Die Pflicht zu schweigen
- Автор: Шелдон Сидни
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Die Pflicht zu schweigen». Краткое содержание книги:
Über den Autor
Sidney Sheldon, geboren 1917, war ein absolutes Phänomen in der internationalen Buchwelt. Erst mit fünfzig schrieb er seinen ersten Roman Das nackte Gesicht. Seither sind von zahlreiche Bücher erschienen, jedes ein Weltbestseller, jedes in viele Sprachen übersetzt und alle verfilmt. Sidney Sheldon lebte abwechselnd in Los Angeles, Palm Springs und London. 2007 verstarb der Autor.
Ungekürzte Ausgabe Titel der Originalausgabe: Nothing Lasts Forever Originalverlag: William Morrow and Company, Inc., New York
Er spürte ihren nackten Körper, der sich an ihn schmiegte. »Ho-ney, wir dürfen nicht. Ich bin.«
Da lagen ihre Lippen bereits auf seinen Lippen, war ihr Körper über ihm. Er wurde mitgerissen. Sie blieb die ganze Nacht bei ihm im Bett.
Um sechs Uhr morgens wurde die Schlafzimmertür geöffnet, und Mrs. Lipton marschierte herein. Als sie die beiden im Bett bemerkte, drehte sie sich auf dem Absatz um und verließ wortlos das Zimmer.
Zwei Stunden später beging der Reverend Douglas Lipton in sei-ner Garage Selbstmord.
Honey war völlig verstört, als sie es in den Nachrichten hörte. Sie konnte es nicht fassen.
Der Sheriff führte nach der Untersuchung des Tatorts eine Unterredung mit Mrs. Lipton. Anschließend machte er sich auf die Suche nach Honey. »Aus Achtung vor der Familie werden wir den Tod des Reverend als >Selbstmord aus unbekannten Gründen« registrieren. Ihnen kann ich nur empfehlen, daß Sie Ihre verdammten Sachen packen und sich hier nie wieder blicken lassen.«
Deshalb war Honey nach San Francisco gekommen, ins Embarcadero County Hospital.
Mit wärmsten Empfehlungen von Dr. Jim Pearson.
9. Kapitel
Für Paige hatte die Zeit jede Bedeutung verloren, gab es keinen Anfang und kein Ende mehr. Die Tage und Nächte gingen nahtlos ineinander über. Das Krankenhaus war ihr ein und alles, war ihr Leben geworden, die Welt draußen ein fremder, ferner Planet.
Weihnachten kam und ging vorüber. Ein neues Jahr begann. In der Welt außerhalb des Krankenhauses hatten US-Truppen Kuwait von den Irakern befreit.
Von Alfred kein Wort. Er wird bestimmt entdecken, daß er einen Fehler gemacht hat, dachte Paige. Er wird zu mir zurückkommen.
Die verrückten morgendlichen Anrufe hatten so plötzlich aufgehört, wie sie angefangen hatten. Paige war erleichtert, als keine neu-en mysteriösen, bedrohlichen Dinge mehr geschahen. Im nachhinein kam ihr das Ganze vor wie ein böser Traum - aber die Anrufe waren kein Traum gewesen.
Es ging weiterhin hektisch zu. Nie war genug Zeit, um die Patienten persönlich kennenzulernen. Sie waren bloß Gallenblasen und Leberrisse, Oberschenkelbrüche und Rückenverletzungen.
Das Krankenhaus war wie ein Urwald voller mechanischer Dämonen - Beatmungsgeräte, Monitore für die Herzfrequenz, Geräte für Computertomographie, Röntgenapparate. Und jedes Gerät hatte sein eigenes Geräusch, es gab Pfeifen, Summen, Surren und dazu das unaufhörliche Geplapper der Lautsprecheranlage. Das alles vermengte sich zu einer lauten, wahnsinnigen Kakophonie.
Das zweite Jahr als Assistenzarzt war eine Übergangsphase. Die Assistenten rückten auf, bekamen schwierigere Aufgaben und beobachteten die nächste Gruppe von Neuankömmlingen, denen sie ein leichtes Gefühl von Verachtung und Arroganz entgegenbrachten.
