Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
Dieser Ruf fand in der Regel Gehör, denn man kannte die Musketiere als Feinde Sr. Eminenz und liebte sie wegen ihres Hasses gegen den Kardinal. Auch ergriffen die Leibwachen der Compagnien, welche nicht dem Herzog Roth gehörten, wie ihn Aramis genannt hatte, in der Regel bei diesen Streitigkeiten Partei für die Musketiers des Königs. Von drei Gardisten von der Compagnie des Herrn des Essarts, welche vorübergingen, kamen also zwei den vier Kameraden zu Hülfe, während der andere nach dem Hotel des Herrn von Treville lief und daselbst:»Zu Hülfe, Musketiere, uns zu Hülfe!«rief. Da gewöhnlich das Hotel des Herrn von Treville voll von Soldaten dieser Waffe war, welche ihren Kameraden schnell zu Hülfe eilten, so wurde das Gefecht allgemein, aber die Oberhand blieb auf der Seite der Musketiere; die Leibwachen des Kardinals und die Leute des Herrn de la Tremouille zogen sich in das Hotel zurück, dessen Thore sie noch zeitig genug schlössen, um ihre Feinde zu verhindern, daß sie mit ihnen einbrachen. Den Verwundeten hatte man gleich Anfangs und zwar, wie gesagt, in sehr schlimmem Zustand weggebracht.
Die Aufregung hatte unter den Musketieren und ihren Verbündeten den höchsten Grad erreicht, und man berathschlagte bereits, ob man nicht, um die Unverschämtheit der Bedienten des Herrn de la Tremouille zu bestrafen, welche einen Ausfall auf die Musketiere des Königs zu machen gewagt hatten, Feuer an das Hotel legen sollte. Ein Vorschlag zu diesem Ende wurde gemacht und mit Begeisterung aufgenommen, als es zum Glück elf Uhr schlug; d'Artagnan und seine Gefährten erinnerten sich ihrer Audienz, und da sie es bedauert hätten, wenn ein so schöner Streich ohne sie ausgeführt worden wäre, so suchten sie die Köpfe zu beschwichtigen, was ihnen auch gelang. Man begnügte sich, einige Pflastersteine an die Thore zu werfen, aber diese widerstanden und man war der Sache müde; überdieß hatten diejenigen, welche man als Anführer des Unternehmens betrachten mußte, seit einigen Augenblicken die Gruppe verlassen und gingen nach dem Hotel des Herrn von Treville zu, der sie, bereits von diesem neuen Handgemenge unterrichtet, erwartete.
«Rasch in den Louvre, «sagte er,»in den Louvre, ohne einen Augenblick zu verlieren, wir müssen den König zu sehen suchen, ehe uns der Kardinal zuvorgekommen ist; wir erzählen ihm die Sache als eine Folge der gestrigen Angelegenheit, und Beides wird zugleich durchgehen.«
Herr von Treville begab sich in Begleitung der vier jungen Leute nach dem Louvre, aber mit großem Erstaunen vernahm der Kapitän der Musketiere, der König sei nach dem Walde von Saint-Germain auf die Hirschjagd gezogen. Herr von Treville ließ sich diese Nachricht zweimal wiederholen, und jedes Mal bemerkten seine Gefährten, wie sich sein Antlitz verdüsterte.
«Hatte Se. Majestät schon gestern die Absicht, diese Jagd zu machen?«fragte er.
«Nein, Ew. Excellenz, «antwortete der Kammerdiener,»der Oberjäger meldete diesen Morgen, man habe in vergangener Nacht einen Hirsch zu Sr. Majestät Vergnügen bestellt. Anfangs antwortete der König, er werde nicht gehen, aber er konnte der Lust nicht widerstehen, die ihm diese Jagd gewähren sollte, und er entfernte sich nach dem Frühstück!«
«Und hat der König den Kardinal gesehen?«fragte Herr von Treville.
«Aller Wahrscheinlichkeit nach, «antwortete der Kammerdiener,»denn ich habe heute früh den Wagen Sr. Eminenz angespannt gesehen; ich fragte, wohin sie ginge, und man antwortete mir: nach Saint Germain.«
«Man ist uns zuvorgekommen, «sagte Herr von Treville.»Meine Herren, ich werde den König diesen Abend sprechen; Euch aber rathe ich nicht, Euch dahin zu wagen.«
Dieser Rath war zu vernünftig und kam überdies von einem Manne, der den König zu gut kannte, als daß die vier jungen Leute ihn zu bekämpfen gesucht hätten. Herr von Treville forderte sie auf, nach Hause zu gehen und Nachricht von ihm zu erwarten.
