The Vampire Journals - Geliebt: Band 2 (German Edition)
- Автор: Rice Morgan
- Серия: The Vampire Journals #2
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Жанр: Городское фэнтези
Электронная книга - «The Vampire Journals - Geliebt: Band 2 (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Na ja, ich weiß ja nicht, ob er so kurzfristig auch will und Zeit hat …«
»Sam«, sagte sie entschlossen, »er schreibt dir E-Mails, und er will dich unbedingt sehen. Frag ihn doch einfach! Besser noch, lass uns auf jeden Fall hinfahren. Falls er nicht kann, machen wir zumindest eine coole Spritztour.«
Erneut stellte er fest, dass seine Meinung sich änderte. Er begriff auf einmal, dass sie völlig recht hatte. Natürlich. Warum war ihm das eigentlich nicht selbst eingefallen? Eine schöne, lange Fahrt nach Connecticut. Eine E-Mail an seinen Dad. Ja, das war perfekt.
Also zückte er sein Handy, loggte sich bei Facebook ein und begann zu schreiben: Lieber Dad, ich möchte dich heute gerne besuchen. Ich breche gerade auf, ich bin nur ein paar Stunden entfernt. Bitte schick mir deine Adresse. Ich hoffe, du hast so kurzfristig Zeit. Liebe Grüße, Sam.
Nachdem Sam das Handy wieder eingesteckt hatte, nahm er seine Schlüssel und eilte zur Haustür. Sie wartete bereits draußen.
Als sie über den Rasen auf den BMW zusteuerten, sagte Sam: »Deine Karre gefällt mir.«
Sie ließ die Schlüssel vor seiner Nase baumeln und lächelte.
»Danke«, erwiderte sie. »Dafür habe ich lange gespart.«
16.
Kapitel
Während Caitlin und Caleb an der Reling standen und aufs Meer hinaussahen, kündigte die Schiffssirene das Ablegen der Fähre nach Martha’s Vineyard an. Aufgeregt blickte Caitlin in das aufgewühlte Wasser hinunter. Sie liebte es, mit dem Schiff zu fahren, sie fühlte sich dabei immer so glücklich und frei. Als sie das Auf und Ab der Wellen beobachtete, dachte sie daran, dass sie normalerweise jetzt in einem blöden Klassenzimmer sitzen und dem langweiligen Gerede eines Lehrers lauschen würde. Stattdessen fühlte sie sich erwachsen und unabhängig. Die Welt gehörte ihr.
Dann warf sie Caleb einen Blick zu, in der Erwartung, ihn ebenfalls glücklich und zufrieden zu sehen, doch zu ihrem Erstaunen wirkte er ausgesprochen nervös. So hatte sie ihn noch nie erlebt.
Er war noch blasser als sonst, sodass sie sich fragte, ob ihm auf See übel wurde oder ob er vielleicht nicht schwimmen konnte.
Um ihn zu beruhigen, legte sie ihre Hand auf seine. »Bist du okay?«
Zögernd nickte er und schluckte, während er die Reling umklammerte und ins Wasser hinuntersah, als wäre es ein Feind.
»Was ist denn los?«, wollte sie wissen.
Erneut schluckte er.
»Wasser«, antwortete er bloß und umklammerte die Reling noch fester. »Vampire mögen kein Wasser, vor allem nicht, wenn sie es überqueren müssen. Die meisten von uns würden es nicht einmal versuchen.«
Prüfend horchte Caitlin in sich hinein, stellte aber erneut fest, dass sie sich absolut wohlfühlte. Das lag wahrscheinlich daran, dass sie kein richtiger Vampir war.
»Warum ist das so?«, fragte sie.
»Das Wasser schwächt uns«, erklärte er. »Eine größere Wasserfläche ist ein Energiefeld, das beim Überqueren unsere Sinne schwächt. Wir können nicht mehr so gut Gedanken lesen und andere Personen nicht mehr so gut beeinflussen. Unsere Wahrnehmung ist beeinträchtigt. Gewissermaßen ist das wie ein Neustart – wir verlieren die Macht und die Sicherheit, die wir auf festem Boden hatten.«
Plötzlich spürte Caitlin, wie Rose sich tiefer in ihre Jacke zurückzog. Sie zitterte und hatte ganz offensichtlich ebenfalls Angst. Beruhigend kraulte Caitlin ihr den Kopf.
Auf der großen Fähre befanden sich nur wenige Fahrgäste, an Deck war praktisch niemand. Sie konnten sich glücklich schätzen, dass die Fähre zu dieser Jahreszeit überhaupt in Betrieb war. Die kalte Märzluft in Verbindung mit den Nebelschwaden über dem Wasser lud nicht gerade zu einem Ausflug ein.
»Möchtest du hineingehen?«, fragte sie.
Er sah aufs Wasser hinaus.
»Wenn es dir nichts ausmacht«, antwortete er schließlich.
