Ein Kampf um Rom
- Автор: Дан Феликс
- Язык: немецкий
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Ein Kampf um Rom». Краткое содержание книги:
Der König nahm wieder neben Valeria Platz: das Mädchen stand zwischen beiden: die Braut faßte ihre Hand: der König legte ihr die Hand aufs Haupt und sprach: «Bei deinem eignen wundersamen Haupte schwör' ich dir Schutz und Recht. Wer bist du? und was ist dein Begehr?»
«Herr, ich bin eines Bergbauern Enkelin und Kind. Ich bin erwachsen auf dem Iffaberg unter Blumen und Einsamkeit. Ich hatte nichts Herzliebes auf Erden als einen Bruder. Der ist mir davon gezogen, dich zu suchen. Und als der Großvater zu sterben kam, schickte er mich zu dir: bei dir soll ich den Bruder, Recht und Schicksalslösung finden.
Und er gab mir zu Begleitung den alten Hunibad mit von Teriolis: aber dessen Wunden waren nicht ausgeheilt, und sie brachen bald wieder auf, und schon in Verona blieb er liegen. Und lange Zeit hatt' ich ihn zu pflegen, bis auch er starb.
Und dann zog ich ganz allein, nur mit Brun, dem treuen Hunde, quer durch all dies weite, heiße Land, bis ich endlich Romaburg und dich gefunden.
Und gute Ordnung hältst du, Herr König, in deinem Land: -man muß dich loben. Deine Königsstraßen sind Tag und Nacht bewacht von deinen Sajonen und Lanzenreitern. Und gar freundlich und gut waren sie mit dem einsam wandernden Kinde. Und wiesen mich jede Nacht zu einem Hause guter Goten, wo die Hauswirtin mein pflegte. Und sie sagen ja: solchen Rechtsfrieden schirmst du im Lande, daß man goldne Spangen auf deine Königsstraßen legen und sie nach vielen, vielen Nächten dort sicher wieder finden kann.
Und in einer Stadt, Mantua glaub' ich, hieß sie, war, gerade als ich über den Markt schritt, groß Gedräng, und alles Volk lief zusammen. Und deine Sajonen führten einen Römer in ihrer Mitte zum Tode und riefen: <Marcus Massurius muß des Todes sterben auf König Totilas Befehclass="underline" er hatte ihn freigegeben, den Kriegsgefangenen: da raubte der Freche mit Gewalt ein jüdisches Mädchen: König Totila hat des großen Theoderich Gesetz erneut.> Und sie schlugen ihm den Kopf ab auf offnem Markt, und alles Volk erschrak vor König Totilas Gerechtigkeit.
Nun, treuer Brun, hier darfst du schon rasten, hier tut mir niemand was zuleide. Auch seinen Hals hatt' ich, euch zu Ehren, heut' mit Blumen bekränzt.»
Und sie schlug dem gewaltigen Hund leise auf sein zottiges Haupt: mit einem klugen Blick trat er vor an des Königs Thron und legte die linke Vorderpranke zutraulich auf dessen Knie. Und der König gab ihm Quellwasser zu trinken aus flacher, goldner Schale. «Für goldne Treue», sprach er, «goldnen Becher. Wer aber ist dein Bruder?»
«Ja», sagte sie nachdenklich, «nach vielem, was mir Hunibad unterwegs und auf dem Krankenbett erzählt, glaub' ich, daß sein Name nicht der rechte. Aber er ist leicht zu kennen», fuhr sie errötend fort.
«Goldbraun wogt sein Gelock: und sein Auge ist blau wie dieser lichte Stein: und seine Stimme ist hell wie die der Lerche: und wenn er Harfe schlägt, blickt er nach oben, als sähe er den Himmel offen... -» -
«Adalgoth», rief der König! - «Adalgoth!» wiederholten alle Goten.
«Ja, Adalgoth heißt er», sprach sie.
Da flog dieser - sein Name schlug, laut gerufen, an sein Ohr -die Stufen herauf: «Meine Gotho!» jubelte er. Und sie hielten sich umschlungen.
«Die gehören zusammen», sagte Herzog Guntharis, der dem Jüngling gefolgt war.
«Wie Morgenrot und Morgensonne», sprach Teja.
