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Poker um die Zukunft

Электронная книга - «Poker um die Zukunft». Краткое содержание книги:

Der erste Glücksspielautomat erzählt Lansing eine schmutzige Geschichte. Dann spuckt er zwei Schlüssel aus und versetzt dem Professor einen Tritt...
Der zweite Glücksspielautomat wirft Goldmünzen aus, wie sie Lansing noch nie gesehen hat...
Der dritte Glücksspielautomat nimmt schließlich Lansings Geld an -und transportiert ihn in eine andere Welt...
...aber hier fängt das Glücksspiel erst an! Jetzt gilt es für Lansing und die anderen Leidensgenossen, die er dort trifft - einen Brigadegeneral, einen selbstgefälligen Pastor, eine Ingenieurin, eine Dichterin und den Roboter Jürgens - , Rätsel zu lösen, die unlösbar scheinen. Und doch hängt vom Gelingen dieser Aufgabe ihr Überleben ab - und nicht nur ihr eigenes...
Titel der Originalausgabe »Special Deliverance« Copyright © 1982 by Clifford D. Simak Aus dem Amerikanischen von Ulrich Kiesow Umschlagillustration Bob Fowke
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»Bei einem Abenteuer wie dem unseren«, sagte der General, »ist Zähigkeit das Schlüsselwort. Aber das wollen Sie ja offenbar nicht begreifen. Ohne Zähigkeit können Sie es nicht durchstehen.«

»Ihre Zähigkeit reicht für uns alle aus«, warf Sandra ein. »Sie mögen mich nicht«, sagte der General. »Und das ist auch in Ordnung so. Ein Offizier, der derart hart durchgreift, ist niemals beliebt.«

»Die Sache ist nur«, fuhr ihn Mary an, »Sie sind nicht unser Oberbefehlshaber. Jeder von uns würde auch ohne Sie prima zurechtkommen.«

»Ich meine, wir sollten den Streit jetzt beilegen«, schlug Lansing vor. »Ich habe ein paar unfreundliche Sachen zu Ihnen gesagt, Herr General, und jedes Wort davon entspricht genau meiner Meinung. Aber ich bin bereit, alles zurückzunehmen, wenn Sie bereit sind, es zu vergessen. Wenn wir so weitermachen, wird die Unternehmung, wie Sie sie nennen, nicht gut enden.« »Bewundernswert!« sagte der General. »Sie haben gesprochen wie ein Mann. Lansing, ich freue mich, daß Sie auf meiner Seite stehen.«

»Ich stehe nicht auf Ihrer Seite«, entgegnete Lansing. »Aber ich werde mein möglichstes tun, um mit Ihnen auszukommen.« »Hören Sie nur«, sagte Sandra. »Seien Sie einmal alle einen Augenblick still. Ich glaube, das Schreien hat aufgehört.« Sie lauschten. Und wirklich, es hatte aufgehört.

17

Als Lansing am nächsten Morgen aufwachte, schliefen die anderen noch. Der Körper des Pastors, der sich unter den Wolldecken abzeichnete, wirkte etwas weniger verkrampft als am Abend zuvor. Zwar hatte der Geistliche die embryonale Stellung beibehalten, seine Glieder und Muskeln waren aber inzwischen nicht mehr ganz so steif.

Jürgens hockte am Feuer und beobachtete den Kessel mit dem kochenden Haferbrei. Den Kaffee hatte er zum Warmhalten in die schwache Glut am Rand gestellt.

Lansing kroch aus seinem Schlafsack und setzte sich neben ihn. »Wie geht es unserem Mann?« fragte er.

»Er hat eine verhältnismäßig gute Nacht hinter sich«, sagte Jürgens. »Während der letzten Stunden war er ruhig. Davor hatte er ein paar Anfälle von Schüttelfrost, aber ich sah keinen Sinn darin, einen von Ihnen zu wecken; Sie hätten ihm doch nicht helfen können. Ich habe ihn die ganze Nacht über im Auge behalten und darauf geachtet, daß er zugedeckt blieb. Schließlich hörte der Schüttelfrost auf, und er schlief ein. Wissen Sie was, Lansing, wir hätten Medizin mitnehmen sollen. Warum hat nur keiner von uns daran gedacht?«

»Wir haben Verbandszeug, Schmerztabletten und Desinfektionsmittel dabei«, sagte Lansing. »Ich glaube, etwas anderes war auch nicht aufzutreiben. Und außerdem, was würden uns Medikamente nützen? Keiner von uns hat eine blasse Ahnung von Medizin, da sollte man lieber die Finger von so etwas lassen.«

»Ich hatte gestern den Eindruck, daß der General ungewöhnlich grob mit dem Pastor umgesprungen ist«, sagte Jürgens. »Der General war aufgeregt«, antwortete Lansing. »Er hat selbst genug Probleme.«

»Und was für Probleme sollen das sein?«

»Er glaubt, er sei für uns verantwortlich. Er muß so denken, es liegt in seiner Natur. Alles, was wir tun, jeder Schritt, den wir gehen, bereitet ihm Sorgen. Er verhält sich wie eine Glucke, aber die Rolle fällt ihm nicht leicht.«

»Wir können ganz gut selbst auf uns aufpassen.«

»Das weiß ich, aber er weiß es nicht. Vermutlich gibt er sich die Schuld an dem Vorfall mit dem Pfarrer.«

