Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Der Graf von Sainte-Hermine - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
1 ... 244 245 246 247 248 249 250 251 252 ... 298
Перейти на страницу:

Als unsere Reisenden sich Torre del Greco näherten, wähnten sie, es mit einem Aufstand oder mit einem Raubüberfall zu tun zu haben. Gewehrfeuer ertönte so nahe, dass sie fast bereuten, ihre Waffen nicht mitgenommen zu haben, doch als sie sich erkundigten, erfuhren sie, dass sie keine Schüsse gehört hatten, sondern den Lärm einer Vielzahl von Böllerschüssen, die zu Ehren des heiligen Antonius abgefeuert wurden.

Unsere jungen Männer, die mit dem Heiligenkalender nicht allzu vertraut waren, erlaubten sich die Bemerkung, sie hätten gedacht, der Namenstag des berühmten Theologen, den auf der Fahrt nach Afrika ein Windstoß an die Küste Italiens getrieben hatte, werde im Juni begangen, doch man erklärte ihnen, dass es sich in diesem Fall nicht etwa um den heiligen Antonius von Padua handele, den Bezwinger des Vesuvs und des Feuers, sondern um den heiligen Antonius, den wir durch Callots Versuchung des heiligen Antonius kennen.

Die Ehre, in welcher der Heilige gehalten wurde, erklärte ihnen, warum so zahlreiche Schweine durch die Straßen streunten.

Zuletzt gelangten sie nach Pompeji.

Die unterirdische Stadt war damals noch lange nicht so freigelegt, wie sie es unserer Tage ist, doch so weit ausgegraben, dass man sich eine Vorstellung von den Wunderdingen machen konnte, die sie der Neugier ihrer Besucher offenbaren würde, sobald ein umsichtiger Geist die Ausgrabungen leiten würde.

Graf Leo erklärte seinem Freund an diesem Ort, was ein Atrium ist, ein Impluvium, ein Triclinium, kurzum die Austattung eines ganzen griechisch-römischen Gebäudes.

In der Via delle Tombe sahen sie die runden Bänke, die kaum aus dem Boden ragten, wie sie die Toten, die es nach guter Gesellschaft gelüstete, um ihre Gräber herum hatten aufstellen lassen, damit auf ihnen ihre Verwandten, ihre Freunde und, in deren Ermangelung, einfache Spaziergänger Platz nahmen.

Graf Leo erläuterte Manhès die Bestimmung jedes Lagerraums und jedes Ladengeschäfts, als hätte er zu jener Zeit gelebt, als der Freigelassene Diomedes sich das schönste Haus der Vorstadt errichten ließ.

Die Nacht brach herein, bevor Manhès’ Neugier befriedigt war und er des wissenschaftlichen Geplauders seines Reisegefährten überdrüssig geworden wäre, doch sie mussten zurückkehren, nachdem sie achtzehn Jahrhunderte zurückgewandert waren und drei Stunden mit den Zeitgenossen Plinius des Älteren und dessen Neffen Plinius des Jüngeren verbracht hatten.

Auf einmal veränderte sich die Szenerie, und statt der unheimlichen und stillen Totenstadt sahen sie die belebte und lebensvolle Straße vor sich, auf der das Leben ihnen abends noch lärmender als tagsüber vorkam. Der Mond hing über dem Krater des Vesuvs wie ein Schrapnell, das ein riesiger Mörser in den Himmel geschossen hatte. Das Meer war wie ein silberner Gazevorhang, auf dem Boote vorbeiglitten, an deren Bug Feuer loderten, vor denen sich der schwarze Umriss der Fischer mit ihrem Dreizack abzeichnete, der dem Fisch auflauerte, den der trügerische Lichtschein an die Wasseroberfläche lockte.

Die lange Straße von Pompeji nach Neapel war von zahllosen Lichtern besternt, so dass sie aussah wie eine römische Straße an einem Abend der moccoletti in den letzten Tagen des Karnevals.

Dieses Rumoren muss man gesehen haben, all diese Worte, die einander in der Luft begegnen, muß man gewissermaßen gespürt haben, um das Überschäumen an Lebendigkeit zu verstehen, das Gott mit vollen Händen diesen sonnengesegneten Ländern geschenkt hat.

In Portici hielt der Wagen an, damit die Pferde verschnaufen konnten; sogleich umringten ihn zahllose Schaulustige, neugierig, aber nicht feindselig, die auf die Trittbretter stiegen, den Reisenden ins Gesicht starrten und die silbernen Epauletten des Offiziers und die seidenen Knebel Graf Leos betasteten.

Plötzlich erschienen mitten unter diesem bunten Volk ein Kapuziner und ein Bettler, deren einer sich mit Ellbogen und Faust Platz schuf, während der andere auf die Demut seiner Gebete vertraute.

