Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Nie sollst Du vergessen - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Nie sollst Du vergessen

Электронная книга - «Nie sollst Du vergessen». Краткое содержание книги:

In einer regnerischen Nacht wird Eugenie Davies in London von einem Autofahrer getötet. Ein Unfall ist definitiv auszuschließen: Die Frau wurde frontal angefahren und danach mehrmals absichtlich mit dem Wagen überrollt. Doch was hatte Eugenie Davies so spät am Abend überhaupt in der Stadt zu suchen? Und warum trug sie einen Zettel mit dem Namen genau des Mannes bei sich, der später ihre Leiche findet? Für Inspector Thomas Lynley, in dessen Privatleben sich zur selben Zeit dramatische Veränderungen ankündigen, sind diese Fragen nur der Auftakt zu Ermittlungen, in deren Verlauf er auf einem gefährlich schmalen Grat zwischen persönlicher Loyalität und beruflicher Ehre wandert. Denn schon bald stellen Lynley und Sergeant Barbara Havers betroffen fest, dass ihr Chef Superintendent Webberly, der mehr über Eugenie Davies zu wissen scheint, als er preisgibt, versucht, sie bei der Auswertung von Erkenntnissen zu behindern. Für Lynley und Havers steht ihre berufliche Laufbahn auf dem Spiel, doch sie sind schon viel zu tief in den Fall eingedrungen, um sich noch zurückziehen zu können. Denn die Familie Davies nährt einen tödlichen Kreislauf aus Versagen, Wut und Gewalt, der immer weitere Opfer fordert…
Psychologische Raffinesse, präziser Spannungsaufbau und ein unfehlbarer Sinn für Dramatik charakterisieren die Kriminalromane der Amerikanerin Elizabeth George. Die Autorin, die den Anthony Award, den Agatha Award und den Grand Prix de Litérature Policière gewonnen hat, lebt in Huntington Beach, Kalifornien. Mehr Informationen zur Autorin unter www.ElizabethGeorgeOnline.com
1 ... 207 208 209 210 211 212 213 214 215 ... 234
Перейти на страницу:

Sein Blick flog zu dem sich nähernden Zug, dann zurück zu mir. Noch einen Schritt ging er mir entgegen. »Nicht!«, schrie er.

»Hör mir zu! Du hast deine Schwester nicht getötet.«

»Du hast mich doch selbst von ihr weggezogen. Ich erinnere mich ganz deutlich. Darum ist Mutter gegangen. Sie hat uns ohne ein Wort verlassen, weil sie wusste, was ich getan hatte. Stimmt das nicht? Ist es nicht die Wahrheit?«

»Nein! Nein, es ist nicht die Wahrheit.«

»Doch. Ich erinnere mich genau.«

»Bitte hör mir zu. Warte!« Er sprach sehr schnell. »Du hast ihr weh getan, ja. Und sie war bewusstlos, ja. Aber Gideon, mein Sohn, höre, was ich sage. Du hast Sonia nicht ertränkt.«

»Wer dann -«

»Ich habe es getan.«

»Das glaube ich dir nicht.« Ich sah nach unten zu den wartenden Gleisen. Nur einen einzigen Schritt brauchte ich zu machen, dann wäre ich unten auf den Schienen, und einen Augenblick danach wäre alles vorbei. Ein brüllender Schmerz, dann alle Schuld gelöscht.

»Sieh mich an, Gideon. Um Gottes willen, hör mir zu bis zum Ende. Tu das nicht, bevor du weißt, was damals geschah.«

»Du willst mich nur hinhalten.«

»Und wenn schon? Es kommen ja noch andere Züge, oder nicht? Also, hör mir zu. Das bist du dir selbst schuldig.«

Niemand sei dabei gewesen, sagte er. Raphael hatte Katja in die Küche hinunter gebracht. Meine Mutter telefonierte unten mit der Notrufzentrale. Großmutter war zu Großvater gegangen, um ihn zu beruhigen. Sarah-Jane hatte mich in mein Zimmer gebracht. Und James, der Untermieter, war wieder nach oben gegangen.