In sein Hotel zurückgekehrt, bedachte jedoch Herr von Treville, daß es für ihn das Klügste wäre, zuerst Klage zu führen. Er schickte deßhalb einen seiner Bedienten zu Herrn de la Tremouille mit einem Brief, worin er ihn bat, die Leibwache des Herrn Kardinals aus seinem Hause zu entfernen und seinen Leuten einen Verweis darüber zu geben, daß sie die Frechheit gehabt hätten, einen Ausfall gegen die Musketiere zu machen. Aber bereits durch seinen Stallmeister unterrichtet, mit dem Bernajoux, wie man weiß, verwandt war, ließ ihm Herr de la Tremouille antworten, es sei weder an Herrn von Treville, noch an seinen Musketieren, sich zu beklagen, sondern im Gegenteil an ihm, dessen Leute von den Musketieren angegriffen und verwundet worden seien und dem sie sein Hotel hätten in Brand stecken wollen. Da jedoch der Streit zwischen diesen beiden hohen Herren lange hätte dauern können, indem natürlich jeder auf seiner Meinung beharren mußte, so ersann Herr von Treville ein Auskunftsmittel, durch das er die ganze Sache zu beendigen beabsichtige; es bestand darin, Herr de la Tremouille selbst aufzusuchen.
Er begab sich also sogleich in sein Hotel und ließ sich melden.
Die zwei Herren begrüßten sich sehr höflich, denn wenn auch keine Freundschaft unter ihnen bestand, so achteten sie sich doch gegenseitig. Beide waren Männer von Herz und Ehre, und da Herr de la Tremouille, ein Protestant, den König nur selten sah und keiner Partei angehörte, so erfaßte er seine gesellschaftlichen Verhältnisse gewöhnlich ohne Vorurtheil. Diesmal war jedoch sein Empfang, obgleich höflich, kälter als in Regel.
«Mein Herr, «sagte Herr von Treville,»jeder von uns glaubt, er habe sich über den andern zu beklagen, und ich bin gekommen, damit wir diese Angelegenheit gemeinschaftlich ins Reine bringen.«—»Gerne, «erwiederte Herr de la Tremouille,»aber ich habe Euch zu bemerken, daß ich gut unterrichtet bin, und daß alles Unrecht auf Seiten Eurer Musketiere zu suchen ist.«—»Ihr seid ein zu vernünftiger und gerechter Mann, mein Herr, «sagte Herr vom Treville,»um den Vorschlag nicht anzunehmen, den ich Euch machen will.«—»Macht ihn, ich höre.«—»Wie geht es Herrn Bernajoux, dem Vetter Eures Stallmeisters?«—»Sehr schlecht; außer dem nicht besonders gefährlichen Degenstich, den er in den Arm bekommen hat, ist ihm noch ein anderer durch die Lunge beigebracht worden, und der Arzt prophezeit das Schlimmste.«—»Hat der Verwundete sein Bewußtsein behalten?«—»Vollkommen.«—»Spricht er?«—»Mit einer Schwierigkeit, aber er spricht.«—»Nun gut, mein Herr, gehen wir zu ihm. Beschwören wir ihn im Namen Gottes, vor den er vielleicht bald gerufen wird, die Wahrheit zu sagen. Er soll Richter in seiner eigenen Sache sein, und was er sagt, werde ich glauben.«
Herr de la Tremouille überlegte einen Augenblick und willigte dann ein, da man nicht wohl einen billigeren Vorschlag machen konnte.
Beide gingen in das Zimmer hinab, wo der Verwundete lag. Als dieser die edlen Herren eintreten sah, versucht er es, sich auf seinem Bette zu erheben, aber er war zu schwach, und erschöpft durch diese kurze Anstrengung fiel er beinahe bewußtlos zurück.
Herr de la Tremouille näherte sich ihm und ließ ihn an flüchtigen Salzen riechen, die ihn wieder ins Leben zurückriefen. Herr von Treville forderte Herrn de la Tremouille auf, den Kranken selbst zu fragen, damit man ihn nicht beschuldigen könne, er habe einen Einfluß auf denselben ausgeübt.