»Die armen Teufel«, meinte Kat zu Paige. »Haben ja keine Ahnung, auf was sie sich da eingelassen haben.«
»Werden sie früh genug herausfinden.«
Paige und Honey machten sich wegen Kat Sorgen. Sie nahm ständig ab und wirkte deprimiert. Schaute während eines Gesprächs plötzlich ins Leere und war nicht mehr ansprechbar. Bekam von Zeit zu Zeit einen geheimnisvollen Anruf, der ihre Depression je-desmal verschlimmerte.
Paige und Honey versuchten, mit ihr darüber zu sprechen.
»Ist alles in Ordnung?« fragte Paige. »Du weißt, daß wir dich mögen und dir gern helfen würden, falls du ein Problem hast.« »Danke. Ich weiß es zu schätzen, aber ihr könnt nichts für mich tun. Es ist ein finanzielles Problem.«
Honey musterte sie erstaunt. »Aber wozu brauchst du denn Geld? Wir gehen doch nie aus. Wir haben nicht mal Zeit, uns etwas zu kaufen. Wir.«
»Es geht nicht um mich. Es betrifft meinen Bruder.« Ihren Bruder hatte Kat bisher nie erwähnt.
»Ich hab' gar nicht gewußt, daß du einen Bruder hast«, warf Paige ein.
»Lebt er in San Francisco?« wollte Honey wissen.
Kat zögerte. »Nein. Er lebt in unserer alten Gegend. In Detroit. Ihr werdet ihn aber bestimmt eines Tages kennenlernen.«
»Sehr gern. Und was macht er beruflich?«
»Er ist so was wie ein Unternehmer«, entgegnete Kat ausweichend. »Im Moment hat er eine Pechsträhne. Aber Mike wird die Kurve schon wieder kriegen. Hat er noch immer.« O Gott, hoffentlich hab' ich recht, dachte Kat.
Harry Bowman war als Assistenzarzt vom städtischen Krankenhaus versetzt worden, ein gutmütiger, lebenslustiger Typ, der keine Anstrengung scheute, allen gegenüber nett zu sein. Eines schönen Tages sagte Bowman zu Paige: »Ich gebe morgen abend ein kleines Fest. Wenn Sie und Dr. Hunter und Dr. Taft nichts vorhaben, könnten Sie doch kommen. Es wird sicher lustig werden.«
»In Ordnung«, sagte Paige. »Was sollen wir mitbringen?«
Bowman lachte. »Nichts.«
»Bestimmt?« fragte Paige. »Eine Flasche Wein vielleicht? Oder.«
»Lassen Sie nur! Wir feiern übrigens in meiner kleinen Wohnung.«
Bowmans kleine Wohnung entpuppte sich als Penthouse mit zehn Zimmern und antiken Möbeln.
Den drei Frauen verschlug es beim Eintreten die Sprache.
»Mein Gott!« sagte Kat. »Wo haben Sie denn das alles her?«
»Ich war so klug, mir einen cleveren Mann als Vater auszusuchen«, sagte Bowman, »und der hat mir sein ganzes Geld hinterlassen.«
»Und da arbeiten Sie?« fragte Kat verwundert.
Bowman lächelte. »Ich bin gern Arzt.«
Das Buffet bestand aus Beluga-Malossol-Kaviar, pate de campagne, schottischem Räucherlachs, Austern, erlesenen Krabben, köstlichen Salaten mit einer Schalotten-Vinaigrette und Cristal-Champagner. Bowman hatte nicht zuviel versprochen. Es wurde tatsächlich ein lustiger Abend.
»Ich kann Ihnen gar nicht genug danken«, erklärte Paige zum Abschied.
»Haben Sie Sonntag frei?« fragte er.
»Ja.«
»Mir gehört ein kleines Motorboot. Ich werd' Sie ein bißchen ausfahren.«
»Hört sich großartig an.«
Morgens um vier wurde Kat im Bereitschaftsraum aus dem Tiefschlaf gerissen. »Dr. Hunter, Notfallraum 3 . Dr. Hunter, Notfallraum 3.«