»Ich hätte sie aus dem Wasser heben können«, sagte er. »Ich hätte sie beatmen können. Ich hätte versuchen können, sie wiederzubeleben. Aber ich habe sie nicht herausgeholt, Gideon. Ich habe sie weiter unter Wasser gedrückt, bis ich hörte, dass deine Mutter unten das Telefongespräch mit dem Rettungsdienst beendete.«

»Ach, in der Zeit wäre gar nichts passiert, es war viel zu kurz.«

»Nein, war es nicht. Deine Mutter hielt die Verbindung mit dem Rettungsdienst und gab ständig Instruktionen an mich weiter, bis die Sanitäter an die Tür klopften. Ich tat so, als befolgte ich ihre Anweisungen. Aber sie konnte mich ja nicht sehen, Gideon, darum wusste sie nicht, dass ich Sonia gar nicht aus dem Wasser geholt hatte.«

»Ich glaube dir nicht. Du hast mich mein Leben lang belogen. Du hast nicht geredet. Du hast mir nichts gesagt.« »Ich sage es dir jetzt.«

Unten fuhr der Zug vorbei. Ich sah, wie der Lokführer im letzten Moment nach oben schaute. Unsere Blicke trafen sich, er riss die Augen auf und griff zu seinem Funksprechgerät. Die Warnung wurde an alle nachfolgenden Züge herausgegeben. Meine Chance auf Vergessen war verpasst.

Mein Vater sagte: »Du musst mir glauben. Ich sage die Wahrheit.«

»Was ist dann mit Katja?«

»Was soll mit ihr sein?«

»Sie kam ins Gefängnis. Und wir sind schuld daran, nicht wahr? Wir haben die Polizei belogen, und sie musste ins Gefängnis. Zwanzig Jahre, Dad. Das ist unsere Schuld.«

»Nein, Gideon. Sie war damit einverstanden.«

»Was?!«

»Komm zu mir. Komm da runter. Ich erkläre dir alles.«

Nun, das wenigstens ließ ich ihm: den Glauben, dass er es geschafft hätte, mich von den Gleisen wegzuholen, dabei wusste ich, dass wahrscheinlich schon in wenigen Minuten die Bahnpolizei hier erscheinen würde. Ich kletterte zur Fußgängerbrücke hinunter und ging auf meinen Vater zu. Als ich nahe genug war, packte er mich, als wollte er mich vor einem Sturz in den Abgrund retten. Er hielt mich an sich gedrückt, und ich spürte den hämmernden Schlag seines Herzens. Ich glaubte nichts von dem, was er mir bisher gesagt hatte, aber ich war bereit, ihn anzuhören und zu versuchen, hinter die Fassade zu sehen, die er errichtet hatte, um zu erkennen, was die Wahrheit war.

Er sprach in einem einzigen hastigen Wortschwall und ließ mich dabei die ganze Zeit nicht los. Katja Wolff, die glaubte, ich - und nicht mein Vater - hätte Sonia ertränkt, war sich augenblicklich bewusst gewesen, dass sie einen großen Teil der Verantwortung an dem Unglück trug, weil sie Sonia allein gelassen hatte. Wenn sie bereit sei, die Schuld auf sich zu nehmen - indem sie sagte, sie habe Sonia nur eine Minute aus den Augen gelassen, um einen Anruf entgegenzunehmen -, würde mein Vater sich erkenntlich zeigen. Er würde ihr für diesen Dienst an seiner Familie zwanzigtausend Pfund bezahlen. Und für den Fall, dass ihr wegen Fahrlässigkeit der Prozess gemacht werde, würde er auf diesen Betrag für jedes Jahr, das ihr genommen würde, weitere zwanzigtausend Pfund drauflegen.

