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Электронная книга - «Cäsar Cascabel». Краткое содержание книги:

Dieser Roman ist den meisten Jules-VerneFreunden unbekannt, weil er in allen alten Gesamtausgaben fehlt. Der Artistenfamilie Cascabel wird nach einer Tournee durch die Vereinigten Satten das gesamte Vermögen gestohlen. Trotzdem wollen sie nach Frankreich zurückkehren und beschließen, den Weg über Alaska und das Packeis der Beringstraße zu nehmen. Unendlich viele Abenteuer müssen mit Indianern und Verbrechern bestanden werden, ehe es ein glückliches Ende gibt.
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»Schöne Aussichten!« seufzte Cornelia kopfschüttelnd.

»Oder eigentlich keine Aussichten,« versetzte Herr Cascabel. »Es ist rein, als ob die Welt mit Brettern vernagelt wäre!«

Geh, alter Kämpfer, Held der Arenen! Wird es dir wirklich an Mitteln fehlen, das Geschick zu besiegen? Wirst du dich vom Unglück beugen lassen? Wirst du, ein in allen Pfiffen und Kniffen bewanderter Gaukler, dich nicht jederzeit aus der Klemme zu ziehen wissen? Bist du mit deiner Weisheit zu Ende? Wird deine so fruchtbare Phantasie keinen Ausweg finden?

»Cäsar,« sagte Cornelia, »da diese verwünschten Grenzwächter gerade an Ort und Stelle sein mußten, um uns den Weg abzuschneiden, so laß uns versuchen, uns an ihren Vorgesetzten zu wenden.«

»An ihren Vorgesetzten!« rief Herr Cascabel. »Ihr Vorgesetzter ist der Gouverneur von Alaska, irgend ein russischer Oberst, ebenso störrig wie diese Menschen, der uns einfach zum Teufel schicken wird!«

»Überdies residiert er vermutlich in Sitka,« bemerkte Jean, »und eben dahin läßt man uns nicht gehen.«

»Vielleicht,« meinte Clou-de-Girofle ganz vernünftig, würden die Polizisten sich nicht weigern, einen von uns zu dem Gouverneur zu geleiten.«

»Ei! Clou hat recht,« antwortete Herr Cascabel. »Das ist ein vortrefflicher Einfall.«

»Wenn es nicht etwa ein sehr schlechter ist,« fügte Clou mit seiner gewohnten Verwahrungsformel hinzu.

»Wir sollten es versuchen, bevor wir den Rückweg antreten,« sagte Jean; »und wenn es dir recht ist, Vater, so will ich.«

»Nein, es wird besser sein, wenn ich selber gehe,« erwiderte Herr Cascabel. »Ist es weit von der Grenze bis nach Sitka?«

»Etwa hundert Meilen,« sagte Jean.

»Nun, binnen zehn Tagen kann ich in unser Lager zurückgekehrt sein. Wir wollen bis morgen warten und dann unser Glück versuchen.«

Am folgenden Tage machte Herr Cascabel sich auf, um die Grenzwächter zu suchen. Es kostete ihm nicht viel Zeit oder Mühe, mit ihnen zusammenzutreffen, da sie in der Nähe der Belle-Roulotte auf der Lauer geblieben waren.

»Sie sind es?« rief man ihm drohend entgegen.

»Ja, ich!« antwortete Herr Cascabel mit seinem angenehmsten Lächeln.

Und mit allen möglichen, an die Adresse der moskowitischen Verwaltung gerichteten Artigkeiten gab er sein Verlangen kund, zu Sr. Excellenz dem Gouverneur von Alaska geführt zu werden. Er erbot sich, die Reiseunkosten des »verehrlichen Beamten«, der ihm gütigst das Geleite geben wolle, zu bezahlen, und verstieg sich sogar zu Andeutungen betreffs einer hübschen Gratifikation in klingender Münze für den großmütigen und opferwilligen Mann, der. u. s. w.

