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Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]

Электронная книга - «Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]». Краткое содержание книги:

Eine faszinierende Reise in die finsterste Zeit des Mittelalters.
Es sollte das größte Abenteuer ihres Lebens werden: Die junge Kivrin wird aus dem Jahr 2054 ins mittelalterliche England geschickt. Doch bei der Übertragung kommt es zu Problemen, und so landet die Geschichtsstudentin nicht wie geplant im Jahr 1320, sondern im Jahr 1348 — dem Todesjahr, in dem die Pest England entvölkerte. Und eine Rückkehr in die Zukunft scheint unmöglich zu sein …
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»Da Badri unser einziger Fall ist«, sagte Mary, »betrachten wir ihn als den Musterfall. Wir haben noch keine Kenntnis von der Art der Übertragung, darum müssen Sie bitte alle Personen aufführen, die in irgendeiner Weise mit Badri zusammengekommen sind, auch wenn es nur kurzzeitig der Fall war. Kontaktperson ist jede, mit der er gesprochen, die er berührt hat und mit der er in einem Raum gewesen ist.«

Von Dunworthys innerem Auge beugte sich Badri über Kivrin, ordnete ihre Röcke, bewegte ihren Arm.

»Jede Person, die irgendwie mit ihm in Berührung gekommen sein mag«, sagte Mary.

»Wir alle mit eingeschlossen«, sagte die Ärztin.

Mary nickte bekräftigend.

»Und Kivrin«, sagte Dunworthy.

Einen Augenblick schaute sie drein, als hätte sie keine Ahnung, wer Kivrin sei.

»Miss Engle hat eine Breitspektrum-Antiviralbehandlung mit zusätzlicher Stärkung des Immunsystems bekommen«, sagte Gilchrist. »Sie wird kaum in Gefahr sein, nicht wahr?«

Mary zögerte nur eine Sekunde. »Nein. Sie ist vor heute morgen nicht mit Badri zusammengekommen, oder?«

»Mr. Dunworthy bot mir erst vor zwei Tagen die Dienste seines Technikers an«, sagte Gilchrist. Er riß die Papiere und den Schreibstift der Schwester beinahe aus der Hand. »Ich ging natürlich davon aus, daß Mr. Dunworthy seine Techniker den gleichen Gesundheitskontrollen unterziehen würde, die bei uns üblich sind. Es ist jedoch offensichtlich geworden, daß er es nicht getan hat, und Sie können sich darauf verlassen, Mr. Dunworthy, daß ich Mr. Basingame von Ihrer Vernachlässigung unterrichten werde.«

»Wenn Kivrins erster Kontakt mit Badri heute morgen stattfand, war sie vollkommen geschützt«, sagte Mary. »Mr. Gilchrist, wenn Sie so gut sein wollen.« Sie zeigte auf den Stuhl neben ihr, und er kam und setzte sich.

Bevor sie sich ihm zuwandte, nahm sie der Krankenschwester einen Formularsatz aus der Hand und hielt das zweite Blatt allen sichtbar in die Höhe. »Jede Person, mit der Badri Kontakt hatte, ist ein Primärkontakt. Auf dieses Blatt schreiben Sie bitte alle Kontakte, die Sie in den letzten drei Tagen mit Badri Chaudhuri hatten, sowie alle Kontakte von ihm mit anderen, von denen Sie wissen.« Sie hielt das dritte Blatt in die Höhe. »In diese Spalten tragen Sie bitte alle Kontakte ein, die Sie seither hatten. Beginnen Sie mit der Gegenwart und arbeiten Sie rückwärts.«

Sie steckte Gilchrist eine Thermometerkapsel in den Mund, zog einen Monitor von seinem Papierstreifen und klebte ihn ihm ans Handgelenk. Die Krankenschwester verteilte die Formulare. Dunworthy setzte sich und füllte seine aus.

Das Aufnahmeformular wollte seinen Namen, das Geburtsdatum, die Krankenversicherungsnummer und eine vollständige Krankheitsgeschichte wissen, die unter der Versicherungsnummer zweifellos vollständiger abgerufen werden konnte als er sie erinnerte. Krankheiten, chirurgische Eingriffe, Impfungen. Wenn Mary noch immer auf Badris Versicherungsnummer wartete, bedeutete es, daß er noch bewußtlos war.

Dunworthy hatte keine Ahnung, wann seine letzte Impfung gewesen war. Er machte ein Fragezeichen in das entsprechende Feld, nahm das nächste Blatt hervor und schrieb seinen eigenen Namen an die Spitze der Kolonne. Latimer, Gilchrist, die beiden Ärzte, die Krankenträger. Er kannte die Namen nicht, und die Ärztin hatte wieder die Augen geschlossen. Sie hielt ihre Papiere in einer Hand und hatte die Arme über der Brust verschränkt. Dunworthy überlegte, ob er die Ärzte und Krankenschwester mit aufführen sollte, die Badri in Empfang genommen hatte, dann schrieb er »Personal der Notaufnahme« und versah die Eintragung mit einem Fragezeichen. Dann folgte Montoya.

