The Vampire Journals - Geliebt: Band 2 (German Edition)
- Автор: Rice Morgan
- Серия: The Vampire Journals #2
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Жанр: Городское фэнтези
Электронная книга - «The Vampire Journals - Geliebt: Band 2 (German Edition)». Краткое содержание книги:
Nun ja, wenn sie schon mitten in einen Vampirkrieg geraten würde, wäre sie zumindest modisch gekleidet. Und wahrscheinlich wäre sie der einzige Vampir, der nicht schwarz gekleidet war.
Lächelnd dachte sie an den überraschten Gesichtsausdruck der Verkäuferin, als sie sie gebeten hatte, ihre alten Klamotten einfach zu entsorgen. Bestimmt kam so etwas nicht jeden Tag vor.
Irgendwie gefiel sie sich. Zwar war es nicht die Kleidung, die sie ausgewählt hätte, um diese Reise mit Caleb zu unternehmen. Dafür hätte sie schwarze Kleidung vorgezogen, vielleicht eine Lederjacke mit hohem Kragen im Gothic-Stil. Aber es war trotzdem in Ordnung. Ihre Kleidung war neu, und dafür war sie dankbar.
»Vielen Dank, Caleb«, sagte sie, als sie das Geschäft verließen. Das meinte sie absolut ernst. Noch nie in ihrem Leben hatte ein Mann ihr Kleider gekauft, und schon gar nicht so hübsche. Er hatte keine Ahnung, wie dankbar sie ihm war und wie gut es sich anfühlte, dass jemand sich so um sie kümmerte und sorgte.
Während sie die Straße entlangschlenderten, nahm er lächelnd ihre Hand. Ihr war ein wenig warm in ihrem neuen Outfit, aber bei den milden Temperaturen war das ja auch nicht verwunderlich. Lieber ein bisschen zu warm als zu kalt.
Sie hatten die Verkäuferin nach dem Vincent House gefragt und waren freudig überrascht gewesen, dass die Frau nicht nur wusste, wo es sich befand, sondern dass ihr nächstes Ziel sogar nur eine Straße entfernt war.
Zum ersten Mal hatten sie es nicht eilig, als sie in die angewiesene Richtung spazierten. Ausnahmsweise ließen sie sich Zeit – sie hatten beide das Gefühl, dass die Dinge sich ohnehin wieder zuspitzen würden, sobald sie das Haus erreichen und den nächsten Hinweis finden würden. Außerdem waren sie so müde, dass sie gar keine Lust hatten, sich zu beeilen. Einerseits waren sie natürlich neugierig auf den nächsten Hinweis, andererseits war ihnen jedoch bewusst, dass sich ihr Leben dadurch bald schon unwiderruflich verändern würde. Und das würde wahrscheinlich mit sich bringen, dass sich ihre Wege trennen würden.
Caitlin setzte Rose auf den Boden und erlaubte ihr, neben ihnen herzulaufen. Zufrieden stellte sie fest, dass der kleine Wolf brav bei ihnen blieb und nicht davonlief. Einmal rannte er zu einem kleinen Grasfleck und erleichterte sich, kehrte jedoch gleich wieder zu ihnen zurück. Seine Wunde schien zu verheilen, er hinkte kaum noch. Als Caitlin sich bückte, um Rose ein kleines Stück Hotdog zu geben, fraß sie es vergnügt auf.
Sie passierten eine große, historische Kirche, gingen einen weißen Palisadenzaun entlang und bogen dann in einen Fußweg ein, der durch tadellos gepflegte Parkanlagen führte. Trotz der Jahreszeit war der Rasen grün und kräftig. Auf einer Seite lag eine prachtvolle Walfang-Kirche, auf der anderen Seite eine riesige Walfänger-Villa aus der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, an deren Rückseite sich eine große Veranda befand. Auf dem Schild stand: The Daniel Fisher House. Noch nie hatte Caitlin ein schöneres Haus gesehen. Wie schön wäre es, hier zu wohnen! Als sie mit Caleb Hand in Hand durch den Park schlenderte, während Rose neben ihnen herlief, fühlte es sich fast so an, als wären sie nach Hause gekommen.
Nachdem sie dem Fußweg noch hundert Meter weiter gefolgt waren, stießen sie schließlich auf ein kleines, historisches Gebäude, das ein wenig zurückversetzt lag. Auf der Hinweistafel war zu lesen: The Vincent House, 1672.
Caleb und Caitlin starrten auf das Haus. Es machte nicht viel her – es war klein und niedrig, hatte nur wenige winzige Fenster und sah wie ein typisches Bauwerk aus dem siebzehnten Jahrhundert aus. In dem bescheidenen Holzbau konnten kaum mehr als ein oder zwei Schlafzimmer Platz finden. Damit entsprach es nicht gerade Caitlins Erwartungen.