Der Versuch schlug fehl. Die Aussicht auf eine hübsche Gratifikation machte keinen Eindruck. Es ist wahrscheinlich, daß die Beamten, eigensinnig wie Zollbeamte und Grenzwächter es zu sein pflegen, dies beharrliche Verlangen, die alaskische Grenze zu überschreiten, äußerst verdächtig zu finden begannen. Einer von ihnen bedeutete ihm, daß er augenblicklich zurückgehen müsse, und fügte hinzu:

»Wenn wir Sie nochmals auf russischem Gebiete antreffen, so wird man Sie nicht nach Sitka, sondern ins nächste Fort bringen. Und wer einmal dort ist, der weiß nie, wie oder wann er wieder herauskommt!«

Herr Cascabel wurde, nicht ohne einige Rippenstöße, unverzüglich zur Belle-Roulotte zurückgebracht, wo seine niedergeschlagene Miene das Mißlingen seines Versuches verkündete.

So sollte die rollende Wohnung der Cascabels sich denn jetzt in eine feststehende verwandeln? Die Barke, welche den Gaukler und sein Vermögen trug, sollte an der kolumbo-alaskischen Grenze stecken bleiben, wie ein Schiff, welches die ebbende Meerflut inmitten von Felsen auf dem Trockenen zurückläßt? In der That, das stand nur zu sehr zu befürchten.

Wie traurig die folgenden Tage waren, während deren die Familie zu keinem Entschlusse gelangen konnte!

Glücklicherweise fehlte es nicht an Lebensmitteln; man besaß noch einen reichlichen Vorrat von Konserven, den man übrigens in Sitka zu erneuern gedachte. Dann gab es auch erstaunlich viel Wild in der Umgegend. Nur trugen Jean und Wagram die größte Sorge, sich nicht über die kolumbische Grenze hinauszuwagen. Der junge Bursche wäre schwerlich mit der Konfiskation seiner Flinte und einer Geldstrafe zu gunsten des moskowitischen Fiskus davongekommen.

Indessen hatte sich des Herrn Cascabel und der Seinigen eine tiefe Niedergeschlagenheit bemächtigt. Sogar die Tiere schienen davon angesteckt zu sein. Jako plapperte weniger als sonst. Die Hunde zogen den Schweif ein und stießen langgezogenes, ängstliches Gebell aus. John Bull erging sich nicht mehr in Verrenkungen und Grimassen. Nur Vermout und Gladiator fanden sich bereitwillig in die Situation, da sie nichts anderes zu thun hatten, als das fette, frische Gras der umliegenden Ebene abzuweiden.

»Man muß aber doch einen Entschluß fassen!« sagte Herr Cascabel mehrmals, indem er die Arme kreuzte.

Allerdings; aber welchen'?. Welchen?. Das hätte Herrn Cascabel nicht in Verlegenheit setzen sollen; denn, um die Wahrheit zu sagen, er hatte keine Wahclass="underline" er mußte zurückgehen, da er nicht vorwärts gehen durfte. Die Reise nach Westen, die man so resolut unternommen hatte, aufgeben! Da mußte man den verwünschten Boden von Britisch-Kolumbia nochmals passieren und dann die Prairien des Far West durchziehen, um die Küste des Atlantischen Oceans zu erreichen. Und was würde man machen, wenn man sich nun in New-York befand?

Vielleicht würden ein paar mildthätige Seelen eine Subskription eröffnen, um die Repatriirung der Familie zu ermöglichen? Welche Demütigung für diese braven Leute, die stets von ihrer Arbeit gelebt hatten, sich zum Empfangen eines Almosens zu erniedrigen! Ah! die elenden Schufte die ihnen in den Pässen der Sierra Nevada ihr kleines Vermögen gestohlen!

»Wenn die nicht in Amerika gehenkt oder in Spanien garrottiert oder in Frankreich guillotiniert oder in der Türkei gepfählt werden,« sagte Herr Cascabel öfters, »so giebt es keine Gerechtigkeit mehr auf Erden!« Endlich faßte er einen Entschluß.

»Morgen brechen wir auf!« sagte er am Abend des vierten Juni. »Wir kehren nach Sakramento zurück, und dann.«

Er beendete seinen Satz nicht. In Sakramento würde man weitersehen. Im übrigen war alles zur Abreise bereit. Man brauchte bloß die Pferde anzuspannen und südwärts zu lenken.

Jener letzte Abend an der Grenze von Alaska war noch trauriger. Jedermann hielt sich stumm in seinem Winkel. Die Nacht war stockfinster. Schwere formlose Wolken furchten den Himmel, treibenden Eisschollen gleich, die eine starke Brise gen Osten jagte. Der Blick vermochte an keinem Sterne zu haften und die Mondsichel war kurz zuvor hinter den hohen Bergen am Horizont erloschen.

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