Und Kivrin, die nach Marys Auskunft freilich geschützt war. Badri hatte gesagt, daß etwas nicht in Ordnung sei. Hatte er vielleicht diese Infektion gemeint? Hatte er gefühlt, daß er krank wurde, während er versucht hatte, die Fixierung zu bekommen? Und war er daraufhin zum Pub gelaufen, um ihnen zu sagen, daß er Kivrin womöglich angesteckt habe?

Das Pub. Außer dem Barkeeper war niemand dort gewesen. Finch war gegangen, bevor Badri eingetroffen war. Dunworthy hob das Blatt und trug Finchs Namen unter den Sekundärkontakten ein, dann nahm er sich wieder das erste Blatt vor und schrieb: »Barkeeper Zum Lamm und Kreuz«. Die Gaststube war leer gewesen, aber nicht die Straße. Er sah Badri vor sich, wie er sich durch die Menge der Passanten gedrängt und gegen die Frau mit dem geblümten Regenschirm geprallt war, wie er den alten Mann und den kleinen Jungen mit dem weißen Terrier angerempelt hatte. Alle Personen, mit denen er Kontakt hatte, hatte Mary gesagt.

Er blickte über den Tisch zu ihr. Sie hielt Gilchrists Handgelenk und machte Eintragungen in eine Karteikarte. Wollte sie von allen Leuten auf diesen Listen Blutproben nehmen und ihre Temperatur messen? Es war unmöglich. Außerdem hatte Badri Dutzende von Passanten auf der Straße berührt oder gestreift oder mit seinem Atem getroffen, und niemand würde sie wiedererkennen. Und auf dem Weg von Brasenose war er mit ebenso vielen oder noch mehr Passanten in Berührung gekommen.

Er schrieb »Große Zahl von Passanten, High Street (?)«, zog eine Linie und versuchte sich der anderen Gelegenheiten zu besinnen, die ihn mit Badri zusammengeführt hatten. Er hatte ihn erst vor zwei Tagen gebeten, das Netz zu übernehmen, als er von Kivrin erfahren hatte, daß Gilchrist einen Lehrling einsetzen wollte.

Badri war gerade aus London zurückgekehrt, als Dunworthy mit ihm telefoniert hatte. Kivrin war an diesem Tag zu ihrer letzten Untersuchung in der Klinik gewesen, was insofern gut war, als sie keinen Kontakt mit ihm gehabt haben konnte, und vorher war er in London gewesen.

Am Dienstag war Badri zu Dunworthy gekommen, um ihm zu sagen, daß er die Koordinaten des Lehrlings und das ganze System überprüft habe. Dunworthy war nicht im Büro gewesen, darum hatte Badri ihm eine Notiz hinterlassen. Kivrin war am gleichen Dienstag ins Balliol College gekommen, um ihm ihre Kostümierung zu zeigen, aber das war am Morgen gewesen. Badri hatte in seiner Notiz angegeben, daß er den ganzen Vormittag am Netz verbracht habe. Und Kivrin hatte gesagt, daß sie am Nachmittag zu Latimer in die Bodleian-Bibliothek gehen wollte. Aber sie konnte danach im Laboratorium gewesen sein, oder auch schon vor ihrem Besuch bei ihm.

Die Tür ging auf, und die Krankenschwester führte Montoya herein. Ihre Terroristenjacke und ihre Jeans waren naß. Es mußte immer noch regnen. »Was geht vor?« sagte sie zu Mary, die gerade ein Fläschchen mit Gilchrists Blut etikettierte.

»Es scheint«, sagte Gilchrist, nachdem er die Innenseite seines Arms mit Watte betupft hatte und aufgestanden war, »daß Mr. Dunworthy seinen Techniker nicht auf die vorgeschriebenen Impfungen und Vorbeugungsmaßnahmen überprüfte, bevor er das Netz bediente, und nun liegt er mit 39,5 Fieber hier in der Klinik. Anscheinend hat er irgendeine exotische Infektionskrankheit.«

»Fieber?« Montoya blickte verwirrt umher. »Ist 39,5 nicht niedrig?«

»Es entspricht 103 Grad Fahrenheit«, sagte Mary und steckte das Fläschchen in seinen Träger. »Badris Infektion ist möglicherweise ansteckend. Ich muß Untersuchungen vornehmen, und Sie schreiben bitte alle Kontakte mit Badri und Dritten auf diese Blätter.«

»Okay«, sagte Montoya. Sie setzte sich auf den Stuhl, den Gilchrist geräumt hatte, und zog ihre Jacke aus. Mary desinfizierte ihr die Innenseite des Armes und versah ein neues Fläschchen mit einer Punktionskanüle. »Bringen wir es hinter uns. Ich muß zurück zu meiner Ausgrabung.«

»Sie können nicht zurück«, sagte Gilchrist. »Haben Sie nicht gehört? Wir stehen unter Quarantäne, dank Mr. Dunworthys Nachlässigkeit.«

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