Untot
- Автор: Руссо Джон
- Язык: немецкий
- Жанр: Ужасы
Электронная книга - «Untot». Краткое содержание книги:
»Wo seid ihr hergekommen? « wollte der Anführer wissen. »Aus dem Farmhaus von den Millers dort unten.« Dave zeigte den Hügel hinunter. Dann tätschelte er das Baby und versuchte, es zu trösten, da es noch immer fürchterlich schrie. »Alle anderen wurden umgebracht. Die Mutter von dem Kleinen hier ist tot. Ihr könnt ja hingehen und nachschauen. « Einer der Jungen kicherte. »Sicher... und uns von all den Monstern da unten zerfleischen lassen.« Dave hatte erkannt, daß Carl und er von den Jungen keine Unterstützung erwarten konnten. Es war also ratsam, ihre Energie auf irgend etwas zu lenken, ehe sie zu gefährlich wurden. Wenn er Glück hatte, konnten Carl und er mit dem Baby und ihren Waffen entkommen. Er überlegte sich ein Argument. »Ihr seht doch, daß wir weder Geld noch irgendwelche Wertgegenstände besitzen. Warum gebt ihr uns nicht einfach unseren Revolver zurück, damit wir uns schützen und für das Baby etwas zu essen finden können? « Er sah den Anführer an.
»Nicht dumm, der Versuch«, gab der Anführer zu. »Aber den Revolver behalten wir. Wir brauchen ihn selbst. Im Augenblick heißt es >Jeder für sich!< - das solltet ihr doch wissen.« Er lachte grausam. »So, und jetzt bewegt euch!« Er hob seinen Bogen und zielte mit einem Pfeil auf Daves Brust. Dave und Carl zögerten. Die anderen Mitglieder der Bande richteten ihre Waffen ebenfalls auf sie. Der Junge, der den Revolver ergattert hatte, entsicherte ihn. Wenn er auf den Auslöser drückte, würde ein Schuß losgehen. »Los, bewegt euch, habe ich gesagt!« brüllte der Anführer. Von der Anstrengung, seiner Stimme Kraft zu verleihen, vibrierte der Pfeil ein bißchen.
Widerstrebend begannen Carl und Dave, der das noch immer schreiende Baby im Arm trug, den Abstieg den Hügel hinunter zur Straße.
Der Anführer rief hinter ihnen her und wies mit dem rechten Arm, der den Bogen hielt, in der dem Haus der Millers entgegengesetzten Richtung die Straße entlang: »Weniger als fünf Kilometer von hier gibt es noch eine Farm! Vielleicht könnt ihr dort Hilfe kriegen!«
»Zur Hölle mit ihnen«, fluchte der zweite in der Hierarchie und streichelte dabei den Revolver. »Sollen sie doch auf sich selber aufpassen. Vor allem, wenn sie wirklich Bullen sind. Und wenn sie einen Anruf durchgeben und uns die Kollegen auf den Hals hetzen? «
»Keine Sorge, die Telefonleitungen sind tot«, erwiderte der Anführer. »Und außerdem sind wir längst über alle Berge, ehe uns irgendwer was anhaben kann. Was meint ihr, wollen wir uns mal die Farm anschauen, von der sie gesprochen haben? Wenn da wirklich alle tot sind, können wir vielleicht problemlos Beute machen.«
Auf ein Zeichen des Anführers rannte die Bande schreiend und johlend den Abhang hinunter in Richtung der Stätte von Tod und Entsetzen.
Dave und Carl brauchten eine gute Stunde, um zu dem nächsten Farmhaus zu gelangen. Während des Marsches, der für Carl unendlich qualvoll war, schrie das Baby, bis es, von Hunger und Erschöpfung geschwächt, einschlief. Dave, der es trug, beobachtete wachsam die Umgebung nach etwaigen Überfällen. Die beiden Männer kamen nur langsam voran. Sie hielten sich zur Deckung im Gebüsch am Straßenrand, wenn immer sie dazu in der Lage waren. Das Gelände ober- und unterhalb der Straße war hügelig und so dicht mit undurchdringlichem Gestrüpp überwuchert, daß es nicht möglich war, dort entlangzuschleichen, schon gar nicht für Carl in seinem gegenwärtigen Zustand.
