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Ein Kampf um Rom

Электронная книга - «Ein Kampf um Rom». Краткое содержание книги:

Dahn erzählt vom Kampf und vom Untergang der Ostgoten in Italien nach dem Tode des großen Theoderich von Ravenna. Wir erleben das Ringen um die Macht, hören von den Ostgotenkönigen Witiches und Totila bis zu dem denkwürdigen letzten Kampf der Goten unter Teja am Vesuv.
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«Ist wankelhaft, ich weiß es. Aber die Verdienste Belisars -»

«Gerade diese sind sein Verderben. Einen Unbedeutenden würde Justinian nicht fürchten. Aber er fürchtet Belisarius.»

«Das haben wir oft erfahren», seufzte Antonina.

«Wisse denn - du zuerst von allen, was niemand außerhalb des Palastes ahnt -: des Kaisers Schwanken ist seit heut' entschieden -: für den Gotenkrieg.»

«Endlich!» rief Antonina, und ihr Antlitz hellte sich auf. - «Ja, aber - bedenke die Schmach! -: nicht Belisar ist zum Feldherrn bestimmt.» - «Wer sonst?» fragte Antonina zornig. «Ich bin der eine Feldherr... -» Mißtrauisch blickte sie auf ihn.

«Ja, das war mein Streben schon lang: ich gestehe es.

Aber der zweite soll Areobindos sein. Ich kann mit diesem Schattenmann nichts anfangen. Ich kann nicht neben ihm, mit ihm, gehemmt durch seinen Unverstand, die Goten besiegen. Die Goten besiegt niemand als Belisarius. Deshalb muß ich ihn wieder neben mir, meinetwegen über mir, als Oberfeldherrn, mit mir haben. Sieh, Antonina, ich halte mich für den größeren Staatsmann -»

«Mein Belisar ist ein Held, kein Staatsmann», sagte die stolze Gattin.

«Aber lächerlich wäre es, mich als Feldherrn mit dem Vandalen-, Perser- und Goten-Besieger zu vergleichen. Sieh, ich gestehe dir ja ganz offen: nicht bloß Wohlwollen für Belisarius, auch Selbstsucht leitet mich dabei.

Ich muß Belisar zum Waffengenossen haben.» - «Das leuchtet mir ein», sagte sie wohlgefällig.

«Justinian ist aber nicht zu bewegen, Belisarius zu ernennen. Noch mehr: er mißtraut ihm aufs neue: und zwar mehr denn je.»

«Weshalb aber, bei allen Heiligen?»

«Belisarius ist zwar unschuldig, aber sehr unvorsichtig. Seit Monden erhält er heimlich Briefe, Zettel, Mahnungen zugesendet, in den Mantel im Bade gesteckt, in den Garten geworfen, - die ihn zur Teilnahme an einer Verschwörung auffordern.»

«Himmel, du weißt davon?» stammelte Antonina.

«Leider nicht nur ich, auch andre Leute -: der Kaiser selbst!» -«Es gilt aber nicht des Kaisers Leben oder Thron», beschwichtigte Antonina. «Nein, nur seiner Freiheit, seiner Selbstbestimmung: <Krieg gegen die Goten> - <Belisar Feldherr> - <schmählich ist's, den Undankbaren dienen> <zwing den Herrn zum eignen Vorteil> - So und ähnlich lauteten die Zettelchen, nicht wahr? Nun, Belisar hat zwar nicht Folge geleistet. Aber er hat auch, der Unkluge, nicht gleich den ersten Wink von diesen Aufforderungen dem Kaiser angezeigt! Das kann Belisars Kopf kosten!»

«O alle Heiligen!» rief Antonina händeringend, «er unterließ es auf meinen Rat, auf mein Bitten. Prokop riet ihm - wie du jetzt - gleich alles dem Kaiser zu melden. Aber ich zitterte vor des Kaisers Mißtrauen, das schon in der Aufforderung an Belisar einen Schein der Schuld erblicken konnte.» «Das war es wohl nicht allein», sprach Cethegus vorsichtig, erst nach Lauschern sich umblickend, «was deinen Rat bestimmte, dem Belisar, wie immer, folgte.»

«Was sonst? Was kannst du meinen?» forschte Antonina leise. Sie errötete über und über.

«Du wußtest, daß gute Freunde eures Hauses beteiligt waren: - diese wolltest du erst warnen, erst lösen von den Schuldigen, ehe sie angezeigt würden.» -

«Ja», stammelte sie, «Photius, sein Freigelassener -»

«Und noch ein andrer», flüsterte Cethegus, «der doch nicht, aus Theodoras goldnem Kerker kaum befreit, gleich in die Gewölbe des Bosporus wandern sollte.»

