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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
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»Jezebel Hatfield und Alicia Brown«, sagte Forbes vorsichtig, wahrscheinlich, um die Namen in seinem ordentlich organisierten Anwaltshirn einzusortieren. »Ist das so korrekt? Und wo leben diese Damen?«

Morton holte Luft, hustete und unterbrach sein Husten abrupt mit einem schmerzerfüllten Aufkeuchen. Er rang einen Augenblick um Kontrolle, dann fand er die Sprache wieder.

»Jessie – in Granite Falls. Ally ist – in Guildford.« Er atmete sehr flach und schnappte zwischen den einzelnen Worten nach Luft. Und doch hörte ich kein Blut in seiner Kehle gurgeln, sah keines aus Nase oder Mund sickern. Ich konnte immer noch das saugende Geräusch der Wunde in seinem Rücken hören. Einer Eingebung folgend, zog ich ihn ein wenig nach vorn und riss die Fetzen seines Hemdes beiseite.

»Mr. Forbes, habt Ihr ein Blatt Papier?«

»Aber … ja. Ich … das heißt …« Forbes hatte automatisch die Hand in seinen Rock geschoben und ein zusammengefaltetes Blatt Papier zum Vorschein gebracht. Ich riss es ihm aus der Hand, faltete es auseinander, übergoss es mit Wasser und klebte es flach auf das kleine Loch unter Mortons Schulterblatt. Die Tinte vermischte sich mit Blut und lief in kleinen, dunklen Rinnsalen über seine bleiche Haut, doch das Saugegeräusch hörte abrupt auf.

Ich hielt das Papier mit der Hand in Position und konnte seinen Herzschlag spüren. Er war immer noch schwach, aber regelmäßiger – ja, er war regelmäßiger.

»Teufel noch mal«, sagte ich und beugte mich zur Seite, um ihm ins Gesicht zu sehen. »Ihr habt gar nicht vor zu sterben, was?«

Der Schweiß lief ihm über das Gesicht, und die Lumpen seines Hemdes klebten ihm dunkel und nass auf der Brust, doch seine Atemzüge waren jetzt tiefer. »Ally. Das Baby kommt … nächsten … Monat. Ich habe ihr gesagt … ich bin da.«

Ich ergriff mit der freien Hand den Rand der Decke und wischte ihm den Schweiß aus dem Gesicht.

»Dann tun wir unser Bestes, um dafür zu sorgen, dass Ihr das auch seid«, versicherte ich ihm und blickte dann zu dem Anwalt auf, der die Vorgänge mit leicht offen stehendem Mund verfolgt hatte.

»Mr. Forbes. Ich glaube, wir bringen Mr. Morton besser in mein Zelt. Würdet Ihr ein paar Männer suchen, die ihn tragen können?«

Er schloss abrupt den Mund.

»Oh. Ja. Natürlich, Mrs. Fraser. Sofort.« Doch er setzte sich nicht sogleich in Bewegung, und ich sah, wie sein Blick zu dem nassen Papier huschte, das an Mortons Rücken klebte. Ich sah es mir genauer an. Ich konnte zwar nur ein paar undeutliche Worte zwischen meinen Fingern lesen, aber diese reichten aus, um mir klarzumachen, dass Jamie wahrscheinlich Unrecht hatte, wenn er Forbes beiläufig als Sodomiten beleidigte. »Meine liebste Valencia«, begann der Brief. Ich kannte nur eine einzige Frau namens Valencia in der Gegend von Cross Creek – oder überhaupt in der Kolonie North Carolina. Farquard Campbells Frau.

»Tut mir leid um Euer Blatt Papier«, sagte ich und sah zu Forbes auf. Während ich ihm direkt in die Augen sah, fuhr ich sorgsam mit der Hand über den Papierbogen und verrieb alle Worte darauf unwiderruflich zu einem Geschmier aus Blut und Tinte. »Es ist leider völlig ruiniert.«

Er holte tief Luft und setzte sich den Hut wieder auf.

»Das macht nichts, Mrs. Fraser. Wirklich nicht. Ich … gehe dann jetzt ein paar Männer holen.«

Der Abend brachte nicht nur Erleichterung von der Hitze, sondern auch von den Fliegen. Angezogen von Schweiß, Blut und Pferdemist, waren sie im Lager ausgeschwärmt und hatten alle Welt mit ihren Bissen und Stichen, ihrem Krabbeln und Summen zum Wahnsinn getrieben. Selbst als sie fort waren, schlug ich mir noch weiter geistesabwesend auf Arme und Hals, weil ich mir einbildete, von Insektenfüßen gekitzelt zu werden.

Doch sie waren endlich fort. Ich sah mich in meinem kleinen Königreich um, überzeugte mich, dass alle Beteiligten atmeten – mit einer erstaunlichen Vielzahl an Klangeffekten – und trat gebückt aus dem Zelt, um meinerseits frische Luft zu schnappen.