Der Bettler rief in seinem neapolitanischen Dialekt in so jämmerlichem Ton, dass man sein letztes Stündlein gekommen wähnte: »Einen grano, edler Herr! Einen grano, edler Herr! Ich sterbe vor Hunger, ich habe seit drei Tagen nichts gegessen!«

Der Franziskaner jammerte mit seinem näselnden Akzent, der den Schülern des heiligen Franziskus eigentümlich ist, während er einen Geldbeutel schüttelte, in dem sich ein paar Groschen befanden: »Edler Fürst, spendet für die armen Seelen der Sünder, die seit tausend Jahren im Fegefeuer sind und deren Schreie Ihr trotz allen Lärms um uns herum hören könntet, befände das Fegefeuer sich nicht mitten in der Erde.«

Und der Bettler setzte wieder ein und rief: »Edler General!«, während der Kapuziner wiederholte: »Edler Fürst!«

Daraufhin gab Manhès zu verstehen, dass er etwas sagen wollte, und beide verstummten.

»Mein Freund«, sagte Manhès zu dem Kapuziner, »wenn die Seelen seit tausend Jahren im Fegefeuer ausharren, können sie auch noch einige Tage länger warten, während dieser Bedauernswerte seinen Worten zufolge seit zweiundsiebzig Stunden nichts zu essen bekommen hat, und wenn das wahr ist, dürfen wir keine Sekunde verlieren, um ihn vor dem Hungertod zu bewahren.«

Daraufhin nahm er dem Mönch den Geldbeutel aus der Hand, öffnete ihn und leerte den Inhalt in den Hut des Bettlers; dann gab er ihn dem vor Staunen wortlosen Mönch zurück und rief dem Postillion zu: »Avanti! Avanti!«

Der Postillion trieb die Pferde zum Galopp an und hielt erst an, als sie das Hotel La Vittoria erreichten.

110

König Joseph

Als die zwei jungen Männer am nächsten Tag ihr Mittagessen beendeten, brachte ihnen ein reitender Bote folgende Depesche des Kriegsministers:

Herr Graf,

ich erwarte Sie heute gegen drei Uhr nachmittags, um Sie seiner Majestät vorzustellen, die gestern Abend meine kühnsten Wünsche vorwegnahm, indem sie den Wusch äußerte, Sie kennenzulernen. Nach der Rückkehr aus dem Königspalast werden wir zu Abend speisen. Ich werde Sie meiner Tochter vorstellen, der Herzogin von Lavello, die Sie kennenzulernen wünscht.

Ich bitte Sie, Ihrem Freund Hauptmann Manhès, dessen Adresse mir nicht bekannt ist, die nachfolgende Einladung zu übermitteln, die Sie beide, wie ich hoffe, zwischen fünf und sechs Uhr nachmittags in meinem Haus versammeln wird.

René reichte Manhès den zweiten Teil des Schreibens, woraufhin dieser erwiderte, er werde sich wie sein Freund geehrt fühlen, der Einladung des Ministers Folge zu leisten.

König Joseph, das Familienoberhaupt, der sein Erstgeburtsrecht Napoleon abgetreten hatte, weil er dessen herausragende Fähigkeiten anerkannte, war vierunddreißig Jahre alt, von sanfter und wohlwollender Miene und von ebenso friedfertigem Charakter, wie sein nächstjüngerer Bruder streitlustig war. Er war der Erste der Brüder Napoleons, denen dieser einen Thron verlieh, doch man darf nicht vergessen, dass Joseph – ob als Herrscher oder als schlichter Bürger – von allen Brüdern Napoleons immer derjenige blieb, der seinem Bruder die größte Treue und Hingabe bewies.

Es gibt kaum eine merkwürdigere Lektüre als die acht oder neun Bände der Briefe, die Napoleon und Joseph wechselten und in denen Joseph stets Sire und Eure Majestät schreibt, während Napoleon ausnahmslos mit Mein Bruder antwortet.

Viele dieser Briefe sind Ratschläge, einige sind Befehle, und es ist befremdlich zu sehen, dass Napoleon, der nie einen Fuß nach Neapel gesetzt hatte, das Königreich Neapel sowohl topographisch als auch moralisch besser zu kennen scheint als Joseph, der sich an Ort und Stelle befindet; Napoleons Ermahnungen betreffen in erster Linie Josephs allzu große Gutherzigkeit; Napoleon will kein Wanken in der Festigkeit des Königs, er will auf keinen Fall Gnade für die Banditen und ebenso wenig für jene, die sie unterstützen, ob Zivilisten oder Priester.

1 ... 244 245 246 247 248 249 250 251 252 ... 298
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)