Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Nie sollst Du vergessen - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Nie sollst Du vergessen

Электронная книга - «Nie sollst Du vergessen». Краткое содержание книги:

In einer regnerischen Nacht wird Eugenie Davies in London von einem Autofahrer getötet. Ein Unfall ist definitiv auszuschließen: Die Frau wurde frontal angefahren und danach mehrmals absichtlich mit dem Wagen überrollt. Doch was hatte Eugenie Davies so spät am Abend überhaupt in der Stadt zu suchen? Und warum trug sie einen Zettel mit dem Namen genau des Mannes bei sich, der später ihre Leiche findet? Für Inspector Thomas Lynley, in dessen Privatleben sich zur selben Zeit dramatische Veränderungen ankündigen, sind diese Fragen nur der Auftakt zu Ermittlungen, in deren Verlauf er auf einem gefährlich schmalen Grat zwischen persönlicher Loyalität und beruflicher Ehre wandert. Denn schon bald stellen Lynley und Sergeant Barbara Havers betroffen fest, dass ihr Chef Superintendent Webberly, der mehr über Eugenie Davies zu wissen scheint, als er preisgibt, versucht, sie bei der Auswertung von Erkenntnissen zu behindern. Für Lynley und Havers steht ihre berufliche Laufbahn auf dem Spiel, doch sie sind schon viel zu tief in den Fall eingedrungen, um sich noch zurückziehen zu können. Denn die Familie Davies nährt einen tödlichen Kreislauf aus Versagen, Wut und Gewalt, der immer weitere Opfer fordert…
Psychologische Raffinesse, präziser Spannungsaufbau und ein unfehlbarer Sinn für Dramatik charakterisieren die Kriminalromane der Amerikanerin Elizabeth George. Die Autorin, die den Anthony Award, den Agatha Award und den Grand Prix de Litérature Policière gewonnen hat, lebt in Huntington Beach, Kalifornien. Mehr Informationen zur Autorin unter www.ElizabethGeorgeOnline.com
1 ... 211 212 213 214 215 216 217 218 219 ... 234
Перейти на страницу:

»Du wusstest doch, dass Katja Wolff frei ist. Wir haben erst neulich mit diesem Kriminalbeamten darüber gesprochen.«

»Ich spreche nicht von Katja Wolff. Ich spreche von… Du weißt, wovon ich spreche.« Sie bog in den Portman Square ein und fuhr weiter zur Park Lane, während sie sagte: »Du hattest Angst, ich würde kein Kind von dir wollen, wenn ich es wusste. Ich würde dann zu viel Angst haben. Das hast du befürchtet, nicht wahr, und mir nichts gesagt. Weil du mir nicht vertraust.«

»Wie hätte ich es dir denn mitteilen sollen?«, fragte Richard.

»Hätte ich ganz beiläufig sagen sollen: >Ach, übrigens, meine Exfrau hat ein behindertes Kind zur Welt gebracht?< Es war nicht relevant.«

»Wie kannst du das sagen!«

»Weil wir gar nicht unbedingt versuchten, ein Kind zu bekommen, du und ich. Wir hatten Sex miteinander. Guten Sex. Wirklich aufregend. Und wir waren verliebt. Aber wir dachten doch nicht daran -«

»Ich habe nicht verhütet. Das wusstest du.«

»Aber ich wusste nicht, dass du keine Ahnung von Sonia hattest… Mein Gott, es stand doch damals, nach ihrem Tod, in allen Zeitungen: dass sie am Down-Syndrom litt und dass sie ertränkt wurde. Mir ist nie der Gedanke gekommen, ich müsste dir das erzählen.«

»Aber ich wusste nichts davon. Das alles ist vor mehr als zwanzig Jahren passiert, Richard, da war ich sechzehn. Wer erinnert sich zwei Jahrzehnte später noch, was er mit sechzehn mal in der Zeitung gelesen hat?«

»Dein Erinnerungsvermögen ist nun wirklich nicht meine Sache.«

»Aber es wäre deine Sache gewesen, mich auf etwas aufmerksam zu machen, das meine Zukunft und die unseres Kindes beeinflussen könnte.«

»Du warst doch diejenige, die nicht verhütet hat. Ich dachte, du hättest deine Zukunft bereits geplant.«

»Willst du unterstellen, dass ich dich reingelegt habe?« Sie standen vor der Ampel am Ende der Park Lane, und Jill drehte sich mühsam in ihrem Sitz herum, um ihm ins Gesicht sehen zu können. »Willst du das damit sagen? Willst du behaupten, ich wäre so versessen darauf gewesen, mir dich als Ehemann zu angeln, dass ich es darauf angelegt habe, schwanger zu werden, damit du mit mir vor den Altar treten würdest? Tja, schlecht gelaufen für mich, nicht? Ich habe während unserer ganzen Beziehung sowieso nur einen Kompromiss nach dem anderen geschlossen. Alle dir zuliebe.«

Ein Taxi hupte ungeduldig hinter ihnen. Jill schaute zuerst in den Rückspiegel und bemerkte dann, dass die Ampel auf Grün geschaltet hatte. Sie fuhren weiter, rund um den Wellington Arch, und Jill war froh, dass der Humber so groß und wuchtig war, deutlich zu sehen für die Busfahrer und ein wenig bedrohlich für die Fahrer kleinerer Autos.