»Überhaupt nicht, mir ist ohnehin kalt.«
Also gingen sie hinein und spazierten zwischen den leeren Sitzreihen hindurch. Sie entschieden sich für zwei Plätze nebeneinander direkt an einem Fenster.
Neugierig streckte Rose den Kopf aus Caitlins Jacke, dann jaulte sie leise.
»Ich glaube, sie hat Hunger«, meinte Caitlin. »Was fressen kleine Wolfswelpen eigentlich?«
Caleb grinste. »Keine Ahnung. Vielleicht Gummibärchen?«
Caitlin erwiderte sein Lächeln. »Dann werde ich mal sehen, was es im Kiosk zu kaufen gibt. Willst du auch etwas?«
Abwehrend schüttelte Caleb den Kopf; er sah immer noch ein bisschen seekrank aus.
Caitlin überflog das Angebot an Knabberzeug und Süßigkeiten im Kiosk. Dann bestellte sie einen Hotdog für Rose, ein Snickers für sich selbst und auch eins für Caleb, für den Fall, dass er es sich anders überlegen sollte.
Als sie gezahlt hatte und gerade zurückgehen wollte, hielt sie plötzlich inne. Eine Broschüre, die an der Wand hing, hatte ihre Aufmerksamkeit erregt. Beim Lesen erstarrte sie vor Verblüffung – sie konnte kaum glauben, was dort stand.
Kurzerhand riss sie die Broschüre ab und eilte die Sitzreihen entlang.
Atemlos hielt sie Caleb das Faltblatt vor die Nase.
Er warf einen Blick darauf, stutzte und sah genauer hin. Dann klappte ihm die Kinnlade herunter.
Die Broschüre war ein Werbeprospekt für Martha’s Vineyard, und unter den Sehenswürdigkeiten war unter anderem auch das Vincent House aufgelistet.
17.
Kapitel
Sam saß auf dem Beifahrersitz des BMW, während sie die Interstate entlangrasten. Da fuhr er nun in einem neuen BMW durch die Gegend und lehnte sich bequem zurück, neben sich eine scharfe Braut – er fühlte sich wie in einem Traum. Und es war ihr Auto, und sie fuhr. Sie war ja ohnehin schon sexy, aber das hier machte sie so richtig sexy. Wie in einem James-Bond-Film. Solche Sachen passierten ihm normalerweise einfach nicht. Die Mädchen wollten sonst nicht einmal mit ihm reden. Und die wenigen Versuche, die er unternommen hatte, um eine abzuschleppen, waren nicht sonderlich gut gelaufen.
Mit ihr dagegen wurde es immer besser, denn sie besaß nicht nur ein tolles Haus und einen heißen Schlitten, sondern liebte es offensichtlich, einfach draufloszufahren – genau wie er. Beide hatten sie die Fenster geöffnet, und es versprach ein warmer Märztag zu werden. Als im Radio Coldplay lief, streckte Sam die Hand aus und drehte die Lautstärke hoch. Gespannt wartete er, ob sie das Radio leiser stellen oder den Sender wechseln würde, doch stattdessen machte sie die Musik bloß noch lauter. Er konnte sein Glück kaum fassen.
Während er aus dem Fenster sah und die Bäume beobachtete, die draußen vorbeiflogen, fragte er sich, wie das Treffen mit seinem Dad wohl verlaufen würde. Irgendwie war es unfassbar, dass das hier tatsächlich passierte. Nach der jahrelangen Suche würde er ihn nun endlich in wenigen Stunden wiedersehen. Kaum zu glauben, dass sein Dad all die Jahre so nahe gewesen war. In Connecticut, nur ein paar Autostunden entfernt. Seine Adresse hatte er ihm mittlerweile geschickt, er schien sich auf den Besuch zu freuen.
Wie er wohl aussah? Wahrscheinlich war er ein cooler Typ, groß, unrasiert, mit längeren Haaren und einem Motorrad. Vielleicht war er tätowiert, vielleicht hatte er sogar Piercings. Sam fragte sich, wie das Haus aussehen mochte, in dem er wohnte. Bestimmt war es ein tolles großes Haus, möglicherweise sogar direkt am Wasser gelegen. In Sams Vorstellung könnte er auch ein ehemaliger Rockstar sein.
Er malte sich aus, wie sie eine lange, von Bäumen gesäumte Zufahrt entlangfuhren und vor der Haustür hielten. Sein Dad würde die Tür öffnen, hinauseilen und strahlen, wenn er Sam entdecken würde. Als Nächstes würde sein Dad ihn fest in die Arme schließen. Und um Verzeihung bitten.
Es tut mir so leid, mein Sohn. In all den Jahren habe ich ständig versucht, dich aufzuspüren, doch ich konnte dich nicht finden. Jetzt wird alles anders. Du wirst hier bei mir wohnen.