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Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)

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Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
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»Oh, gut«, sagte Jamie zufrieden. »Manchmal bauen sie ihre Stöcke in den Felsen, und dann kann man nicht viel machen.« Er schlang sich das Beil von seinem Gürtel, band die Taschen los und bedeutete Brianna, sich auf einen Felsen zu setzen.

»Am besten wartet man bis zur Dunkelheit«, erklärte er. »Dann ist der ganze Schwarm im Stock. Willst du in der Zwischenzeit etwas essen?«

Sie teilten sich das restliche Essen und unterhielten sich sporadisch, während sie zusahen, wie das Licht auf den umliegenden Bergen verblich. Auf ihre Bitte hin ließ er sie die lange Muskete abfeuern und zeigte ihr, wie man sie wieder lud: den Lauf säuberte, die Kugel positionierte, Kugel und Ladepfropfen mit einer Ladung aus dem Pulverhorn in den Lauf rammte, das restliche Pulver auf das Zündpfännchen des Steinschlosses schüttete.

»Du bist gar keine üble Schützin, Kleine«, sagte er überrascht. Er bückte sich und hob ein kleines Holzstück auf, das er als Ziel auf einen großen Felsen legte. »Versuch’s noch mal.«

Das tat sie, dann noch einmal und noch einmal, während sie sich an das umständliche Gewicht der Waffe gewöhnte, ihren langen Lauf perfekt ausbalancierte und ihre natürliche Position in ihrer Schulterbeuge herausfand.

Der Rückstoß war schwächer, als sie erwartet hatte; Schwarzpulver hatte nicht die Kraft moderner Patronen. Zweimal platzten Splitter von dem Felsen ab; beim dritten Mal löste sich das Holzstück in einen Splitterregen auf.

»Nicht übel«, sagte er und zog eine Augenbraue hoch. »Und wo in Gottes Namen hast du schießen gelernt?«

»Mein Vater war Sportschütze.« Sie senkte das Gewehr, und ihre Wangen waren vor Vergnügen gerötet. »Er hat mir beigebracht, mit einer Pistole oder einem Gewehr zu schießen. Und mit einer Schrotflinte.« Dann wurden ihre Wangen einen Ton röter, denn ihr fiel etwas ein. »Oh. Du kennst wohl keine Schrotflinte?«

»Nein, ich denke nicht«, war alles, was er sagte, und sein Gesicht blieb bewusst ausdruckslos.

»Wie willst du den Bienenstock transportieren?«, fragte sie, um den peinlichen Moment zu überspielen. Er zuckte mit den Achseln.

»Oh, wenn die Bienen erst einmal schlafen, blase ich ein bisschen Rauch in ihren Stock, um sie zu betäuben. Dann hacke ich den Teil des Baumes los, der die Waben enthält, schiebe ein flaches Holzstück darunter und wickle das Ganze in mein Plaid. Wenn wir zu Hause sind, nagle ich oben und unten ein Stück Holz daran fest und baue einen Bienenstock.« Er lächelte sie an. »Morgen früh kommen die Bienen heraus, sehen sich um und machen sich auf den Weg zur nächsten Blume.«

»Werden sie nicht merken, dass sie nicht da sind, wo sie hingehören?«

Er zuckte erneut mit den Achseln.

»Und wenn, was wollen sie dagegen tun? Sie haben keine Möglichkeit zurückzufinden, und sie fänden hier ja sowieso keinen Bau mehr vor. Nein, sie werden mit ihrer neuen Heimat schon zufrieden sein.« Er griff nach dem Gewehr. »Komm, ich will es sauber machen; es ist zu dunkel zum Schießen.«

Die Unterhaltung erstarb, und sie saßen etwa eine halbe Stunde lang schweigend nebeneinander und sahen zu, wie Dunkelheit die tiefer liegenden Täler füllte, eine unsichtbare Flut, die jede Minute höherkroch und die Baumstämme umspülte, so dass die grünen Wipfel auf einem dunklen See dahinzutreiben schienen.

Schließlich räusperte sie sich, weil sie das Gefühl hatte, etwas sagen zu müssen.

»Wird sich Mama keine Sorgen machen, wenn wir so spät zurückkommen?«

Er schüttelte den Kopf, antwortete aber nicht; saß nur da, und ein Grashalm hing träge in seiner Hand. Der Mond schob sich über den Bäumen entlang, groß und golden, schief wie eine verschmierte Träne.

»Deine Mutter hat mir einmal erzählt, dass die Menschen planen, auf den Mond zu fliegen«, sagte er plötzlich. »Sie hatten es wohl noch nicht getan, aber sie hatten es vor. Weißt du etwas davon?«

Sie nickte und blickte gebannt auf den aufgehenden Mond.