Gespannt gingen sie auf die Haustür zu. Caleb streckte die Hand aus und drehte am Türknauf, doch die Tür war verschlossen.
»Hallo?«, rief jemand. »Kann ich Ihnen helfen?«
Als sie sich umdrehten, entdeckten sie eine Frau in den Sechzigern, die tadellos gekleidet war und sich ihnen geschäftsmäßig mit strengem Blick näherte.
Caleb stieß Caitlin an und sagte: »Diesmal bist du an der Reihe. Versuch, ihr Denken zu manipulieren. Du kannst es. Diese Fähigkeit haben die Vampire den Menschen voraus. Bei dir ist sie noch nicht vollständig entwickelt, aber du hast definitiv einige Macht. Übe an dieser Frau. Beeinflusse sie. Bleib ganz ruhig und lass zu, dass ihre Gedanken zu deinen Gedanken werden. Lass zu, dass deine Gedanken zu ihren werden. Leg ihr nahe, was sie tun muss. Sie muss es aussprechen. Du musst es einfach nur zulassen.«
Die Frau kam näher und rief ihnen erneut etwas zu: »Das Haus ist momentan geschlossen, wie es auch auf der Tafel steht. Ich fürchte, Sie müssen während der Saison wiederkommen. Bis dahin gibt es keine Führungen, weil Restaurierungsarbeiten durchgeführt werden.« Dann warf sie einen Blick auf Rose. »Und Hunde dürfen sowieso auf gar keinen Fall in das Haus.«
Inzwischen war die Frau bis auf wenige Schritte herangekommen, stemmte die Hände in die Hüften und sah sie streng an. Dabei wirkte sie wie eine unnachgiebige Lehrerin.
Rose blickte zu ihr auf und knurrte leise.
Auffordernd sah Caleb Caitlin an.
Caitlin wiederum drehte sich etwas nervös zu der Frau um. Da sie das hier noch nie ausprobiert hatte, war sie sich nicht sicher, ob sie es konnte.
Okay, dachte sie, dann mal los.
Konzentriert starrte sie die Frau an und versuchte, ihre Gedanken zu erspüren. Sie erkannte ihren starken Willen und ein hohes Maß an Unnachgiebigkeit. Diese Person war nicht leicht zu kontrollieren. Sie spürte ihre Entrüstung und ihre Verärgerung, ihr Beharren auf ein Einhalten der Vorschriften. Caitlin ließ zu, dass die Gedanken zu ihren wurden.
Als Nächstes versuchte sie, ihr einen Gedanken zuzusenden. Dabei schlug sie vor, dass es in Ordnung sei, die Vorschriften auch mal ab und zu außer Kraft zu setzen und ein Auge zuzudrücken. Und dass sie die beiden Besucher ruhig einlassen könnte.
Gespannt fragte sich Caitlin, ob es wohl funktionieren würde. Doch die Frau erwiderte ihren Blick weiterhin mit einem verärgerten Gesichtsausdruck. Anscheinend klappte der Versuch nicht.
»Vielen Dank«, sagte Caitlin sehr freundlich. »Es war nett, Sie kennenzulernen. Wir sind Ihnen so dankbar, dass Sie für uns eine Ausnahme machen, nur dieses eine Mal, und dass wir uns das Haus allein ansehen dürfen.«
Streng erwiderte die Frau ihren Blick.
»Das habe ich nicht gesagt!«, widersprach sie mit Nachdruck.
Doch Caitlin atmete tief ein, schloss die Augen und konzentrierte sich.
Dann schlug sie die Augen wieder auf und sah die Frau erneut an.
Nach vollen zwei Sekunden wurden die Augen der Frau allmählich glasig. Schließlich sagte sie: »Wissen Sie was … Ich denke, es kann nicht schaden, wenn ich mal eine Ausnahme mache. Ich wünsche Ihnen viel Spaß.«
Damit machte sie auf dem Absatz kehrt und ging davon.
Freudig erregt drehte Caitlin sich zu Caleb um. Ihre eigenen Fähigkeiten verblüfften sie, sie war richtig stolz auf sich. Caleb schenkte ihr ein anerkennendes Lächeln.
»Wende diese Fähigkeit nur an, wenn es unbedingt sein muss«, ermahnte er sie, »und auch nur auf eine Weise, die anderen keinen Schaden zufügt. Das ist es nämlich, was die guten Vampire von den bösen unterscheidet.«
Aufgeregt zog Caitlin den kleinen silbernen Schlüssel aus der Tasche. Doch als sie ihn in das Haustürschloss stecken wollte, stellte sie enttäuscht fest, dass er nicht passte.