Eine vollkommen unterschätzte Tätigkeit, das Atmen. Ich stand eine Minute mit geschlossenen Augen da und erfreute mich am reibungslosen Heben und Senken meiner Brust, dem sanften Eindringen der Luft, ihrem reinigenden Ausströmen. Nachdem ich die letzten Stunden damit verbracht hatte, die Luft aus Isaiah Mortons Brust herauszuhalten und ihr Zugang zu Rogers Brust zu verschaffen, wusste ich das Privileg zu schätzen. Keiner der beiden würde in der nächsten Zeit auch nur einen Atemzug tun, ohne dabei Schmerzen zu haben – doch sie atmeten, alle beide.

Sie waren die letzten Patienten, die mir noch verblieben waren; die anderen Schwerverwundeten waren alle von den Ärzten ihrer eigenen Kompanien eingefordert oder zum Zelt des Gouverneurs gebracht worden, um von dessen Leibarzt behandelt zu werden. Die leichter Verletzten waren zu ihren Kameraden zurückgekehrt, um mit ihren Narben anzugeben oder ihre Schmerzen mit Bier zu ertränken.

Ich hörte in der Ferne einen Trommelwirbel und blieb reglos stehen, um zu lauschen. Eine gesetzte Kadenz erklang, dann wurde es still. Es folgte ein kurzes Schweigen, in dem jede Bewegung zum Stillstand zu kommen schien, und dann das Dröhnen einer Kanone.

Ganz in meiner Nähe lagen die Lindsay-Brüder an ihrem Feuer ausgestreckt. Auch sie hatten beim Ertönen der Trommeln aufgeblickt.

»Was bedeutet das?«, rief ich ihnen zu. »Was geschieht dort?«

»Sie bahren die Toten auf, Mrs. Fraser«, rief Evan zurück. »Ihr braucht Euch keine Sorgen zu machen, aye?«

Ich winkte ihnen zu, um ihnen zu versichern, dass ich mir auch keine Sorgen machte, und setzte mich in Richtung Fluss in Bewegung. Die Frösche sangen im Diskant zu den fernen Trommeln. Volle militärische Ehren für die Gefallenen der Schlacht. Ich fragte mich, ob man die gehängten Rädelsführer an derselben Stelle begraben würde, oder ob man ihnen ein separates, weniger ehrenvolles Grab am Rande bereiten würde, sofern ihre Familien sie nicht an sich nahmen. Selbst einen Feind den Fliegen zu überlassen, war nicht Tryons Art.

Er wusste inzwischen mit Sicherheit Bescheid. Würde er kommen, um sich für seinen Fehler zu entschuldigen? Was für eine Entschuldigung konnte es schließlich geben? Dass Roger noch lebte, war nur einer Laune des Schicksals und einem unbenutzten Seil zu verdanken.

Und es war immer noch möglich, dass er starb.

Wenn ich Isaiah Morton die Hand auflegte, konnte ich spüren, wie das Geschoss in seiner Lunge brannte – aber ich konnte auch spüren, dass sein leidenschaftlicher Wille, trotzdem zu leben, noch heißer brannte. Wenn ich Roger die Hand auflegte, spürte ich es ebenfalls brennen … doch es war nur ein schwacher Funke. Ich lauschte dem Pfeifen seines Atems, und vor meinem inneren Auge sah ich verkohltes Holz, an dem nur noch eine winzige, weißglühende Stelle aufleuchtete, die jederzeit zitternd zu verlöschen drohte.

Zunder, dachte ich völlig absurderweise. Das war es, was man mit einem Feuer machte, das auszugehen drohte. Man blies den Funken an – doch es musste etwas da sein, woran sich der Funke entzünden konnte, um sich zu nähren und zu wachsen.

Ich hörte das Knarren von Wagenrädern und blickte von meiner Betrachtung eines Riedbüschels auf. Es war ein kleiner, einspänniger Wagen, der von einem einzelnen Mann gefahren wurde.

»Mrs. Fraser? Seid Ihr das?«

Es dauerte einen Augenblick, bis ich die Stimme erkannte.

»Mr. MacLennan?«, fragte ich erstaunt.

Er kam neben mir zum Halten und tippte sich an den Hut. Im Licht der Sterne war das Gesicht unter der Krempe verschwommen und ernst.

»Was macht Ihr denn hier?«, fragte ich mit gesenkter Stimme und trat dicht an den Wagen heran, obwohl niemand in der Nähe war, der mich hätte hören können.

»Ich wollte Joe suchen«, erwiderte er und wies mit einer kleinen Kopfbewegung auf die Ladefläche des Wagens. Ich hätte nicht so schockiert sein sollen; ich hatte den ganzen Tag Tod und Vernichtung vor Augen gehabt, und Joe Hobson war nicht mehr als ein flüchtiger Bekannter gewesen. Doch ich hatte nicht gewusst, dass er tot war, und die Haare auf meinem Unterarm sträubten sich.

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