»Sie haben es getan. Ich meine, sie werden es tun.« Sie lächelte schwach. »Apollo haben sie es genannt – das Raketenschiff, mit dem sie geflogen sind.«

Sie konnte das Lächeln sehen, mit dem er antwortete; der Mond stand hoch genug, um seine Strahlen auf die Lichtung zu werfen. Er drehte das Gesicht nach oben und überlegte.

»Aye? Und was haben sie darüber gesagt, die Männer, die hingeflogen sind?«

»Sie brauchten nichts zu sagen – sie haben Bilder zurückgeschickt. Ich habe dir doch vom Fernsehen erzählt?«

Er sah etwas erschrocken aus, und sie wusste, dass er wie bei den meisten Dingen, die sie ihm über ihre Zeit erzählte, die Realität bewegter, vertonter Bilder nicht wirklich fassen konnte, ganz zu schweigen von der Vorstellung, dass man sie durch den luftleeren Raum schicken konnte.

»Aye?«, sagte er etwas unsicher. »Dann hast du diese Bilder also gesehen?«

»Ja.« Sie lehnte sich leicht zurück, die Hände vor den Knien verschränkt, und blickte zu der unförmigen Kugel über ihnen auf. Sie war von einem schwachen Lichtkranz umgeben, und weiter draußen am sternklaren Himmel umrahmte sie ein perfekter Dunstring, als wäre sie ein großer, gelber Stein, der in einen schwarzen Teich geworfen worden und in dem Moment an der Oberfläche erstarrt war, als sich der erste Wellenring bildete.

»Schönes Wetter morgen«, sagte er mit einem Blick zum Mond.

»Ja?« Sie konnte die Dinge in ihrer Umgebung fast genauso deutlich wie bei Tageslicht sehen, nur dass sie jetzt farblos waren; alles war schwarz und grau – wie die Bilder, die sie jetzt beschrieb.

»Wir haben stundenlang gewartet. Niemand konnte genau sagen, wie lange sie brauchen würden, um zu landen und in ihren Raumanzügen auszusteigen – du weißt, dass es auf dem Mond keine Luft gibt?« Sie hob fragend die Augenbraue hoch, und er nickte so aufmerksam wie ein Schuljunge.

»Claire hat es mir erzählt«, murmelte er.

»Die Kamera – die Maschine, die die Bilder gemacht hat – blickte an der Seite des Schiffes heraus, so dass wir den Fuß des Schiffes sehen konnten, der sich in den Staub gegraben hatte und mit Staub bedeckt war, als ob ein Pferd mit dem Huf auftritt. Das Schiff war an einer flachen Stelle gelandet, die mit einem weichen, pudrigen Staub bedeckt war, in dem hier und dort kleine Steine verstreut waren. Dann hat sich die Kamera bewegt – oder vielleicht hat eine andere angefangen, Bilder zu senden –, und man konnte sehen, dass weiter weg Felsenriffs waren. Es ist kahl – keine Pflanzen, kein Wasser, keine Luft –, aber auf eine unheimliche Art irgendwie schön.«

»Das hört sich wie Schottland an«, sagte er. Sie lachte über seinen Witz, glaubte aber, unter dem Humor seine Sehnsucht nach diesen kahlen Bergen zu hören.

Um ihn abzulenken, wies sie mit einer Handbewegung zu den Sternen hoch, die inzwischen heller am Samthimmel leuchteten.

»Die Sterne sind in Wirklichkeit Sonnen, so wie unsere. Sie sehen nur so klein aus, weil sie so weit von uns weg sind. Sie sind so weit weg, dass es viele Jahre dauern kann, bis uns ihr Licht erreicht; manchmal ist ein Stern sogar schon tot, und wir sehen sein Licht immer noch.«

»Das hat mir Claire vor langer Zeit erzählt«, sagte er leise. Er blieb noch einen Augenblick sitzen, dann stand er auf. Er machte einen entschlossenen Eindruck.

»Na, dann komm«, sagte er. »Wir wollen uns den Bienenstock holen und nach Hause gehen.«

Die Nacht war so warm, dass wir die lederne Fensterabdeckung nicht festgesteckt, sondern zur Seite gerollt hatten. Gelegentlich taumelte eine Motte oder ein Junikäfer herein, um sich im Wasserkessel zu ertränken oder flammenden Selbstmord in der Feuerstelle zu begehen, doch die kühle, laubduftende Luft, die über uns hinwegspülte, war es wert.

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