Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
Das flammende Kreuz: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
1 ... 317 318 319 320 321 322 323 324 325 ... 424
Перейти на страницу:

Er lächelte innerlich bei dem Gedanken daran, was diese Finger sonst noch getan hatten. Es hatte ihn vorübergehend von seinen steifen Muskeln abgelenkt und die beunruhigenden Traumerinnerungen verbannt. Er reckte sich stöhnend und spürte dabei, wie seine Muskeln an den empfindlichen Sehnen zerrten. Das saubere Leinen klebte ihm bereits an Brust und Rücken.

Jamie war vor ihm auf dem Pfad, und dort, wo ihm der Riemen der Wasserflasche quer über den Rücken hing, bildete sich deutlich sichtbar eine feuchte Stelle. Roger nahm leicht getröstet zur Kenntnis, dass auch sein Schwiegervater sich heute Morgen nicht mit seiner üblichen, panthergleichen Eleganz bewegte. Er wusste, dass der Schotte auch nur ein Mensch war, doch es war beruhigend, diese Tatsache dann und wann bestätigt zu bekommen.

»Meinst du, das Wetter hält sich?«, fragte Roger, um überhaupt irgendetwas zu sagen. Jamie war nie besonders redselig, aber heute Morgen schien er ungewöhnlich still zu sein und hatte seit seinem »Aye, Morgen« als Erwiderung auf Rogers Begrüßung kaum etwas gesagt. Vielleicht lag es an dem grauen Tag, der mit Regen drohte – oder ihn versprach.

Der Himmel wölbte sich tief und stumpf über ihnen wie die Innenseite einer Zinnschale. Ein Nachmittag in der Hütte, wenn der Regen gegen die Ölhautfenster hämmerte und Jemmy sich friedlich zu einem Nickerchen zusammengerollt hatte, während seine Mutter sich ihres Hemdes entledigte und im sanften, grauen Licht zu ihm ins Bett kam … aye, nun ja, manche Arten, ins Schwitzen zu kommen, waren einfach besser als andere.

Jamie blieb stehen und spähte zum drückenden Himmel hinauf. Er schloss seine rechte Hand mühsam zu einer Faust, dann öffnete er sie langsam wieder. Sein steifer Ringfinger erschwerte ihm Kleinarbeiten wie das Schreiben, doch dafür hatte er einen zweifelhaften Vorteil; seine geschwollenen Gelenke signalisierten Regen so verlässlich wie ein Barometer.

Jamie wackelte versuchsweise mit dem Finger und lächelte Roger schwach zu.

»Nur ein leichtes Ziehen«, sagte er. »Kein Regen vor Anbruch der Dunkelheit.« Er reckte sich und entspannte zur Vorbereitung seinen Rücken, dann seufzte er. »Na dann los, aye?«

Roger sah noch einmal zurück; Haus und Blockhütte waren verschwunden. Er warf einen stirnrunzelnden Blick auf Jamies Rücken und debattierte mit sich selbst. Bis zu dem neuen Feld war es fast eine halbe Meile; reichlich Zeit für ein Gespräch. Aber nicht die richtige Zeit, noch nicht. Es war eine Angelegenheit, die er unter vier Augen und in Ruhe ansprechen musste – also später, wenn sie Mittagspause machten.

Die Atmosphäre im Wald war gedämpft, die Luft reglos und schwer. Sogar die Vögel schwiegen, nur dann und wann barst die Maschinengewehrsalve eines Spechts durch die Stille. Lautlos wie die Indianer bahnten sie sich auf dem verrotteten Laub ihren Weg durch den Wald und traten so abrupt aus dem Eichendickicht, dass ein Krähenschwarm kreischend von der aufgerissenen Erde des frisch gerodeten Feldes auffuhr wie Dämonen auf der Flucht aus der Unterwelt.

»Himmel«, murmelte Jamie und bekreuzigte sich unwillkürlich. Der Anblick schnürte Roger die Kehle zu, und sein Magen ballte sich zusammen. Die Krähen hatten an etwas gefressen, das in einer Mulde lag, die ein entwurzelter Baum hinterlassen hatte; alles, was er über die gezackten Erdklumpen hinweg sehen konnte, war eine bleiche Rundung, die verstörend an eine nackte Schulter erinnerte.

Es war eine nackte Schulter – die eines Schweins. Jamie hockte sich neben den Kadaver des Schweins und betrachtete stirnrunzelnd die bläulichen Schwielen, die sich über die dicke, helle Haut zogen. Angewidert berührte er die tiefen Furchen in der Flanke des Tiers; Roger konnte das geschäftige Hin und Her der Fliegen in den schwarzroten Löchern sehen.

»Bär?«, fragte er und hockte sich neben Jamie. Sein Schwiegervater schüttelte den Kopf.

»Katze.« Er strich die steifen, spärlich gesäten Borsten hinter dem Ohr beiseite und deutete auf die bläulichen Bisswunden in den Speckfalten. »Hat ihm mit einem Biss das Genick gebrochen. Und siehst du die Krallenspuren?« Roger hatte sie zwar gesehen, doch ihm fehlte das nötige Wissen, um die Spuren einer Bärentatze von denen eines Panthers zu unterscheiden. Er sah sie sich genau an und prägte sich das Muster ein.

