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Ein Kampf um Rom

Электронная книга - «Ein Kampf um Rom». Краткое содержание книги:

Dahn erzählt vom Kampf und vom Untergang der Ostgoten in Italien nach dem Tode des großen Theoderich von Ravenna. Wir erleben das Ringen um die Macht, hören von den Ostgotenkönigen Witiches und Totila bis zu dem denkwürdigen letzten Kampf der Goten unter Teja am Vesuv.
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Hier, im Angesicht des versammelten Volksheeres, unter dem an seinem Speer aufgehängten Goldschild des Königs, trat die Römerin in den linken Schuh des gotischen Bräutigams, und er legte die gepanzerte Rechte auf ihr dunkles, von durchsichtigem Schleier bedecktes Haar.

So war die Verlobung nach kirchlichem, nach römischem und nach germanischem Brauch geschlossen.

Nun nahm das Brautpaar an dem Mitteltisch der Terrasse Platz, Valeria von edeln Römerinnen und Gotinnen, Totila von Herzogen und Grafen seines Heeres umgeben; abwechselnd spielten und sangen griechische und römische Flötenspieler: und römische Tänze wechselten mit dem Schwertersprung gotischer Jünglinge, indessen auf dem Fluß, an beiden Ufern desselben und rings um die Villa her die römischen und gotischen Gäste des Königs gemeinsam schmausten, tranken und den milden Herrn und seine schöne Braut um die Wette feierten.

Ernst sinnend blickte Valeria in die Ferne, sie öffnete leise die Lippen. «Welchen Namen nanntest du?» fragte sie der König, ihr seinen Becher zum Vortrinken reichend. Sie tat Bescheid und sprach, die goldne Schale zurückgebend: «Miriam!» -«Miriam Dank und Ehre!» sagte der König, ernst den Becher hebend.

Aber da klang es goldhell von Harfensaiten: und in ganz weißem, goldgesäumtem Festgewand, einen Kranz von Lorbeern und Eichenblättern um die Schläfe, trat Adalgoth vor das Paar, warf noch einen fragenden Blick auf seinen Harfen-und Waffenlehrer, Graf Teja, der dem König zur Rechten saß, und sang mit heller Stimme zu den Akkorden seiner Harfe:

«Hört, alle Völker, fern und nah, Byzanz, vernimm es wohclass="underline"

Der Gotenkönig Totila Thront hoch im Kapitol!

Wie weit ist doch vom Tiberstrom Held Belisar verschreckt: Vom Orkus ist, nicht mehr von Rom, Cethegus nun Präfekt.

Aus welchen Blättern ziemt ein Kranz Dem König Totila? An seiner Brust in Rosen Glanz Erglüht Valeria.

Den Frieden schirmet und das Recht Sein Schwert, sein Schild, sein Stern: Olive, leih dein fromm Geflecht Mir für den Friedensherrn!

Wer trug den Schreck des Rachekriegs Gewaltig bis Byzanz? Komm, Lorbeer, welsches Kraut des Siegs Komm reich in meinen Kranz!

Doch nicht wuchs ihm die Siegeskraft Aus Romas Moderstaub: Frisch kröne seine Heldenschaft Germanisch Eichenlaub.

Hört, alle Völker, fern und nah, Byzanz, vernimm es wohclass="underline" Der Gotenkönig Totila Thront hoch im Kapitol!»

Rauschender Beifall folgte seinem Lied, indes ein römischer Knabe und ein gotisches Mädchen, vor dem Brautpaare kniend, je einen Kranz von Rosen, Oliven, Lorbeern und Eichenblättern überreichten.

«Auch unsere Sänger, Valeria», lächelte Totila, «sind nicht ganz ohne Wohllaut. Und nicht ohne Kraft und Treue. Mein Leben dank' ich dem Sänger da.» Und er legte die Hand auf Adalgoths Haupt. - «Gar unsanft schlug er deinem Landsmann Piso, seinem Kollegen in Apollo, auf die geschickt skandierenden Finger: - zur Strafe, daß er an meine Valeria mit diesen Fingern wohl manchen Vers geschrieben und in derselben Hand nun das tödliche Eisen gegen mich schwang.»