»Er mag den Pastor ja nicht einmal.«

»Ich weiß, keiner mag ihn. Es ist schwer, mit ihm zurechtzukommen.«

»Warum sind Sie dann mit ihm spazierengegangen?«

»Schwer zu sagen. Vielleicht hatte ich Mitleid mit ihm. Er wirkt so einsam; kein Mensch sollte so verlassen sein.« »Sie sind derjenige«, sagte Jürgens, »der sich um uns alle sorgt. Sie zeigen es nur nicht. Sie haben mit keinem über mich gesprochen, Sie haben nichts von dem, was ich Ihnen erzählt habe, weitergegeben. Wer ich bin, wo ich herkomme.« »Als Mary Sie nach Ihren persönlichen Verhältnissen fragte, baten Sie darum, die Antwort schuldig bleiben zu dürfen. Da habe ich mir gedacht, daß auch niemand sonst es erfahren soll.« »Aber Ihnen habe ich es erzählt. Verstehen Sie, was ich meine? Mit Ihnen habe ich geredet, weil ich Ihnen vertraue. Ich weiß selbst nicht, warum, aber ich wollte, daß Sie alles über mich erfahren.«

»Das liegt wohl an meinem Beichtvater-Image.« »Nein, es ist viel mehr als das.«

Lansing erhob sich und ging zum Eingang. Auf der Treppe hielt er an und ließ seine Blicke über den Platz schweifen. Eine friedliche Szenerie breitete sich vor ihm aus. Die Sonne war noch nicht aufgegangen, aber im Osten wurde es bereits hell. Das blasse Morgenlicht verlieh den Häusern eine rosa Färbung, freundlicher als das erdige Rot, das sie bei Tage zeigten. Die nächtliche Kälte hing noch in der Luft, und irgendwo in den Ruinen zwitscherte ein einsamer Vogel.

Lansing drehte sich um, als er hinter sich Schritte hörte. Der General kam die Treppe herab.

»Dem Pastor scheint es etwas besser zu gehen«, sagte er »Jürgens berichtete mir, daß er in der Nacht Schüttelfrost gehabt hat. Die letzten Stunden soll er aber ruhig durchgeschlafen haben.«

»Der Pastor stellt ein Problem dar«, sagte der General.

»So?«

»Wir müssen uns an die Arbeit machen. Wir müssen die Stadt durchkämmen. Ich bin überzeugt, hier verbirgt sich irgend etwas, das wir finden müssen.« »Wir sollten uns ein paar Minuten Zeit nehmen und die Dinge gründlich überdenken«, schlug Lansing vor. »Das haben wir bisher noch kein einziges Mal ernstlich versucht. Sie sind also davon überzeugt, daß hier irgendwo der Schlüssel verborgen ist, der uns aus unserer Lage befreit, der uns die Möglichkeit gibt, in unsere Welten zurückzukehren?«

»Nein«, erwiderte der General, »das glaube ich nicht. Ich glaube nicht, daß wir jemals wieder dorthin zurückehren können. Der Weg nach Hause ist uns versperrt. Aber es muß einen Weg zu irgendeinem anderen Ort geben.«

»Mit anderen Worten, Sie sind der Ansicht, uns hat eine fremde Macht hierhergeschafft, damit wir ein Rätsel lösen? Wir sollen zu einem Ort gehen, an dem diese Macht uns haben will, aber wir sollen den Weg dorthin allein finden? Wie Ratten, die durch ein Labyrinth irren?«

Der General sah Lansing tief in die Augen. »Sie spielen den Advocatus Diaboli«, sagte er. »Aber warum tun Sie das?« »Weil ich beim besten Willen nicht weiß, warum wir hier sind und was von uns erwartet wird. Falls überhaupt etwas von uns erwartet wird.«

»Dann schlagen Sie vor, daß wir es uns hier gemütlich machen und der Ereignisse harren, die da kommen werden?« »Nein, das würde ich nicht vorschlagen. Ich bin auch der Ansicht, das wir versuchen sollten, hier herauszukommen, aber ich habe nicht die leiseste Ahnung, wonach wir suchen müssen.«

»Ich auch nicht«, sagte der General. »Aber suchen müssen wir nichtsdestoweniger. Und aus diesem Grund habe ich eben gesagt, daß der Pastor ein Problem darstellt. Wir alle sollten uns auf die Suche machen, aber man darf den Mann nicht allein lassen. Irgend jemand muß bei ihm bleiben, und das schwächt unsere Kampfkraft. Wir verlieren nicht nur eine, sondern zwei Personen.« »Sie haben recht, wir dürfen den Pastor nicht allein lassen. Ich könnte mir vorstellen, daß Jürgens bereit ist, bei ihm zu bleiben. Er hat immer noch Schwierigkeiten mit dem Gehen.« »Nein, Jürgens nicht. Den brauchen wir. Er ist ein heller Kopf. Er redet zwar nicht viel, dafür denkt er um so mehr. Und er hat einen scharfen Blick; er bemerkt Sachen, die anderen nicht auffallen.«

»Also gut, nehmen Sie ihn mit. Ich werde hierbleiben.« »Sie auch nicht, Sie werden ebenfalls gebraucht. Denken Sie nicht, Sandra würde sich bereit erklären, auf den Pfarrer aufzupassen? Vor Ort nützt sie uns nicht viel. Sie ist eine wirr-köpfige Person.« »Fragen Sie sie«, sagte Lansing.

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