«Nun aber laß mich», sprach das Mädchen, sich losmachend, «meinen Auftrag erfüllen: des sterbenden Großvaters Gebot. Hier, Herr König, nimm diese Rollen und lies sie: Da soll alles Schicksal drin stehen für Adalgoth und Gotho: Vergangenheit und Zukunft sprach der Ahn.»
Siebzehntes Kapitel
Und der König entsiegelte die äußeren Schnüre und las:
«Dies hat geschrieben Hildegisel, des Hildemut Sohn, den sie den Langen nennen, ehemals Priester, dermalen Burgmann zu Teriolis. Geschrieben auf Vorsprechen des alten Iffa: und ist alles wahrhaftig aufgeschrieben. Also: nun kommt's.
Das Latein ist wohl oft nicht, wie es in der Kirche gesungen wird. Aber Ihr werdet's schon verstehn, Herr König.
Denn wo's schlecht Latein, da ist's gut Gotisch. Also nun kommt's aber wirklich.
So spricht Iffa, der Alte: <Herr König Totila. Was in dieser hier eingewickelten Rolle geschrieben steht, ist die Niederschrift des Mannes Wargs, der aber nicht mein Sohn war und nicht Wargs hieß - sondern Alarich hieß er und war der Balte, der verbannte Herzog von ->»
Ein Ruf des Staunens ging durch die Versammlung der Goten. Der König hielt inne. Herzog Guntharis aber sprach:
«Dann ist Adalgoth, der sich den Sohn des Wargs nannte, der Sohn des Balten Alarich, den er selber als des Königs Herold, umreitend in allen Städten auf weißem Roß, mit lautem Heroldspruch gesucht. Und niemals sah ich größere Ähnlichkeit als die zwischen Vater Alarich und Sohn Adalgoth.»
«Heil dir, Herr Herzog von Apulien!» rief lächelnd Totila und schloß den Knaben in die Arme.
Sprachlos vor Staunen sank Gotho nieder in die Knie, ihre Augen füllten sich mit Tränen, und zu Adalgoth aufblickend seufzte sie: «Also nicht mein Bruder? O Gott! - Heil dir, Herr Herzog von Apulien. Leb' wohl, auf immer!» und sie stand auf und wandte sich, zu gehen.
«Nicht meine Schwester?» jubelte Adalgoth. «Das ist das Beste an dem ganzen Herzogtum Apulien! Halt da» - und er fing sie auf, drückte ihr Köpfchen an die Brust, küßte sie herzhaft auf den Mund und sprach zum König: «Herr König Totila, nun gebt uns zusammen. Hier ist meine Braut - hier steht meine Herzogin.»
Totila aber, welcher einstweilen beide Urkunden durchflogen hatte, lächelte: «Ja, da braucht's nicht Salomons Königsweisheit dazu, hier das Rechte zu finden. - Junger Herzog von Apulien, so verlob' ich dir die Braut.»
Und er legte das weinende, lachende Kind in seine Arme. Zu den Goten umher aber sprach er: «Vergönnt, daß ich euch aus dem etwas ungeschlachten Latein von Hildemuts Sohn - ich kannte ihn: besser war er mit dem Speer als mit der Feder zu brauchen - und dem Testament des Herzogs die Wunder kurz erkläre, die wir hier sehen. Herzog Alarich beteuert hier seine Unschuld.»
«Die ist jetzt erwiesen: durch seinen Sohn», rief Herzog Guntharis, «und ich hatte nie an seine Schuld geglaubt.»
«Er erfuhr erst spät den geheimen Ankläger. Unser Adalgoth hat dessen Namen aus der zertrümmerten Cäsarstatue ans Licht gebracht. Cethegus der Präfekt hatte eine Art Tagebuch geführt, in geheimer Schrift: aber Cassiodorus hat sie, mit Staunen und Entsetzen über die Frevel des so lang von ihm bewunderten Mannes, entziffert. Da fand sich ein Eintrag folgenden Inhalts in dem vor etwa zwölf Jahren geschriebenen Anfang: <Baltenherzog verurteilt. Daß er unschuldig, glaubt nur noch er selbst und sein Ankläger. Wer Cethegus ins Herz trifft, soll nicht leben. Als ich damals am Tiberufer aus Tod gleicher Betäubung erwachte, war diese Rache mein erster Gedanke: sie ward mein Schwur: er ist erfüllt.)