörper auf und ab und schwangen die Arme, um sich zu lockern, die »starken Männer« aus den diversen Siedlungen.
Es hatte wieder zu nieseln begonnen; die Nässe glänzte auf den gerundeten Schultern der Männer und klebte ihnen dunkle Haarkringel an die blasse Haut ihrer Brustkörbe und Unterarme. Doch ich hatte keine Zeit, dem Spektakel meine Aufmerksamkeit zu schenken, denn John Quincy schlängelte sich geschickt zwischen den Trauben der Zuschauer und Wettkämpfer hindurch und winkte im Vorbeigehen dem einen oder anderen Bekannten zu. Am anderen Ende der Menge löste sich ein kleiner Mann aus dem Gedränge und eilte auf uns zu.
»Mac Dubh! Da seid Ihr ja – das ist gut!«
»Keine Ursache, Robbie«, versicherte ihm Jamie. »Was soll ich denn tun?«
McGillivray, der dem Nervenzusammenbruch nahe aussah, warf einen Blick auf die Muskelmänner und ihre Gefolgschaft und wies dann mit einem Ruck seines Kopfes auf den nahen Waldrand. Wir folgten ihm, ohne dass die Menge, die sich gerade um zwei mit Seilen umwickelte Steinbrocken sammelte, von uns Notiz nahm. Ich vermutete, dass einige der anwesenden Muskelprotze jetzt ihr Können unter Beweis stellen würden, indem sie diese hochhoben.
»Es ist Euer Sohn, nicht wahr, Robbie?«, fragte Jamie und wich einem nassen Kiefernzweig aus. »Aye«, antwortete Robbie. »Zumindest bis gerade.«
Das klang unheilvoll. Ich sah, wie Jamies Hand über den Kolben seiner Pistole strich; die meine fuhr an meine medizinische Ausrüstung.
»Was ist denn passiert?«, fragte ich. »Ist er verletzt?«
»Er nicht«, erwiderte McGillivray kryptisch und duckte sich unter einem tief hängenden Kastanienzweig hindurch, der mit einer roten Kletterpflanze behangen war.
Genau vor uns befand sich eine unbewachsene Stelle, die eigentlich nicht groß genug war, um sie als Lichtung zu bezeichnen, und die mit abgestorbenen Grasbüscheln und Kiefernschösslingen bewachsen war. Fergus und ich folgten Jamie gerade unter der Kletterpflanze hindurch, als eine hochgewachsene, in Leinen gekleidete Frau auf uns zuwirbelte und Anstalten machte, den abgebrochenen Ast zu schwingen, den sie in der Hand hielt. Doch dann sah sie McGillivray und entspannte sich geringfügig.
»Wer ist das?«, fragte sie argwöhnisch und beäugte uns. Dann erschien John Quincy unter der Kletterpflanze, und sie ließ den Knüppel sinken. Ihr auf bodenständige Weise hübsches Gesicht entspannte sich weiter.
»Ha, Myers! Ihr bringt mir also Jamie, ja?« Sie sah mich neugierig an, war aber zu sehr damit beschäftigt, ihre Blicke zwischen Fergus und Jamie hin und her wandern zu lassen, um mich genau unter die Lupe zu nehmen.
»Aye, Liebes, das hier ist Jamie Roy – Seaumais Mac Dubh.« McGillivray beeilte sich, so zu tun, als sei Jamies Auftauchen ihm zu verdanken, und er legte ihm respektvoll die Hand auf den Ärmel. »Meine Frau Ute, Mac Dubh. Und Mac Dubhs Sohn«, sagte er mit einer vagen Geste in Fergus’ Richtung.
Ute McGillivray sah aus wie eine Walküre, die sich hauptsächlich von Stärkeprodukten ernährte; groß, sehr blond, breit und kraftvoll.
»Zu Diensten, Ma’am«, sagte Jamie und verbeugte sich.
»Madame«, fügte Fergus an und machte einen Hofknicks.
Mrs. McGillivray machte ihrerseits einen tiefen Hofknicks, den Blick auf die auffallenden Blutflecken geheftet, die Jamies – oder besser Rogers – Rock zierten.
»Mein Herr«, murmelte sie mit beeindruckter Miene. Sie drehte sich um und winkte einen jungen Mann von siebzehn oder achtzehn Jahren herbei, der sich im Hintergrund gehalten hatte. Seine Ähnlichkeit mit seinem kleinen, drahtigen, dunkelhaarigen Vater war so deutlich, dass man seine Identität wohl kaum in Zweifel ziehen konnte.