»Ich unterstelle gar nichts«, entgegnete Richard ruhig. »Ich sage nur, dass ich darüber nicht streiten will. Es ist nun mal geschehen. Ich habe versäumt, dir etwas mitzuteilen, weil ich glaubte, du wüsstest es. Mag sein, dass ich es nicht erwähnt habe, aber ich habe nie versucht, es zu verheimlichen.«

»Wie kannst du das sagen, wenn du nicht ein einziges Foto von ihr im Haus hast?«

»Das ist Gideons wegen so. Glaubst du denn, ich möchte, dass mein einziger Sohn sein Leben lang seine ermordete Schwester ansehen muss? Was meinst du wohl, wie sich das auf seine Musik auswirken würde? Als Sonia getötet wurde, sind wir alle durch die Hölle gegangen. Alle, Jill, auch Gideon. Wir mussten versuchen, zu vergessen, und ich dachte, ohne Bilder von ihr wäre es leichter, zu vergessen. Wenn du das nicht verstehen oder verzeihen kannst, wenn du deswegen unsere Beziehung beenden willst .«

Seine Stimme zitterte. Er hob eine Hand zu seinem Gesicht und zog an der Haut unter seinem Kinn, zog und zerrte, ohne etwas zu sagen.

Und auch Jill schwieg den Rest der Fahrt bis Cornwall Gardens. Sie nahm den Weg über Kensington Gore, und sieben Minuten später hielten sie auf dem kleinen Platz, wo der Wind das Herbstlaub über das Pflaster trieb.

Schweigend half Jill Richard aus dem Wagen und griff nach hinten, um die Einkaufstüten vom Rücksitz zu holen. Einerseits wäre es vernünftiger gewesen, sie liegen zu lassen, da es ja lauter Dinge für Catherine waren. Andererseits schien es, da die Zukunft von Catherines Eltern plötzlich so unsicher geworden war, ein dezentes, aber unübersehbares Zeichen, sie in Richards Wohnung zu bringen. Jill nahm die Tüten. Sie nahm auch das Bild, das die Ursache ihres Streits gewesen war.

Richard sagte: »Komm, lass mich auch was tragen«, und bot ihr seine gesunde Hand.

»Ich schaff das schon«, entgegnete sie.

»Jill…«

»Ich schaff es schon.«

Sie wandte sich zum Haus, zu diesem verwahrlosten alten Gemäuer, das sie erneut an die vielen Kompromisse erinnerte, die sie ihrem Verlobten zuliebe ständig einging. Wer wurde hier wohnen wollen? fragte sie sich. Wer würde eine Wohnung in einem Haus kaufen wollen, das auf die Abrissbirne zu warten schien? Wenn sie und Richard wirklich versuchten, seine Wohnung vor der ihren zu verkaufen, würden sie niemals zu dem Haus mit Garten kommen, in dem sie mit Catherine wie eine richtige Familie zusammenleben wollten.

Aber vielleicht war das ja auch nie sein Wunsch gewesen.

Er hatte sich nicht wieder verheiratet. Zwanzig Jahre waren seit seiner Scheidung vergangen - oder waren es achtzehn? sechzehn? -, und er hatte sein Leben nie wieder mit einer Frau geteilt. Und jetzt, an diesem Abend, an dem er hätte sterben können, dachte er an sie. Dachte daran, was ihr zugestoßen war und was er nun unternehmen musste, um seinen Sohn zu schützen. Nicht Jill Foster, seine zukünftige Frau, die von ihm schwanger war, nicht ihr gemeinsames ungeborenes Kind, nein, seinen Sohn wollte er beschützen. Gideon. Seinen verfluchten Sohn.

Richard kam ihr nach, als sie schwerfällig die Treppe zur Haustür hinaufging. Er griff an ihr vorbei und sperrte auf, stieß die Tür auf, so dass sie in das unbeleuchtete Foyer treten konnte, wo die Fliesen auf dem Boden voller Sprünge waren und die Tapete sich an den feuchten Wänden wellte. Es schien ein zusätzlicher Affront, dass es keinen Aufzug gab und keinen Treppenabsatz, sollte jemand eine Verschnaufpause einlegen wollen, sondern nur eine nach außen hin breiter werdende Stufe an der Stelle, wo die Treppe eine Biegung machte. Aber Jill wollte sowieso nicht rasten. Sie stieg zielstrebig in den ersten Stock hinauf und ließ Richard sich allein hochplagen.

Er atmete schwer, als er oben ankam. Normalerweise hätte es ihr Leid getan, ihm bei diesem mit dem Gipsbein mühevollen Anstieg, bei dem das wacklige alte Treppengeländer kaum Stütze bot, nicht geholfen zu haben, aber sie fand, die Lektion würde ihm gut tun.

»In meinem Haus gibt es einen Aufzug«, bemerkte sie. »Die Leute achten immer darauf, ob es im Haus einen Aufzug gibt, wenn sie eine Wohnung suchen. Und was denkst du, was du für diese Wohnung im Vergleich zu meiner bekommen wirst? Mit dem Erlös aus dem Verkauf meiner Wohnung könnten wir umziehen. Wir könnten ein Haus kaufen. Und du hättest dann Zeit, die nötigen Arbeiten zu machen, streichen, renovieren und so, die es braucht, um die Wohnung hier so herzurichten, dass sie sich verkaufen lässt.«

»Ich bin zu Tode erschöpft«, sagte er. »Ich kann so nicht weitermachen.« Er drängte sich an ihr vorbei und ging hinkend zu seiner Wohnungstür.

»Das ist ja sehr bequem«, sagte sie, als sie die Wohnung betraten und Richard die Tür hinter ihnen schloss. Die Lichter waren an. Richard nahm das stirnrunzelnd zur Kenntnis. Er ging zum Fenster. »Du machst nie weiter, wenn es dir nicht in den Kram passt.«

»Das ist nicht wahr. Jetzt wirst du unsachlich. Du hast dich aufgeregt, wir haben uns beide aufgeregt, und jetzt reagierst du darauf. Wenn du dich erst ein wenig ausgeruht hast -«

1 ... 211 212 213 214 215 216 217 218 219 ... 234
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)