Jamie stand auf und wischte sich mit dem Ärmel über das Gesicht.

»Ein Bär hätte mehr von dem Kadaver gefressen. Dieser ist ja kaum angerührt. Aber bei Katzen kommt es vor – dass sie ein Tier erlegen, es liegen lassen und dann tagelang zurückkommen, um daran zu knabbern.«

Trotz der Schwüle regte sich ein kühles Prickeln in Rogers Nackenhaaren. Es war nur zu leicht, sich vorzustellen, wie sich hinter ihm im schattigen Gebüsch ein gelbes Augenpaar kühl und abschätzend auf die Stelle heftete, wo sein Schädel auf die zerbrechliche Wirbelsäule stieß.

»Meinst du, sie ist noch in der Nähe?« Er sah sich um und versuchte, sich einen lockeren Anschein zu geben. Der Wald hatte sich nicht verändert, und doch kam ihm die Stille jetzt unnatürlich und gruselig vor.

Jamie wedelte ein paar lästige Fliegen fort und runzelte die Stirn.

»Aye, vielleicht. Das Tier ist noch nicht lange tot; noch keine Maden.« Er wies auf die klaffende Wunde in der Flanke des Schweins und bückte sich dann, um die starren Beine zu packen. »Komm, wir hängen es auf. Es ist zu viel Fleisch, um es zu verschwenden.«

Sie schleiften den Kadaver zu einem Baum mit einem niedrigen, kräftigen Querast. Jamie griff in seinen Ärmel und zog ein schmutziges Tuch heraus, das er sich um den Kopf band, damit ihm der Schweiß nicht in den Augen brannte. Roger griff ebenfalls nach seinem Halstuch – sauber gewaschen und ordentlich gebügelt – und tat das Gleiche. Um nicht mehr Wäsche schmutzig zu machen als nötig, zogen sie ihre sauberen Hemden aus und hängten sie über einen Erlenbusch.

Von den Rodungsarbeiten war ein Seil auf dem Feld liegen geblieben; Jamie wand es dem Schwein mehrfach um die Vorderbeine, dann warf er das andere Ende über den Ast. Es war ein ausgewachsener Eber, über vier Zentner Fleisch. Jamie stemmte die Füße in den Boden und zerrte an dem Seil. Die plötzliche Anstrengung ließ ihn aufstöhnen.

Roger hielt den Atem an, als er sich bückte, um beim Hochhieven des starren Kadavers zu helfen, aber Jamie hatte Recht gehabt; das Schwein war noch frisch. Er roch normalen, fleischigen Schweinegeruch, vom Tod abgeschwächt, und stechendes Blut – nichts Schlimmeres.

Raue Haare schabten über die Haut an seinem Bauch, als er die Arme um den Kadaver schlang, und er biss angewidert die Zähne zusammen. Es gibt kaum etwas Toteres als ein großes, totes Schwein. Dann ein Wort von Jamie, und der Kadaver war gesichert. Er ließ los, und das Schwein schwang sanft hin und her, ein Pendel aus Fleisch.

Roger war zum Auswringen nass; daran konnte nicht nur die Anstrengung des Hebens schuld sein. Er hatte einen großen, bräunlichen Blutfleck auf Brust und Bauch. Er massierte den Knoten in seinem Bauch mit dem Handballen und verrieb das Blut mit Schweiß. Er sah sich erneut beiläufig um. Zwischen den Bäumen regte sich nichts.

»Die Frauen werden sich freuen«, sagte er.

Jamie lachte und zog den Dolch aus seinem Gürtel.

»Das glaube ich nicht. Sie werden die halbe Nacht damit verbringen, das Schwein zu zerlegen und zu pökeln.« Er folgte Rogers Blickrichtung.

»Selbst wenn es in der Nähe ist, wird das Tier uns nicht behelligen. Katzen machen nur dann Jagd auf große Beute, wenn sie hungrig sind.« Er warf einen ironischen Blick auf die zerfetzte Flanke des baumelnden Schweins. »So ein fettes Stück besten Schinkens dürfte den Panther wohl vorerst zufriedengestellt haben. Und falls nicht –« Er warf einen bedeutungsvollen Blick auf sein langes Gewehr, das geladen am Stamm eines Hickorybaums lehnte.

Er hielt das Schwein fest, während Jamie es ausweidete, dann wickelte er die stinkende Masse der Eingeweide in das Tuch, das ihr Mittagessen enthalten hatte, während Jamie geduldig ein Feuer aus grünen Stöckchen entfachte, das die Fliegen von dem Kadaver fernhalten sollte. Weil er mit Blut, Unrat und Schweiß beschmiert war und stank, ging Roger über das Feld zu dem kleinen Bach, der am Wald vorbeifloss.

1 ... 317 318 319 320 321 322 323 324 325 ... 424
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)