«Nur eins hätt' ich noch lieber gehört, mein Adalgoth», sagte Teja leise zu diesem, «als dein Jubellied.»

«Was, mein Schwert- und Harfen-Graf?»

«Den Todesschrei des Präfekten, den du leider nur im Gesang

in die Hölle geschickt hast.»

Aber Adalgoth ward von einer Menge von gotischen Kriegern die Treppe hinabgerufen und lange nicht wieder freigegeben: denn seinen gotischen Hörern, welche die Siege Totilas mit erfochten, gefiel sein Lied viel besser als es vielleicht dir, liebe Leserin, gefällt.

Herzog Guntharis umarmte und küßte ihn und sprach, indem er ihn zur Seite führte: «Mein junger Held! Das ist ein Ähnlichkeit! So oft ich dich sehe, ist mein erster Ausruf, Alarich.»

«Ei, das ist mein Schlachtruf», sagte Adalgoth, und im Gespräch verschwanden sie unter der Menge.

Sechzehntes Kapitel

Gleichzeitig blickte der König nach der Säulenhalle der Villa zurück, da plötzlich das Spiel der dort aufgestellten Flötenbläser abbrach. Er erkannte den Grund wohclass="underline" und er selbst sprang, mit einem Rufe des Staunens, von seinem Sitz.

Denn zwischen den beiden kranzumwundenen Mittelsäulen des Eingangs stand eine Gestalt, die nicht irdisch schien. Ein wunderholdes Mädchen in ganz weißem Gewand, einen Stab in der Hand und einen Kranz von weißen Sternblumen um das Haupt.

«Ah, was ist das? Lebt dies reizvolle Bild?» fragte erstaunt der König.

Und alle Gäste, all' die Frauen und Männer umher, folgten dem Blick seines Auges, der Bewegung seiner Hand mit Staunen. Denn was an der schmalen Öffnung die Blumengewinde übriggelassen, war ausgefüllt von einer lieblichen Erscheinung, derengleichen sie nie geschaut.

Das Kind - oder Mädchen - hatte das glänzend weiße

Linnenkleid auf der linken Schulter mit einer Saphirspange geheftet: den breiten, goldnen Gürtel schmückte ein großer Kreis von Saphiren: wie zwei weiße Flügel fielen die langen weißen Zipfelärmel von ihren Schultern: Efeuranken umwoben die ganze Gestalt, die Rechte hielt, auf der Brust ruhend, den blumenumwundenen, gekrümmten Hirtenstab: die Linke hielt einen wundervollen Kranz von Waldblumen und ruhte auf dem mächtigen Haupt eines großen, braunzottigen Hundes, der um den Hals auch einen Blumenkranz trug. Ohne Furcht, sinnig, forschend fiel ihr Blick über die glänzende Versammlung. Staunend harrten eine Weile die Gäste, regungslos stand das Mädchen.

Da stand der König auf von seinem Thron, schritt auf sie zu und sprach: «Willkommen in der Goten Königssaal, bist du ein irdisch Wesen», lächelte er. «Bist du aber, - was ich fast lieber glauben möchte - der Licht-Elben wundervolle Königin, - nun, so sei uns auch willkommen: dann muß dir ein Thron hoch über des Königs Sitz gerüstet werden.» Und anmutig begrüßend lud er sie, mit beiden Armen winkend, näher.

Sie aber trat nun, schwebenden Schrittes, über die Schwelle der Säulenhalle auf die Terrasse, errötete und sprach: «Wie sprichst du doch liebliche Torheit, Herr König! Ich bin keine Königin. Ich bin ja Gotho, die Hirtin. Du aber bist - ich seh's mehr an deiner lichten Stirn als an dem Goldreif - du bist Totila, der Gotenkönig, den sie den Freudenkönig nennen.

Da hast du Blumen, du und deine schöne Braut - ich hörte: eurer Verlobung gilt dies Fest Gotho hat nichts andres zu spenden: ich pflückte und wand sie, wie ich des Weges durch die letzten Haine kam. Und nun, König, der Waisen Schirmherr und des Rechtes Schutz, nun höre mich und hilf mit deinem Schutz.»

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