Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Der Graf von Sainte-Hermine - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
1 ... 248 249 250 251 252 253 254 255 256 ... 298
Перейти на страницу:

Auf der Rückkehr machten die Reisenden in Salerno halt, um das Grab Papst Gregors VII. zu besuchen, der zuerst den deutschen Kaiser Heinrich IV. verfolgt hatte und dann von diesem verfolgt worden war und vor seinem Tod angeordnet hatte, dass auf seinem Grabmal die Worte stehen sollten: »Ich liebe die Gerechtigkeit, ich floh die Ungerechtigkeit, und deshalb sterbe ich im Elend und im Exil.«

Zuletzt hieß es aufbrechen und die schöne Stadt Neapel und die Gastfreundschaft des Hauses Saliceti verlassen. Leo und Manhés schworen einander Waffenbruderschaft und ewige Freundschaft und sagten einander Adieu.

Graf Leo wurde von Saliceti aufgefordert, sich dem nächsten Detachement anzuschließen, das nach Kalabrien aufbrechen würde.

René war jedoch nicht gesonnen, solche Maßnahmen zu treffen, um sein Leben nicht in Gefahr zu bringen, und da man ihm gesagt hatte, er werde dem Kommando General Reyniers unterstellt werden, dessen Aufenthalt unbekannt war, da alle Verbindungen unterbrochen waren, der sich aber vermutlich in Amantea oder in Cotrone aufhielt, begnügte er sich mit der Antwort, er werde dort sein, wo sich der General befand, dem er zugeteilt worden war.

»Sie müssen nur Ihren Namen nennen«, sagte Saliceti, »und er wird wissen, dass er sich mit Ihnen absprechen muss, um von Ihrer Mitarbeit zu profitieren.«

Die Herzogin von Lavello wollte ihm die Hand zum Handkuss reichen, doch er verbeugte sich vor der bezaubernden Frau und sagte: »Madame, ein solcher Gunstbeweis muss eine Belohnung sein und kein Ansporn.«

Auf einem ausgezeichneten Pferd, das gesattelt und gespornt vor Salicetis Tür gewartet hatte und, wie dieser René anvertraut hatte, ein Geschenk König Josephs war, machte René sich trotz aller guten Ratschläge Salicetis in seiner Offiziersuniform und mit seinem Stutzen am Sattel und seinen treuen Pistolen im Gürtel ganz allein auf den Weg.

Am Abend des ersten Tages wollte er in Salerno übernachten; sein Pferd, das sich während der größten Tageshitze zwei Stunden lang ausruhen durfte, konnte zehn Meilen am Tag zurücklegen, ohne zu ermüden.

Am zweiten Tag erreichte er Capaccio; dort hörte er sich um und erfuhr, dass die Straßen zum einen schwierig zu verfolgen seien, weil sie ständig ineinandermündeten, und zum anderen, weil zahlreiche Banditenhaufen, denen es gelungen war, die französische Armee von Neapel zu trennen, jede Verbindung zwischen der Hauptstadt und General Reynier unterbanden; zudem hieß es, der englische General Stuart habe ein Armeekorps von fünf- oder sechstausend englischen Soldaten und drei- bis vierhundert Zwangsverpflichteten als Verbündete der Bourbonen im Golf von Sant’ Eufemia abgesetzt.

René reiste dennoch von Capaceti ab, ohne sich um die Briganten oder den Zustand der Straßen zu sorgen.

Es war ein langer Weg, denn René wollte bis nach Lagonegro gelangen, und da er unterwegs auf kein einziges Haus treffen würde, hielt er es für geraten, in einer Satteltasche ein Stück Brot und ein gebratenes Hühnchen und in der anderen eine Flasche Wein zu verstauen.

Er machte sich bei Tagesanbruch um fünf Uhr auf den Weg, und um elf Uhr erreichte er eine Kreuzung, von der drei Wege abgingen.

Das war die erste Zwickmühle, die man ihm vorausgesagt hatte.

René vertraute auf den Glücksstern, den Fouché in den Wechselfällen seines Schicksals zu erkennen geglaubt hatte.

Er stieg ab, legte in Reichweite seiner rechten Hand Stutzen, Pistolen und Weinflasche auf den Boden und in Reichweite der Linken das Huhn und das Brot, und dann setzte er sich und begann so friedlich zu schmausen, als befände er sich im Park von Asproni oder von Capodimonte.

Er hoffte, dass irgendein Bauer des Weges käme, der so gefällig wäre, ihm den richtigen Weg zu sagen, oder der aus Geldgier bereit wäre, ihm als Führer zu dienen, bis er die französischen Truppen erreichte.

