Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
«Sire, ich darf wohl behaupten, daß man noch keine Goldmine in ihren Bergen gefunden hat, obgleich ihnen der Herr im Himmel dieses Wunder als Belohnung für die Art und Weise schuldig wäre, wie sie die Ansprüche Eures königlichen Vaters unterstützt haben.«
«Damit ist gesagt, daß sie mich selbst zum König gemacht haben, Treville, insofern ich der Sohn meines Vaters bin. Ganz wohl, ich sage nicht nein. La Chesnaye, seht nach, ob Ihr in allen meinen Taschen vierzig Pistolen findet, und wenn Ihr sie findet, bringt sie mir. Und nun, junger Mann, legt die Hand auf das Herz und sprecht, wie hat sich die Sache zugetragen?«
D'Artagnan erzählte das Abenteuer des vorigen Tages mit allen Einzelheiten; wie er aus Freude, Se. Majestät zu sehen, nicht habe schlafen können und drei Stunden vor der Audienzzeit zu seinen Freunden gekommen sei; wie sie sich mit einander in ein Ballhaus begeben haben, und wie er, weil er Furcht geäußert, einen Ball ins Gesicht zu bekommen, von Bernajoux verspottet worden sei, was dem Spötter selbst beinahe sein Leben und Herrn de la Tremouille sein Hotel gekostet habe.
«Es ist gut so, «murmelte der König, ja, so hat mir der Herzog die Sache erzählt. Armer Kardinal! sieben Menschen in zwei Tagen und zwar seine liebsten; aber damit ist es genug, meine Herren, versteht Ihr? es ist genug; Ihr habt Eure Rache für die Rue de Ferou und noch mehr genommen; Ihr müßt zufrieden sein.«
«Wenn Ew. Majestät es ist, «sagte Treville,»wir sind es.«
«Ja, ich bin es, «fügte der König bei, nahm eine Faust voll Gold aus la Chesnayes Händen, übergab sie d'Artagnan und sagte:»Hier, zum Beweise meiner Zufriedenheit.«
Damals waren die stolzen Ideen, wie sie jetzt der äußere Anstand heischt, noch nicht in der Mode. Ein Edelmann nahm unmittelbar aus der Hand des Königs Geld an und fühlte sich nicht im geringsten dadurch gedemüthigt. D'Artagnan steckte also die vierzig Pistolen ohne alle Umstände in die Tasche und bedankte sich im Gegentheil ganz unterthänig bei dem König.
«So! so!«sprach der König und schaute auf die Pendeluhr;»es ist nun halb neun Uhr und Ihr müßt Euch entfernen; ich habe Euch gesagt, ich erwarte Jemand um neun Uhr. Ich danke Euch für Eure Ergebenheit, meine Herren. Ich kann stets darauf zählen, nicht wahr?«
«Oh! Sire, «riefen die vier Gefährten einstimmig, wir lassen uns für Ew. Majestät in Stücke hauen.«
«Gut, gut; aber bleibt ganz, das ist mehr werth, Ihr seid mir so nützlicher. Treville, «fügte der König mit halber Stimme hinzu, während sich die Andern entfernten,»da kein Platz bei den Musketieren offen ist, und ich überdies als Bedingung der Aufnahme in dieses Corps ein Noviziat festgesetzt habe, so bringt diesen Jungen in die Kompagnie der Garden des Herrn des Essarts, Eures Schwagers. Ah! bei Gott, Treville, ich freue mich auf die Grimasse, die der Kardinal machen wird, er wird wüthend sein, aber daran ist mir nichts gelegen, ich bin in meinem Recht.«
Und der König begrüßte Herrn von Treville mit der Hand. Dieser ging und suchte seine Musketiere auf, die er in einer Theilung der Pistolen mit d'Artagnan begriffen fand.
Und Richelieu war, wie Se. Majestät gesagt hatte, wirklich wüthend, so wüthend, daß er acht Tage die Spielpartie des Königs nicht besuchte, was den König nicht abhielt, ihm das freundlichste Gesicht von der Welt zu machen und ihn, so oft er ihm begegnete, mit dem schmeichelhaftesten Tone zu fragen:
«Nun, mein Herr Kardinal, wie geht es dem armen Bernajoux und dem armen Jussac, Euren Leuten?«
VII. Das Hauswesen der Musketiere
Als sich d'Artagnan außerhalb des Louvre befand und mit seinen Freunden über die Verwendung seines Antheils an den vierzig Pistolen berathschlagte, riet ihm Athos, ein gutes Gastmahl zu bestellen, Porthos einen Lakaien zu nehmen, und Aramis, sich eine anständige Geliebte zu verschaffen.