»Wir wussten nicht, dass die Polizei wegen Mordes gegen sie ermitteln würde«, sagte mein Vater nahe an meinem Ohr. »Wir wussten nichts von den verheilten Frakturen am Körper deiner Schwester. Wir wussten nicht, dass sich die gesamte Boulevardpresse so gierig auf diese Geschichte stürzen würde. Und wir wussten nicht, dass Bertram Cresswell-White so gnadenlos gegen sie vorgehen würde, als hätte er eine zweite Myra Hindley vor sich. Bei einem normalen Verlauf der Dinge hätte sie vielleicht eine Bewährungsstrafe wegen Fahrlässigkeit bekommen oder allerhöchstens fünf Jahre Haft. Aber es ging alles schief. Und als der Richter wegen der Misshandlung zwanzig Jahre empfahl, war es zu spät.«

Ich trat von ihm weg. Wahrheit oder Lüge?, fragte ich mich und sah ihm forschend ins Gesicht.

»Wer hat Sonia misshandelt?«

»Niemand«, antwortete er.

»Aber die Knochenbrüche -«

»Sie war zart, Gideon. Sie hatte ein zerbrechliches Knochengerüst. Das war Teil ihres Krankheitsbilds. Katjas Verteidiger haben das vorgetragen, aber Cresswell-White hat ihren Gutachter in Fetzen gerissen. Es lief rundherum schlecht. Es ging alles schief.«

»Warum hat sie dann nicht selbst zu ihrer Verteidigung ausgesagt? Warum hat sie nicht mit der Polizei gesprochen? Oder mit ihren eigenen Anwälten?«

»Das war Teil der Vereinbarung.«

»Ah ja?«

»Zwanzigtausend Pfund, wenn sie schwieg.«

»Aber du musst doch gewusst haben -«

Was denn?, dachte ich. Was muss er gewusst haben? Dass ihre Freundin Katie Waddington unter Eid nicht lügen, nicht ein Telefonat bestätigen würde, das sie nie geführt hatte? Dass Sarah-Jane Beckett sie ins schlechtestmögliche Licht rücken würde? Dass der Anwalt der Krone sie der Kindesmisshandlung anklagen und als den Teufel in Person hinstellen würde? Dass der Richter eine drakonische Strafe empfehlen würde? Was genau hätte mein Vater wissen müssen?

Ich schob seine Hände weg, die mich immer noch festhielten, und trat den Heimweg zum Chalcot Square an. Er folgte mir schweigend. Aber ich spürte seinen Blick auf mir. Ich spürte, wie er sich in mich hineinbrannte. Er hat das alles erfunden, dachte ich. Er hatte zu viele Antworten zu schnell parat gehabt.

»Ich glaube dir nicht, Dad.«

»Warum sonst hätte sie geschwiegen?«, konterte er.

»Oh, diesen Teil glaube ich dir«, erwiderte ich. »Den Teil mit den zwanzigtausend Pfund glaube ich. Du wärst bereit gewesen, ihr das zu bezahlen, um mich vor Schaden zu bewahren. Und um Großvater zu verheimlich, dass dein abartiger Sohn deine abartige Tochter ertränkt hatte.«

»Aber so war es nicht!«

»Wir wissen beide, dass es so war.« Ich wandte mich ab, um ins Haus zu gehen.

Er packte mich beim Arm. »Würdest du deiner Mutter glauben?«, fragte er mich.

Ich wandte mich um. Er sah zweifellos die Frage, die Ungläubigkeit und das Misstrauen in meinem Gesicht, denn er fuhr zu sprechen fort, ohne auf eine Antwort von mir zu warten.

»Sie ruft mich regelmäßig an. Seit der Sache in der Wigmore Hall ruft sie mindestens zweimal die Woche an. Sie hat gelesen, was geschehen ist, und ruft seither immer wieder an. Ich werde dich mit ihr zusammenbringen, wenn du das möchtest.«

1 ... 207 208 209 210 211 212 213 214 215 ... 234
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)