Antonina schlug beide Hände vor das Antlitz.

«Ich weiß alles, Antonina: - die geringe Schuld von früher -die starken guten Vorsätze späterer Zeit.

Aber hier hat dich die alte Neigung bestrickt. Statt nur an Belisar zu denken, hast du auch an sein Wohl gedacht. Und wenn nun darüber Belisar untergeht - wes ist die Schuld?»

«O halt ein, erbarme dich», flehte Antonina.

«Verzage nicht», fuhr Cethegus fort. «Dir bleibt ja eine starke Stütze - eine Fürsprecherin bei Justinian. Wenn auch vielleicht Verbannung droht - das Äußerste wird doch die Fürbitte deiner Freundin abwenden, der Allmächtigen.»

«Die Kaiserin! Weh uns!» rief Antonina entsetzt. «Wie wird sie alles darstellen! Ach, sie hat uns den Untergang geschworen.»

«Dann ist's schlimm», sprach Cethegus, «sehr schlimm. Denn auch die Kaiserin weiß von der Verschwörung und von den Ladungen an Belisar. Und du weißt: viel geringere Schuld als die, zu einer Verschwörung aufgefordert zu sein, genügt...»

«Die Kaiserin weiß es? Dann sind wir verloren! O du, der du Auswege zu finden weißt, wo kein Auge sonst sie sieht: - hilf,

rette.»

Und die stolze Gestalt sank flehend vor dem Präfekten nieder.

Aus der Zimmerecke erscholl ein klägliches Geheul, bei diesem Anblick schüttelte den Leoparden aufs neue die Furcht.

Einen raschen Blick warf der Präfekt auf den heulenden Gegner - dann erhob er sanft die Kniende.

«Auf, Gattin Belisars, verzage nicht. Ja, es gibt ein Mittel, Belisar zu retten. Aber nur eines.»

«Soll er jetzt die Anzeige machen, sobald er heimkehrt?»

«Das ist zu spät. Und zu wenig. Man würde ihm nicht glauben, daß es ihm Ernst mit bloßen Worten. Nein, er muß in Taten seine Treue beweisen. Er muß die Verschworenen alle zusammen fassen und alle zusammen dem Kaiser ausliefern.»

«Wie kann er sie zusammen fassen?»

«Sie laden ihn ja selbst. Heute nacht, in des Photius, seines Freigelassenen, Hause versammeln sie sich. Wohlan: er sage zu, ihr Haupt zu werden. Er erscheine und nehme sie dort alle gefangen. Anicius», fügte er rasch bei, «ist von der Kaiserin selbst gewarnt für heute nacht - er war bei mir.»

«Oh, und müßt' er sterben: - es gilt ja, Belisar zu retten. Er muß es tun! Ich seh' es ein. Und es ist kühn, gefährlich - es wird ihn reizen.»

«Wird er seinen Freigelassenen opfern?» -

«Siebenmal haben wir den Toren vergebens gewarnt. Was liegt an Photius, wenn es Belisar gilt. Wenn ich je Gewalt über ihn gehabt: - heute werd' ich ihn überzeugen. Schon früher riet ihm Prokop, einmal einen solchen, wie er sagte, brutalen Beweis seiner Treue zu führen, nachdem er nicht gleich die erste Aufforderung dem Kaiser mitgeteilt. Ich werde ihn dieses Rats Prokops erinnern. Sei gewiß: er folgt meinem, unsrem übereinstimmenden Rat.»

«Gut, er soll vor Mitternacht dort sein. Wann der Wächter auf den Mauern die zwölfte Stunde ausruft, breche ich in den Saaclass="underline" und, auf daß er ganz sicher geht, soll er nur eintreten, wenn er meinen Mauren Syphax in der Nische des Hauses hinter der Petrus-Statue sieht. Auch kann er einige seiner Leibwächter vor das Haus stellen: sie sollen ihn decken für den Notfall und Zeugnis ablegen für ihn. Große Verstellungskunst wird ihm nicht zugemutet. Er soll erst kurz vor Mitternacht eintreten: er braucht dann nur zu hören, nicht zu reden. Unsere Wachen harren im Hain des Constantinus vor der Hintertür des Muschelhauses des Photius: mit dem Ausruf der Mitternacht -die Tuba bläst die Ablösung der Wachen, du weißt, man hört es deutlich - brechen wir ein. Er braucht also gar nicht das Wagnis zu übernehmen, ein Zeichen zu geben.»

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