Das Mahl wurde an demselben Tage ausgeführt und der Lakai servierte dabei. Athos hatte das Mahl bestellt, Porthos den Lakaien geliefert. Dieser war ein Picarde, den der glorreiche Musketier an demselben Tag und aus dieser Veranlassung auf dem Pont de la Tournelle anwarb, während er in das Wasser spuckend Kreise machte. Porthos behauptete, diese Beschäftigung sei der Beweis eines überlegenden und contemplativen Geistes und nahm ihn ohne weitere Empfehlung mit. Das vornehme Aussehen dieses Edelmannes, für dessen Rechnung er sich angeworben glaubte, hatte Planchet — dies war der Name des Picarden — verführt; es trat eine kleine Enttäuschung bei ihm ein, als er sah, daß der Platz bereits durch einen Zunftgenossen Namens Mousqueton besetzt war, und Porthos ihm eröffnete, daß sein Hausstand, so groß er auch sei, zwei Bedienten nicht zulasse, und daß er in d'Artagnans Dienst treten müsse. Als er aber dem Mahl beiwohnte, das sein Herr gab, und diesen bei der Bezahlung eine Hand voll Gold aus der Tasche ziehen sah, hielt er sein Glück für gegründet und dankte dem Himmel, daß er ihn in die Hände eines solchen Krösus fallen lassen; in dieser Meinung beharrte er bis nach dem Festmahl, von dessen Abhub er ein langes Fasten wieder gut machte. Aber Planchet's Chimären verschwanden, als er Abends das Bett seines Herrn machte. Dieses Bett war das einzige in der Wohnung, welche aus einem Vorzimmer und einem Schlafzimmer bestand. Planchet schlief im Vorzimmer auf einer Decke, welche dem Bette d'Artagnans entzogen wurde, und worauf dieser von nun an Verzicht leistete.
Athos besaß einen Bedienten, Namens Grimaud, den er auf eine ganz eigenthümliche Weise für seinen Dienst dressirt hatte. Er war sehr schweigsam, dieser würdige Herr; wohlverstanden, wir sprechen von Athos. In den fünf oder sechs Jahren, die er im vertrautesten Umgang mit seinen zwei Gefährten Porthos und Aramis lebte, erinnerten sich diese wohl ihn lächeln, aber nie lachen gesehen zu haben. Seine Worte waren kurz, ausdrucksvoll, sie sagten immer das, was sie sagen wollten, und nicht mehr; keine Ausschmückungen, keine Stickereien, keine Arabesken. Obgleich Athos erst dreißig Jahre zählte und ein Mann von großer körperlicher und geistiger Schönheit war, kannte doch Niemand eine Geliebte von ihm. Er sprach nie von Frauen; er hielt jedoch auch Niemand davon ab, in seiner Gegenwart von ihnen zu sprechen, obgleich man leicht wahrnehmen konnte, daß diese Art von Unterhaltung, in die er sich nur mit bitteren Worten und menschenfeindlichen Bemerkungen mischte, ihm ganz besonders unangenehm war. Seine Zurückhaltung, sein herbes Wesen, seine Stummheit gaben ihm beinahe das Aussehen eines Greises; um von seinen Gewohnheiten nicht abgehen zu müssen, hatte er Grimaud daran gewöhnt, ihm auf eine einfache Geberde, auf eine einzige Bewegung seines Mundes zu gehorchen. Nur in höchst wichtigen Fällen sprach er mit ihm. Grimaud, der seinen Herrn wie das Feuer fürchtete, obgleich er für seine Person eine große Anhänglichkeit und für seinen Geist eine große Verehrung hegte, glaubte zuweilen vollkommen verstanden zu haben, was er verlangte, eilte, den erhaltenen Befehl auszuführen, und that gerade das Gegentheil davon. Dann zuckte Athos die Achseln und prügelte Grimaud, ohne in Zorn zu gerathen. An solchen Tagen sprach er ein wenig.
Porthos hatte einen Charakter, der, wie man bereits bemerken konnte, dem von Athos gerade entgegengesetzt war: er sprach nicht nur viel, sondern er sprach auch laut; es war ihm indessen, um ihm Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, wenig daran gelegen, ob man ihm zuhörte oder nicht; er sprach, weil es ihm Vergnügen machte, zu sprechen und sich zu hören; er sprach von allen Dingen mit Ausnahme der Wissenschaften; in dieser Hinsicht nahm er einen eingefleischten Haß zum Vorwand, den er seit seiner Kindheit gegen die Gelehrten zu hegen vorgab. Er hatte kein so vornehmes Aussehen, wie Athos, und das Gefühl seiner niedrigeren Stellung in Beziehung auf das Aeußere machte ihn am Anfang ihrer Verbindung oft ungerecht gegen diesen Edelmann, den er sodann durch seine glänzende Toillette zu überbieten sich bemühte. Aber mit seiner einfachen Musketier-Kasake und einzig und allein durch die Art und Weise, wie er den Kopf zurückwarf und den Fuß vorsetzte, nahm Athos sogleich wieder den ihm gebührenden Platz ein und verwies den pomphaften Porthos auf den zweiten Rang. Porthos tröstete sich damit, daß er das Vorzimmer des Herrn von Treville und die Wachtstube des Louvre mit dem Lärme von seinem Liebesglück erfüllte, wovon Athos nie sprach, und nachdem er vom Bürgeradel zum Kriegsadel, von der Robine zur Baronin übergegangen war, handelte es sich im gegenwärtigen Augenblicke bei Porthos um nichts Geringeres, als um eine ausländische Prinzessin, die ihm ein ungemeines Wohlwollen kundgegeben hatte.