Er hatte sich nicht getäuscht: Kaum hatte er sein Hühnchen in Angriff genommen und seine Flasche zu einem Viertel geleert, als er den Hufschlag eines Pferdes vernahm und einen Reiter erblickte, der so weiß bestäubt war wie ein Müller, ein Auge unter einer Binde verborgen hatte und einen Hut mit breiter Krempe trug, der ihm das halbe Gesicht verdeckte.

René sprach ihn an.

Als der Müller Renés Stimme hörte, hielt er sein Pferd an und richtete das unbedeckte Auge auf den Sprechenden.

»Kamerad«, sagte René, »hast du Durst?« Und er zeigte ihm die Flasche. »Komm und trinke. Hast du Hunger?« Er zeigte ihm das Hühnchen. »Komm und iss.«

Der Mann rührte sich nicht von der Stelle.

»Sie kennen mich nicht«, sagte er.

»Aber du«, sagte René, »kennst mich. Du weißt, dass ich ein französischer Soldat bin. Du wirst mir sagen, welchen der drei Wege ich nehmen muss, um zur Armee zu gelangen, und dann sind wir quitt; aber wenn du dir ein paar Louisdors verdienen willst, umso besser, dann kannst du mir als Führer dienen.«

»Ich bin weder hungrig noch durstig«, erwiderte der Mann, »aber ich will Ihnen als Führer dienen.«

»Sehr gut.«

Der Bauer blieb auf seinem Pferd sitzen.

René beendete seine Mahlzeit; dann packte er die Weinflasche, das Brot und die übrig gebliebene Hälfte des Hühnchens zusammen, steckte sich die Pistolen in den Gürtel, hängte seinen Stutzen an den Sattel, legte die Reste seiner Mahlzeit für den nächstbesten Hungrigen an den Wegesrand, sprang auf sein Pferd und reichte dem Bauern einen Louisdor mit den Worten: »Reiten Sie voraus, hier ist Ihr Lohn.«

»Danke«, erwiderte der andere, »wenn Sie mit mir zufrieden sind, werden Sie mich nach getaner Arbeit entlohnen.«

Der Bauer ritt voraus, René folgte.

Obwohl der Klepper des Bauern jämmerlich aussah, schlug er einen munteren Trab an, dessen Geschwindigkeit René zusagte, denn seine Reise würde durch den Führer keine Verzögerung erleiden.

Ohne Zwischenfälle erreichten sie Lagonegro.

René war aufgefallen, dass sein Führer unterwegs ab und zu mit Männern, die aus den Wäldern auftauchten und wieder dorthin verschwanden, einige Worte gewechselt hatte; er nahm an, dass der Mann aus der Gegend stammte und dass die Leute, mit denen er sprach, Bauern aus seiner Bekanntschaft waren.

René hatte guten Appetit; er ließ sich ein ausgezeichnetes Abendessen kommen und bestellte das gleiche Essen für seinen Führer; diesen hatte er gebeten, ihn bei Tagesanbruch zu wecken, denn am nächsten Abend mussten sie Laino oder Rotonda erreicht haben, und bis dahin war es noch eine lange Reise von zehn Meilen.

Der Tag verging wie der Vortag; das Pferd des Müllers schritt munter aus, weder zu schnell noch zu langsam, und so legten sie zwei Meilen in der Stunde zurück.

Auch an diesem Tag begegnete der Müller immer wieder an Schluchteingängen, hinter hohen Felsen oder mitten in Wäldchen Leuten, die er kannte und mit denen er einige Worte wechselte, bevor sie verschwanden.

Am nächsten Tag nahm Renés Führer nicht die Hauptstraße, wenn es denn zu jener Zeit in Kalabrien einen Weg gab, der diese Bezeichnung auch nur annähernd verdiente, sondern ritt zur Rechten weg, ließ Cosenza links liegen, und zur Schlafenszeit erreichten sie San Mango.

René erfuhr, dass er nur noch wenige Meilen von der französischen Armee entfernt war, die sich am Golf von Sant’ Eufemia befand; doch zugleich fiel ihm auf, dass der Wirt seine Fragen mit einer gewissen Dreistigkeit beantwortete und ihn mit unverhohlener Missgunst beäugte.

Daraufhin bedachte René den Wirt mit einem Blick, der ihn aufforderte, sich keine Dummheiten zu erlauben.

Der Wirt reichte René diensteifrig Zimmerschlüssel und Talglicht, denn Wachskerzen waren in Kalabrien unbekannt.

René stieg zu seinem Zimmer hinauf und stellte fest, dass der Schlüssel nur zur Zierde da war, denn das Türschloss bestand aus einem Nagel, um den ein Bindfaden geschlungen war.

Dennoch betrat er sein Zimmer, wo er sich angekleidet auf das erbärmliche Lager warf, nachdem er seinen Stutzen in Reichweite und die Pistolen auf ein Tischchen gelegt hatte.

1 ... 248 249 250 251 252 253 254 255 256 ... 298
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)