Carls Fieber war weiter angestiegen. Sein Hemd triefte vor Schweiß und er wurde mit jedem Schritt schwächer. Den letzten Kilometer legte er taumelnd und halb stolpernd zurück, weigerte sich aber, aufzugeben, während er gegen einen Anfall von Fieberwahn oder Bewußtlosigkeit ankämpfte. Sie hatten höllische Angst anzuhalten und taten es dennoch ein paarmal, damit Carl sich ein bißchen erholen konnte. Aber diese Ruhepausen halfen nicht. Es schien besser zu sein, wenn er in Bewegung blieb, und über die letzten achthundert Meter versuchte Dave, seinen Kollegen zu stützen und halbwegs zu tragen. Wenn sie das Farmhaus erreichten, sagte er sich, bestand eine gewisse Hoffnung auf Hilfe. Falls es ein Farmhaus gab. Falls die Jungenbande sie nicht angelogen hatte. Die Straße machte eine Kurve und sie entdeckten zwischen den Bäumen hindurch einen kleinen Schuppen. Gleichzeitig fanden sie ein totes Huhn auf der Straße. Kommentarlos setzten sie ihren Weg fort, und nachdem sie ein paar Meter an der Baumgruppe, die den Hühnerstall verdeckte, vorbeigegangen waren, sahen sie ein weißes Fachwerkhaus knapp vierzig Meter von der Straße entfernt. Instinktiv traten die beiden Männer in den Schutz eines gewaltigen Baumes. Sie lugten dahinter hervor und ließen den Blick prüfend über die baumbestandene Wiese vor dem Haus gleiten. Reglose, tote Gestalten lagen auf der Wiese, Überreste von Tieren und einige Humanoide, Leichenfresser, die offenbar überwältigt worden waren. Die Fenster waren mit Brettern vernagelt. Offenbar hatte das Haus einem Überfall standgehalten. Die beiden Männer schauten einander an und trafen wortlos eine gemeinsame Entscheidung. Sie traten hinter dem Baumstamm hervor. Ein Schuß krachte und Carl wurde zurückgeschleudert und stürzte tödlich getroffen zu Boden. Einen Augenblick lang rührte Dave sich nicht. Er starrte auf den erstaunten Ausdruck in Carls Gesicht und auf das Blut, das durch seine Hemdbrust sickerte. Dann erschallte eine Salve von Gewehrschüssen und Dave duckte sich und rollte sich in Deckung. Er landete in einer Vertiefung hinter einem niedrigen Gebüsch. Er hatte sich bemüht, das Baby dabei zu schützen, und es war ihm offenbar gelungen - das Neugeborene schrie aus vollem Halse, sein kleiner Körper wurde von Schluchzern geschüttelt, die so heftig waren, daß es aussah, als könne es das nicht durchstehen. Dave fürchtete, das Baby würde sterben. Er drückte sich, so tief er konnte, in die kleine Mulde und lugte vorsichtig über den Rand, dann zurück zu Carls Leiche neben dem Baum. Er sah jetzt, was er vorher noch nicht gesehen hatte: Außer der Schußwunde in der Brust war Carl ein Teil des Schädels weggefetzt worden, vermutlich von einem der Geschosse der Salve, die auf den ersten Schuß gefolgt war. Erleichtert, wenn auch mit Schuldgefühlen, stellte Dave fest, daß Carl nicht wieder aufleben würde. Er würde nicht einer von ihnen werden. Dann schauderte er, als ihm der Kummer über den Tod seines Freundes zutiefst bewußt wurde. Und alle diese Gefühle mischten sich mit dem Wissen, daß er und das Baby in der Falle saßen und daß er einen Ausweg finden mußte, um zu überleben. Die Leute in dem Farmhaus hatten Carl und ihn für angreifende Humanoide gehalten und hatten geschossen, ohne irgendwelche Fragen zu stellen. Das Baby schrie herzzerreißend. So laut, daß Dave überzeugt war, man müsse es vom Haus aus hören. » Hilfe! Bitte!« schrie er über die Wiese. »Ich habe ein Baby! Bitte helfen Sie mir!«
Ein weiterer Schuß krachte und traf ins Laub. Dann herrschte wieder Stille. Dave versuchte es noch einmal. Er legte die Hände als Trichter vor den Mund. »Ich habe ein Neugeborenes bei mir, das verhungert. Bitte! Sie brauchen mir nicht zu helfen - aber, um Himmels willen, nehmen Sie das Baby!« Dann wartete er. Es blieb still. Er wartete eine endlos scheinende Weile. Dann klang plötzlich eine Stimme aus dem verbarrikadierten Haus: »Sie da draußen! Zeigen Sie sich!« Dave zögerte. »Zeigen Sie sich in Gottes Namen!« befahl die Stimme wieder. »Wir müssen sicher sein, daß Sie nicht eins von diesen Dingern sind!«